Grafiken: Die Ängste-Zahlen im Überblick

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Große Sorge um Umwelt und Klima: Die Überschwemmungen im Juli machen den Menschen Angst. Eine Befragung kurz vor und eine kurz nach der Flutkatastrophe zeigen: Die Sorgen schnellen drastisch nach oben – bei Naturkatastrophen und Wetterextremen noch stärker als beim Klimawandel.

Die zehn größten Ängste 2021

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Die finanziellen Folgen von Corona bestimmen 2021 die Top-Sorgen der Deutschen. Die meisten Befragten befürchten, dass der Staat dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt, um die Pandemie-Schulden abzutragen. Diese Angst wurde zum ersten Mal abgefragt und ist direkt auf Platz eins der Studie gelandet. Auch auf Platz zwei und drei folgen finanzielle Sorgen. In der Corona-Krise befürchtet etwa jeder zweite Befragte, dass die Lebenshaltungskosten steigen und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden. Deutlich abgenommen hat die Angst vor einer Wirtschaftsflaute, sie ist von Platz vier im Vorjahr auf Platz zehn in diesem Jahr gesunken. Spannend so kurz vor der Bundestagswahl: Die Sorge, dass die Politiker mit ihren Aufgaben überfordert sind, steigt in die Top Ten auf. Im Vorjahr lag sie noch auf Platz zwölf. Die Umweltängste zählen immer zu den großen Sorgen der Deutschen, das ist auch 2021 so.

Top Ten – Veränderungen zum Vorjahr

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Große Veränderungen gibt es unter den zehn größten Ängsten nur bei einem Thema: Deutlich weniger Deutsche als im Vorjahr fürchten eine Wirtschaftsflaute.

Ranking 2021 – Plätze 11 bis 22

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Hinkt Deutschland bei der Digitalisierung hinterher? Danach hat das R+V-Infocenter in der Corona-Krise erstmals gefragt. Trotz großer Präsenz in den Medien landet das Thema nur auf Platz zwölf der Ängste. Bemerkenswert: Noch weniger Befragte fürchten sich vor einer schweren Erkrankung und vor einer Infektion mit Corona.

Plätze 11 bis 22 – Veränderungen zum Vorjahr

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Trotz der Corona-Krise am stärksten gesunken: Die Angst vor steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Auch eine mögliche Drogensucht der eigenen Kinder bereitet weniger Befragten Kopfzerbrechen als im vergangenen Jahr. Am deutlichsten steigt die Sorge um die eigene Partnerschaft – und landet dennoch abgeschlagen auf Platz 22.

Der Angstindex – der Durchschnitt aller Ängste

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Wenig Sorgen trotz Ausnahmesituation: Der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – verharrt auch im zweiten Corona-Jahr auf niedrigem Niveau.

Die Top-Ängste 2006 bis 2021

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Die Zyklen der größten Ängste: Anfang des Jahrtausends bedrückten die Deutschen vor allem wirtschaftliche Sorgen – die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten erreichte Spitzenwerte. Als 2011 die Rettungsschirme für überschuldete EU-Staaten in aller Munde waren, rückte die Angst in den Vordergrund, dass die EU-Schuldenkrise teuer für den deutschen Steuerzahler wird. Unter dem Eindruck der Attentate der IS-Terrormiliz 2016 verstärkte sich die Terrorangst enorm. Sie stand zwei Jahre auf Platz eins der Ängste-Skala. 2021 treten als Folge der Pandemie wieder wirtschaftliche Ängste in den Vordergrund. Am meisten Angst haben die Deutschen davor, dass sie für die Corona-Schulden zur Kasse gebeten werden.

