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Eigener Internet­auftritt: So wird Ihr Unternehmen im Netz gefunden

Ein Unternehmen ohne eigenen Internetauftritt ist heute undenkbar. Zu groß ist das Risiko, im Netz unsichtbar zu bleiben und sich Geschäfte entgehen zu lassen. Doch wie sollte eine gute Website aussehen? Und wie stellt man sicher, im Internet auch gefunden zu werden? Ein Leitfaden zur Gestaltung des eigenen Internetauftritts.

Wie der Kunde tickt

Wohin zum Abendessen? Welches Hotel für den Strandurlaub? Welchen neuen Fernseher? Welcher Handwerker für die Renovierung der Wohnung? Vor einer Kaufentscheidung, der Auswahl eines Dienstleisters oder einer Buchung suchen die meisten Kunden zunächst im Internet – selbst dann, wenn sie den Kauf oder die Buchung anschließend lieber offline abwickeln. Zwei Drittel der Kunden besuchen Bewertungsportale, bevor sie sich für ein Produkt oder einen Dienstleister entscheiden, 57 Prozent werfen zunächst einen Blick auf die Firmen-Homepage des Anbieters. Das zeigt eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2016.

Eigener Internetauftritt: Aushängeschild des Unternehmens

Ein eigener Internetauftritt ist das Aushängeschild eines Unternehmens – inhaltlich und optisch. Gut gemacht, bietet er verschiedene Möglichkeiten, um mit den Kunden in Kontakt zu kommen. Es lassen sich Bilder und Filme einbauen, Referenzen und Arbeitsproben präsentieren und viele weitere Elemente nutzen, um den Kunden auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und ihn dauerhaft zu binden.

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Selbst programmieren oder vom Webdesigner?

Wer sich für eine eigene Internetseite entschließt, steht zunächst vor einer grundlegenden Entscheidung: Soll das Unternehmen einen Webdesigner oder eine Agentur beauftragen oder die Website selbst erstellen? Wer seine Homepage selbst gestalten möchte, kann dafür auch einen Homepage-Baukasten nutzen.

Was leistet ein Homepage-Baukasten?

Homepage-Baukästen für den eigenen Internetauftritt funktionieren wie ein Bausatz: Wer eine Website selbst erstellt, kann aus verschiedenen Layout-Vorlagen auswählen. Diese greifen sinnvoll ineinander und bauen aufeinander auf. Der eigene Internetauftritt wirkt deshalb professionell und nicht wie eine selbst gestrickte Lösung, die Kunden im Internet eher abschreckt als überzeugt.

Homepage-Baukästen sind meist einfach zu bedienen und die Kosten halten sich in Grenzen. Je nach Bedarf und Komplexität fallen bei den verschiedenen Anbietern im Monat zwischen 5 und 40 Euro an. Die Kosten richten sich nach den speziellen Anforderungen: Brauche ich unbegrenzten Speicherplatz oder reichen mir 500 MB? Nehme ich in meinem Internetauftritt Werbung auf oder nicht? Platziere ich nur Bilder oder möchte ich auch Videos integrieren? Sehr einfache Lösungen sind sogar kostenlos.

Homepage-Baukästen im Vergleich

Das Portal WebsiteToolTester bietet unter anderem einen Vergleich von Homepage-Baukästen, die für den Internetauftritt von Firmen geeignet sind. Außerdem kann auf der Website das E-Book „Homepage-Erstellung für absolute Beginner“ kostenlos heruntergeladen werden. Darin bekommen Einsteiger einen guten Überblick über die ersten Schritte der Homepage-Erstellung, von der Planung bis zur Ausführung mit einem Homepage-Baukasten.

Sicherheit im Internet

Firmen-Websites werden immer häufiger Opfer von Hackern oder Schadsoftware. Betroffen sind auch immer mehr kleine und mittlere Unternehmen. Aber selbst, wenn Sie alle empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen beachten – einen hundertprozentigen Schutz gegen Cyber-Risiken gibt es nicht. Um so wichtiger ist es, das Firmenvermögen gegen solche Risiken mit einer Versicherung gegen Cyber-Risiken abzusichern.

Möchten Sie mehr über die CyberRisk Versicherung von R+V erfahren? Sind Sie an individuellen Lösungen für Ihr Unternehmen interessiert? Unsere Experten stehen Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

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Vor- und Nachteile von Homepage-Baukästen

Durch Layout-Vorlagen sind technische oder HTML-Kenntnisse nicht erforderlich.

