„Die Ängste der Deutschen 2017“: Grafiken

Große Angst vor Gift im Essen


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Vergiftete Eier, gepanschter Wein, Gammelfleisch: Die Deutschen sorgen sich um die Qualität ihrer Nahrung. Seit 2013 ist die Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln gestiegen und liegt 2017 bei 58 Prozent – Platz fünf der größten Ängste.

Die zehn größten Ängste 2017

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Die Angst vor Terroranschlägen liegt mit deutlichem Abstand auf Platz eins und erreicht mit 71 Prozent einen der höchsten Werte, der jemals in der R+V-Langzeitstudie gemessen wurde. Wie im Vorjahr belegen die Ängste vor politischem Extremismus und vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern die Plätze zwei und drei. Auffällig: 2017 überspringt fast die Hälfte der abgefragten 20 Sorgen die 50-Prozent-Marke – deutlich mehr als in den meisten Studien zuvor. Groß ist auch die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden. Da aktuelle Themen diese Sorge überschatten, liegt sie mit 52 Prozent allerdings nur auf Platz neun im Ranking.

Top 10 – Veränderungen zum Vorjahr

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Fast alle Ängste sind in diesem Jahr leicht gesunken. Nur zwei Sorgen sind etwas größer geworden – beide betreffen die Umwelt.

Ranking 2017 – Low 10

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Gleich fünf Ängste sind in diesem Jahr auf Rekordtief: Weniger Deutsche als je zuvor fürchten sich vor einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland, vor dem Verlust des eigenen Jobs, vor einer wirtschaftlichen Flaute und vor einer Gefährdung der Euro-Währung. Auch die Sorge, dass die eigenen Kinder drogen- oder alkoholabhängig werden könnten, ist auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Umfrage. Schlusslicht im Ranking ist wie immer die Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft.

Low 10 – Veränderungen zum Vorjahr

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In diesem Jahr ist die Befürchtung, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland ansteigen könnten, am stärksten gesunken. Enorm abgesackt ist auch die Furcht vor einem Abwärtstrend der Wirtschaft.

Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste

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Die meisten Ängste sind gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dadurch ist auch der Angstindex – der Durchschnitt der abgefragten Sorgen – im Vergleich zu 2016 gesunken. Allerdings wäre es falsch, daraus zu schließen, dass die Deutschen sorglos sind. Denn im Licht des mittel- und langfristigen Wandels betrachtet sind die Top-Ängste 2017 sehr hoch und liegen weit über dem üblichen Niveau (siehe auch Ranking Top 10).

Große Terrorangst seit Anschlag in New York

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Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 schnellte die Terrorangst nach oben und bleibt bis heute auf hohem Niveau. Nach den zahlreichen Attentaten in Europa erreichte sie im vergangenen Jahr ihren bisherigen Höchststand. 2017 ist die Angst vor terroristischen Attentaten nur minimal gesunken: Mit 71 Prozent ist sie weiterhin extrem hoch und steht mit Abstand auf Platz eins im Ranking.

Dauerthema Euro-Schuldenkrise

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Die Furcht vor den Kosten der Euro-Schuldenkrise bleibt auf hohem Niveau. Trotz leichtem Rückgang befürchtet mehr als jeder zweite Deutsche, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt. Viel weniger Sorgen machen sich die Bürger um den Euro als Währung.

Große Angst vor verheerenden Unwettern

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Stürme, Starkregen, Hagel, Überschwemmungen: 56 Prozent aller Deutschen haben große Angst davor, dass sich Wetterextreme in Zukunft häufen. Ein Blick auf den Langzeitvergleich zeigt, dass diese Furcht fast durchgehend über der 50-Prozent-Marke liegt – ein deutlicher Hinweis auf die Brisanz des Themas.

Die Deutschen und ihre Politiker

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Die Mehrheit der Deutschen zweifelt daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind – allerdings mit einem Rückgang von 10 Prozentpunkten. Bemerkenswert: Zum zweiten Mal in Folge sinkt diese Angst vor einer Bundestagswahl. Das war in früheren Wahlkampfzeiten anders. Leicht verbessert haben sich auch die Schulnoten, mit denen die Befragten die Arbeit der Politiker bewerten konnten – von durchschnittlich 4,2 auf 3,9.

