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Jobben im Studium: Den Unterhalt bestreiten und erste Karriereschritte machen

Studiengebühren, Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und Freizeit – so ein Studentenleben kostet Geld. Für die Finanzierung gehen viele Studierende arbeiten. Doch welche Studentenjobs bieten sich an und mit welchen rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen müssen sich die Studierenden dabei befassen?

Darauf müssen Studierende achten

Für viele Schulabgänger beginnt mit der Studienzeit auch der Eintritt in die Arbeitswelt. 68 Prozent der deutschen Studierenden gehen in der Vorlesungszeit einem Nebenjob nach – so das Ergebnis der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Zum Vergleich: 2012 waren es nur 62 Prozent, die neben den Vorlesungen jobbten.

59 Prozent der 2016 befragten Studierenden gaben an, auf das Geld angewiesen zu sein, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. 53 Prozent wollten außerdem durch die Arbeit praktische Erfahrungen sammeln. Im Schnitt arbeiten Studierende etwa neun Stunden in der Woche und wenden 33 Stunden für ihr Studium auf.

Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

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Jobben im Studium: Welcher Nebenjob ist der beste?

Viel Geld verdienen oder lieber eine Anstellung finden, die sich gut im Lebenslauf macht? Oft locken Gastronomie, Messen und Promotionagenturen mit hohen Stundensätzen plus zusätzlichem Trinkgeld.

Doch ob sich zukünftige Arbeitgeber durch solche Nebentätigkeiten beeindrucken lassen, ist in vielen Fällen fraglich. Studierende sollten daher genug Freiräume für studienrelevante Praktika schaffen oder sich direkt nach einem passenden Nebenjob umsehen.

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„Das Praktikum – Einstiegschance in das Berufsleben“

Diese Beispiele zeigen, welche Studentenjobs zu welchem Fachgebiet passen:

  • Der Mathestudent gibt Nachhilfe und bereitet sich so auf seinen Lehrerjob vor.
  • Wen es in den Journalismus zieht, arbeitet freiberuflich für eine Zeitung.
  • Studierende, die als Dozenten an der Hochschule bleiben wollen, sollten als wissenschaftliche Hilfskraft (HiWi) Erfahrungen sammeln.
  • Sprachbegabte, die später einen Job als Übersetzer ergattern möchten, suchen sich am besten in den Semesterferien Nebenjobs im Ausland.
  • Studierende in Medizinfächern werden im Pflegebereich für Nebentätigkeiten angestellt.

Hier gibt's die Jobs

Wer auf Jobsuche ist, sollte stets die Augen offenhalten. Oft gibt es Aushänge mit Jobangeboten am Schwarzen Brett des Fachbereichs oder Aushänge in der Mensa. Andere Jobanbieter suchen nach Studierenden bevorzugt über Stellenanzeigen in lokalen Zeitungen, die nicht immer auch online veröffentlicht werden.

Über das Internet finden Studierende zudem eine Vielzahl an Stellenangeboten – zum Beispiel auf folgenden Seiten:

An welche Versicherungen sollten Studierende mit Nebenjob denken?

Nicht erst bei Antritt eines Nebenjobs sollten sich Studierende über die wichtigsten Versicherungen informieren. Denn beispielsweise bei Einzug in die erste eigene Wohnung setzen viele Vermieter eine Hausratversicherung voraus. Wer sich durch Studentenjobs einen höheren Lebensstandard leisten kann, tut gut daran, das zusätzliche Geld sinnvoll anzulegen – in private Kranken- und Rentenversicherungen zum Beispiel.

Einen umfassenden Überblick bietet unser Artikel „Versicherungen rund um Ausbildung und Berufseinstieg“. Sie haben weitere Fragen zu Ihrer Absicherung? Unsere Ansprechpartner vor Ort sind gerne für Sie da.

Ansprechpartner finden

FAQ: Was muss ich beim Jobben im Studium beachten?

„Ich will während des Studiums arbeiten. Muss ich eine Steuererklärung machen?“

Wer langfristig geringfügig beschäftigt ist und mit dem Einkommen unter 450 Euro im Monat bleibt, muss keine Steuererklärung abgeben. Der Arbeitgeber führt einen pauschalen Anteil des Einkommens an das Finanzamt ab.

