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Im Nebel ist besondere Vorsicht überlebenswichtig

"Verbreitet Nebel mit stark eingeschränkten Sichtweiten ..." Hören Sie diese Warnmeldung im Verkehrsfunk, geht es um Ihre Sicherheit. Im Nebel sollten Sie den Fuß vom Gas nehmen und besonders aufmerksam fahren. Auch für Fußgänger und Wanderer kann plötzlicher Nebel gefährlich werden.

Doch was steckt hinter diesem Wetterphänomen? Und wie sind Sie sicher im Nebel unterwegs?

Sicherheit im Nebel: Sehen Sie selbst!

Leichter Nebel wird schnell dichter und undurchsichtiger – jetzt geht es um Ihre Sicherheit. Im Nebel ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Erleben Sie hier die Auswirkungen, wenn Ihnen Nebel auf der Landstraße die Sicht raubt: Fahren Sie mit dem Auto über die Straße, um die Intensität des Nebels zu steuern.

So entsteht Nebel

Feine Wassertröpfchen sind in der Nähe des Erdbodens in der Luft verteilt – ähnlich wie bei einer Wolke. Der Nebel entsteht, wenn warme Luft abkühlt, die mit Wasserdampf gesättigt ist. Dazu kommt es vor allem morgens und abends. Gerade im Herbst wird die Luft immer kühler und bildet mit der aufsteigenden Feuchtigkeit aus dem Boden dann den Nebel. Besonders häufig tritt er in der Nähe von Gewässern, Wiesen und Sümpfen auf – denn deren Wasser verdunstet tagsüber durch Sonneneinstrahlung.

Wichtige Nebel-Begriffe

  • Reicht die Sicht von einem bis zu vier Kilometern, handelt es sich um Dunst.
  • Von Nebel allgemein spricht man, wenn die Sichtweite weniger als einen Kilometer beträgt.
  • Bei 500 Meter bis zu einem Kilometer liegt leichter Nebel vor.
  • Mäßiger Nebel bei 200 bis 500 Metern.
  • Starker Nebel herrscht bei Sichtweiten unter 200 Metern.
  • Eine Nebelbank tritt örtlich in einem kleinen, begrenzten Bereich auf.
  • Aufliegende Bewölkung umschreibt in der Luftfahrt eine Wolkenschicht in ansteigendem Gelände, die in höheren Lagen zu Nebel wird.

Sicherheit im Nebel: Fuß vom Gas und mehr Abstand halten

Auf Straßen und Autobahnen kommt es bei Nebel immer wieder zu sehr schweren Unfällen. Sicherheit bedeutet im Nebel vor allem: Fuß vom Gas.

Die Nebelschlussleuchte darf nur angeschaltet werden, wenn die Sicht weniger als 50 Meter beträgt. Ansonsten blendet sie den nachfolgenden Verkehr.

Die nach vorne gerichteten Nebelscheinwerfer dürfen nur benutzt werden, wenn die Sicht "erheblich behindert" ist. Wann das der Fall ist, lässt sich nur im Einzelfall sagen. Im Nebel sind Vorsicht und Verantwortung eines jeden Autofahrers gefragt. Kann auf einer ansonsten eher freien Autobahn der Nebelscheinwerfer schon bei einer Sicht bis 150 Meter eingeschaltet werden, sollte das innerorts nur erfolgen, wenn die Sicht bis zu 70 Meter reicht.

Generell muss man im Nebel auch auf die Geschwindigkeit achten. Beträgt die Sicht weniger als 50 Meter, darf maximal nur 50 km/h gefahren werden. Die Straßenverkehrsordnung ist diesbezüglich sehr streng und so gilt diese Regel auch für Fahrten auf der Autobahn. Aus Gründen der Sicherheit empfehlen wir, ganz vorsichtig und möglichst rechts zu fahren. Leider gibt es immer wieder rücksichtslose Autofahrer, die auch bei dichtem Nebel auf der Autobahn rasen.

Ein weiterer Punkt beeinflusst die Sicherheit wesentlich: Im Nebel nimmt man die eigene Geschwindigkeit verzerrt wahr. Viele Autofahrer haben das Gefühl, langsamer zu fahren, als dies tatsächlich der Fall ist. Daher gilt: Sicheres Fahren im Nebel heißt auch, den Tacho zu jeder Zeit genau im Blick zu behalten. Nasse und rutschige Fahrbahnen begleiten häufig den Nebel. Zur schlechten Sicht kommt dann noch ein längerer Bremsweg hinzu. Verkehrsexperten empfehlen daher einen bis zu dreimal größeren Abstand zum vorwegfahrenden Auto zu halten.

