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Unfälle vermeiden: Tipps für sicheres Heimwerken

Fast jeder zweite Deutsche ist in seiner Freizeit als Heimwerker tätig. Auf eigene Faust hämmern, schleifen, malern spart Geld und ist für viele ein befriedigendes Hobby. Doch das Werkeln in den eigenen vier Wänden birgt auch ein erhöhtes Unfallrisiko. Dabei gibt es einfache Tricks für sicheres Arbeiten im eigenen Heim.

Hobbyheimwerker leben gefährlich

Oft soll es schnell gehen und Kosten sparen – oder auf die Schnelle ist kein geeigneter Handwerker aufzutreiben: Für viele Menschen ist Heimwerken eine praktikable Alternative zu professionellen Handwerkerarbeiten. Das eigene Heim mit den eigenen Händen zu verschönern, kann zudem sehr erfüllend sein. Doch auch der geschickteste Hobbybastler wird in der gewohnten Umgebung zu Hause schnell unvorsichtig.

Zu den häufigsten Unfallursachen beim Heimwerken zählen die unsachgemäße Nutzung von Maschinen und Werkzeugen oder der Verzicht auf das Tragen von Schutzkleidung. Die Unfallgefahr erhöht sich durch unkonzentriertes Arbeiten oder Selbstüberschätzung.

Hohe Unfallquoten in Haus und Wohnung

Beim Heimwerken ereignen sich pro Jahr in Deutschland rund 300.000 Unfälle (Deutsches Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V., DSH). Dabei existiert eine hohe Dunkelziffer, denn nicht alle Unfälle oder Verletzungen, die beim heimischen Handwerken geschehen, werden auch als solche erfasst.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen im Jahr 2016 rund 10.000 Menschen bei Unfällen in der Wohnung oder im Haus ums Leben. Die Zahl der tödlichen Haushaltsunfälle ist damit fast dreimal so hoch wie die der Verkehrstoten.

Der Großteil der Unfälle passiert in der Freizeit

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Absicherung bei Unfällen im Haushalt

Bei Unfällen im Haushalt oder in der Freizeit kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht auf. Damit zu den Folgen eines Unfalls nicht auch noch finanzielle Belastungen hinzukommen, können Sie sich und Ihre Lieben mit einer Unfallversicherung der R+V absichern. So können Sie Ihr Leben unbeschwert genießen und Ihr Heim sorglos verschönern.

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So vermeiden Sie Unfälle beim Heimwerken – unsere Tipps

Auf der Leiter: Sorgen Sie für einen sicheren und stabilen Stand

Wer bei der Montage eben mal schnell auf den Stuhl klettert, riskiert einen Sturz und damit Prellungen, Zerrungen oder im schlimmeren Fall Knochenbrüche. Herumliegende Kabel oder Gerätschaften sind außerdem tückische Stolperfallen. So vermeiden Sie Stürze beim Heimwerken:

  • Nutzen Sie sicherheitsgeprüfte Leitern und Tritte. Befestigen Sie Sicherheitshaken und Scharniere an den vorgesehenen Stellen.
  • Halten Sie sich an der Leiter stets mit einer Hand fest und stehen Sie mit beiden Füßen auf derselben Sprosse. Lehnen Sie sich auf der Leiter nicht zu weit zur Seite, sondern verrücken Sie diese besser.
  • Führen Sie Kabel nicht über die Standfläche, sondern seitlich am Tritt oder der Leiter entlang. Verstauen Sie Werkzeug in dafür vorgesehenen Taschen oder Behältern.

Maschinen: Machen Sie sich mit der korrekten Bedienung vertraut

Viele Heimwerker leihen sich leistungsstarke Maschinen in Baumärkten oder speziellen Verleihzentren aus. So müssen sie Geräte, die sie nur selten benutzen, nicht selbst kaufen. Aber gerade bei unerfahrenen Bastlern kann das gefährlich werden. Unsere Tipps:

  • Lesen Sie vor der Benutzung von Schleifmaschine, Tischkreissäge & Co. die Bedienungsanleitung aufmerksam. Machen Sie sich mit der Handhabung der Maschine vertraut und testen Sie diese gegebenenfalls vorher.
  • Prüfen Sie vor jedem Einsatz, ob das Gerät intakt ist. Unternehmen Sie keine Reparaturen auf eigene Faust, sondern lassen Sie das besser den Fachmann machen.
  • Legen Sie das Gerät erst nach völligem Stillstand der Maschine bzw. des Rotors aus der Hand.

