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Die beste Hausbaufirma finden – so geht’s!

Ein eigenes Haus bauen: Für viele Familien ist das ein großer Lebenstraum. Damit alles nach Plan verläuft, benötigen Sie die richtige Baufirma an Ihrer Seite. Wie Sie eine seriöse Hausbaufirma finden und worauf Sie beim Bauvertrag und während der Bauphase achten sollten, zeigen wir anhand von Beispielen, Checklisten und Experten-Tipps.

Familie Weber auf der Suche nach der richtigen Hausbaufirma

Frau Weber ist zum zweiten Mal schwanger und das Ehepaar möchte aus der Mietwohnung in ein eigenes Haus ziehen. Nachdem die beiden sich zunächst mit den verschiedenen Arten von Bauland auseinandergesetzt haben, haben sie einen schönen Platz für ihr zukünftiges Zuhause gefunden. Nun stehen sie vor der wichtigen Entscheidung, mit welcher Baufirma sie ihren Traum vom Eigenheim realisieren. Hier sollte man nichts überstürzen, denn unseriöse Bauunternehmen kosten Geld, Zeit und Nerven. Erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Für Bauherren gibt es zahlreiche Förderungen und Zuschüsse

Wohnungsbauprämie, Baukindergeld, staatliche Zuschüsse – Bauen ist teuer, wird aber auch durch vielfältige Mittel gefördert. Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, sollte sich genau informieren, welche staatlichen Fördermittel, zum Beispiel von der Förderbank KfW („Kreditanstalt für Wiederaufbau“), es gibt und wo man an die günstigsten Kredite kommt. Mehr dazu in unserem Ratgeberartikel:

„Bauen, kaufen, sanieren: Förderungen und Zuschüsse für Bauherren“

In fünf Schritten zur richtigen Baufirma

Vergleichen Sie Angebote und recherchieren Sie gründlich

Wenn die Entscheidung für einen Hausbau erst einmal gefallen ist, kann es meistens nicht schnell genug gehen. Nachwuchs ist auf dem Weg, der Job lässt kaum eine freie Minute und die Traummöbel haben Sie auch schon gefunden. Lassen Sie sich trotzdem bei der Auswahl der richtigen Baufirma Zeit und vergleichen Sie die Angebote gut. Diese Recherche kann aufwändig sein, spart aber im Nachhinein viel Ärger.

Nehmen Sie persönlichen Kontakt auf

Professionelle Hochglanzbilder, markige Versprechen und dann auch noch ein verblüffend günstiger Preis? Hier ist Vorsicht geboten. Was auf der Webseite oder im Katalog der Baufirma verführerisch wirkt, kann sich bei näherer Betrachtung als Lockangebot herausstellen. Deshalb nehmen Sie unbedingt Kontakt zu den Bauunternehmen auf, die in Ihre engere Auswahl kommen. Bei einem persönlichen Gespräch stellt sich meist schnell heraus, ob Sie es mit einem kompetenten Partner zu tun haben oder mit einem Schaumschläger.

Erkundigen Sie sich nach Referenzen und Erfahrungen

Seriöse Baufirmen präsentieren häufig auf ihrer Website eine Auswahl an Bauprojekten. Trotzdem empfiehlt es sich, zusätzlich Referenzbeispiele zu recherchieren und diese nach Möglichkeit zu besichtigen. Manche Bauherren stellen Bewertungen über ihre beauftragten Unternehmen ins Netz. Versuchen Sie, Kontakt zu anderen Hausbesitzern aufzunehmen, und sammeln Sie Eindrücke aus erster Hand. Gerade alteingesessene Bauunternehmen sind auf einen guten Ruf angewiesen und deshalb oft die erste Wahl.

Holen Sie Wirtschaftsauskünfte ein

Hat sich das Unternehmen als seriöse Baufirma am Markt etabliert? Wie werden Finanzangelegenheiten gehandhabt? Antworten und genauere Einblicke erhalten Sie auch über Dritte. Stellen wie der Bauherren-Schutzbund geben kostenpflichtige Wirtschaftsauskünfte zu den entsprechenden Betrieben. Auch der Verband Privater Bauherren und die Verbraucherzentralen bieten Informationen.