„Muss ich mich selbst um die Krankenversicherung kümmern, wenn ich als Student arbeite?“

Auch hier kommt es auf die Einnahmen der Studierenden und das Alter an: Die monatliche Einkommensgrenze liegt bei 425 Euro, beim Ausüben einer geringfügigen Beschäftigung bei 450 Euro. Wer darüber liegt, kann in der Regel nicht in der Familienversicherung bleiben. Wer älter ist als 25 Jahre meist auch nicht.

„Was muss man bei Nebenjobs in den Semesterferien beachten?“

Wer beispielsweise in der vorlesungsfreien Zeit eines Jahres höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage jobbt, ist von der Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungspflicht befreit.

„Kann ich arbeiten und gleichzeitig BAföG beziehen?“

BAföG-Empfänger müssen nicht mit Auswirkungen auf die Höhe der Unterstützung rechnen, wenn sie unter 450 Euro im Monat verdienen.

„Sollte ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich selbstständig arbeite?“

Es gibt Freiberufler und gewerbliche Selbstständige – es ist die Tätigkeit, die auch bei Studierenden entscheidet. Wer beispielsweise nebenberuflich als Messe-Hostess arbeitet, kann das über einen Gewerbeschein machen. Wer hingegen Webseiten designt, führt eine freiberufliche Arbeit aus, die nicht als Gewerbe gilt. Um die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben muss sich der Studierende in beiden Fällen selbst kümmern.

Unser Tipp

Die meisten Hochschulen bieten kostenlose Sozialberatungen an, in denen die Studienfinanzierung geklärt werden kann.

Job im Studium: Fünf Fallbeispiele

Die einfache Option: Minijob für Studierende

Annika ist 20 Jahre und studiert Germanistik. Da sie später im Marketing arbeiten will, jobbt sie in einer Kommunikationsagentur als studentische Aushilfskraft für 450 Euro im Monat. Ihre Chefin ist so zufrieden mit ihrer Leistung, dass sie ihr eine Teilzeitstelle anbietet. Doch Annika lehnt ab – sie will weiterhin in der Familienversicherung bleiben, ungekürztes BAföG erhalten und keine Sozialabgaben und Steuern zahlen. Von der Rentenversicherungspflicht hat sie sich bereits befreien lassen.

Studieren und arbeiten: Vom Nebenjob zur Vollzeitstelle

BWL-Studentin Rosa (24) macht es anders: Sie hat ihren Traumjob in einer Unternehmensberatung gefunden. Sie arbeitet dort meist mehr als 20 Stunden die Woche und verdient durchschnittlich etwa 900 Euro im Monat. Es schreckt sie nicht ab, dass sie deshalb einkommensteuerpflichtig ist sowie Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen muss – denn nach ihrem nahenden Abschluss lockt die Festanstellung im Unternehmen.

Nebenjob im Studium: Selbstständig und freiberuflich

Franco (23) studiert Produktdesign an einer Fachhochschule. Da sein Vater Italiener ist, gibt er als Freiberufler Italienischunterricht an einer Volkshochschule. Außerdem entwirft er Herrenmode, die er über das Internet und auf Märkten verkauft. Dafür hat Franco ein Gewerbe angemeldet. Solange er mit den gesamten Einnahmen unter der Grenze des Steuerfreibetrags von 8.820 Euro pro Jahr bleibt, muss er keine Einkommensteuern zahlen.

Jobben beim Studium: Balance finden

Laura (22, Hauptfach Soziologie) arbeitet seit Kurzem in einem Schnellrestaurant am Flughafen. Sie übernimmt oft Nacht- und Wochenendschichten. Nach wenigen Wochen merkt sie, dass ihr Biorhythmus durcheinander ist und sie sich kaum noch auf die Hochschulveranstaltungen konzentrieren kann. Außerdem hat sie wenig Zeit für ihre Freunde. Laura kündigt daher und sucht sich eine Stelle als Kellnerin in der Innenstadt, ohne Pendeln und Nachtschichten.