Es entstehen keine Reibungsverluste durch ständige Absprachen.

Das Unternehmen erhält, was es wirklich braucht – und nicht, was ein Dienstleister gerne verkaufen möchte.

Firmenwissen bleibt im Unternehmen.

Es fallen geringere Kosten an.

Man hat nur begrenzte Freiheit beim Layout des eigenen Internetauftritts. Die Anwender müssen mit den verfügbaren Vorlagen arbeiten.

Individuelle Anpassungen sind schwer möglich, auch wenn moderne Homepage-Baukästen schon einige Anpassungsoptionen bieten.

Meldet der Anbieter des Tools Konkurs an, ist meist auch die Homepage vom Markt bzw. wird nicht weiter gepflegt. Deshalb sollten Unternehmer auf etablierte Homepage-Baukästen-Anbieter vertrauen, wie beispielsweise Wix oder Jimdo.

Vor- und Nachteile von Webdesignern

Webdesigner bringen die nötigen Erfahrungen und das technische Wissen mit.

Kreativere Lösungen: Webdesigner kennen alle Gestaltungsmöglichkeiten.

Je nach Vereinbarung übernehmen sie die spätere Pflege der Inhalte, den technischen Support oder die Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Sie gehen strukturiert vor und bieten optimierte Lösungen für den Aufbau des eigenen Internetauftritts.

Der Zeitaufwand ist für den Unternehmer geringer.

Die Kosten sind höher als bei einem Homepage-Baukasten. Dafür können Unternehmen ihre eigenen Wünsche für ihr individuelles Design einbringen.

Webdesigner sind meistens keine Experten für Ihre Branche – sie kennen die individuellen Ansprüche Ihrer Kunden nicht. Daher sind eine genaue Absprache und weitere Besprechungen notwendig.

Man muss dem Webdesigner vertrauen, dass er nach Erstellung der Homepage alle Daten überreicht. Hier kann es hilfreich sein, nach Referenzen zu fragen.

Wer ist die Zielgruppe für Ihren Internetauftritt?

Stellen Sie sich zuerst die Frage: Was möchte ich mit meinem Internetauftritt erreichen und für wen erstelle ich ihn? Richten Sie daran Ihren Internetauftritt und die Art Ihrer Ansprache aus. Dazu müssen Sie sich klarmachen, wer Ihre Kunden sind, was sie benötigen und was sie bei Ihnen finden sollen.

Sorgen Sie für Klarheit und Struktur und lassen Sie Unwichtiges weg. Ihre Kunden finden sich so besser zurecht und Ihre Homepage wird besser von den Suchmaschinen gefunden.

Machen Sie sich klar, wer Ihre Kunden sind und was Sie benötigen.

Homepage erstellen: Worauf muss ich achten?

Domainname: Ihre Internetadresse

Zu einem erfolgreichen Internetauftritt gehört ein unverwechselbarer und leicht zu merkender Domainname – dieser ist Ihre persönliche Adresse im World Wide Web. Je prägnanter die Adresse, desto eher wird sich ein Besucher an sie erinnern und Ihre Firma im Internet wiederfinden.

Ideal für gewerbliche Zwecke ist, die Internetadresse aus dem Firmen- oder einem Produktnamen abzuleiten. Ob die Wunsch-Domain noch frei ist, lässt sich unter www.denic.de kostenfrei prüfen. Dort kann die Domain auch gebührenpflichtig angemeldet werden. Unternehmer sind schneller erfolgreich, wenn sie ihren Haupt-Domainnamen unter unterschiedlichen Namen registrieren lassen. Auch so genannte „Vertipper-Domains“ sollten Sie für sich reservieren. Wichtig, falls ein externer Dienstleister sich darum kümmert: Die Rechte an der Domain müssen bei Ihrer Firma liegen, nicht bei Ihrem Dienstleister.

Benutzerführung

Auch die informativste Website verliert schnell ihre Besucher, wenn die Nutzer sich nicht auf ihr zurechtfinden. Je komplexer Ihr eigener Internetauftritt ist, desto wichtiger ist eine eindeutige Navigation. Die Besucher Ihrer Website sollten überall und jederzeit wissen, wo sie sich gerade befinden und wie sie zu den anderen Seiten gelangen. Dann bleiben die User auf Ihrer Website und werden zu potenziellen Kunden.

