1. Schäden vorbeugen

Land unter bei Hochwasser

Autos versinken im Hochwasser, Menschen flüchten sich vor der Überschwemmung auf Häuserdächer: Die Bilder solcher Hochwasser-Katastrophen sitzen tief. Doch wie entsteht ein Hochwasser? Und was sind die größten Gefahrenquellen bei einer Überschwemmung?

Kleine Überschwemmung, große Folgen

Nicht nur ein Jahrhundert-Hochwasser, auch eine "kleinere" Überschwemmung kann kostspielige Schäden zur Folge haben. Die Kraft des Wassers kann beispielsweise zur Unterspülung von Wegen führen. Die beeinträchtigte Infrastruktur schmälert in diesem Fall die Lebensqualität, während im Wasser mitgeführte Schadstoffe die Gesundheit gefährden.

Hochwasser: Gefahr im Frühling und Sommer am größten

Von Hochwasser spricht man, wenn ein Gewässer für längere Zeit einen bestimmten Wasserstand erreicht oder überschritten hat. Dazu führen bestimmte Witterungsverhältnisse, die zum normalen Jahreskreislauf gehören: hauptsächlich sommerlicher Starkregen und die Schneeschmelze im Frühling. Zu Hochwasser und einer Überschwemmung kann es in Deutschland sowohl im Binnenland als auch an der Nord- und Ostseeküste kommen. Gefährlich kann es in der Nähe von Gewässern, aber auch an Berg- und Hanglagen werden.

Starkregen sorgt für Überschwemmung

Extreme Niederschläge mit gravierenden Auswirkungen wie einer Überschwemmung entstehen beispielsweise durch Starkregen. Im Sommer tritt dieser besonders in Kombination mit Gewittern auf. Die Intensität des Niederschlags ist groß, dafür dauert er meist nur kurz an und ist räumlich begrenzt. Der Wasserstand von Flüssen und Bächen steigt schnell an – tritt das Wasser über die Ufer, entsteht eine Überschwemmung. Da Starkregen oft nicht rechtzeitig vorhergesagt werden kann, bleibt selten Zeit für Schutzmaßnahmen.

Verursachen lang anhaltende Niederschläge oder die Schneeschmelze im Frühling Hochwasser an größeren Flussläufen, können Vorkehrungen getroffen werden. Dann handelt es sich um einen länger andauernden Prozess, der den Betroffenen oft genügend Zeit zur Reaktion gibt.

Kanalwasser tritt aus der Toilette aus

Eine weitere unangenehme Folge von Hochwasser ist der Rückstau durch überlastete Abwasserkanäle. Über die Hausanschlussleitung, Gullys, Waschbecken und Toiletten fließt das Wasser dann in das Haus – mit erheblichen Schäden muss gerechnet werden. Schutz davor bieten Rückstausicherungen. Diese sind zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber gerade bei älteren Häusern längst nicht überall eingebaut.

Werden Nahrungsmittel nass, die beispielsweise in einem überfluteten Keller gelagert wurden, sollte man diese vernichten. Denn das eindringende Wasser kann Bakterien und Schadstoffe enthalten. Auch das Grundwasser ist dann häufig verseucht, so dass bei Hochwasser und Überschwemmung zusätzlich die Trinkwasserversorgung gefährdet sein kann.

Überschwemmung gefährlich für Autofahrer

Bei Hochwasser und Überschwemmung kann es auf den Straßen zu uneinschätzbaren Situationen kommen. Der Fahrer verliert schnell die Kontrolle über sein Auto, weil die Strömung ein Fahren unmöglich macht, Straßenbeläge unterspült bzw. diese vollständig weggerissen wurden sowie durch großes, teilweise unsichtbares Treibgut Unfälle entstehen. Am besten verzichtet man daher in solchen Unwettersituationen auf Autofahrten.

Zusatzversicherung schmälert Hochwasser-Kosten

Kellerräume laufen bei Hochwasser besonders schnell voll. Heizöltanks in Kellern können aufschwimmen und undicht werden, sodass Öl ausläuft und sich mit dem Wasser im Haus und auf dem Grundstück verteilt. Die Sanierungskosten können bei solchen Schäden sehr hoch ausfallen.

  • Die Beseitigung von Schäden an versicherten Gebäuden ist durch die zusätzliche Deckung der Elementarschäden in der Gebäudeversicherung abgedeckt.
  • Die Hausratversicherung mit Zusatzdeckung gilt für Schäden an Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten, Kleidung oder Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln. Davon ausgenommen sind Anwohner in ausgewiesenen Hochwassergebieten ohne individuelle Schutzvorkehrungen.

Über die potenzielle Gefährdung einzelner Orte informieren die Versicherungen selbst oder im akuten Ereignisfall die Hochwasserzentralen der einzelnen Bundesländer.
Ab 2014 werden sogenannte Hochwassergefahrenkarten, die von den Bundesländern für fest definierte Gewässerverläufe zurzeit erstellt werden, veröffentlicht. Diese werden Auskunft über die Überschwemmungsflächen bei bestimmten Jährlichkeiten und die dabei zu erwartenden Wassertiefen geben.

Autor/in

K. Albrecht

Sep. 2013

Produkte zu diesem Ratgeber Plus Artikel

Weitere Ratgeber Plus Artikel