Weitere Tipps: Mit dem Auto sicher durch den Nebel

  • Vermeiden Sie starkes Beschleunigen und abruptes Abbremsen.
  • Verzichten Sie auf Fernlicht. Bei dichtem Nebel blendet es Sie nur, denn die feinen Wassertropfen reflektieren das Licht.
  • Die Sichtverhältnisse können Sie über die Leitpfosten errechnen. Ihr Abstand beträgt in Deutschland 50 Meter.
  • Achten Sie auf die aktuellen Informationen im Verkehrsfunk.
  • Für Nebelfahrten brauchen Sie Ihre volle Konzentration. Legen Sie daher regelmäßige Pausen ein.
  • Lassen Sie beim Parken mindestens das Standlicht brennen, damit andere Autofahrer Sie besser erkennen.
  • Werden die Sichtverhältnisse besser, schalten Sie unbedingt direkt die Nebelscheinwerfer aus.

Tipps, wenn Sie im Nebel als Fußgänger unterwegs sind

  • Tragen Sie möglichst helle Kleidung: Autofahrer erkennen Sie dadurch besser.
  • Reflektierende Elemente erhöhen zusätzlich Ihre Sicherheit im Nebel.
  • Nutzen Sie stets die vorhandenen Fußwege.
  • Überqueren Sie die Straße nur an Ampeln, Zebrastreifen oder gut beleuchteten und einsehbaren Stellen.

Wanderer und Bergsteiger: Orientierungslosigkeit vermeiden

Anders als Fahrzeuge erkennen Fußgänger Hindernisse bei Nebel meist noch rechtzeitig. Für Wanderer und Bergsteiger gefährdet fehlende Sicht jedoch auf andere Weise die Sicherheit, denn im Nebel verliert man leicht die Orientierung und kommt vom Weg ab. Das führt gerade in dünnbesiedelten Regionen wie im Gebirge mitunter zu lebensbedrohlichen Situationen. Besser – stehen bleiben und abwarten. Gefährdet sind auch Wattwanderer, die sich im Nebel verlaufen und Opfer der Flut werden. Ins Watt sollten Sie sich deshalb nur bei absolut unbedenklichen Wetterbedingungen wagen.

Kein Blindflug beim Wintersport

Ein plötzlicher Wetterumschwung ist gerade in den Bergen nicht außergewöhnlich. Gut gewappnet ist als Skifahrer oder Tourengeher, wer einen Pistenplan und eine Karte für den Notfall dabei hat. Kompass und GPS-Gerät sind ebenfalls gute Orientierungshilfen. Vorsorgen kann man zusätzlich durch eine hochwertige Skibrille mit Filter für schlechte Sicht. Auch eine Stirnlampe kann sehr nützlich sein. Ansonsten: langsam und schräg zum Hang fahren, an Hütten eine Pause einlegen. Wird der Nebel bereits im Voraus angekündigt, sollte man Touren unbedingt vermeiden und lieber im Tal bleiben. Denn: Am Berg gibt es keine wirkliche Sicherheit, wenn man im Nebel unterwegs ist.

Nebel legt Flug- und Schiffverkehr lahm

Dem Radar sei Dank: Nebel ist für Langstreckenflugzeuge und große Flughäfen keine ernstere Gefahr. Doch geringe Sichtweiten können dennoch zu Umleitungen und zum zeitweiligen Ausfall des Flugverkehrs führen. Problematisch ist der Nebel hauptsächlich beim Starten und Landen. Kleinere Maschinen, die nach Sichtflugbedingungen fliegen, müssen noch stärker Rücksicht nehmen.

Sicherheit im Nebel ist auch auf dem Wasser ein großes Thema. Besonders gefährdet sind kleine Sportboote. Diese sind im Nebel von großen Schiffen auch durch das Radar nicht gut erkennbar. Deshalb kommt es auf dem Wasser immer wieder zu fatalen Kollisionen.

Sie sehen: Für Ihre Sicherheit im Nebel zählt vor allem, aufmerksam zu sein.

Autor/in

K. Albrecht

Nov. 2014

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