Mann überbrückt ein Auto
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Starthilfe: Voraussetzungen, Reihenfolge, Überbrückung

Die Schwäche von Fahrzeugbatterien hängt mit ihrer Funktionsweise zusammen. Je kälter die Temperaturen werden, desto weniger Energie hat sie in ihren mit Blei und Schwefel gefüllten Zellen. Wir zeigen, wie die Starthilfe per Startkabel funktioniert.

Es gibt Situationen, die sind mehr als ärgerlich – zum Beispiel, wenn Sie mit Ihrem Auto oder Ihrem Motorrad losfahren wollen, aber sich nichts tut. Die Batterie ist leer. Im Idealfall haben Sie ein Starterkabel oder ein Starthilfegerät dabei und im näheren Umkreis befindet sich ein hilfsbereiter Fahrer, der Ihnen Starthilfe gibt. Doch wie funktioniert diese und worauf müssen Sie achten?

Stromspende per Starthilfekabel am Auto – wie geht das?

Wenn die Batterie leer ist, kann ein anderes Fahrzeug Starthilfe geben. Dafür müssen Sie lediglich das Auto überbrücken. Doch leichter gesagt als getan. Viele Fahrzeugbesitzer wissen nämlich gar nicht, wie Sie richtig Starthilfe bei einem Auto geben. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen. Doch vorher gilt es die Frage zu klären, die viele Fahrer beschäftigt:

Warum geben Motorrad- / Autobatterien ihren Geist auf?

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Batterie eines Fahrzeugs leer ist und Sie Starthilfe benötigen:

  1. Defekte Kabel, die dazu führen können, dass die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet ist.
  2. Elektronik, die angeschaltet ist, obwohl der Motor ausgeschaltet ist.
  3. Kalte Temperaturen, denn ebenso kalte Motoren lassen sich nur schwer in Gang setzen. Die „Passungen“ in den Lagern sind auf normale Betriebstemperatur ausgelegt.

Die häufigste Ursache für eine leere Batterie ist tatsächlich die kalte Jahreszeit. Ein Motor, dessen Schmieröl zwischen 90 und 115 Grad heiß ist, läuft rund wie ein Uhrwerk. Bei Minusgraden ist das Öl im Motorraum zäh wie Honig und auch das Getriebeöl klebt teerartig an den Zahnrädern. In diesen Fällen passiert es schnell, dass Sie Starthilfe für Ihr Auto benötigen.

Ergebnis: Wer die Maschine anwerfen, also zum Laufen bringen will, muss kräftiger drehen als gewöhnlich. Und genau deshalb wird auch noch mehr Strom verbraucht. Weitgehend unbekannt ist, dass leere, also entladene Autobatterien sogar einfrieren können. Eine entladene Batterie kann bereits bei 0 Grad C gefrieren.

Hersteller warnen: Niemals eine gefrorene oder aufgetaute Batterie aufladen, sie muss ersetzt werden. Beim Aufladen eines Akkus entsteht das gefährliche Knallgas. Es kann sich an einer Zigarette oder am Funken eines Kurzschlusses entzünden und zu einer Explosion der Batterie führen - dann würde Schwefelsäure verspritzt.

Und so funktioniert am Auto bzw. Motorrad die Starthilfe

Voraussetzungen

Wenn Sie einem Auto oder Motorrad richtig Starthilfe geben wollen, müssen Sie einige Sicherheitsregeln beachten. Diese können Sie in den Betriebsanleitungen der Hersteller nachlesen. Allerdings sind die wesentlichen Details oft unterschiedlich klar formuliert. Deshalb haben wir Ihnen die Fakten zum Thema „Starthilfe geben“ in dieser Anleitung kurz zusammengefasst: Welche Voraussetzungen müssen Sie bei Starthilfe erfüllen?

  • Verwenden Sie nur zugelassene und nach DIN geprüfte Starthilfekabel (z.B. DIN 72553)
  • Achten Sie darauf, dass die Polzangen allseits gut isoliert und die Zangen selbst aus Kupfer sind.
  • Die Akkus an beiden Fahrzeugen müssen zugänglich sein, die Batterieabdeckungen sind zu entfernen, ebenso Polschutzkappen. Sie müssen die gleiche Spannung (z.B. 12 Volt) haben und in etwa die gleiche Kapazität (Amperestunden Ah) haben.
  • Um das Auto bzw. Motorrad richtig zu überbrücken, stellen Sie die Fahrzeuge so zueinander, dass sie sich nicht berühren und der Abstand von Akku zu Akku kürzer ist als die Länge der Kabel, die nicht in den Motorraum hineinhängen dürfen.
  • Beide Motoren müssen vor der Stromspende abgestellt sein.
  • Wer sich über den Motor beugt, sollte weder lange lose Ärmel noch eine Krawatte tragen - drehende Teile könnten diese erfassen.
  • Einige Hersteller empfehlen das Tragen eines Augenschutzes (Schutzbrille).
  • Auch bei der Starthilfe eines Autos entsteht hochexplosives Knallgas. Immer Feuer, Funken, offene Flammen und glimmende Zigaretten von der Fahrzeugbatterie fernhalten. Niemals ein Handy benutzen, während Sie die Überbrückungskabel an- oder abklemmen.
  • Niemals Plus- und Minuspol verwechseln. Der Pluspol ist dicker als der Minuspol.

