1. Schäden vorbeugen

Schützen Sie Ihr Haus vor Hochwasser

Nasse Keller, zerstörte Einrichtung, beschädigte elektrische und elektronische Anlagen: In den betroffenen Gebieten ist das oft die traurige Bilanz nach einem Hochwasser. Dabei kann mit ein wenig Voraussicht das Schlimmste verhindert werden. Wer in einem hochwassergefährdeten Gebiet baut oder seine Immobilie im Einflussbereich von Gewässern (Flüssen, Bächen, Gräben, Seen, etc.) hat, sollte unbedingt Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergreifen. Auch Bestandsbauten können bei einem drohenden Hochwasser noch gesichert werden.

Schutz vor dem Hochwasser

Hausbesitzer müssen sich sowohl vor eindringendem Oberflächenwasser als auch vor aufsteigendem Grund- und Kanalisationswasser schützen. Am besten ist es, unter Beachtung der statischen Gegebenheiten des Hauses alle Öffnungen im Einflussbereich von Gefahrenwässern mit permanenten Schutzelementen zu sichern.

Der Markt bietet druckwasserdichte Türen und Fenstersysteme an, die sich optisch nicht von konventionellen Systemen unterscheiden. Richtig eingesetzt schützen diese Elemente vor unvorhergesehenen Unwetterereignissen und die Besitzer können ihr Haus auch über längere Zeit beruhigt verlassen.

Ist noch ausreichend Zeit gegeben, bis das Hochwasser ankommt, und sind kundige Personen rechtzeitig verfügbar, dann können auch mobile, also nur im Gefahrfall aufzubauende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dafür eignen sich mitunter Dammbalkensysteme. Sie bestehen aus Balken, die in zuvor fest installierte Stützen mit Führungsschienen geschoben werden. Alternativ schützen auch Schalbretter, also wasserfeste Sperrholzplatten, und eine Silikonabdichtung bedingt vor eindringendem Wasser. Diese sogenannten Schotts müssen an die Öffnungen angepasst sein und ordnungsgemäß aufgebaut werden. Sandsäcke stellen eine letzte Lösung dar, die von Einsatzkräften (z. B. Feuerwehr, THW) gegebenenfalls an die Betroffenen verteilt werden. Diese erreichen aber nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie fachgerecht mit einer Folie kombiniert aufgebaut werden.

Hochwasserschutz von Anfang an

Beim Neubau eines Hauses sollten Bauherren darauf achten, dass die Außenwände mit sogenanntem Sperrputz gegen durchsickerndes Wasser geschützt sind. Dafür eignet sich zum Beispiel Zementputz.

Außen hui, innen ...?

Dringt trotz aller Vorkehrungen Wasser ins Haus ein, sollten die betroffenen Räume so ausgestattet sein, dass kein größerer Schaden entsteht. Das heißt:

  • Kellerräume müssen schnell ausgeräumt werden können.
  • Öl- und Flüssiggastanks müssen gegen Umkippen und Auslaufen gesichert sein.
  • Elektrische Installationen wie Stromverteilerkästen haben in hochwassergefährdeten Gebieten nichts im Keller zu suchen. Sie gehören in höhere Geschosse.
  • Auf wasserempfindliche Baustoffe sollte im Keller verzichtet werden.

Abgedichteter Keller

Falls das Haus einen Keller hat, sollte dieser einer wasserdichten Wanne gleichen. Sie verhindert, dass ansteigendes Grundwasser ins Haus eindringt. Dafür können in der Bauphase die Wände mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen abgedichtet werden. In diesem Fall spricht man von einer "Schwarzen Wanne". Um den Keller abzudichten, bieten sich beim Neubau alternativ Außenwände und Bodenplatten aus wasserundurchlässigem Beton an. In diesem Fall spricht man von einer "Weißen Wanne". Im Untergeschoss sollten immer druckwasserdichte Fenster und Türen einbaut werden.

Eine nachträgliche Abdichtung des Kellers ist möglich, allerdings umständlich und teuer. Dabei ist eine Innenabdichtung erforderlich, die dem Druck standhält, der durch das Wasser entstehen kann. Solche Systeme müssen zudem gegen Auftrieb gesichert sein!

Rückstau verhindern

Bei einem Hochwasser steigt auch der Pegel in der Kanalisation. Dadurch kann sich Wasser zurückstauen und durch Abflussleitungen und Anschlüsse in die Häuser drücken. Um das zu verhindern, ist eine Rückstausicherung notwendig und deshalb auch in den Baugenehmigungen und Ortssatzungen vorgeschrieben. Andernfalls kann das Wasser im Leitungsnetz des Hauses bis auf die Höhe der Rückstauebene ansteigen. Diese liegt meist auf dem Niveau der Gehwegoberkante. Die Folge: Wasser tritt aus den Abflüssen der Sanit-äranlagen, wie zum Beispiel Toiletten, aus.

So funktioniert eine Rückstausicherung

Klappen in den Ableitungen aus dem Haus verhindern automatisch, dass Abwasser in die Sanitäreinrichtungen und Haushaltsgeräte zurückfließt. Alternativ können Hausbesitzer auch vollautomatische Hebeanlagen einbauen, die die Abwässer in einem Behälter sammeln und kontrolliert abpumpen, wie dies bei Fäkalabwasser vorgeschrieben ist. Eine Beratung durch einen Fachmann ist immer sinnvoll, da solche Einrichtungen auch regelmäßig gewartet werden müssen.

Weitere Informationen:

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat eine Hochwasserschutzfibel herausgegeben. Der Download ist kostenlos.

Autor/in

K. Albrecht

Mai. 2014

Weitere Ratgeber Plus Artikel