Hohe Staatsverschuldung schürt Geldsorgen

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Auf den vorderen Plätzen der Ängste-Studie dreht sich im zweiten Corona-Jahr alles ums Geld. Die meisten Befragten befürchten, dass der Staat wegen der Schuldenlast der Corona-Krise dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt. Zudem hat jeder zweite Deutsche Angst davor, dass die Lebenshaltungskosten steigen und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise stärker zur Kasse gebeten werden. Ein Blick auf die amtlichen Statistiken zeigt, dass die Ängste der Deutschen sehr realistisch sind. Tatsächlich sind die Staatsverschuldung und die Inflationsrate deutlich gestiegen.

Steigende Preise beunruhigen viele Deutsche

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Steigende Lebenshaltungskosten beschäftigen in der Corona-Krise viele Deutsche. Wie schon im Vorjahr hat jeder zweite Befragte Angst davor, dass er wegen steigender Ausgaben weniger Geld im Portemonnaie hat – Platz zwei der diesjährigen Umfrage.

Angst vor einer Wirtschaftsflaute sinkt

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Im zweiten Jahr der Corona-Krise nimmt die Wirtschaft wieder Fahrt auf. Entsprechend hat sich die Furcht vor einer Rezession wieder etwas gelegt. Während zu Beginn der Pandemie noch fast jeder zweite Befragte besorgt auf die wirtschaftliche Entwicklung blickte, sind es jetzt nur noch 40 Prozent.

Euro-Schuldenkrise bedrückt die Deutschen

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In den vergangenen Jahren haben die hohen Schulden einiger EU-Staaten die Deutschen stark beschäftigt. Wie im Vorjahr zeigt sich auch 2021 der Einfluss der Corona-Krise auf die wirtschaftlichen Ängste: Rund jeder zweite Befragte fürchtet, dass die Euro-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Damit bleibt diese Sorge für viele Deutsche ein wichtiges Thema.

Die Deutschen und ihre Politiker

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Traditionell trauen die Deutschen den Politikern wenig zu. 2020 erreichten diese Bedenken mit 40 Prozent den niedrigsten Wert seit zwei Jahrzehnten. 2021 verharren diese Sorgen auf dem Niveau des Vorjahrs – nur 41 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind. Für ein Wahljahr ein moderater Wert. Zum Vergleich: Bei der Wahl vor vier Jahren haderten 55 Prozent mit den Politikern.

Mäßige Schulnoten für Politiker

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Zufrieden können die Politiker in der Regierung und der Opposition mit ihren Noten nicht sein. Im Jahreszeugnis erhalten sie im Schnitt eine 3,8 (2020: 3,4). Auffällig: Ein „sehr gut“ oder „gut“ findet sich deutlich seltener im Politiker-Zeugnis als die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“. Die Politiker im Wahljahr: bei nachlassender Leistung noch versetzt.

Angst vor Konflikten durch Zuwanderung

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Die Sorge vor einer Überforderung des Staates durch die große Zahl der Geflüchteten hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Im Unterschied dazu sinkt die Angst vor möglichen Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern auf 42 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Stand seit 2015.

Zuwanderungsthemen beunruhigen Ostdeutsche mehr

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Bei den Zuwanderungsthemen zeigen sich erhebliche Ängste zwischen Ost und West. 42 Prozent der Westdeutschen befürchten, dass der Staat durch Geflüchtete überfordert ist. Im Osten ist das mit 58 Prozent die Top-Angst. Deutlich ist auch der Unterschied zwischen Ost und West bei der Furcht vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern. Insgesamt gilt: Männer bereiten diese Themen mehr Angst als Frauen.

Nach der Flutkatastrophe schnellen Umweltängste in die Höhe

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2021 bleiben die Umweltängste trotz vieler regionaler Unwetter in der regulären Umfrage moderat. Das ändert sich erst nach der Flutkatastrophe, wie eine Zusatzumfrage im Juli zeigt: Das Hochwasser treibt diese Ängste in Rekordhöhen. 61 Prozent der Befragten haben Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. 69 Prozent befürchten, dass Naturkatastrophen und Wetterextreme zunehmen. Damit liegen diese Ängste bei der Online-Umfrage um mehr als 20 Prozentpunkte über den Normalwerten.