Auf Rekordtief: Die Angst vor Arbeitslosigkeit

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Die deutsche Wirtschaft boomt und sorgt dafür, dass die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Wert seit über 25 Jahren sinkt. Mit der Quote sinkt auch die Angst der Deutschen: Nie zuvor im Verlauf der Umfrage fürchteten sich so wenige Befragte vor einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Deutschland und vor dem Verlust ihres eigenen Jobs.

Durchschnittliche Angst von Frauen und Männern

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Der Langzeitvergleich zeigt: Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Allerdings ist der Unterschied in den vergangenen Jahren geringer geworden.

Die Top-10-Ängste im Vergleich Frauen und Männer

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Gewalt ängstigt Frauen deutlich mehr als Männer. Das zeigt sich unter anderem bei der Furcht vor Terroranschlägen. Große Unterschiede in der Intensität der Sorgen gibt es auch bei Umweltängsten und bei der Befürchtung, im Alter pflegebedürftig zu werden.

Veränderungen bei Frauen und Männern

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Am stärksten gesunken sind die wirtschaftlichen Ängste – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Da deutlich weniger Frauen als im Vorjahr befürchten, dass ihre Kinder drogen- oder alkoholabhängig werden könnten, sinkt diese Angst bundesweit auf 28 Prozent – und damit auf Rekordtief.

Durchschnittliche Angst in Ost und West

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Ost und West nähern sich seit etwa 10 Jahren beim Thema Angst an – die großen Unterschiede der 1990er Jahre gehören der Vergangenheit an.

Die Top-10-Ängste im Ost-West-Vergleich

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Ein Blick auf die Top-10-Ängste zeigt, dass die meisten Sorgen in Ost und West nahezu auf gleichem Niveau sind. Der größte Unterschied 2017: Im Osten fürchten sich deutlich mehr Bürger vor steigenden Lebenshaltungskosten als im Westen.

Veränderungen in Ost und West

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Ein deutlicher Rückgang in Ost und West bewirkt, dass die wirtschaftlichen Sorgen 2017 auf Rekordtief sind. Bemerkenswert: Im Osten ist die Angst vor Naturkatastrophen sprunghaft gestiegen. Damit ist diese Sorge in Ost und West mittlerweile fast gleich hoch – im Unterschied zu früher: In der Vergangenheit beschäftigten „grüne“ Themen die Westdeutschen meist deutlich mehr.

Altersgruppe 40+ hat am meisten Angst

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Bei den jüngsten Befragten ist die Welt noch in Ordnung und die Angst relativ gering. Ab einem Alter von 20 Jahren steigen die Sorgen spürbar an und sinken erst wieder bei den über 60-Jährigen.

Die Top-3-Ängste der Altersgruppen

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Ob jung oder alt – Terror macht den Deutschen in allen Altersgruppen am meisten Angst. Auch mögliche Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern gehört in jedem Alter zu den Top-3-Ängsten. Komplett unterschiedlich ist eine weitere Sorge: Während sich die ganz jungen Befragten vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung fürchten, sorgen sich die über 20-Jährigen erheblich um Schadstoffe in Nahrungsmitteln. Bei der dritten Altersgruppe gehört die Furcht vor einer Ausbreitung des politischen Extremismus zu den drei größten Ängsten. Und kaum verwunderlich: Bei den Ältesten ist die Befürchtung pflegebedürftig zu werden besonders groß.

USA unter Trump: Sonderfrage 2017

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Trotz der anhaltend kritischen Berichterstattung über die Politik von US-Präsident Donald Trump reagieren die Deutschen ziemlich gelassen: Nur rund ein Drittel (34 Prozent) der Befragten befürchtet, dass Deutschland mit den USA einen wichtigen Bündnispartner verlieren könnte. Das zeigt eine Sonderbefragung zur diesjährigen Ängste-Studie.