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Schutz vor Afrikanischer Schweinepest und anderen Tierseuchen in der Landwirtschaft

In der landwirtschaftlichen Tierproduktion stellen Tierseuchen und übertragbare Tierkrankheiten wie z. B. die Afrikanische Schweinepest ein zentrales Risiko dar. Die finanziellen Auswirkungen können im schlimmsten Fall die Existenz eines Betriebs gefährden. Welches sind die verbreitetsten Tierkrankheiten und Tierseuchen? Und wie können Landwirte ihren Betrieb vor den wirtschaftlichen Folgen schützen?

Afrikanische Schweinepest & Co.: R+V bietet Schutz vor finanziellen Einbußen bei Tierseuchen

Größere Ausfälle im Tierbestand können schnell die Existenz eines landwirtschaftlichen Betriebes gefährden. Als Landwirt sollten Sie daher vorsorgen: Im Gegensatz zur Tierseuchenkasse, kommt die R+V-Ertragsschadenversicherung im Krankheits- oder Seuchenfall von Rinder-, Schweine- oder Geflügelbeständen umfassend für Ihre Ertragseinbußen auf – auch wenn Ihre eigenen Tiere nicht von einer Seuche befallen sind, Ihr Hof jedoch in der Nähe eines gesperrten Betriebes liegt und von einem Vermarktungsverbot betroffen ist.

Schutz der Tierseuchenkassen nicht ausreichend

Der Schutz der gesetzlich vorgeschriebenen Tierseuchenkassen ist darauf beschränkt, dass sie den „gemeinen Wert“ der Tiere bei amtlich angeordneter Tötung entschädigen – nicht jedoch den Unterbrechungsschaden bei Betriebssperren oder dem Wiederaufbau eines geräumten Tierbestandes. Auch bei Unfällen der Tiere oder bei Diebstahl leisten die Tierseuchenkassen keine Entschädigung.

Die R+V-Ertragsschaden­versicherung: Diese Schäden sind versichert

In der R+V-Ertragsschadenversicherung Basis sind diese Schäden abgesichert:

  • Ausgleich des Ertragsausfalls bei anzeigepflichtigen Seuchen: z. B. Aviäre Influenza (Geflügelpest), Maul-Klauenseuche (MKS), Schweinepest, Rinder-Salmonellose, Tuberkulose der Rinder.
  • Ausgleich des Ertragsausfalls bei Unfällen: z. B. durch Ausfall der Lüftungsanlage.
  • Ausgleich des Ertragsausfalles bei Milchkaskoschäden: für die unvorhergesehene Zerstörung, Beschädigung, Verlust, Abhandenkommen oder Verderb der produzierten Milch, z. B. infolge Kontamination durch Hemmstoffe.
  • Entschädigung für Mehrkosten: z. B. für die Wiederbeschaffung von Tieren, Gesundheitsmanagement, Schutzmaßnahmen, Untersuchungskosten, Labordiagnostik, erhöhte Bestandsergänzung.
  • Entschädigung für Mindererlöse: z. B. für einen Leistungseinbruch in der Wiederaufbauphase.

Unsere Ansprechpartner vor Ort informieren Sie gerne umfassend im persönlichen Gespräch.

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Diese Schäden können zusätzlich versichert werden

In der R+V-Ertragsschadenversicherung Premium können unter anderem diese Schäden zusätzlich abgesichert werden:

  • Ausgleich des Ertragsausfalls bei übertragbaren Tierkrankheiten: zum Beispiel finanzielle Einbußen bei Euter- und Klauenerkrankungen, Schnüffelkrankheit (Rhinitis Atrophicans), Dysenterie und Kokzidien.
  • Ausgleich des Ertragsausfalls bei Diebstahl

Gerne beantworten Ihnen unsere Experten im persönlichen Gespräch alle Fragen zum optimalen Versicherungsschutz für Ihren Betrieb.

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ABC der Tierseuchen und Tierkrankheiten

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine durch ein Virus hervorgerufene, hoch ansteckende, fieberhaft verlaufende Seuche mit hoher Sterblichkeitsrate. Sie befällt Haus- und Wildschweine. Auf den Menschen ist die ASP nicht übertragbar.

Afrikanische Schweinepest

Ansteckende Blutarmut der Einhufer

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (infektiöse Anämie der Einhufer) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit der Pferde, seltener der Esel, Maulesel und Maultiere. Sie ist eine spezifische Erkrankung des Blutes und der Blut bildenden Organe, gekennzeichnet durch Fieberanfälle (Wechselfieber) und Zerstörung der roten Blutkörperchen. Menschen sind nicht gefährdet.

Ansteckende Blutarmut der Einhufer

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue/BT) ist eine nicht ansteckende virusbedingte Infektionskrankheit. Infiziert werden vor allem Schafe, aber auch Rinder, Ziegen und Wildwiederkäuer. Für den Menschen gilt sie als ungefährlich. Die Übertragung erfolgt nicht von Tier zu Tier, sondern über blutsaugende Stechmücken der Gattung Culicoides.

Blauzungenkrankheit

Botulismus

Der klassische Botulismus stellt eine Vergiftung mit in der Regel tödlichem Ausgang dar, der durch die Aufnahme von Botulinumtoxin mit Futter- bzw. Nahrungsmitteln ausgelöst wird. In der Regel führt er in Abhängigkeit von der Aufnahmemenge innerhalb von zwei Tagen zu typischen klinischen Erscheinungen wie vom Kopf beginnenden Lähmungen (Kau- und Schluckbeschwerden mit vermehrtem Speichelfluss) und anschließender Ausbreitung auf die gesamte Körpermuskulatur (allgemeine Schwäche, Schwanzlähmungen, Festliegen). Rinder und Schafe sind für Botulismus am empfänglichsten.