Studentische Aushilfe in den Semesterferien

Moritz ist 21 und studiert Sport. Während der Vorlesungszeit trainiert er ehrenamtlich die Jugendmannschaft seines Fußballvereins. Nebenjobs nimmt er deshalb nur während der Sommerferien an, gern dort, wo körperliche Arbeit gefordert ist: als Erntehelfer oder Lagerarbeiter. Da Moritz weniger als 50 Tage arbeitet, muss er keine Sozialabgaben zahlen und hat noch genügend Zeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren.

Jobben beim Studium: Von diesen Vorteilen profitieren Studierende

Studierende, die sich ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren, können sich meist einen höheren Lebensstandard leisten. Viele genießen die Unabhängigkeit von den Eltern. Außerdem bringt die Eigenständigkeit wichtige Erfahrungen mit sich: Die Studierenden lernen, sich selbst um die Fragen nach Versicherung, Steuern und anderen Faktoren der Arbeitswelt zu kümmern.

Die Arbeitserfahrung, die sie sammeln, hilft ihnen zusätzlich bei weiteren Bewerbungen und liefert wichtige Zusatzqualifikationen, die eine Hochschule nicht bieten kann. Manchem Studierenden wird durch seinen Nebenjob erst bewusst, welchen Berufsweg er einschlagen will. Ideal ist es, wenn sich durch den Studienjob bereits wichtige Kontakte in der angestrebten Branche ergeben und der Wechsel ins Berufsleben dadurch erleichtert wird.

Mit diesen Nachteilen müssen Studierende beim Jobben im Studium rechnen

In jedem Fall bringt ein Studienjob Verantwortung mit sich. Arbeiten Studierende, sollten sie stets auf ihr Zeitmanagement achten: Durch viele Arbeitsstunden verlängern sich bei manchen die Studienzeiten. Sie leiden unter Stress und Überforderung, wenn sie den Anforderungen von Job und Studium nicht immer gleichzeitig gerecht werden können. Dieser Interessenkonflikt wird manchmal zur großen seelischen Belastung.

Studierende sind bei Arbeitgebern beliebt, da sie oft sehr flexibel sind sowie auch Schicht- und Wochenendarbeit übernehmen. Doch gerade das bedeutet für die studentischen Aushilfen den Verzicht auf Freizeit und weniger Zeit für das Privatleben.

Studieren und arbeiten: Die richtige Balance

Damit Studierende das richtige Verhältnis zwischen Nebenjob und Studium finden, müssen sie vorausschauend planen und ihre Zeit gut strukturieren. Beispielsweise sollte der Arbeitgeber frühzeitig erfahren, wann Prüfungsphasen anstehen und wann deshalb die Arbeitszeiten gekürzt werden müssen. Gibt es nicht genug Freiraum für das Privatleben (Sport, Hobbys, Freunde, Familie), droht auch Studierenden ein Burnout. Daher bieten einige Hochschulen Workshops zum Thema Zeitmanagement und Selbstorganisation an.

Zusätzlich können Achtsamkeitstrainings die nötige Entspannung bringen. Unser Artikel erklärt, wie man Achtsamkeit in den Alltag integriert.

Schon gewusst?

Studierende können bei der R+V Versicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute abschließen. So sind sie gegen das finanzielle Risiko einer Berufsunfähigkeit abgesichert – zu geringen Startbeiträgen bei hoher Flexibilität.

Weiterführende Infos zu Nebenjobs für Studierende

  • Das Hochschulteam der Arbeitsagentur informiert Studierende und Absolventen zu allen Fragen rund um Jobs und Karriere.
  • Auch die Seite Studis-Online.de widmet sich ausführlich dem Thema Studienfinanzierung.
  • Wer gern während des Studiums oder danach im Ausland arbeiten will, kann sich auf der Internetseite Rausvonzuhaus.de informieren.
  • „Welcher Job passt zu deinem Studium?“ – diese Frage klärt XING Campus, eine Unterseite des sozialen Karriereportals für Studierende.

Autor/in

C. Hartmann

Dez. 2017

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