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Kindererziehungs­zeit und Rente: Das sind Ihre Ansprüche

Vor ein paar Jahren wurden die Neuerungen in der Kindererziehungszeit noch salopp als Mütterrente bezeichnet. Doch die Anrechnung der Kindererziehung auf die Rentenzeit ist auch für Männer attraktiv – und bietet die wichtige Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen. Hier finden Sie auf einen Blick, was es zu beachten gibt.

Das bedeutet Kindererziehungszeit

Wird ein Kind geboren, erkennt die Deutsche Rentenversicherung die Zeiten für dessen Erziehung in einem gewissen Umfang als Beitragszeiten und Wartezeiten für die spätere gesetzliche Rente an.

Die Erziehungszeit von drei Jahren für nach 1991 geborene Kinder beginnt mit dem Monat nach der Geburt des Kindes. Sind mehrere Kinder im Haus, verlängert sie sich genau um den Zeitraum, in dem die Kinder gleichzeitig erzogen werden. Das gilt beispielsweise, wenn während der Erziehungszeit das zweite Kind geboren wird oder bei Mehrlingsgeburten.

Während der Erziehungszeit zahlt der Bund die Rentenbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung.

Kindererziehungszeit – ein Rechenbeispiel

  • Geburtsdatum der Kinder: Alexander, geboren am 12.7.2010; Lara, geboren am 15.05.2012
  • Kindererziehungszeiten: Für Alexander vom 01.08.2010 bis 31.7.2013; für Lara vom 01.06.2012 bis 31.05.2015
  • Verlängerungszeit: 01.06.2015 bis 31.07.2016

Für jedes Kind werden 36 Monate Kindererziehungszeit angerechnet. Werden jedoch mehrere Kinder innerhalb von drei Jahren geboren, wird der Zeitraum der Überschneidung an die Kindererziehungszeit des letzten Kindes angefügt – in diesem Fall 14 Monate.

Babyboom: 792.131 Kinder wurden 2016 geboren.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand März 2018

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Erhöhung der mtl. Bruttorente pro Jahr der Kinder­erziehungszeit: 31,03 Euro (West)

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Stand September 2017

Kindererziehungszeit erhöht die Rente

Wer für die Kindererziehung zuhause bleibt, darf nicht benachteiligt werden. Deshalb bringt Kindererziehungszeit für jedes Kind Entgeltpunkte auf das Rentenkonto – so als hätte man in dieser Zeit weiter gearbeitet. Als gemeinsame Basis für alle Mütter und Väter gilt: Bewertet wird die Erziehungszeit anhand des Durchschnittsverdienstes aller gesetzlich Versicherten in Deutschland in dem jeweiligen Jahr. Hiervon abgeleitet wird dem Rentenkonto für jedes anrechenbare Jahr der Erziehung ein Entgeltpunkt gutgeschrieben – das steigert die spätere Rente.

Wieso eigentlich „Mütterrente“?

Die Mütterrente ist keine eigene Rentenart, sondern vielmehr ein Relikt aus dem Bundestagswahlkampf 2013. Hier spielte die gesetzliche Neuregelung der Kindererziehungszeit eine wichtige Rolle – die so genannte Mütterrente wurde schnell zum geläufigen Begriff. Mit Mütterrente ist eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Für jedes vor 1992 geborene Kind werden inzwischen zwei Jahre Kindererziehungszeit auf dem Rentenkonto angerechnet – vorher wurde nur ein Jahr angerechnet.

Das hat sich seit 2014 geändert

Wer bereits Rente bezieht, erhält pauschal einen weiteren Entgeltpunkt für jedes Kind. Das heißt, die Rente erhöht sich um den Gegenwert eines Rentenpunktes. Die Rentner brauchen das nicht gesondert beantragen: Die Kindererziehungszeiten sind bereits angerechnet.

Wer noch nicht in Rente gegangen ist, muss den Anspruch auf Mütterrente erst von der Rentenversicherung prüfen lassen.

Spürbare Auswirkungen

Seit Einführung der Mütterrente im Jahr 2014 sind nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung die Rentenansprüche von Frauen um 12 Prozent gestiegen.

Seit 2014 wird rund 9,5 Millionen Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern bei der Rente ein zusätzliches Jahr Erziehungszeit angerechnet.

Wer bekommt die Kindererziehungszeiten angerechnet?

Nur ein Elternteil kann sich die Erziehungszeit anrechnen lassen: nämlich die Person, die hauptsächlich für die Erziehung zuständig ist. Das können neben den leiblichen Eltern unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise auch Verwandte, Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern sein. Ausnahme in Sachen Anrechnung der Erziehungszeit: Ihnen werden keine Kindererziehungszeiten angerechnet, wenn Sie während der Kindererziehung bereits eine Altersvollrente beziehen.

Die Erziehungszeit kann auf den Vater übertragen werden

Erziehen Mutter und Vater ihren Nachwuchs gemeinsam, fällt der Anspruch auf Erziehungszeit automatisch der Mutter zu. Möchten die Eltern dies anders verteilen, ist das möglich. Allerdings gelten zwei Voraussetzungen:

  • Beide Elternteile müssen dies gegenüber der Rentenversicherung übereinstimmend erklären.
  • Die Erklärung muss für die Zukunft gelten. Rückwirkend können Eltern lediglich für höchstens zwei Monate den Anspruch anders verteilen.

