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Online-Bewerbung: Anschreiben und Lebenslauf

Eine Online-Bewerbung zu schreiben, ist heute einer der häufigsten Bewerbungswege, denn die Mehrheit der Unternehmen bevorzugt die Bewerbung via Internet. Damit die Bewerbung nicht scheitert, müssen gerade Berufsanfänger wissen, was Arbeitgeber erwarten. Wir zeigen die wichtigsten Kniffe – für die Online-Bewerbung und die gute alte Bewerbungsmappe.

Voll im Trend

Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland bevorzugen heute Online-Bewerbungen. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter Personalern aus verschiedenen Branchen. Wer eine Online-Bewerbung schreiben möchte, hat zwei Möglichkeiten:

  • eine Bewerbung per E-Mail senden – das wünschen 38 Prozent der Arbeitgeber,
  • sich über ein Online-Bewerbungstool bewerben – das stellt jedes fünfte Unternehmen bereit.

Immerhin noch 27 Prozent der Unternehmen bevorzugen weiterhin die schriftliche Bewerbungsmappe.

Digitale Bewerbung: Anschreiben seriös formulieren

Eine E-Mail ist schnell geschrieben und versandt. Darin liegt aber auch das Problem, wenn Sie eine Online-Bewerbung schreiben: Das schnelle Medium verführt gerade Berufsanfänger dazu, nachlässig und fehlerhaft zu formulieren.

Die wichtigsten Regeln:

  • Eine eindeutige Betreffzeile wählen, die die konkrete Bezeichnung der angestrebten Stelle enthält.
  • Wenn in der Anzeige nicht anders angegeben: Die Online-Bewerbung immer an einen persönlichen Ansprechpartner adressieren – nicht an eine allgemeine Adresse wie z. B. „info@unternehmen.de“.
  • Für den eigenen E-Mail-Account eine seriöse Absenderadresse wählen, die den eigenen Namen enthält.
  • In der Bewerbung: Anschreiben so höflich wie eine klassische Bewerbung formulieren, und zwar von der Anrede bis hin zur Grußformel.
  • Seriös bleiben und nicht in einen lässigen E-Mail-Jargon verfallen.
  • Die Dateianhänge der Bewerbung – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – in dieser Reihenfolge in einem PDF zusammenfassen und mitsenden. So muss sich die Personalabteilung nicht durch eine Vielzahl von Anhängen klicken und es geht nichts verloren.
  • Die Reihenfolge der Zeugnisse im PDF sollte der Anordnung der Stationen im Lebenslauf entsprechen.
  • Der Anhang sollte insgesamt nicht größer als 3 MB, maximal 5 MB sein.
  • Niemals eine Massenbewerbung an mehrere Unternehmen schicken. Erfahrene Personaler merken das sofort.

Gründlich auf Fehler prüfen

Für eine Online-Bewerbung gilt das Gleiche wie für eine schriftliche Bewerbung: Sie muss vollständig, fehlerfrei und sorgfältig formuliert sein.

Wichtig vor dem Absenden der Bewerbung: Prüfen Sie Anschreiben und Dokumente auf jeden Fall noch einmal gründlich auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit. Lesen Sie am besten die ausgedruckte E-Mail Korrektur und nicht flüchtig am Bildschirm. Ein guter Trick ist auch, die E-Mail-Bewerbung testweise an die eigene Adresse zu senden und zu prüfen. Zudem kann es auch ratsam sein, eine andere Person Korrektur lesen zu lassen.

Sorgfalt geht vor Schnelligkeit

Online-Bewerbung schreiben oder Bewerbungs­mappe versenden?

Wünscht der Arbeitgeber Bewerbungen per E-Mail, über ein Online-Bewerbungsformular oder als schriftliche Bewerbungsmappe? Das verraten meist die Stellenanzeige oder der Jobbereich auf der Webseite des Unternehmens.

Bewerben auf der Webseite

Manche Unternehmen stellen Online-Bewerbungstools bereit. Die Jobsuche wird dabei standardisiert: Bewerber füllen ein Online-Formular aus und laden ihre eingescannten Dokumente auf der Unternehmenswebseite hoch.

Dass immer mehr Unternehmen über Web-Formulare Online-Bewerbungen einreichen lassen, hat seinen Grund. Durch die standardisierten Formulare lassen sich die Bewerbungen mit deutlich geringerem Aufwand managen. Joachim Diercks, Geschäftsführer des Recruiting-Dienstleisters Cyquest und Betreiber des Recrutainment Blogs, nennt einen weiteren Vorteil: „Ein Bewerbungstool prüft selbst die hundertste Bewerbung am Tag noch objektiv, vorurteilsfrei und ohne Ermüdungserscheinungen.“

Bewerbungs­formular ausfüllen: Die wichtigsten Tipps

Sie freuen sich auf den Berufseinstieg, sitzen startbereit vor einer Karriere-Website und möchten Ihre Online-Bewerbung schreiben? Das sollten Sie auf jeden Fall beachten:

