Grafiken zur Studie „Die Ängste der Deutschen 2016“

Die Ängste im Zeitverlauf – Highlights aus 25 Jahren

Die Deutschen sind keine Angsthasen. Im Gegenteil: Wie der Rückblick auf 25 Jahre zeigt, haben die Sorgen der Bundesbürger durchaus einen realen Hintergrund.

  • Anfang der neunziger Jahre dominierten Ängste vor Krankheit und Pflegefall. Damals begannen die öffentlichen Diskussionen über die Renten- und Gesundheitsform. Zudem rückte erstmals das Thema demografischer Wandel in den Fokus.
  • Ab Mitte der neunziger Jahre fürchteten sich viele Deutsche vor Arbeitslosigkeit und steigenden Lebenshaltungskosten – Rezession, Massenentlassungen und auch die Ernüchterung nach der Wende prägten diese Zeit.
  • Um die Jahrtausendwende – nach der Einführung des Euro – war die Hauptsorge vieler Bundesbürger, dass das Leben immer teurer wird. Nach 2001 trieb das Attentat auf das World-Trade-Center die Angst vor Terroranschlägen dauerhaft in die Höhe.
  • Während der Finanz- und Wirtschaftskrise rückten ab 2007 wirtschaftliche Sorgen in den Mittelpunkt. Und der Orkan Kyrill erhöhte die Sensibilität für Naturkatastrophen.
  • In jüngster Zeit schließlich machen die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und die Flüchtlingskrise massiv Angst. Beide Themen verstärken auch die Furcht der Bürger, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind.
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Ranking 2016 – Top 10

Terrorangst und politische Sorgen dominieren in diesem Jahr das Angstprofil. Fast drei Viertel aller Bürger fürchten sich vor terroristischen Anschlägen – das ist der bisher höchste Wert bei dieser Frage und erstmals Platz 1 im Ranking. Mit 67 Prozent ist eine weitere Sorge so hoch wie nie zuvor: Sehr viele Deutsche befürchten, dass es durch den weiteren Zuzug von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern kommen könnte. Auffällig: Alle Ängste unter den Top 10 liegen über der 50-Prozent-Marke – diese Ängste bewegen die überwiegende Mehrheit der Bürger.

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Top 10 – Veränderungen zum Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr sind viele Ängste enorm gestiegen – zweistellige Zuwachsraten dominieren. Solche starken Veränderungen bei so vielen Sorgen: Das ist bisher einzigartig.

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Ranking 2016 – Low 10

Was auffällt: Im Gegensatz zu früheren Jahren ist die Angst vor Naturkatastrophen nach hinten gerutscht, nachdem sie viele Jahre immer unter den sieben größten Ängsten war. Allerdings bleibt der Wert mit 52 Prozent weiterhin hoch. Andere Sorgen haben diese Umweltangst überlagert. Gleiches gilt auch für die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage oder vor sinkendem Lebensstandard im Alter. Schlusslicht bleibt wie in allen 25 Studien die Angst vor der Trennung vom Partner.

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Low 10 – Veränderungen zum Vorjahr

Auch hier sind fast alle Sorgen gestiegen, vor allem die Wirtschaftsängste. Die persönlichen Sorgen, wie die Angst vor Jobverlust oder der Drogensucht der eigenen Kinder, spielen in diesem Jahr jedoch eine untergeordnete Rolle.

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Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste

Nie zuvor im Laufe der R+V-Studie sind die Ängste innerhalb eines Jahres so drastisch in die Höhe geschnellt wie 2016. Der Angstindex – der Durchschnitt der langjährig abgefragten Sorgen – steigt sprunghaft um 10 Prozentpunkte und erreicht mit 49 Prozent ein enorm hohes Niveau.

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Die Furcht vor Terror im Zeitverlauf

Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 schnellt die Terrorangst nach oben und bleibt bis heute auf hohem Niveau. Mehr noch: Die Attentate in jüngster Zeit in Paris und Brüssel treiben die Furcht vor terroristischen Anschlägen mit 73 Prozent auf den bisher höchsten Wert. Zum allerersten Mal steht diese Angst im Ranking auf Platz 1.

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Die Angst vor Gewalt und Zuwanderung

Die Angst vor Eskalation der Gewalt und vor Konflikten durch Zuwanderung zeichnet ein dramatisches Bild. Alle Sorgen zu diesen Themen sind gegenüber dem Vorjahr drastisch gestiegen und belasten die überwiegende Mehrheit der Bürger.

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Die Furcht vor Kontrollverlust der Politiker

Rund zwei Drittel der Bundesbürger befürchten, dass die Politiker ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen sind. Fast ebenso viele Bundesbürger haben Angst davor, dass die große Zahl der Flüchtlinge die Deutschen und die Behörden überfordert. Müssten die Volksvertreter noch die Schulbank drücken, wäre ihre Versetzung akut gefährdet: 44 Prozent der Deutschen benoten die Arbeit von Regierung und Opposition mit 5 oder 6.

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Die Angst vor der EU-Schuldenkrise


Die Furcht vor den Kosten der Euro-Schuldenkrise stagniert auf hohem Niveau. Weiterhin hoch bleibt vor allem die Sorge, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt: 65 Prozent der Bürger äußern dies. Viel weniger Sorgen machen sie sich um den Euro als Währung.

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Der Angstindex von Männern und Frauen

Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Der Unterschied ist in den vergangenen Jahren jedoch geringer geworden.

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Die 7 größten Ängste von Frauen und Männern

Das Ranking der Top-Ängste ist bei Frauen und Männern sehr ähnlich. Dennoch gibt es Unterschiede: So haben Frauen deutlich mehr Angst vor Bedrohungen durch Terroristen oder Extremisten. Zudem ist die Vorstellung, im Alter als Pflegefall anderen zur Last zu fallen, für Frauen mit mehr Angst verbunden als bei Männern. Das überrascht nicht, denn viele Frauen haben schon Familienangehörige gepflegt und wissen so aus erster Hand, wie beschwerlich das Leben als Pflegefall ist.

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Der Angstindex in West und Ost

Ost und West nähern sich seit 10 Jahren beim Thema Angst an – die großen Unterschiede der 1990er Jahre gehören der Vergangenheit an.

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Die 7 größten Ängste in West und Ost

Bei den 7 größten Ängsten in Ost und West sind die ersten 6 Plätze im Ranking identisch und die Werte sehr ähnlich. Das hat es so bislang noch nicht gegeben. Offensichtlich eint Ost und West die Angst vor Gewalt, Zuwanderung, überforderten Politikern und den Folgen der EU-Schuldenkrise.

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