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  2. Schäden vorbeugen

Wichtig für die Sicherheit: Der richtige Reifendruck

Vom richtigen Druck hängt sowohl die Sicherheit, als auch die Lebensdauer von Reifen ab.

Ist der Reifendruck zu niedrig, kann das Folgen haben:

  • Der Reifen erhitzt sich und kann vorzeitig verschleißen, weil das Gummi brüchig und spröde wird. Schon 0,4 Bar weniger Reifendruck verringern die Lebensdauer um rund 30%, bei 0,6 Bar sind es sogar schon 45%.
  • Der Reifen kann, von außen nicht sichtbar, innen geschädigt werden was zu Unfällen (zum Beispiel verursacht durch Reifenplatzer) führen kann.
  • Der Rollwiderstand steigt an und damit der Kraftstoffverbrauch: Bei nur 0,2 Bar Minderdruck macht das einen Mehrverbrauch von 1% aus, bei 0,6 Bar bereits 4%.

Ausgelöst wird ein zu niedriger Reifendruck oft durch schleichenden Druckverlust, manchmal nur wenige Hundertstel Bar im Monat, aber diese addieren sich im Laufe der Zeit. Deshalb sollte bei jedem Tankstopp die Luft geprüft und gegebenenfalls aufgefüllt werden. Die Höhe des richtigen Reifendrucks können Sie der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs oder Hinweisschildern im PKW entnehmen, die oft am Tankdeckel oder am Rahmen der Tür angebracht sind.

Messen Sie den Luftdruck immer bei kalten Reifen, da sich die erwärmte Luft ausdehnt und einen höheren Druck anzeigt. Ist der Reifen erwärmt, dann sollte der Reifendruck 0,3 Bar über dem angegebenen Wert liegen. Grundsätzlich kann der Reifendruck ruhig 0,2 Bar über dem angegebenen Wert liegen. Auf jeden Fall sollte der Reifendruck um 0,2 Bar höher liegen als angegeben bei

  • längeren Fahrten auf Autobahnen,
  • bei beladenen Fahrzeugen, wie bei Urlaubsfahrten.

Für beladene Fahrzeuge wird in der Regel aber auch der korrekte Reifendruck im Serviceheft oder dem Hinweisschild am Fahrzeug durch entsprechende Symbolik angezeigt.

Auch Winterreifen sollten 0,2, Bar über dem angegebenen Wert aufgefüllt werden, da sie in der Regel in der wärmeren Werkstatt oder Garage aufgezogen werden und dann in der Kälte noch etwas Druck verlieren.

Bei ca. 40 % aller Verkehrsunfälle wird ein zu geringer Reifendruck festgestellt.

Gasfüllung bei Reifen

Es wird viel über das Für und Wider von Gas gefüllten Reifen diskutiert. Der Reifen wird anstatt mit Luft mit Stickstoff aufgepumpt. Stickstoff ist ein nicht brennbares Gas, welches schon seit längerer Zeit für die Reifenfüllung von Flugzeugen und Formel-1-Wagen eingesetzt wird. Viele Reifenhändler raten zur Stickstofffüllung von Reifen mit der Begründung, dass sich Stickstoff bei höheren Geschwindigkeiten und längeren Fahrten nicht so stark erhitzt wie Luft. Dadurch verringere sich die Gefahr eines Reifenplatzers. Außerdem hat Stickstoff größere Moleküle als Luft und könne dadurch nicht so schnell durch den Reifen entweichen. Die Reifen müssten nicht mehr so häufig überprüft werden. Sollte es dennoch zu einem Druckverlust kommen, könne der Reifen jederzeit und in jedem Verhältnis mit Luft oder Stickstoff aufgefüllt werden.

Eine regelmäßige Kontrolle des Reifendruckes darf durch eine Gasfüllung auf keinen Fall entfallen.

Es gibt aber auch Autofahrer, die die Gasfüllung von Reifen für unsinnig halten. Sie argumentieren damit, dass unsere Luft sowieso zu 78% aus Stickstoff besteht, der Unterschied demnach gar nicht so groß sei. Auch bei einer Stickstofffüllung müsse der Reifendruck regelmäßig kontrolliert werden und nach füllen könne man den Reifen an der Tankstelle nur mit Luft, wodurch der Stickstoffanteil wieder geringer würde.

Eine Untersuchung eines großen Reifenherstellers hat gezeigt, dass die Füllung eines Reifens mit Stickstoff zu einem etwas langsameren Druckverlust führen kann. Dieser ist jedoch vernachlässigbar gering, so dass auf keinen Fall eine regelmäßige Kontrolle des Reifendruckes durch eine Gasfüllung verringert oder gar entfallen kann. Es bleibt unterm Strich anzuraten auf eine teure Stickstofffüllung zu verzichten, da sie keinerlei nennenswerten Vorteil für den Normalverbraucher bietet. Auch der ADAC schließt sich dieser Meinung an.

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Autor/in

Eva Blumenfeld

Juli 2016

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