Fragen Sie nach einer Erfüllungsbürgschaft

Mündliche Zusagen sind gut, formale Absicherungen besser: Lassen Sie sich von Ihrer Baufirma eine Erfüllungsbürgschaft genehmigen. Diese garantiert, dass Ihnen die Bank Ihr Geld zurückerstattet, sollte der Vertrag nicht erfüllt werden. Solch eine Forderung seitens der Bauherren ist absolut berechtigt. Ein seriöses Bauunternehmen wird mit einer Bürgschaft einverstanden sein.

Eine Erfüllungsbürgschaft ist die sinnvolle Ergänzung eines individuellen Bauvertrags. Auf den Bauvertrag gehen wir im Verlauf dieses Artikels noch ausführlich ein.

Checkliste: Das sollten Bauherren wissen

Zu den häufigsten Mängeln am Bau zählen:

  • Mangelhafte oder fehlende Ausstattungsmerkmale.
  • Schlechte Qualität des Außenputzes und eine undichte Gebäudehülle.
  • Unsachgemäße Verwendung und Anbringung der Dämmung.

Relevante Punkte für die Auswahl einer Baufirma:

  • Achten Sie auf eine langjährige Etablierung am Markt und eine gute finanzielle Reputation.
  • Holen Sie Informationen über Subunternehmen und Partnerbetriebe der Baufirma ein.
  • Lassen Sie sich detailliert über Kompetenzen und Leistungen des Bauunternehmers Auskunft geben.

Testen Sie, ob die Firma auf Ihre Wünsche und Einwände eingeht und von sich aus Probleme thematisiert.

Faustregel: Architektenleistungen betragen etwa 10 bis 15 Prozent der Baukosten.

Brauchen Sie für Ihren Hausbau einen Architekten?

Beim Begriff „Architektenhaus“ zucken viele Bauherren in spe zusammen. Entwerfen und bauen Architekten nicht diese teuren Stadtvillen und extravaganten Designerhäuser? Aber das ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Grundsätzlich befassen sich Architekten mit der technischen, wirtschaftlichen und gestalterischen Planung sowie dem Bau von Wohnhäusern und Gebäuden. Das verursacht zwar zusätzliche Kosten, kann aber auch für erhebliche Einsparungen sorgen. Ein guter Architekt hat den Aufwand Ihres Bauvorhabens im Blick, vergleicht Angebote, kontrolliert die Baufirma und beugt Baumängeln und Fehlplanungen vor. Mehr dazu in unserem Ratgeberartikel:

„Wie notwendig ist ein Architekt?“

Bauleistungsversicherung: Weil’s nicht immer rundläuft

Vandalismus, extreme Witterung, Glasbruch – es gibt viele Faktoren, die zu unvorhersehbaren Beeinträchtigungen der Bauleistung führen können. Die R+V-Bauleistungsversicherung

  • schützt vor den finanziellen Folgen der Beschädigungen oder Zerstörungen,
  • schließt alle Baumaßnahmen und dazugehörigen Baustoffe mit ein und

kann sowohl vom Auftraggeber als auch vom Auftragnehmer abgeschlossen werden.

Möchten Sie mehr erfahren?

Gerne beraten Sie unsere Experten im persönlichen Gespräch.

Ansprechpartner finden

Individuell, detailliert, verständlich: der sichere Bauvertrag

Nach gründlicher Recherche hat Familie Albrecht eine Baufirma gefunden, mit der sie ihren Traum vom eigenen Haus verwirklichen möchte. Jetzt geht es allerdings ans Eingemachte: an den Bauvertrag. Klingt nach einer Formsache? Von wegen! Ein sicherer Bauvertrag ist viel mehr als ein klassischer Mustervertrag für eine Mietwohnung. Er sollte individuell aufgesetzt, detailliert ausformuliert und in allen Punkten verständlich sein.