Textgestaltung

Ihre Kunden müssen schnell verstehen können, was Sie zu bieten haben. Schreiben Sie deshalb kurze, prägnante Sätze und keine zu langen Texte. Aufzählungen und grafische Elemente erleichtern das schnelle Erfassen der Informationen. Zwischenüberschriften helfen bei der Gliederung. Diese müssen wie die Hauptüberschrift kurz und knapp gehalten sein und die zentralen Schlüsselbegriffe enthalten. Das unterstützt auch die Auffindbarkeit der Internetseite durch Suchmaschinen wie Google & Co. Passende Bilder und Infografiken unterstützen die Informationsaufnahme.

Verständlichkeit

Denken Sie bei Ihrem Internetauftritt vor allem an Ihre Zielgruppe. Formulieren Sie sachlich, klar und ansprechend. Verfassen Sie kurze Sätze und stellen Sie das Wichtigste an den Anfang. Seien Sie sparsam mit Fachbegriffen. Diese verwirren häufig, denn eine Unternehmensseite ist kein Fachseminar. Fehlerfreie Texte vermitteln dagegen einen professionellen Eindruck.

Responsive Design

Achten Sie darauf, dass Ihre Homepage auch auf mobilen Endgeräten gut dargestellt wird. Eine Möglichkeit ist, bei der Gestaltung des Internetauftritts so genanntes Responsive Design (auf deutsch etwa: reaktionsfähiges, bedarfgesteuertes Design) einzusetzen. Das bedeutet, dass sich die Webseiten automatisch an die Anforderungen des jeweiligen Endgerätes (PC, Tablet, Smartphone usw.) anpassen, auf dem sie dargestellt werden. Dies betrifft insbesondere die Anordnung und Darstellung einzelner Elemente, wie Navigationen, Seitenspalten und Texte, aber auch die Nutzung unterschiedlicher Eingabemöglichkeiten, wie Maus, Touchscreen usw.

Verfügbarkeit

Stellen Sie sicher, dass Ihre Website immer erreichbar ist. Einen eigenen Server zu betreiben, ist mit einigen Kosten verbunden und erfordert entsprechende Kenntnisse. Prüfen Sie daher Angebote von Web-Hosting-Dienstleistern, beispielsweise auf Hosttest. Dies ist meist deutlich günstiger, als eine eigene Infrastruktur aufzubauen und kontinuierlich zu warten. Bei den großen Anbietern haben Sie die Gewissheit, dass die Server stabil laufen – 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche.

Kontaktmöglichkeiten

Ihren Internetauftritt erstellen Sie für Ihre Kunden. Zeigen Sie diesen deshalb auch, wie und wann Sie zu erreichen sind. Neben Firmennamen und -adresse gehören dazu die Öffnungszeiten und eine Karte mit Wegbeschreibung, am besten mit Routenplaner (z. B. Google Maps). Stellen Sie Ihr Team vor und zeigen Sie, wer dem Interessenten wobei helfen kann. Dazu gehören auch direkte Kontaktmöglichkeiten per Telefon, Fax oder E-Mail.

Impressum

Machen Sie im Impressum alle Angaben, die das Telemediengesetz (TMG) verlangt. Das sind unter anderem Ihr Name und Ihre Anschrift, bei juristischen Personen auch die Rechtsform, die E-Mail-Adresse und die zuständige Aufsichtsbehörde, falls das Unternehmen eine behördliche Zulassung benötigt. Außerdem gehören dazu Einträge in das Handels-, Vereins-, Partnerschafts- oder Genossenschaftsregister und, sofern vorhanden, die Umsatzsteuer- oder Wirtschafts-Identifikationsnummer. Wenn für die Berufsausübung die Zugehörigkeit zu einer Kammer verlangt wird, muss diese ebenfalls angegeben werden. Der Impressum-Generator von eRecht24 hilft bei der Erstellung des Impressums für den eigenen Internetauftritt.

Disclaimer (Haftungsausschluss) und Urheberschutz

Wenn Sie von Ihrer Website auf externe Seiten verlinken, sollten Sie darüber informieren, dass Sie für den Inhalt dieser externen Seiten nicht verantwortlich sind. Anderenfalls könnten Sie sich strafbar machen, etwa wenn auf einer der verlinkten externen Seiten rechtlich unzulässige Inhalte zugänglich gemacht werden. Das gilt auch dann, wenn solche Inhalte erst auf der Website auftauchen, nachdem Sie den Link gesetzt haben.

