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Tipps gegen Unfälle im Kinderzimmer

1,7 Millionen Kinder in Deutschland sind jährlich von Unfällen betroffen. Knapp ein Drittel dieser Unfälle geschieht im häuslichen Umfeld. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern. Viele davon wären jedoch durch einfache Maßnahmen zu vermeiden.

Während Eltern ihre Sprösslinge im Kinderzimmer sicher aufgehoben glauben, sieht die Realität anders aus: Ruckzuck am Regal hochgeklettert, den Deckenfluter mit buntem Papier abgedeckt und das Hochbett zur Hüpfburg umfunktioniert. Kinder bauen sich aus einfachen Möbeln schnell einen Abenteuerspielplatz. Gerade im Kinderzimmer passieren die meisten Unfälle im häuslichen Bereich. Vor allem Stürze sind bei Kindern bis fünf Jahren die häufigste Unfallursache. Besonders gefährlich sind Hochbetten, nicht befestigte Regale oder scharfe Kanten.

Die folgenden Tipps helfen Eltern, das Kinderzimmer sicher einzurichten

Möbel sichern

  • Stürze von Hochbetten gehören zu den häufigsten Unfällen in Kinderzimmern. Beim Kauf sollten Eltern besonders auf Stabilität und eine ausreichend hohe Brüstung achten, denn Kinder spielen und toben gerne darauf herum. Zudem ist es empfehlenswert, das Bett an der Wand zu befestigen und die Leiter am Bett zu verankern. Generell sind Hochbetten erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet.
  • Truhen oder Kisten mit Deckeln gehören nicht ins Kinderzimmer. Kinder können hineinklettern und ersticken.
  • Regale und Schränke reizen zum Hochklettern und müssen an der Wand befestigt werden, damit sie nicht umfallen. Schranktüren sollten sich leicht öffnen und schließen lassen, dürfen aber nicht einschnappen.

Deckenfluter und Plastiktüten gefährlich

  • Deckenfluter verbreiten zwar gemütliches Licht, sollten aber nicht im Kinderzimmer stehen. Beim Spielen decken Kinder Lampen gerne mit bunten Tüchern oder Papier ab oder werfen die Lampe um. So kann schnell ein gefährlicher Brand entstehen.
  • Gerade dort, wo Kinder alleine spielen, ist es wichtig, die Fenster abzuschließen. Fenstergriffe mit Schloss kann man nachträglich einfach installieren.
  • Plastiktüten nicht zum Aufbewahren von Spielsachen oder Puzzleteilen nutzen. Kinder können ersticken, wenn sie sich Tüten über den Kopf ziehen.

Auf Kinderaugenhöhe gehen

Darüber hinaus sollten Eltern einen regelmäßigen "Sicherheitsscheck" im Kinderzimmer machen. Am besten gehen sie dazu in die Hocke und betrachten den Raum aus der Perspektive ihrer Kinder. Dabei sollten sie besonders auf Folgendes achten:

  • Spielzeug darf nicht zu weit oben im Regal liegen, um Kinder nicht zu gefährlichen Kletterpartien zu verleiten.
  • Alle Steckdosen müssen mit Kindersicherungen versehen sein. Genauso gefährlich sind defekte und unsauber verlegte Kabel.
  • Auch Teppiche sind Stolperfallen. Eltern sollten sie daher mit doppelseitigem Klebeband oder Gleitschutzunterlagen am Fußboden befestigen.
  • Einen genauen Blick verdienen außerdem Heizkörper und scharfe Ecken, denn sie machen Stürze gefährlich. Deshalb ist es besser, sie zu verkleiden oder mit Schutzkappen abzupolstern.
Quelle: R+V-Infocenter für Sicherheit und Vorsorge

Weitere Informationen rund um die Kindersicherheit finden sie auf den Seiten der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

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Autor/in

H. Neufeldt

Jun. 2008

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