  • Immer alle Felder ausfüllen (sofern das Bewerbungstool nicht ohnehin auf unausgefüllte Felder hinweist).
  • Knapp, sorgfältig und dennoch prägnant formulieren.
  • Orientieren Sie sich bei Ihren Formulierungen an den Begriffen aus der Stellenanzeige. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, von der Bewerbungssoftware positiv ausgewählt zu werden.
  • Bevor Sie die Bewerbung absenden: Anschreiben und andere Textfelder ausdrucken – dann können Sie die Bewerbung noch einmal in Ruhe prüfen.
  • Auch von der fertiggestellten Bewerbung sollten Sie einen Screenshot oder Ausdruck erstellen. Dann liegen Ihnen Ihre Angaben auch bei einer Einladung zum Vorstellungsgespräch noch vor.

Chance für Berufsanfänger

Online-Tests

Wer kurz vor dem Berufseinstieg steht, wird häufig zur Teilnahme an einem Online-Test aufgefordert. Unternehmen testen damit logisches Verständnis, Sprachkompetenz oder fachspezifisches Wissen.

Für Schulabgänger und Absolventen sind die Tests aber auch eine Chance. „Bei einem Online-Test zeigen Bewerber oft Fähigkeiten, die allein durch ihre Noten nicht deutlich geworden wären“, sagt Recruiting-Experte Diercks. So haben auch solche Kandidaten eine Chance auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, die ohne den Test aussortiert worden wären.

Die Tests sind für die Unternehmen ein Instrument zur Vorauswahl. „Die endgültige Entscheidung, wer eingestellt wird, erfolgt immer noch von Mensch zu Mensch“, so Diercks.

Lebt noch: Die klassische Bewerbungsmappe

Die klassische Bewerbungsmappe ist nicht ausgestorben. Ein Viertel der Arbeitgeber erwartet von ihren Bewerbern weiterhin eine schriftliche Bewerbung auf dem Postweg. Häufig sind es kleinere Unternehmen, etwa Handwerksbetriebe.

Was gehört in eine vollständige Bewerbungsmappe?

  • Individuelles Anschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf – am besten mit einem Bewerbungsfoto (dieses vermittelt einen Eindruck des Bewerbers und zeigt idealerweise, wie gut er zum Unternehmen passt, auch wenn Arbeitgeber aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes kein Foto mehr verlangen dürfen – Tipps für Bewerbungsfotos gibt das Portal Karrierebibel)
  • Zeugnisse und sonstige Bescheinigungen – etwa über Praktika oder Weiterbildungen

Klasse statt Masse: Massenbewerbung bringt nichts

Anschreiben individuell formulieren

Im Bewerbungsschreiben überzeugt der Bewerber das Unternehmen von seinen Qualifikationen und seiner Motivation für die Stelle. Wer seine persönliche Note einbringt, sticht unter der Vielzahl von Bewerbungen heraus. Entscheidend ist zudem, einen Bezug zwischen dem angestrebten Job und der eigenen Person herzustellen. Das Anschreiben müssen Bewerber deshalb individuell auf das Unternehmen zuschneiden. Im Anschreiben den Lebenslauf zusammenzufassen, reicht nicht aus.

Im Artikel Bewerbungsschreiben: Die Kür in der Bewerbung zeigen wir, wie Sie im Anschreiben überzeugen.

Lebenslauf: Zentrales Dokument der Bewerbung

Ob für die ausgedruckte Bewerbung oder bei der Online-Bewerbung: Für die Personalabteilung ist der Lebenslauf das wichtigste Dokument. Er muss schnell lesbar und übersichtlich sein. Die zentralen Stationen sollte der Bewerber im Lebenslauf jeweils in ein bis zwei Zeilen erläutern. So kann das Unternehmen sich ein Bild von den bisherigen Aufgaben und Tätigkeiten des Kandidaten machen.

Am meisten interessieren das Unternehmen die Erfahrungen, die der Bewerber zuletzt gemacht hat. Deshalb wird der Lebenslauf chronologisch absteigend aufgebaut. Die jüngsten Stationen werden zuerst aufgeführt, die am längsten zurückliegenden am Ende.

Hilfe beim Lebenslauf erstellen

Die Form des Lebenslaufs ist stark standardisiert. Deshalb spricht nichts dagegen, sich bei der Erstellung von Online-Tools wie lebenslauf.com oder Karrieresprung unterstützen zu lassen.

Hier finden Sie einen beispielhaften Lebenslauf

Die Anordnung von „Ausbildung“ und „Berufliche Laufbahn“ kann auch getauscht werden – je nach Situation.

Wichtig ist, dass der Bewerber den Lebenslauf inhaltlich auf das jeweilige Unternehmen abstimmt und seine Kompetenzen deutlich werden.

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Autor/in

C. Hartmann

Apr. 2017

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