Jährlich verunglücken auf deutschen Straßen 25.000 bis 30.000 Motorradfahrer. Obwohl moderne Schutzkleidung das Verletzungsrisiko senkt, führen Kollisionen oder Stürze oft zu schweren körperlichen Folgen. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Erste Hilfe Motorradunfall sicher leisten. Wir klären die lebenswichtige Frage der Helmabnahme und zeigen Ihnen, wie Sie die Unfallstelle absichern, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Erste Hilfe bei einem Motorradunfall: So retten Sie im Ernstfall Leben
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Keine Angst vor der Helmabnahme
Bei einem bewusstlosen Motorradfahrer hat die Sicherung der Atemwege oberste Priorität. Nehmen Sie den Helm unbedingt ab, um die Atmung zu prüfen und ein Ersticken zu verhindern. Gehen Sie dabei idealerweise zu zweit vor, um die Halswirbelsäule bestmöglich zu stabilisieren.
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Eigensicherung steht an erster Stelle
Bevor Sie bei einem Motorradfahrer mit der Ersten Hilfe beginnen, müssen Sie die Unfallstelle absichern. Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, tragen Sie eine Warnweste und stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf. Nur wenn Sie selbst sicher sind, können Sie anderen effektiv helfen.
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Schnelle Alarmierung über die 112
Verlieren Sie keine Zeit und setzen Sie umgehend einen Notruf ab. Geben Sie den Rettungskräften präzise Informationen über den Unfallort und den Zustand des Verletzten. Je schneller professionelle Hilfe eintrifft, desto höher sind die Überlebenschancen des Verunglückten.
Bei gutem Wetter steigt die Zahl der Motorradunfälle rasant an. Nicht immer tragen die Biker die Schuld. Oft verursachen jedoch riskante Überholmanöver, überhöhte Geschwindigkeit oder zu geringer Sicherheitsabstand schwere Unfälle. Wenn ein Motorradfahrer verunglückt, sind Sie als Ersthelfer gefordert – unabhängig davon, ob Sie selbst ein Auto oder ein Motorrad fahren.
Laut § 323 c Strafgesetzbuch ist jeder dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Wer etwa bei Verkehrsunfällen nicht als Ersthelfer tätig wird, obwohl es notwendig und zumutbar ist, muss mit einer Geldstrafe rechnen – oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
Wichtig für Ihre Erste Hilfe bei einem Motorradunfall: Nehmen Sie einem bewusstlosen Fahrer unbedingt den Helm ab. Nur, wenn der Helm abgenommen wird, ist wirksame Erste Hilfe möglich. Arbeiten Sie idealerweise zu zweit. So können Sie gleichzeitig die Halswirbelsäule stützen. Rufen Sie außerdem sofort den Rettungsdienst über die 112, um professionelle Hilfe zu holen.
Ist der Verunglückte bei Bewusstsein? Dann nehmen Sie den Helm nur auf seinen ausdrücklichen Wunsch ab.
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Schritt 1
Der Verletzte liegt auf dem Rücken. Helfer 1 stabilisiert den Kopf von oben, indem er den Helm mit beiden Händen am unteren Rand fixiert. Helfer 2 öffnet das Visier und den Kinnriemen.
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Schritt 2
Helfer 2 greift unter den Nacken des Verletzten. Helfer 1 zieht den Helm nun langsam und gerade nach hinten ab.
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Schritt 3
Legen Sie den Kopf vorsichtig ab. Helfer 2 stützt dabei weiterhin den Nacken. Helfer 1 übernimmt die Stabilisierung, indem er den Kopf des Verletzten mit beiden Händen auf Höhe der Ohren festhält.
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Schritt 4
Kontrollieren Sie die Atmung. Atmet der Verunglückte normal, bringen Sie ihn in die Stabile Seitenlage. Helfer 1 dreht den Kopf dabei vorsichtig mit.
Setzt die Atmung aus? Beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Drücken Sie 30 Mal fest auf die Mitte des Brustkorbs und beatmen Sie den Patienten 2 Mal. Wiederholen Sie diesen Rhythmus bis der Rettungsdienst eintrifft.
Was tun, wenn man alleine am Unfallort ist?
Holen Sie sich Unterstützung. Zu zweit können Sie die Wirbelsäule deutlich besser stabilisieren. Sie können den Helm aber auch alleine abnehmen, wenn kein weiterer Helfer verfügbar ist. Gehen Sie in diesem Fall besonders vorsichtig vor, da die zusätzliche Stabilisierung fehlt.
Ja. Wenn der Verunglückte bewusstlos ist, müssen Sie den Helm unbedingt abnehmen. Nur so kontrollieren Sie die Atmung zuverlässig und verhindern das Ersticken. Ist die Person bei Bewusstsein, fragen Sie sie direkt. Nehmen Sie den Helm in diesem Fall nur ab, wenn der Fahrer dies ausdrücklich wünscht.
Idealerweise gehen Sie dabei zu zweit vor. Während ein Helfer den Helm vorsichtig nach hinten zieht, stützt der andere Helfer durchgehend den Nacken und die Halswirbelsäule. So minimieren Sie das Risiko für Folgeschäden durch unkontrollierte Bewegungen des Kopfes.
Wenn die Atmung aussetzt, rufen Sie sofort die 112 an. Beginnen Sie direkt mit der Wiederbelebung. Drücken Sie den Brustkorb 30 Mal fest ein und geben Sie 2 Beatmungen. Führen Sie diesen Wechsel konsequent durch, bis professionelle Rettungskräfte eintreffen und die Versorgung übernehmen.
Ja, Sie sind gesetzlich über die Unfallversicherung geschützt. Niemand verlangt von Ihnen eine perfekte medizinische Versorgung. Der einzige Fehler, den Sie machen können, ist, gar nicht zu helfen. Sachschäden an der Kleidung oder Verletzungen durch die Hilfeleistung führen nicht zu Schadensersatzansprüchen gegen Sie.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
R+V-Team
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