Pflegen Sie Ihr Werkzeug

Eine solide Grundausstattung an Werkzeugen gehört in jeden Heimwerker-Haushalt. Dabei kommt es vor allem auf die Qualität von Säge, Zange und Akkubohrer an. Stumpfes oder fehlerhaftes Werkzeug wird außerdem schnell zur Verletzungsgefahr. Darauf gilt es besonders zu achten:

  • Kaufen Sie qualitativ hochwertiges Werkzeug, das Sie beim Hersteller im Bedarfsfall noch lange reklamieren können. Plagiierte Geräte sind oft funktional mangelhaft.
  • Abgenutztes Werkzeug oder unscharfe Klingen sollten ausgetauscht bzw. nachgeschliffen werden.
  • Scharfe Messer und spitze Werkzeuge müssen gut in der Hand liegen, etwa einen gummierten Griff besitzen. Achten Sie auf einen vorsichtigen und bedachten Umgang mit Werkzeug – Abrutschgefahr!
  • Benutzen Sie Werkzeuge nur für den vorgesehenen Zweck – „eine Zange ist kein Hammer“ (DSH)

Tragen Sie angemessene Schutzkleidung

Je nachdem welche Arbeit Sie verrichten wollen, sollten Sie sich mit der passenden Schutzausrüstung vertraut machen. Wichtig ist beispielsweise, dass Ihre Arbeitskleidung nicht zu locker sitzt und somit nicht von einer Maschine erfasst werden kann. Wesentlich ist folgende Ausstattung:

  • Schutzhandschuhe: Tragen Sie spezielle, qualitätsgeprüfte Handschuhe, die je nach Arbeitszweck entsprechend stich-, schnitt- oder reißfest sind. Lederhandschuhe sind etwa im Umgang mit Feuer sinnvoll, wie beim Schweißen. Für Arbeiten mit Baustoffen, wie Mörtel oder Zement, eignen sich diese allerdings nicht, da sie die aggressive Lauge durchlassen – Schutz bieten hier beschichtete Baumwollhandschuhe.
  • Schutzbrille: Tragen Sie beim Sägen oder bei Abrissarbeiten eine Schutzbrille, damit Ihren Augen vor herumfliegenden Splittern und Spänen geschützt sind. Diese sollte dicht anliegen und das Auge auch vor dem seitlichen Eindringen von Fremdkörpern schützen.
  • Helm: Tragen Sie einen Helm bei Arbeiten, bei denen Ihnen Bauteile auf den Kopf fallen könnten.
  • Atemschutz: Nutzen Sie Schutzmasken für Nase und Mund, um Staub oder entstandene Dämpfe nicht einzuatmen. Die unterschiedlichen Filterstärken, die für den jeweiligen Anwendungsbereich erforderlich sind, können Sie der Verpackung entnehmen.
  • Gehörschutz: Verwenden Sie Ohrenstöpsel oder spezielle Ohrenschützer („Micky-Mäuse“) zur Geräuschdämmung, insbesondere bei der Nutzung von motorisierten Geräten. Hierzu zählen vor allem Motorsägen und Schleifmaschinen.

Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt auf der Heimbaustelle

Leben kleine Kinder im Haushalt, gilt beim Heimwerken besondere Vorsicht. Bitte bedenken Sie immer:

  • Spitze, scharfe Werkzeuge gehören nicht in Kinderhände.
  • Lassen Sie Ihre Kinder niemals mit elektrischen Geräten und Werkzeugen allein. Diese sollten nach Benutzung direkt vom Strom genommen werden. Achten Sie auch auf herumliegende und herabhängende Kabel.
  • Sorgen Sie dafür, dass keine schweren Gerätschaften umstürzen oder herabfallen können.
  • Verschließen Sie Behälter mit Farbe, Lauge oder Chemikalien nach Benutzung und bewahren Sie diese an einem für Kinder unzugänglichen Ort auf.
  • Übrigens: Der KinderRundumschutz der R+V bietet eine umfassende Absicherung für Ihr Kind, Patenkind oder für Enkel. Er kombiniert finanzielle Vorsorge und Gesundheitsschutz mit einem passenden Unfallschutz und ist darum eine echte „Rundum-sorglos-Lösung“ für Familien. Damit sie auch gemeinsam unbeschwert heimwerken können! Gerne stehen Ihnen unsere Ansprechpartner vor Ort mit weiteren Informationen zur Verfügung.

Checkliste: Sicher Heimwerken – Unfällen vorbeugen

  • Arbeiten Sie stets aufmerksam und konzentriert, legen Sie regelmäßig Pausen ein.
  • Nutzen Sie Qualitätswerkzeug und machen Sie sich mit der korrekten Bedienung vertraut.
  • Tragen Sie passende Schutzkleidung: Helm, Schutzhandschuhe, Atemschutz, Gehörschutz, Schutzbrille.
  • Sorgen Sie stets für einen sicheren Stand und stabilen Tritt.
  • Lassen Sie Kinder niemals allein mit Werkzeugen und Baumaterialien.

Detaillierte Informationen zum sicheren Arbeiten im eigenen Heim bietet die Broschüre „Unfallfrei Heimwerken“ des Deutschen Kuratoriums für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V.

Unfallfrei heimwerken – Sicher basteln

Umfassender Unfallschutz

Zum Glück kommt man meist mit einem blauen Auge davon. Aber schnell kann das Schicksal jeden treffen.

Eine private Unfallversicherung ist deshalb unerlässlich, um sich vor den finanziellen Folgen bei einem Unfall zu Hause und in der Freizeit zu schützen.

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Autor/in

J. Einspänner-Pflock

Juli 2019

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