Furcht vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln

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Dioxin in Eiern, Mikroplastik in Fischen und Meeresfrüchten, Pestizide im Gemüse: Viele Verbraucher fragen sich, was sie überhaupt noch gefahrlos essen können. Dementsprechend groß ist auch die Angst: 2021 befürchten 43 Prozent der Deutschen, dass Nahrungsmittel immer stärker mit Schadstoffen belastet sind – Platz fünf und damit weit oben im Ranking.

Neue Frage: Digitalisierung in Deutschland

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Homeoffice und Homeschooling – im zweiten Corona-Jahr fragt das R+V- Infocenter zum ersten Mal nach dem Zukunftsthema Digitalisierung. Das Ergebnis ist klar: Bei den 14- bis 19-Jährigen – der Schüler-Generation – fürchtet jeder zweite Befragte, dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterherhinkt. Mit steigendem Alter nimmt diese Angst ab. Bei den Über-60-Jährigen bereitet die Digitalisierung nur noch knapp jedem Dritten Sorgen.

Angst vor politischem Extremismus

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Seit 2001 fragt das R+V-Infocenter nach der Angst vor Extremismus. Auch in diesem Jahr bleibt die Sorge unter der 40-Prozent-Marke: 38 Prozent der Befragten befürchten, dass sich der politische Extremismus ausbreitet. Doch welches politische Spektrum haben die Deutschen dabei im Hinterkopf? Auf Nachfrage des R+V-Infocenters zeigt sich eine bemerkenswerte Reihung: Mit 42 Prozent haben die meisten Befragten Angst vor Rechtsextremismus. Islamistische Extremismus ängstigt 37 Prozent, vor Linksextremisten fürchten sich lediglich elf Prozent.

Angst vor Terroranschlägen

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20 Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York liegt die Angst vor Terroranschlägen mit 32 Prozent weit hinten im Ranking auf Platz 16. Nach 9/11 blieb die Terrorangst lange auf hohem Niveau. Ihren bisherigen Höchststand erreichte diese Sorge 2016/2017 nach den Attentaten der Terror-Miliz IS in Europa. Seit einigen Jahren nehmen Gewaltaktionen ab, dementsprechend sinkt auch die Furcht vor terroristischen Anschlägen.

Angst vor Arbeitslosigkeit

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2020 rüttelten in der Corona-Krise die Anzeichen einer bevorstehenden Insolvenzwelle viele Deutsche auf – die Angst vor höheren Arbeitslosenzahlen sprang auf 40 Prozent. 2021 entspannt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Das spiegelt sich auch in den Sorgen der Deutschen wider: Die Angst vor höherer Arbeitslosigkeit sinkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich um neun Prozentpunkte – stärker als alle anderen Ängste.

Angst vor dem Verlust des eigenen Jobs

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Wenn Unternehmen massiv Stellen abbauen, fürchten viele Bürger um ihren Job. In der Corona-Krise spielt diese Angst jedoch eine untergeordnete Rolle: Nur knapp jeder vierte Befragte befürchtet, selbst arbeitslos zu werden. Trotz Wirtschaftskrise und Lockdown-Schließungen ist diese Angst 2021 so gering wie nie zuvor.

Angst vor schwerer Erkrankung

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Trotz des allgegenwärtigen Corona-Virus fürchtet sich 2021 nur etwa jeder Dritte Deutsche vor einer schweren Erkrankung. 2020 – zu Beginn der Pandemie – sank diese Angst überraschenderweise auf den tiefsten Stand seit Beginn der Befragung. Im Jahr 2005, nach der Gesundheitsreform, bereitete das Thema doppelt so vielen Deutschen Sorgen.

