Grafiken: Die Ängste-Zahlen im Überblick


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America first: Die Politik des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump beunruhigt die Deutschen weit mehr als eine schwere Erkrankung oder eine Infektion mit dem Corona-Virus – in Ost und West, bei Männern und Frauen.

Angst vor Corona: Unterschiede in den Altersgruppen


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Trotz Corona ist die Angst vor einer schweren Erkrankung mit 32 Prozent eher gering. Gilt das auch für Covid-19? Das R+V-Infocenter hat nachgefragt. Mit dem gleichen Ergebnis: Ebenfalls nur etwa jeder dritte Befragte befürchtet, dass er selbst oder seine Familie und Freunde sich mit dem Virus infiziert. Unterschiede zeigen sich jedoch in den Altersgruppen: Während die Angst vor einer Krankheit vor allem die Bürger der Altersgruppe 60 + umtreibt, bedrückt Corona auch die Jüngeren.

Die zehn größten Ängste 2020


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Donald Trumps Politik und wirtschaftliche Sorgen sind 2020 die Top-Themen der Deutschen. Die meisten Befragten befürchten, dass die Politik des US-Präsidenten die Welt gefährlicher macht. Damit ist diese Angst zum zweiten Mal nach 2018 auf Platz eins der Studie. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen ausschließlich wirtschaftliche Sorgen. In der Corona-Krise befürchtet etwa jeder zweite Befragte, dass die Lebenshaltungskosten steigen und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden. Von Platz 14 im Vorjahr auf den vierten Platz springt die Furcht vor einem Rückgang der Wirtschaft. In der Corona-Krise hat das R+V Infocenter zum ersten Mal danach gefragt, ob die Deutschen befürchten, dass es durch die Globalisierung häufiger zu Pandemien kommt. Das Thema, das täglich die Nachrichten prägt, landet lediglich auf Rang neun.

Top 10 – Veränderungen zum Vorjahr


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Die innenpolitischen Sorgen – in den vergangenen Jahren stets auf den Spitzenplätzen – haben durchweg an Bedeutung verloren. Am stärksten gesunken sind die Ängste rund um die Zuwanderung: Sie erreichen nach einem Rückgang von mehr als zehn Prozentpunkten den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. In die Höhe geschossen sind die wirtschaftlichen Ängste.

Ranking 2020 – Plätze 11 bis 22


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Drei Themen treiben 40 Prozent der Befragten um: Klimawandel, die Überforderung der Politiker und steigende Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Unter die 40-Prozent-Marke gerutscht sind die Ängste vor politischem Extremismus und Terroranschlägen. Erstaunlich: Nur 32 Prozent der Deutschen fürchten sich vor einer schweren Erkrankung und vor einer Infektion mit dem Corona-Virus. Und: Trotz der erzwungenen Nähe durch Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice befürchtet nur jeder zehnte Befragte, dass seine Partnerschaft zerbricht (Vorjahr: 18 Prozent).

Plätze 11 bis 22 – Veränderungen zum Vorjahr


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Viele Ängste nehmen in diesem Ausnahmejahr ab – insbesondere Terror und Extremismus lösen weniger Schrecken aus als in den vergangenen Jahren. Andererseits treiben Kurzarbeit und drohende Insolvenzen in stark angeschlagenen Branchen die Angst vor steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland in die Höhe.

Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste


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Weniger Sorgen trotz Ausnahmesituation: Der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – sinkt auf 37 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Studie.

Die Top-Ängste 2006 bis 2020


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Die Zyklen der größten Ängste: Anfang des Jahrtausends bedrückten die Deutschen vor allem wirtschaftliche Sorgen – die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten erreichte Spitzenwerte. Als 2011 die Rettungsschirme für überschuldete EU-Staaten in aller Munde waren, rückte die Angst in den Vordergrund, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für den deutschen Steuerzahler wird. Unter dem Eindruck der Attentate der IS-Terrormiliz verstärkte sich die Terrorangst enorm. Sie stand zwei Jahre auf Platz eins der Ängste-Skala. 2020 rückt zum zweiten Mal nach 2018 die Angst vor den Folgen der Trump-Politik auf Platz eins. Allerdings ist sie heute deutlich geringer als vor zwei Jahren.

