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Unternehmerrisiko Forderungsausfall: So bleiben Sie wettbewerbsfähig

Jede dritte Firmeninsolvenz in Deutschland ist auf einen Forderungsausfall zurückzuführen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen spüren diesen Dominoeffekt: Zahlt ein Kunde nicht, leidet darunter die eigene Liquidität. Für viele kann dies die eigene Existenz gefährden. Wir zeigen an Praxisbeispielen, wie Unternehmen sich vor diesem Risiko schützen können.

Insolvenzen in Deutschland nach Jahren (Quelle: Statistisches Bundesamt)

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Der Dominoeffekt

23.123 Unternehmen mussten im Jahr 2015 in Deutschland Insolvenz anmelden. Zwar ist dies – dank boomender Binnenkonjunktur, sinkender Arbeitslosenzahlen und geringer Inflationsrate – die niedrigste Zahl seit Jahren. Doch auch in wirtschaftlich guten Zeiten sind Unternehmen nicht vor Zahlungsausfällen gefeit. Für die betroffenen Unternehmen können die Folgen verheerend sein: Wenn die Bezahlung für eine erfolgte Lieferung oder Leistung nicht – oder nicht rechtzeitig – erfolgt, gerät das Unternehmen schnell in einen Liquiditätsengpass: Löhne können nicht bezahlt und eigene Verbindlichkeiten/Kredite nicht eingelöst werden. Schlimmstenfalls droht dem eigenen Unternehmen die Insolvenz und durch Dominoeffekte können weitere Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten.

Hat ein Unternehmen erst einmal Insolvenz angemeldet, stehen die Chancen für die Gläubiger schlecht: So erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Gläubiger bei Unternehmensinsolvenzverfahren, die im Jahr 2010 eröffnet und bis Ende 2014 beendet wurden, lediglich 5 Prozent ihrer Forderungen zurück (bei Verbraucherinsolvenzverfahren ist die Deckungsquote mit 1,6 Prozent noch deutlich geringer).

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Als Unternehmer müssen Sie zahlreiche Themen im Blick behalten. Die R+V Versicherung unterstützt Sie dabei in allen für Sie relevanten Handlungsfeldern. Unsere Ansprechpartner überprüfen gerne mit Ihnen gemeinsam Ihren privaten und betrieblichen Versicherungsschutz.

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Warum kommt es immer wieder zu Forderungsausfällen?

Eine der Hauptursachen für einen Forderungsausfall ist die sinkende Zahlungsmoral vieler Auftraggeber: Besonders Großunternehmen, aber auch die Öffentliche Hand verzögern ihre Zahlungen immer wieder – sehr zum Leidwesen der Auftragnehmer, häufig sogenannte KMUs (kleine und mittlere Unternehmen). Besonders schlecht ist es in der Baubranche um die Zahlungsmoral bestellt: Lange Zahlungsziele, bestrittene Forderungen und – häufig vorgeschobene – Mängeleinreden führen in der Baubranche dazu, dass Unternehmen auf ihren Rechnungen trotz erbrachter Leistungen sitzen bleiben, ihre Auftraggeber verlieren und in finanzielle Engpässe geraten.

Erlittene Zahlungsausfälle könnten Unternehmer nur durch erheblichen Mehrumsatz ausgleichen. Um ihre Umsatzeinbußen wettzumachen, müssen Unternehmer sich außerdem neue Auftraggeber im In- und Ausland suchen (im Zuge der zunehmenden Globalisierung hat heute beinahe jeder Mittelständler Kunden im europäischen Ausland). Das Problem: In der Regel bestehen mit den neuen potenziellen Auftraggebern noch keine oder nur wenig Erfahrungen – und damit auch keine Zahlungserfahrungen – und es liegen auch selten Kenntnisse aus dem Umfeld vor, auf die ein Unternehmer zurückgreifen könnte. Neue Auftraggeber auf Bonität zu prüfen, ist für kleine und mittelständische Unternehmen aber eine aufwändige und nur schwer zu bewältigende Aufgabe.

Wie können Unternehmen sich gegen einen Forderungsausfall absichern?

Unternehmen – insbesondere KMUs – sollten sich ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und sich nicht mit fachfremden Aufgaben, etwa zeitaufwändigen Bonitätsprüfungen ihrer Auftraggeber oder gar gerichtlichen Verfahren, auseinandersetzen müssen. Jedes Unternehmen, das eine Ware liefert oder eine Dienstleistung auf Rechnung erbringt, sollte sich daher bereits im Vorfeld durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung (WKV) gegenüber dem Risiko einer unbezahlten Forderung absichern und dadurch die eigene Liquidität sicherstellen.

Eine Warenkreditversicherung schützt Unternehmen nicht nur vor der Zahlungsunfähigkeit seiner Kunden, der Versicherer nimmt auch die Bonitätsprüfung von Auftraggebern im In- und Ausland vor, bevor es zu einem Vertragsabschluss kommt. Ein guter Versicherer warnt zudem vor branchen- und länderspezifischen Risiken und springt bereits bei Zahlungsverzug ein.