47 Prozent der Bauverträge nicht eindeutig formuliert

Laut Bauherren-Schutzbund sind bei rund 47 Prozent der Verträge ganz wichtige Punkte nicht eindeutig formuliert. Dazu gehören zum Beispiel Leistungsumfang, Qualität der Baustoffe und Fertigstellungstermin. Im Falle eines Prozesses würde es für Familie Albrecht mit solch einem Vertrag deutlich schwieriger, ihr Recht einzufordern.

Eine seriöse Baufirma möchte solche Streitigkeiten natürlich auch vermeiden. Sie wird Ihnen Zeit geben, zum Vertrag Rücksprache mit einem Anwalt oder Bauherrenberater zu halten.

Eine gute Baufirma macht faire Bauverträge

Es gibt dubiose Baufirmen, die nicht halten, was sie versprechen. Dass sie trotzdem ihrem Handwerk nachgehen können, liegt auch daran, dass viele Bauherren vor den Risiken die Augen verschließen und sich nicht ausreichend absichern. Der Kauf eines Autos wird oft besser geprüft als der Abschluss eines Bauvertrags – obwohl ein Hausbau meist das größte finanzielle Vorhaben im Leben ist.

„Die häufigsten Fallstricke im Bauvertrag liegen nicht im berüchtigten Kleingedruckten, sondern in dem, was nicht drinsteht“, so Peter Mauel vom Bauherren-Schutzbund in Berlin. Unvollständige Angaben sind riskant, da das Bauunternehmen nur verpflichtet ist, die im Vertrag definierten Arbeiten auszuführen. Die richtige Baufirma erkennen Sie also auch daran, wie fair und detailliert der gemeinsame Bauvertrag ausgearbeitet ist.

Die häufigsten Fallstricke im Bauvertrag liegen in dem, was nicht drinsteht.

Peter Mauel, Bauherren-Schutzbund, Berlin

Was sollte in einem Bauvertrag stehen?

Der Bauvertrag zwischen Ihnen und der Baufirma ist eines der wichtigsten Dokumente, die Sie im Leben unterschreiben. Es geht dabei nicht nur um Geld, sondern auch um die Erfüllung Ihrer Träume. Nehmen Sie die Zeit und die Kosten auf sich, um diesen Vertrag genau zu prüfen bzw. prüfen zu lassen. Diese individuell ausformulierten Punkte sollte ein seriöser Bauvertrag auf jeden Fall enthalten:

  • eindeutige und vollständige Definition des Leistungsumfangs
  • konkrete Termine für den Baubeginn, die einzelnen Bauphasen und die Fertigstellung
  • detaillierte Beschreibung der Art und Qualität der Baustoffe und des Ausstattungsstandards des Hauses
  • Prüfung des Grundstücks durch einen Sachverständigen während der Bauphase
  • Vorlage einer Erfüllungsbürgschaft der Bank des Bauunternehmens
  • Aufstellung eines Zahlungsplans, der Vorauszahlungen ausschließt

Wie sollte ein Zahlungsplan aussehen?

Das Thema Zahlungen ist sehr wichtig: Die besten Hausbaufirmen legen einen transparenten Zahlungsplan vor und verlangen keine Vorauszahlungen von Ihnen. Abschlagszahlungen von beispielsweise fünf Prozent direkt bei oder nach der Unterzeichnung des Vertrags sollten Sie zurückweisen.

Bezahlen Sie erst nach dem Abschluss bestimmter Bauphasen und vor allem bei mängelfreier Leistung in Raten. Damit sichern Sie sich vor einer möglichen Insolvenz der Baufirma ab. Meldet das Bauunternehmen Konkurs an, müssen nur die bereits angefallenen Baukosten gezahlt werden und nicht die Kosten für das ganze Projekt.

Vom Verhalten des Unternehmens bei den Zahlungsmodalitäten können Sie auch auf dessen Seriosität schließen. Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn Sie sich Wirtschaftsauskünfte zu der Baufirma einholen. Bezahlen Sie Leistungen, keine Lippenbekenntnisse.