Angst vor schwerer Erkrankung/Corona-Infektion

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Im zweiten Pandemie-Jahr sind viele Menschen geimpft, andererseits gibt es zahlreiche Virus-Mutationen. Wirkt sich das auf die Ängste vor einer Corona-Infektion und vor schweren Erkrankungen aus? Spannend der Blick auf die Altersgruppen: Die älteren Deutschen sorgen sich am meisten um ihre Gesundheit. Bei ihnen ist die Angst vor einer schweren Erkrankung deutlich größer als vor einer Corona-Infektion. Je jünger die Befragten, desto größer das Vertrauen in die eigene Gesundheit. Bei ihnen gilt – anders als bei den Älteren: Die Angst vor einer schweren Erkrankung ist deutlich geringer als die vor einer Corona-Infektion.

Pflegefall ist vor allem ein Thema für Frauen

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Rund 4,1 Millionen Pflegebedürftige gibt es derzeit in Deutschland. Entsprechend groß ist auch die Angst davor, im Alter auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen zu sein – sie beunruhigt 41 Prozent der Befragten. Bei Frauen, die in den meisten Fällen auch die Pflegenden in den Familien sind, ist diese Angst generell größer als bei Männern.

Die Top-Ängste im Ost-West-Vergleich

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Ein Blick auf die zehn größten Ängste zeigt, dass die Bürger im Osten bei allen Top-Themen sorgenvoller sind. Besonders hervor sticht der Unterschied beim Thema Überforderung des Staates durch die Geflüchteten: Im Osten ist das mit 58 Prozent die größte Angst, die Westdeutschen sind hier viel gelassener. Relativ einig sind sich Ost und West beim Thema Wirtschaftslage. Im Osten fürchten 41 Prozent eine Wirtschaftsflaute, im Westen nur ein Prozent weniger.

Die zehn größten Ängste in Ost und West

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Welche Themen stehen in Ost und West im Fokus? Während im Osten die Angst, dass der Staat durch Geflüchtete überfordert ist, auf dem Spitzenplatz steht, dominiert im Westen die Sorge vor Steuererhöhungen und Leitungskürzungen als Folge der Corona-Schulden.

Durchschnittliche Angst in Ost und West

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Der Angstindex zeigt: Im Osten machen sich die Menschen generell mehr Sorgen als im Westen. Allerdings werden die Unterschiede seit etwa zehn Jahren geringer. 2021 gibt es einen Unterschied von fünf Prozentpunkten.

Die Top-Ängste bei Frauen und Männern im Vergleich

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Die finanziellen Folgen der Corona-Politik sind bedrohlich – da sind sich die meisten Frauen und Männer 2021 einig. Unterschiede gibt es bei der Intensität der Sorgen. Interessant: Mehr Männer als Frauen befürchten, dass die EU-Schuldenkrise teuer für den Steuerzahler wird und dass die große Zahl der Geflüchteten den Staat überfordert. Am stärksten sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei den Themen Schadstoffen in Nahrungsmitteln und Pflegefall im Alter. Frauen sind da deutlich besorgter als Männer.

Durchschnittliche Angst von Frauen und Männern

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Der Langzeitvergleich zeigt: Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Das bleibt auch im Jahr 2021 unverändert.

Mit dem Alter steigt die Angst

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Je älter, desto besorgter: Generell steigt die Angst mit den Lebensjahren an. 2021 sind die Unterschiede jedoch nur gering.

Die Top-Ängste in den Altersgruppen

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Ob alt oder jung: Alle Altersgruppen sind sich einig, dass Steuererhöhungen und Leistungskürzungen durch die Corona-Politik bedrohlich sind. Die größte Sorge ist das allerdings nur für die 20- bis 39-Jährigen. Für die Jüngsten steht an erster Stelle, dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterherhinkt. Auch der Klimawandel landet bei ihnen unter den drei größten Ängsten. Die 20- bis 59-Jährigen fürchten an erster Stelle steigende Lebenshaltungskosten. Kaum überraschend: Ab 60 Jahren steigt die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden. Sie landet in dieser Gruppe noch vor den wirtschaftlichen Sorgen auf Platz eins.