Botulismus

Geflügelpest (Aviäre Influenza)

Die Geflügelpest ist seit 1878 bekannt. Sie ist eine hochinfektiöse und von hoher Mortalität gekennzeichnete Viruserkrankung von Geflügel und anderen Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annehmen und die Produktivität der Geflügelwirtschaft stark beeinträchtigen kann. Von dem Nutzgeflügel sind vor allem Hühner (Masthähnchen und Legehennen) sowie Puten betroffen:

Geflügelpest

Herpesvirus

Im Jahr 2016 gab es bundesweit mehrere Ställe, in denen das Herpesvirus ausgebrochen ist. Der bisher gravierendste Fall trat im Juli 2016 im Kreis Limburg-Weilburg auf. Auslöser der Erkrankung sind verschiedene Equine Herpesviren (EHV). In der Pferdezucht und -haltung von großer Bedeutung sind: EHV 1 und EHV 4. Beide Virustypen können massive Erkrankungen, sowohl des Atmungs- und Geschlechtsapparates, als auch des Zentralen Nervensystems hervorrufen (bis hin zum Verenden des Tieres). Betroffen sind überwiegend junge Pferde.

Herpesviren-Infektion bei Pferden

Maul- und Klauenseuche (MKS)

Bei der MKS handelt es sich um eine fieberhafte Viruserkrankung, die Wiederkäuer und Schweine befällt und durch eine sehr schnelle Verbreitung innerhalb infizierter Bestände gekennzeichnet ist. Während die Erkrankungsrate innerhalb der Bestände sehr hoch ist (meist 100 Prozent), ist die Sterblichkeitsrate bei erwachsenen Tieren mit ca. 2 bis 5 Prozent vergleichsweise gering. Bei Jungtieren können die Verluste jedoch in Abhängigkeit von der Verlaufsform zwischen 50 und 70 Prozent betragen.

Maul- und Klauenseuche

Paratuberkulose (Para-Tb)

Die Paratuberkulose (Para-Tb), auch Johne’sche Krankheit genannt, ist als ansteckende bakterielle Erkrankung des Darmtraktes seit mehr als 100 Jahren bekannt. Infizierte Tiere zeigen lange Zeit keine Krankheitssymptome und sind nur schwer zu ermitteln. Dadurch ist es schwierig, die Krankheit zu bekämpfen. Der Erreger vermehrt sich nur im Tier, kann aber in Kot und Wasser mehr als ein Jahr überleben. Nur durch die Paratuberkulose-freie Kälberaufzucht ist es möglich, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Die Kälber sind im ersten Lebensjahr für eine Paratuberkulose-Ansteckung sehr anfällig.

Paratuberkulose

Porcine Epidemic Diarrhea (PED)

Die Porcine Epidemic Diarrhea ist eine durch ein Virus verursachte Darmentzündung bei Schweinen. Die Erkrankung wird durch Coronaviren hervorgerufen und löst durch das Zerstören der Dünndarmzotten schlagartig Durchfälle aus. Alle Altersgruppen von Schweinen können an diesem hochansteckenden PED-Virus erkranken. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich.

Porcine Epidemic Diarrhea (PED)

Rindertuberkolose

Die Rindertuberkulose (Rinder-Tb) ist eine ansteckende, durch Tuberkulosebakterien (Mycobacterium bovis) verursachte, chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Sie ist auch auf andere Haustiere und auf den Menschen und umgekehrt übertragbar (Zoonose). Die Erreger der Rinder-Tb können über die Luft, durch Verfütterung erregerhaltiger Milch, über den noch nicht abgeheilten Nabel und über Hautwunden aufgenommen werden. Über den Blutkreislauf wird der Erreger in andere Organe verbreitet. Die Tuberkulose des Rindes tritt am häufigsten in Form der Lungentuberkulose auf. Besonders gefährlich ist für die Verbreitung auch die Euter- und Gebärmuttertuberkulose.

Rindertuberkulose

Rotz

Der Rotz ist eine bakterielle Erkrankung (Erreger: Burkholderia mallei), die primär Pferde und andere Equiden (Esel, Zebras) betrifft. Sie sorgen auch als etwaiges Erregerreservoir für die weitere Verbreitung der Krankheit. In Einzelfällen ist auch eine Übertragung auf den Menschen möglich, was diese Seuche zu einer Bedrohung der öffentlichen Gesundheit erwachsen lässt. Die Erkrankung ist eine gemäß Tierseuchengesetzgebung anzeigepflichtige Tiererkrankung, die positiv diagnostizierten Pferde müssen getötet werden.

Pferdeerkrankung Rotz

Schadstoffe in Futtermitteln

Lebensmittel können Schadstoffe enthalten, die die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Diese können auf jeder Stufe von der Herstellung bis zum Verbrauch in die Lebensmittel gelangen. In der Tierproduktion spielen Futtermittel als Verursacher einer Belastung mit Schadstoffen eine wichtige Rolle.

Kontamination durch Schadstoffe

Schmallenberg-Virus

Im September 2016 wurden in Schleswig-Holstein erstmals seit Mitte 2013 wieder Rinder positiv auf das Schmallenberg-Virus (SBV) getestet. Bei SBV handelt es sich um ein Akabane-Virus, das durch Stechfliegen übertragen wird. Während adulte Tiere nur sehr milde Krankheitssymptome aufweisen, verursacht es bei einer Infektion des Muttertieres in der frühen bis mittleren Trächtigkeit schwere Missbildungen bei Kälbern und Lämmern. Diese beim Rind relevanten Viren stellen für den Menschen kein Risiko dar.

Schmallenberg-Virus

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Autor/in

K. Waldheim

Jan. 2018

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