Kostenpunkt Eigenheim: Damit sollten Sie rechnen

Natürlich kosten nicht nur die Baufirma und der Hausbau an sich Geld. Auch die laufenden Kosten, die ein Eigenheim verursacht, sollten zukünftige Hausbesitzer im Blick haben. Mehr dazu in unserem Ratgeberartikel:

„Laufende Kosten Haus: Tipps für das erste Eigenheim“

Welche Versicherungen während der Bauzeit und nach dem Einzug ins eigene Haus empfehlenswert sind, erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel:

„Versicherungen rund um Bauen und Wohnen“

Sie haben Fragen dazu? Unsere Experten helfen Ihnen gerne im persönlichen Gespräch weiter.

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Kontrolliert, sicher, stressfrei: die Bauphase

Es ist vollbracht: Familie Schneider hat die ideale Hausbaufirma für ihre Bedürfnisse gefunden und einen sorgfältig geprüften Bauvertrag unterschrieben.

Wer soweit gekommen ist, hat natürlich allen Grund zur Freude, sollte den weiteren Prozess aber unbedingt im Auge behalten. Da Familie Schneider sich gut informiert hat, hat sie sich schriftlich zusichern lassen, dass sie das Grundstück auch während der Bauphase kontrollieren lassen kann. Eigentlich selbstverständlich, aber leider nicht die Regel.

Warum sollte man Baustellenbesuche vertraglich festlegen?

Bauherren haben das Recht, das Grundstück und die verschiedenen Bauphasen durch einen Sachverständigen kontrollieren zu lassen. Eine seriöse Baufirma gewährt dies jederzeit. Durch die zeitnahe Feststellung der Mängel können so mancher Pfusch und Spätschäden verhindert werden.

Anders verhält es sich bei dem Erwerb eines schlüsselfertigen Hauses. Schlüsselfertig bauen bedeutet, dass der Kunde sämtliche Arbeiten am Haus in die Hände des Bauunternehmers oder Bauträgers legt und somit Käufer, aber nicht Bauherr ist. Dies ist vor allem bei standardisierten Massiv- und Fertighäusern der Fall und manchmal der bequemste Weg, an ein Eigenheim zu kommen.

Wer diesen Weg geht, wird in der Regel erst Eigentümer, wenn das Haus fertig gebaut und vollständig bezahlt ist. Möchte der Käufer die Baustelle besichtigen und überprüfen, braucht er dazu eine schriftliche Zustimmung der Baufirma. Nehmen Sie diese Genehmigung unbedingt in Ihren Bauvertrag auf, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Generell gilt: Akzeptieren Sie deutliche Zeitverzögerungen in der Umsetzung nicht kommentarlos, denn sie können auf eine drohende Insolvenz der Baufirma hinweisen.

Der passende Versicherungsschutz für Ihr Bauvorhaben

Sie haben das richtige Bauunternehmen gefunden und bald geht der Hausbau los. Haben Sie an die Risiken gedacht, die während der Bauzeit entstehen können? Informieren Sie sich rechtzeitig. Unsere Ansprechpartner stellen gerne mit Ihnen gemeinsam den passenden Versicherungsschutz ganz nach Ihren Bedürfnissen zusammen.

Ansprechpartner finden

Checkliste: Die richtige Baufirma finden

  • Baufirmen-Angebote einholen und vergleichen.
  • Nach Referenzobjekten der Bauunternehmen recherchieren und diese besichtigen.
  • Persönlichen Kontakt zur Baufirma aufnehmen.
  • Andere Bauherren nach ihren Erfahrungen mit der Firma fragen.
  • Wirtschaftsauskünfte über das Unternehmen einholen, gegebenenfalls über einen Anwalt nach Bauprozessen fahnden lassen.
  • Einen detaillierten Bauvertrag aufsetzen, den ein Experte abschließend prüft.
  • Erfüllungsbürgschaft durch die Bank der Baufirma verlangen.
  • Den Bau in allen Phasen auf Qualität und Einhaltung des Zeitplans überprüfen.

Autor/in

K. Waldheim

Okt. 2019

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