1. Schäden vorbeugen

Einbruchgefahr im Mehrfamilienhaus: Nachbarschafts­hilfe zählt

Nachbarschaftshilfe ist in Mehrfamilienhäusern besonders wichtig. Viele Einbrecher suchen sich nämlich bewusst größere Wohnanlagen aus, in der Hoffnung, dass die Bewohner wenig auf die Geschehnisse im Haus achten. Einbruchgefahr durch fehlende Nachbarschaftshilfe: Wir sagen Ihnen, warum Sie vorsichtig und hilfsbereit sein sollten.

Wie gelangen die Täter ins Haus?

Fehlen Nachbarschaftshilfe und Aufmerksamkeit von Passanten, bleiben Einbrecher meist unentdeckt. Durch ungesicherte und gekippte Fenster dringen sie blitzschnell in Wohnungen ein. Besonders groß ist die Einbruchgefahr im Erdgeschoss und dem Souterrain: Denn die Fenster in höher gelegenen Etagen sind für Einbrecher oft schlechter zu erreichen. Es sei denn, es gibt Klettermöglichkeiten wie beispielsweise Balkone oder Pflanzenranken. Liegen die Fenster außer Reichweite, müssen die Täter zuerst die Eingangstür der Wohnanlage passieren – um schließlich zu den einzelnen Wohnungen zu gelangen.

Leichtes Spiel ohne Nachbarschaftshilfe

Manche Täter haben "Glück": Zum Beispiel, wenn im Mehrfamilienhaus die Haustür sperrangelweit offen steht. Andere warten einfach ab, bis ein Bewohner das Haus verlässt. Bevor die Tür ins Schloss fällt, schlüpfen sie mit einem gemurmelten Gruß hinein. Weiteres Einbruchrisiko: Die Gauner klingeln bei Bewohnern und verschaffen sich mit unterschiedlichen Tricks Zutritt. Nicht jeder kennt seine Nachbarn im Haus. Gibt es keine Nachbarschaftshilfe, werden Unbekannte schnell eingelassen, ohne dass man sich weiter um deren Verbleib kümmert.

Die miesen Tricks der Täter

"Ich stelle es einfach vor die Wohnungstür." Ein beliebter Trick ist, sich an der Gegensprechanlage als Paketzusteller auszugeben, der für einen anderen Bewohner eine Lieferung hat. Andere Zusteller wie Blumenlieferanten werden ebenfalls oft ohne Nachfrage eingelassen. Auch die Verteilung von Werbematerial genügt häufig, um ins Haus gelassen zu werden.

Weitere Maschen finden Sie unter:

Achtung Trickdiebe: Das sind ihre Maschen

Wirksame Nachbarschaftshilfe senkt das Einbruchrisiko

Aufmerksamkeit und Nachbarschaftshilfe verringern das Einbruchrisiko – besonders im Mehrfamilienhaus. Das können Sie tun:

  • Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Nachbarn.
  • Helfen Sie sich gegenseitig, zum Beispiel wenn ein Nachbar länger abwesend ist. Achten Sie in dieser Zeit besonders auf seine Wohnung. Sie sollte bewohnt erscheinen (Briefkasten leeren, Rollläden hoch- und runterlassen, etc.).
  • Tauschen Sie Rufnummern aus, damit Sie sich im Notfall erreichen können.

Gefahr durch Nichtbeachten von Fremden

"Hier gehen so viele Menschen ein und aus ..." Im Sinne der Nachbarschaftshilfe und für die eigene Sicherheit kann es fatal sein, im Mehrfamilienhaus verdächtige Fremde nicht anzusprechen. Die Einbruchgefahr kann jeder senken, der Unbekannte freundlich aber direkt nach ihrer Absicht fragt. Bei Verdachtsfällen umgehend die Polizei informieren. Klingelt es an der Tür: erst mit der Gegensprechanlage prüfen, wer ins Haus will. Um wirklich sicher zu sein, sollte man jedoch nur diejenigen Personen hereinlassen, die man auch wirklich kennt.

Vorsicht: Wird der Einbrecher auf frischer Tat ertappt, kann es für alle Bewohner gefährlich werden. Täter gehen durchaus brutal vor, wenn sie entdeckt oder mit Gegenwehr konfrontiert werden. Bringen Sie sich nicht in Gefahr!