Achten Sie auch darauf, dass Sie bei der Erstellung Ihres Internetauftritts keine urheberrechtlich geschützten Inhalte unberechtigt verwenden. Das gilt für Texte ebenso wie für Bilder oder grafische Elemente, etwa Landkarten-Ausschnitte neben einer Wegbeschreibung. Auf solche Fälle sind Abmahnanwälte spezialisiert. Holen Sie immer die Genehmigung des Rechtsinhabers ein, bevor Sie externes Material verwenden, und machen Sie auf Ihrer Website die dazu verlangten Angaben (z. B. Rechteinhaber-Hinweis bei einem Foto).

Suchmaschinenoptimierung (SEO): Auffindbarkeit beim eigenen Internetauftritt erhöhen

Alle Arbeit am eigenen Internetauftritt ist vergebens, wenn die Homepage nicht gefunden wird. Dass Google – die im Deutschland mit einem Marktanteil von rund 95 Prozent mit Abstand meistgenutzte Suchmaschine – positiv auf einen Internetauftritt anspricht, ist zentral für den Erfolg im Netz. Einige Faustregeln helfen, um von Suchmaschinen gut erfasst zu werden.

Kleiner SEO-Leitfaden

  • Schreiben Sie verständlich und verwenden Sie im Text Such- und Schlüsselbegriffe, um die es den Kunden geht. Google mag Texte, in denen die User finden, was sie suchen.
  • Sorgen Sie regelmäßig für aktuelle Inhalte auf Ihrem eigenen Internetauftritt.
  • Formulieren Sie Überschriften und Zwischenüberschiften. Verwenden Sie dort die zentralen Begriffe, ebenso im Seitentitel über der eigentlichen Website. Den Suchmaschinen hilft das bei der Identifizierung der wichtigsten Inhalte auf Ihrer Website – und den Lesern ebenso.
  • Platzieren Sie keinen Text oder wichtige Begriffe in Bildern. Diese werden von Google nicht als Text erkannt und deshalb auch nicht gefunden.
  • Setzen Sie sinnvolle interne Links auf Ihre eigene Website und auf qualitativ hochwertige externe Webseiten – nicht nur in der Navigation, sondern auch im Text.
  • Ihr eigener Internetauftritt sollte stimmig und sinnvoll strukturiert sein. Wichtige Inhalte, die in einer unteren Ebene verschwinden, werden auch von Suchmaschinen schlechter gefunden.

Wer diese Tipps beherzigt, hat zwar lange noch nicht alle Möglichkeiten eines professionalen SEO-Marketings ausgereizt. Aber es sind die wichtigsten Grundlagen geschaffen. Denn der Trend bei Suchmaschinen geht weg von der Analyse von Keywords und hin zu Texten, die einen Mehrwert schaffen und die Leser auf der Seite halten.

Mehrwert für den Kunden schaffen

Es gibt weitere Features, mit dem Ihr Internetauftritt Mehrwert für Ihre Kunden schafft. Nutzen Sie diese, um Ihre Kunden an Ihr Unternehmen zu binden. Welche Elemente das sind, hängt von Ihrem Geschäftsmodell und den Bedürfnissen der Kunden ab. Denkbar ist ein Blog, in dem Sie über aktuelle Trends in Ihrer Branche berichten oder Reiseempfehlungen geben. Für jedes Feature gilt: Es sollten Ihr Fachwissen und die Informationen über das Thema im Vordergrund stehen.

Ebenso können Sie einen Bereich für Referenzen oder Berichte über erfolgreiche Projekte einrichten. Nichts überzeugt Kunden mehr als zufriedene andere Kunden. Außerdem sorgen Sie so für Aktualität auf Ihrer Website.

Beispiele für Kunden-Mehrwert

Von FAQs auf Ihrer Website – also Antworten auf häufig von Nutzern gestellten Fragen – profitieren beide Seiten. Ihre Kunden finden schnell Antworten auf typische Fragen zu Ihrem Angebot. Und Sie bieten auf Ihrer Homepage ein echtes Plus und reduzieren zudem die Zahl technischer oder organisatorischer Anfragen, die viel Zeit kosten können.

Ähnlich verhält es sich mit Gebrauchsanweisungen, der Speisekarte, Gutscheinen oder anderen Produktinformationen, die Sie zum Download anbieten. Für Ihre Kunden ist das ein echter Mehrwert und Sie reduzieren die Zahl oft zeitraubender Anfragen.

Unternehmen und der digitale Wandel: Hier gibt es Hilfe im Netz

Autor/in

K. Waldheim

Jan. 2018

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