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Medikamente auf Reisen: die wichtigsten Infos für Urlauber

Chronische Krankheiten kennen keine Ferienzeit: Viele Menschen müssen ihre Medikamente auf Reisen genauso regelmäßig einnehmen wie zu Hause. Doch nicht alle Arzneimittel können ohne Probleme in jedes Land eingeführt werden. Hier lesen Sie wichtige Tipps für Reisende mit Medikamenten.

Medikamente: auf Reisen ausreichenden Vorrat einpacken

Egal ob Urlaub oder Geschäftsreise - wer beispielsweise unter Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma leidet, muss seine Medikamente stets im Gepäck haben.

  • Am sichersten ist die Verwahrung im Handgepäck: Dort sind die Medikamente immer griffbereit und kommen nicht so schnell abhanden. Denn die Koffer können verloren gehen oder versehentlich an einem anderen Flughafen landen.
  • Medikamente auf Reisen können Sie auch auf unterschiedliche Gepäckstücke und an Mitreisende verteilen. Ratsam ist es generell, mehr als die benötigte Menge mitzuführen. Gerade in der Hauptreisezeit können sich die Flüge verzögern.

Attest verhindert Ärger mit dem Zoll

Bei bestimmten Medikamenten kann es auf Reisen zu Schwierigkeiten mit dem Zoll oder den Sicherheitsbeamten kommen. Das gilt zum Beispiel bei Spritzen. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, nehmen Sie eine mehrsprachige Bestätigung des Hausarztes mit. Der Mediziner bescheinigt Ihnen per Unterschrift und Stempel die Notwendigkeit der mitgeführten Präparate. Lassen Sie sich von ihm die Medikamente am besten alle genau auflisten - auch mit Stückzahl.

Medikamente auf Reisen: starke Schmerzmittel besonders problematisch

Gerade bei Fernreisen müssen Patienten regionale Besonderheiten beachten. Für manche Länder brauchen Urlauber nämlich eine spezielle Genehmigung, um bestimmte Medikamente einzuführen. Dies gilt beispielsweise für die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur. In diesen Ländern gelten besonders strenge Regeln für Schmerz- und Beruhigungsmittel. Aktuelle Informationen in Bezug auf Medikamente auf Reisen stellt das Auswärtige Amt bereit.

Wirkstoffe der Medikamente kennen

Auch wenn es eng wird im Gepäck, bei einem Urlaub im Ausland gilt: Medikamente auf Reisen sollten nicht zu knapp eingeplant werden. Ihre Reserven sollten länger reichen als nur für die geplante Urlaubszeit. Denn nicht in jedem Land ist die medizinische Versorgung vergleichbar mit der in Deutschland. Manches Medikament ist dort vielleicht nur mit viel Aufwand oder gar nicht erhältlich.

Es kann außerdem vorkommen, dass Medikamente am Urlaubsort unter anderem Namen verkauft werden. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollten Reisende für den Notfall den betreffenden Wirkstoff kennen. Die Originalverpackung und der Beipackzettel geben dazu ebenfalls wichtige Auskünfte. Sie dürfen im Urlaubsgepäck nicht fehlen. Tipp: Notieren Sie sich die lateinische Bezeichnung der eigenen Krankheit. Die verstehen Mediziner im Zweifel am besten. Dazu informieren Hausarzt und Apotheker vor Reiseantritt.

Vorsicht bei "Schnäppchen"

Mancher Urlauber hofft darauf, Medikamente im Ausland günstiger zu bekommen. Doch Angebote auf Märkten oder in Geschäften sollte man unbedingt meiden: Hier besteht die Gefahr, auf eine Fälschung hereinzufallen. Die Arznei-Imitate enthalten dann entweder eine falsche Dosierung, gar keine Wirkstoffe oder sogar giftige Inhaltsstoffe. Besser ist: Medikamente nie lose und nur mit Beipackzettel in ausgewiesenen Apotheken kaufen.

Bei Medikamenten auf Reisen spielt das Klima eine Rolle

Medikamente auf Reisen müssen gut gelagert werden, vor allem bei extremen Klimaverhältnissen. Viele Wirkstoffe, wie Insulin, reagieren empfindlich auf zu starke Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und zu viel UV-Licht. Für Medikamente auf Reisen gilt:

  • Reisende sollten daher an isolierte Behälter denken.
  • Ideal für die Medikamente auf Reisen ist ein möglichst dunkler, trockener und kühler Aufbewahrungsort.
  • Dazu kommt, dass sich ein ungewohntes Klima ebenso auf den Körper auswirken kann. Sprechen Sie daher mit Ihrem behandelnden Arzt. Klären Sie mit ihm, ob die Dosis der Medikamente angepasst werden muss.

Tipps zum Einnehmen der Medikamente auf Reisen:

  • Bei langen Flugreisen müssen Urlauber nicht nur den Jetlag einplanen: Mit dem Arzt sollten Sie im Voraus besprechen, welche Auswirkungen die Zeitverschiebung auf die Einnahme der Medikamente hat. Die genauen Zeiten am besten gleich notieren.
  • Je nach Urlaubsland ist es wegen der Belastung durch Keime nicht empfehlenswert, die Medikamente mit Leitungswasser einzunehmen. Mineralwasser ist im Zweifelsfall die bessere Lösung.
  • Nicht für jeden ist ein ausgedehntes Sonnenbad das Richtige. Die Einnahme bestimmter Medikamente in Kombination mit starker Sonneneinwirkung führt manchmal zu Hautirritationen. Hausarzt und Beipackzettel informieren Sie über die Nebenwirkungen Ihrer Arzneien.


Autor/in

Eva Blumenfeld

Juli 2015

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