Übrigens ...

... auch Lebenspartner aus eingetragenen Lebenspartnerschaften können profitieren. Hier ist jeder Fall anders zu bewerten – informieren Sie sich daher über die Besonderheiten direkt bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

1,64 Millionen Mütter und Väter haben 2016 Elterngeld erhalten

In Deutschland haben im Jahr 2016 77,8 Prozent der Mütter (1,28 Mio.) und 22,2 Prozent der Väter Elterngeld bezogen.

Den höchsten Väteranteil gab es in Sachsen (26,5 Prozent), den niedrigsten im Saarland (17 Prozent).

Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 2017

Anteil der erwerbs­tätigen Mütter in Deutsch­land: 74 Prozent in 2016

Wickeltisch statt Roter Teppich

Ob Megastars wie David Beckham, Dirk Nowitzki oder nationale Musikgrößen wie Sido: Auch bei den männlichen Prominenten geht der Trend eindeutig zur Erziehungszeit. Das erste Lachen des Kindes, die ersten wackeligen Schritte oder sogar Worte – auch die berühmten Väter möchten ihren Kleinen in den ersten Jahren ganz nah sein. Mit gutem Beispiel gehen sie voran und sind damit ein Vorbild für Millionen andere Männer – auch wenn sie dafür das ein oder andere berufliche Angebot absagen müssen.

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Kindererziehungszeit: Schon gewusst?

Kindererziehungszeit erhöht nicht automatisch die Rente

Erziehungszeiten werden dem Rentenkonto nur gutgeschrieben, wenn dies auch beantragt wird. Dafür legen Eltern der Deutschen Rentenversicherung eine Erklärung im so genannten Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten sowie die Geburtsurkunde des Kindes vor. Den entsprechenden Antrag bietet die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Internetseite zum Download an. Eine bestimmte Frist gibt es dafür nicht – spätestens also mit dem Stellen des Rentenantrags. Eine kleine Erinnerungshilfe gibt es schon früher: Ab dem 43. Lebensjahr erhalten Versicherte Informationsschreiben von der Rentenversicherung. Darin fragt der Rentenversicherungsträger unter anderem nach, ob Kindererziehungszeiten angefallen sind.

Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten

Arbeiten + Kindererziehungszeit = zusätzliche Rentenansprüche

Wer in der Erziehungszeit auch rentenversicherungspflichtig arbeitet, erwirbt zusätzliche Rentenansprüche. „Kindererziehungszeit und Erwerbseinkommen“ können allerdings nur bis zu der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze pro Jahr auf die Rente angerechnet werden. 2018 liegt die Grenze bei 78.000 Euro (alte Bundesländer) bzw. 69.600 Euro (neue Bundesländer) jährlich.

Rente hängt auch von der Berücksichtigungszeit ab

Die Deutsche Rentenversicherung wertet die ersten zehn Jahre nach Geburt eines Kindes als Berücksichtigungszeit. Das bedeutet: Dieser Zeitraum wirkt sich auf die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) aus.

Die so genannte Kinderberücksichtigungszeit wirkt sich bei demjenigen Elternteil aus, der das Kind überwiegend erzogen hat. Aber es gibt keine Verlängerung, wenn in diesem Zeitraum weitere Kinder zur Welt kommen.

Ein Beispiel: Bekommt ein Ehepaar im Abstand von drei Jahren zwei Kinder, beträgt die Berücksichtigungszeit insgesamt 13 Jahre – von der Geburt des ältesten Kindes bis das jüngste Kind das zehnte Lebensjahr vollendet hat.

Berücksichtigungszeit kann die Rente aufstocken

Die Berücksichtigungszeiten ab 1992 wirken sich unter Umständen direkt auf die Höhe der Rente aus.

Ein Beispiel: Eine Mutter hat vom vierten bis zum zehnten Lebensjahr ihres Kindes neben der Erziehung gearbeitet. Sie hat dabei aber ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Hat sie mindestens 25 so genannte rentenrechtliche Zeiten auf ihrem Rentenkonto angesammelt, bekommt sie einen Ausgleich für das niedrige Einkommen. Für die Zeit zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr des Kindes werden die Rentenbeiträge um 50 Prozent auf maximal 100 Prozent des Durchschnittseinkommens aufgewertet. Frauen, die von dieser Regelung profitieren, bekommen so im Höchstfall einen Entgeltpunkt pro Jahr für ihre spätere Rente gutgeschrieben.

Mütterrente wird auf Grundsicherung angerechnet

Reicht die Rente für den Lebensunterhalt nicht aus und Sie haben Anspruch auf Grundsicherung, wird die in der Rente enthaltene Kindererziehungszeit auf die Grundsicherung angerechnet. Konkret bedeutet dies, dass die „Mütterrente“ mit etwaigen Sozialleistungen verrechnet wird.

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Mehr Infos zur Kindererziehungszeit, Berücksichtigungszeit und Rente

Informationen zu Kindererziehung und Rente stellt die Deutsche Rentenversicherung unter anderem in diesen Artikeln bereit.

So erhöht die Kindererziehung die Rente
Alles über die Kindererziehung
Broschüre „Die empirischen Auswirkungen der Mütterrente“

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert ebenfalls zum Thema Mütterrente.

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Autor/in

S. Nies

Apr. 2018

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