Scheinwerfer vom Auto
    Hilfreiche Infos für Autofahrer

    Wann ist die Lichthupe erlaubt?

    Um die ewige Ungewissheit bei der Frage, wann die Lichthupe erlaubt ist, zu beenden: Es gibt insgesamt nur zwei Situationen, in denen ein Einsatz von Fernlicht erlaubt ist. Wer sich als Autofahrer nicht an die Vorschriften hält, riskiert Punkte in Flensburg und eine empfindliche Geldstrafe. Lesen Sie hier, was erlaubt ist und was nicht.

    Man kennt es nur zu gut: Der Raser auf der Autobahn, der Sie mit dem aufgedrehten Fernlicht aus der Spur drängeln will. Der missbräuchliche Einsatz der sogenannten Lichthupe bedeutet oft eine Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer. Eine Überholabsicht rechtfertigt noch nicht den Missbrauch von Fernlicht. Die Gründe für ein solches Signal müssen eindeutig sein. Nun stellt sich die Frage: Lichthupe – wann ist sie erlaubt und wann verboten?

    Freundliches Signal oder Nötigung?

    Wann die Lichthupe erlaubt ist, entscheidet die Straßenverkehrsordnung und nicht die – wenn auch noch so gute – Absicht der jeweiligen Autofahrer. Selbst wenn man als Verkehrsteilnehmer einem anderen Autofahrer nur ein Signal geben will, ist in den meisten Fällen die Lichthupe verboten.  Zum Beispiel ist die Lichthupe als Warnung vor einem Blitzer nicht erlaubt. Auch die Absicht andere Autofahrer vorzulassen, sie vor Kontrollen warnen oder sie von der linken Autobahnspur zu drängeln – bei allen diesen Situationen handelt es sich um klare Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

    Auch die Betätigung des Fernlichts als gut gemeinte Hilfestellung im Straßenverkehr – so beim Einfädeln auf der Autobahn oder an unübersichtlichen Kreuzungen – rechtfertigen nicht den Einsatz. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt nur zwei Situationen für den Einsatz der Lichthupe in § 16 StVO zum Thema Warnzeichen:

    • Wenn Autofahrer sich oder andere gefährdet sehen.
    • Wenn Sie außerhalb geschlossener Ortschaften überholen wollen (so auch § 5 Abs. 5 StVO).

    Daher kann die Lichthupe auf der Autobahn durchaus erlaubt sein, wenn Sie außerhalb der geschlossenen Ortschaft überholen wollen und der Vordermann auf Ihr Signal mit dem Blinker nicht reagiert. Achtung: In dieser Situation ist einmal Lichthupe erlaubt. Die Lichthupe darf immer zum Einsatz kommen, wenn Sie sich oder andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr sehen. Zum Beispiel, wenn Ihnen auf dunkler Landstraße ein Auto mit Fernlicht entgegenkommt und Sie so blendet, dass die Sicht unmöglich wird. In einem solchen Fall darf die Lichthupe als Signal dafür eingesetzt werden, dass eine Gefahr herrscht.

    Auch der Fall, dass bei Dunkelheit ein anderer Autofahrer vergessen hat, sein Auto-Licht anzuschalten, lässt die Lichthupe als zulässiges Signal zu. Zu beachten ist aber immer, dass die Lichthupe nur sehr dosiert verwendet werden darf – also nur in kurzen Stößen und nicht länger als einige Sekunden lang. Die Frage, wann die Lichthupe erlaubt ist, wird in jeder Fahrschule thematisiert.

    Lichthupe verboten

    Grundsätzlich verboten ist die dauerhafte Betätigung einer Lichthupe – egal in welchen Zusammenhang. Unter Umständen können Autofahrer sich damit schnell dem Vorwurf der Nötigung ausgesetzt sehen, was dann wiederum strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Ständige Lichthupe und Drängeln sind nicht erlaubt, da es sich um keine Warnsignale im Sinne der Straßenverkehrsordnung handelt. Sie können daher ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg zur Konsequenz haben. Wichtig ist zudem, dass immer der erforderliche Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Hierfür gilt als Richtwert der halbe Tachowert in Metern.

    Es drohen Geldstrafen und Punkte

    An vielen Stellen stellt das widerrechtliche Benutzen der Lichthupe lediglich eine Ordnungswidrigkeit dar. Zum Beispiel, wenn Sie damit einen anderen Verkehrsteilnehmer grüßen oder ihn vor einer Geschwindigkeitskontrolle warnen. Da diese Nutzung der Lichthupe nicht erlaubt ist, erheben Polizei oder Ordnungsamt üblicherweise nur ein Verwarngeld von 5 € bzw. 10 €, wenn Sie andere dabei geblendet oder belästigt haben.

    Wenn Autofahrer aber mittels der Lichthupe andere nötigen, liegt eine Straftat vor. Eine Nötigung in diesem Zusammenhang bedeutet, dass ein Verkehrsteilnehmer durch Gewalt oder die Androhung von Gewalt so unter Druck gesetzt bzw. in eine Zwangssituation gebracht wird, dass er aus Angst um Leib und Leben zu einem bestimmten Verhalten genötigt wird. Nötigung ist eine Straftat und in § 240 des Strafgesetzbuchs (StGB) geregelt.

    Verstoß gegen die StVO

    Strafe/Geldstrafe

    Missbräuchlicher Einsatz der Lichthupe

    5 € Verwarngeld

    dabei andere Verkehrsteilnehmer geblendet oder belästigt

    10 € Verwarngeld

    Nötigung durch den Einsatz der Lichthupe

    Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, bis zu drei Punkte in Flensburg, ein bis drei Monate Fahrverbote oder Fahrerlaubnisentzug

    Für Ordnungswidrigkeiten können Autofahrer einen Bußgeldbescheid kassieren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Hintermann mit seinem Fahrzeug auf der Autobahn zu nah auffährt. Ein solches Verhalten ist ein Missbrauch und hat eine Ordnungsstrafe zur Folge. Dichtes Auffahren (vor allem in Kombination mit der Lichthupe) ist auf jeden Fall aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt und kann eine Geldbuße, Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot von ein bis drei Monaten nach sich ziehen.

    Ein schlechtes Verhalten wird allerdings zu einer Nötigung, wenn der Vordermann durch längeres und sehr dichtes Auffahren und gegebenenfalls zusätzlich ständiges Aufblenden mit der Lichthupe unter massiven Druck gesetzt und dazu gebracht wird, aus Angst die Spur zu wechseln. In diesem Fall werden keine Ordnungsgelder, sondern Strafen fällig, die durch ein Gericht ausgesprochen werden. Ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt, hängt von der Beurteilung des Einzelfalls ab. Eine rechtliche Einordnung erfolgt auf der Grundlage der Frage, ob das nötigende Verhalten länger dauerte und auch einen gewissen Grad an Gewalt aufweist. Zudem spielt die sogenannte „Verwerflichkeit des Verhaltens“ eine wichtige Rolle. Ein Richter muss schließlich entscheiden, welches Motiv der Täter hatte und was genau daran verwerflich und damit strafrechtlich relevant war.

    Beispiele für eine Nötigung:

    • Andauerndes Drängeln und dichtes Auffahren mit Lichthupe über einen längeren Zeitraum
    • Vorsätzliches und grundloses, abruptes Ausbremsen des Hintermanns
    • Den Hintermann vorsätzlich am Überholen hindern

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