Leistungen der R+V-Warenkredit­versicherung im Überblick

Die R+V-Warenkreditversicherung bietet branchenspezifische Lösungskonzepte, die individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden können. Hier einige Highlights der R+V-Warenkreditversicherung:

  • Schnelle Entschädigung bereits bei Zahlungsverzug ohne vorgeschaltetes Inkassoverfahren – Nichtzahlungstatbestand für Inlandskunden und zusätzlich auch für elf ausgewählte Länder.
  • Ein Schaden pro Jahr ist frei: Im Jahr nach der Rabattrettung wird kein Schadenzuschlag erhoben. Bei schadenfreiem Verlauf im Folgejahr bleibt die Höhe des in der Vergangenheit verdienten Rückvergütungsanspruchs bestehen.
  • Neben der Umsatzpolice gibt es eine Limit- oder Saldenpolice.
  • Vergünstigte Prepaid-Pakete für Kreditprüfungen: Diese sind zeitlich nicht auf ein Jahr limitiert. Versicherungssummen können während der gesamten Vertragslaufzeit angefragt werden: Der R+V Kooperationspartner HumanProtect Consulting (HPC) bietet psychologische Unterstützung nach schwerwiegenden Ereignissen.
  • Kostenlose psychologische Betreuung nach einem Unfall mit schwerwiegenden Folgen für Sie und Ihre Mitarbeiter.
  • Integrierte Rechtsschutz-Deckung bei bestrittenen Forderungen: Übernahme der Rechtsverfolgungskosten ohne Instanzenbegrenzung, kostenlose Rechtsberatung (Rechtsanwalts-Hotline), Kostenübernahme einer Mediation bis 2.000 Euro.

Möchten Sie mehr über die R+V-Warenkreditversicherung erfahren? Unsere Firmenkunden-Spezialisten freuen sich auf ein Gespräch mit Ihnen.

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Video: So funktioniert die Warenkreditversicherung

Beispiele aus der Praxis: So hilft R+V

Auftrag erfüllt, Forderung bestritten

Die Bau GmbH hat für ihren Auftraggeber, die Firma Müller, ein Gebäude errichtet. Die Schlussrechnung beläuft sich abzüglich aller Abschlagszahlungen auf 58.000 Euro. Firma Müller zahlt den Betrag innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist nicht und wendet ein, die Bauleistung sei mangelhaft ausgeführt worden. Nach Erhalt der Schadenmeldung und der notwendigen Unterlagen prüft R+V die Voraussetzungen für eine Entschädigungsleistung. Da die Forderung bestritten ist, gibt R+V nach positiver Prüfung Rechtsschutz-Deckung.

Im Rahmen des nachfolgenden gerichtlichen Verfahrens, dessen Kosten R+V übernimmt, erweisen sich die Einwendungen als unbegründet. Die Bau GmbH hatte ihre Leistungen mangelfrei erbracht. Wegen der zwischenzeitlich eingetretenen Insolvenz ist die Firma Müller jedoch zahlungsunfähig und kann den Werklohn nicht bezahlen. Nun springt R+V ein und entschädigt den Betrag von 58.000 Euro abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung an die Bau GmbH.

Ware produziert, Kunde ist insolvent

Pflanzengroßhändler Baum züchtet seine Blumen in riesigen Gewächshäusern. Im Februar, kurz vor dem Valentinstag, stehen 240 extra für diese Zeit angestellte Saisonarbeiter in langen Reihen und binden einen Strauß nach dem anderen. Einer der wichtigsten Kunden von Großhändler Baum ist eine große Drogeriemarkt-Kette. Das Geld für die Ware soll er bekommen, sobald die Sträuße in den Filialen verkauft sind. Der gesamte Auftragswert: 600.000 Euro.

Im Januar beantragt die Drogeriekette Insolvenz – eine Katastrophe für Baum. Doch zum Glück hat er bei R+V eine Warenkreditversicherung abgeschlossen. Voraussetzung dafür, dass diese greift, ist, dass Lieferung oder Leistung bereits erfolgt sind. Die Sträuße waren allerdings noch nicht an die Endkunden verkauft und viele noch nicht an die Filialen ausgeliefert.

Die Lösung: Die Filialen der Drogeriekette bleiben nach dem Insolvenzantrag noch einige Monate geöffnet. Baum liefert seine Sträuße daher weiterhin an die Filialen, die Fabrikationskosten bekommt er über R+V ersetzt. Während des Abverkaufs der Waren werden sämtliche Zahlungen des Insolvenzverwalters direkt an R+V geleistet. Am Schluss finden so viele Sträuße ihre Käufer, dass es für Baum fast null zu null aufgeht.

Ware geliefert, Kunde zahlt nicht

Die Geschäfte laufen gut für den Papierhersteller Paperfix. Gerade hat die Firma einen lukrativen Großauftrag zur Herstellung von speziellem Briefpapier im Gesamtwert von 85.000 Euro erhalten. Die Lieferung an den Auftraggeber wird vereinbarungsgemäß erbracht, doch dieser zahlt seine Rechnung nicht – der Kunde hatte bemängelt, dass das Briefpapier teilweise nicht ordnungsgemäß bedruckt worden war.

Glück im Unglück für die Firma Paperfix, dass diese eine Warenkreditversicherung bei R+V abgeschlossen hat. R+V bietet in der Schadenabwicklung eine am Markt einzigartige Serviceleistung an: Kommt es zwischen dem Versicherungsnehmer und einem Kunden zum Streit über eine Forderung, klären externe Fachleute auf Kosten von R+V den strittigen Sachverhalt. Dank dieses Vermittlungsverfahrens konnte eine Einigung zwischen Paperfix und dessen Kunden bereits im Vorfeld erreicht werden, sodass eine Entschädigungsleistung durch R+V nicht mehr erforderlich war.

Weitere Informationen zur R+V-Waren­kredit­versicherung

Hier haben wir die wichtigsten Informationen zur Warenkreditversicherung für Sie zusammengestellt:

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Autor/in

K. Waldheim

Sep. 2017

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