Richtig verkabeln

Sechs von zehn Neuwagen werden heute mit Start-Stopp-Systemen gekauft. Kaum jemand weiß jedoch, dass bei der Stromspende an diesen Autos die Minuspole der Akkus nicht per Kabel überbrückt werden dürfen. Stattdessen klemmen Sie das schwarze Kabel jeweils an Masse an, beispielsweise an einen Flansch am Motorgehäuse, jedoch niemals an ein stromführendes Kabel oder an eine Brems- oder Kraftstoffleitung.

Achtung: Die Verbindung von Pol zu Pol ist nur dem roten Kabel gestattet, also von Plus zu Plus. Wenn Sie einem Auto ohne Start-Stopp-Systeme Starthilfe geben wollen, dürfen Sie das schwarze Kabel nur an der Spenderbatterie mit dem Minuspol verbinden. Am Auto mit der leeren Batterie machen Sie die Polzange am Motorblock oder an einem damit fest verschraubten Metallteil fest.

Denken Sie daran, dass die entladene Batterie natürlich ordnungsgemäß mit dem Bordnetz verbunden sein muss.

Wie überbrücken Sie ein Auto richtig?

Der Ablauf der Starthilfe erfolgt nach einer bestimmten, für die Sicherheit wichtigen Logik, damit nicht ein stromführendes Kabel versehentlich mit Minus in Berührung kommen und einen Kurzschluss erzeugen kann. Um Starthilfe bei einem Auto/Motorrad zu leisten, gehen Sie nach folgender Reihenfolge vor:

  • Schalten Sie in beiden Fahrzeugen die Zündung aus. Ebenso alle Verbraucher (bei Autos zum Beispiel Innenbeleuchtung, Parklicht, Radio, Sitz- und Scheibenheizung, Telefon usw.) ausschalten.
  • Zuerst fixieren Sie das rote Überbrückungskabel am Pluspol der leeren Batterie, dann führen Sie es zur Spenderbatterie und befestigen es dort ebenfalls am Pluspol.
  • Bei Autos ohne Start-Stopp-System klemmen Sie nun die schwarze Polzange an den Minuspol der Spenderbatterie und das andere Ende des schwarzen Kabels im leeren Auto an Masse.
  • Bei Autos mit Start-Stopp-Systemen erfolgt die schwarze Verbindung analog vom Spender zum Empfänger aber nur von Masse zu Masse.
  • Erst danach starten Sie den Motor des Spenderfahrzeugs im Leerlauf.
  • Dann starten Sie den Anlasser des leeren Autos. Springt der Motor nach zehn Sekunden nicht an, brechen Sie den Versuch der Starthilfe ab und warten etwa eine Minute. Versuchen Sie es dann erneut.
  • Wenn der Motor läuft, lassen Sie diesen zwei bis drei Minuten laufen, bis er "rund" und gleichmäßig arbeitet. Vorsicht in Garagen wegen der Auspuffgase!

Prüfzeichen sind wichtig

Bevor Sie die Starthilfe leisten und die Kabel abklemmen, müssen Sie das Abblendlicht (falls es eingeschaltet war) ausschalten. Anschließend schalten Sie im Fahrzeug mit der entladenen Batterie nun das Heizgebläse und die Heizheckscheibe ein. Das kann Spannungsspitzen beim Abklemmen abbauen.

Als letztes entfernen Sie die Kabel bei laufenden Motoren genau in der umgekehrten Reihenfolge wie beim Anklemmen. Also:

  • Schwarzes Kabel am Empfänger abklemmen.
  • Schwarzes Kabel am Spenderauto abklemmen.
  • Rotes Kabel am Spenderauto abklemmen.
  • Rotes Kabel am Empfängerauto abklemmen.

Zum Schluss verpacken Sie die Batterien wieder ordentlich, rollen das Kabel auf und schließen die Motorhauben. Die Lichtmaschine des vorher leeren Autos kann nun so viel Strom erzeugen, dass die Batterie auch im Fahrbetrieb nach und nach aufgeladen wird. Für die nächsten Stunden sollten Sie aber auf Stromfresser wie Sitzheizung oder Heckscheibenheizung verzichten. Sofern Sie keinen Fehler gemacht haben, war die Starthilfe erfolgreich.

Möglichkeiten für Starthilfe

Es gibt für Sie verschiedene Optionen, um bei einem Fahrzeug mobile Starthilfe zu leisten:

  • Starthilfe mit einer Powerbank
  • Batterieladegerät mit Starthilfe
  • Starthilfe mit einem Booster

Alle drei Optionen ermöglichen es Ihnen, ein Auto oder Motorrad zu überbrücken, ohne ein zweites Auto oder Motorrad zu benötigen.

Fragen und Antworten rund um das Thema Starthilfe

Legen Sie direkt im Anschluss eine größere Strecke zurück – diese sollte eine Fahrtdauer von mindestens 15 bis 20 Minuten haben. In diesem Zeitraum lädt sich die Batterie nach der Starthilfe wieder auf. Lassen Sie während der Fahrt aber alle zusätzlichen Stromfresser aus.

Wenn Sie ein Auto fremdstarten oder mit Ihrem Fahrzeug eine andere Autobatterie überbrücken, schaden Sie Ihrem eigenen Fahrzeug in der Regel nicht. Wichtig ist jedoch, dass Sie die richtige Reihenfolge der Starthilfe einhalten. Dann wird weder Ihr Motorrad noch Ihr Auto beschädigt.

Prinzipiell schon. Relevant ist in erster Linie die Batterie. Wollen Sie beispielsweise ein Motorrad mit einem Auto überbrücken, achten Sie darauf, dass beide Batterien 12V haben. Ansonsten kann es Ihnen passieren, dass Sie einen Kurzschluss verursachen.

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