Taube Ohren kommen Einbrechern zugute

Nachbarschaftshilfe heißt auch, sich nicht nur über den Lärm der anderen zu ärgern. Manchmal sollten Sie vielleicht genauer hinhören. Dringen ungewöhnliche und laute Geräusche aus der Nachbarwohnung, kann es sich auch um einen Einbruch handeln. Ein Anruf bei der Polizei hilft im besten Fall, die Täter zu schnappen.

Trotz aufmerksamer Nachbarn sind Mieter in oberen Etagen im Nachteil. Sind die Gauner nämlich erst einmal im Gebäude, kann die Einbruchgefahr dort höher sein. Denn an den Wohnungstüren in oberen Stockwerken kommen andere Bewohner seltener vorbei, die Auffälligkeiten hören und Nachbarschaftshilfe leisten könnten.

Offene Haustüren erhöhen die Einbruchgefahr

Praktisch für die Täter: In manchen Mehrfamilienhäusern ist der Hauseingang tags und nachts erst gar nicht verschlossen. Ist die Haustür von innen abgesperrt, widerspricht dies mitunter den Brandschutzbestimmungen. Die Tür sollte als Flucht- und Rettungsweg passierbar sein – auch für Personen, die keinen Schlüssel besitzen. Beide Sicherheitsgedanken deckt ein Panikschloss ab. Damit lässt sich die Tür von innen auch ohne Schlüssel öffnen, aber nicht von außen. Das bedeutet weniger Einbruchgefahr und eine einfache Fluchtmöglichkeit im Brandfall.

Wertsachen im Keller locken Einbrecher an

Fahrräder, Sportzubehör, Werkzeuge oder Kupferrohre: Auch im Kellergeschoss kann es so manches Teil geben, das für Einbrecher interessant ist. In Mehrfamilienhäusern sind Keller- und Dachbodentüren nicht immer abgeschlossen. Will man die Sicherheit im Haus durch Nachbarschaftshilfe verbessern, sollten alle Bewohner auch dort auf verschlossene Türen achten.

Einbruch: Die Gefahr kommt durch Fenster und Türen

Um auf der sicheren Seite zu sein, ist der Einbruchschutz entscheidend. Schon beim Kauf einer Wohnung sollte man sich mit der Sicherheitsausstattung und möglichen Schwachstellen vertraut machen und diese gezielt beheben. Denn egal, ob eine Wohnung selbst genutzt oder vermietet wird: Vorbeugen zahlt sich aus. Bietet eine Mietwohnung keine ausreichende Absicherung, kann mit dem Vermieter über die Installation von Schutzvorrichtungen gesprochen werden. Ohne seine Einwilligung sollten Mieter die Eingriffe nicht selbst vornehmen.

Viele Maßnahmen zur Senkung der Einbruchgefahr lassen sich günstig und schnell umsetzen. Wohnungstüren werden zum Beispiel durch den Einbau eines Türspions sicherer. So kann man den Bereich vor der Tür überblicken. Gegen Brecheisen helfen Schließzylinder, Kastenzusatzschlösser, Querriegelschlösser und Türschilde. Fenster werden gesichert durch Pilzkopfzapfen und Aufschraubsicherungen, kombiniert mit abschließbaren Fenstergriffen.

Zwei wichtige Maßnahmen, die das Einbruchrisiko deutlich senken: in der Wohnung Einbruchsicherung, im Haus Nachbarschaftshilfe.

Möglichkeit zum Selbstschutz bieten auch folgende Hilfsmittel:

Die Bewohner haben es sich vor dem flackernden Fernseher gemütlich gemacht. Oder doch nicht? Die Familie ist im Urlaub – statt des Fernsehers brennt ein besonderes Licht: der "Fernseh-Simulator", bestehend aus 12 LED-Lichtern. Mit dieser Vorrichtung wirkt das Haus belebt und Einbrecher werden erst gar nicht in Versuchung geführt. Zusätzliche Vorteile: geringer Stromverbrauch, Dauer lässt sich individuell regeln, Simulation von wechselnden Szenen und Kameraschwenks.

Elektronischer Wachhund

"Vorsicht, bissiger Hund!" Vor einem vierbeinigen Wachmann haben die meisten Einbrecher großen Respekt. Wer sich nicht gleich einen Hund anschaffen will, greift zur elektronischen Variante. Der Sensor nimmt Bewegungen durch die Hauswand wahr und startet das akustische Signal. Das Bellen variiert dabei je nachdem, wie schnell sich der mögliche Einbrecher nähert.

Autor/in

K. Albrecht

Dez. 2013

Weitere Ratgeber Plus Artikel