Wieder größere Angst vor steigenden Preisen


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Die Corona-Krise heizt 2020 die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten an – sie landet auf Platz zwei der aktuellen Studie. Damit nimmt sie erstmals seit fünf Jahren wieder zu. Kein Vergleich zum Rekord 2008: Damals bewegten hohe Energiekosten und Lebensmittelpreise die Gemüter wie nie zu vor, entsprechend trieb diese Sorge drei Viertel der Deutschen um. Heute ist es rund jeder zweite.

Euro-Schuldenkrise rückt stärker in den Fokus


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In den vergangenen Jahren haben die hohen Schulden einiger EU-Staaten die Deutschen stark beschäftigt. 2020 zeigt sich der Einfluss der Corona-Krise auf die wirtschaftlichen Ängste: Fast jeder zweite Befragte fürchtet, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg – das Thema rückt wieder mehr ins Bewusstsein.

Deutsche befürchten Talfahrt der Wirtschaft


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Die Corona-Krise hat massiven Einfluss auf die wirtschaftlichen Ängste: 48 Prozent der Befragten blicken besorgt auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ursache sind die Beschränkungen während der Pandemie und deren negativen Auswirkungen für die Wirtschaft. Verstärkt wird die Angst durch die Gefahr einer zweiten Corona-Welle, die einen noch tieferen Wirtschaftseinbruch zur Folge haben könnte. Dennoch vertrauen deutlich mehr Deutsche in die Wirtschaftskraft als beispielsweise ab 2009 zu Zeiten der Eurokrise oder als es 2004/2005 zu einem massiven Stellenabbau bei Großkonzernen kam. Damals fürchteten bis zu 70 Prozent eine Talfahrt der Wirtschaft.

Sorgenvoller Blick auf die Umwelt


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Umwelt- und klimapolitische Themen bereiten den Deutschen traditionell große Sorgen – schon lange vor der Protestbewegung Fridays for Future. Die Werte liegen durchgehend oberhalb der 40-Prozent-Schwelle. 2020 haben 40 Prozent der Befragten Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. 44 Prozent befürchten, dass Naturkatastrophen zunehmen und Deutschland immer häufiger von Wetterextremen wie Dürre, Hitzeperioden oder Starkregen betroffen sein wird.

Angst vor Konflikten durch Zuwanderung


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Angst vor Konflikten und soziale Spannungen durch Zuwanderung spielt für weniger Menschen als in den Vorjahren eine Rolle. Die Ängste vor einer Überforderung des Staates durch die große Zahl der Geflüchteten und vor möglichen Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern sind auf dem niedrigsten Stand seit 2015.

Die Deutschen und ihre Politiker


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Traditionell trauen die Deutschen den Politikern wenig zu. So gering wie 2020 waren diese Bedenken noch nie in diesem Jahrtausend: Nur noch 40 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind.

Bessere Noten für Politiker


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Bessere Noten für die Politiker in der Regierung und der Opposition: Im Jahreszeugnis erhalten die Politiker im Schnitt eine 3,4 (2019: 4,0). Auffällig: Fast jeder fünfte Deutsche bewertet ihre Arbeit sogar mit „gut“ oder „sehr gut“. 38,8 Prozent vergeben die Note „befriedigend“. Die Politiker, im Corona-Jahr keine Musterschüler, aber klar versetzt.

Steigende Angst vor Arbeitslosigkeit


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Wenn die Wirtschaft floriert, ist auch die Angst vor Arbeitslosigkeit gering. 2020 rütteln die Anzeichen einer bevorstehenden Insolvenzwelle viele Deutsche auf. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosenquote. Die Folge: Die Angst vor höheren Arbeitslosenzahlen in Deutschland springt von 28 auf 40 Prozent. Ein anderes Ergebnis zeigt der Blick auf die Angst um den eigenen Job: Um ihn macht sich nur jeder vierte Befragte Sorgen. Der Hintergrund: Derzeit trifft die Corona-Krise nicht alle Branchen gleichermaßen. Besonders betroffen sind beispielsweise Kulturbetriebe, Reiseveranstalter oder die Gastronomie.

Durchschnittliche Angst in Ost und West


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Seit etwa zehn Jahren haben sich Ost und West beim Thema Angst angenähert. Seit dem vergangenen Jahr klafft die Schere wieder auseinander – 2020 mit einem Unterschied von sieben Prozentpunkten.

Die Top-10-Ängste im Ost-West-Vergleich


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Ein Blick auf die zehn größten Ängste zeigt, dass die Bürger im Osten bei den meisten Top-Themen sorgenvoller sind. Eine Ausnahme bilden Trumps Politik und die schlechte Wirtschaftslage – sie bereiten der westdeutschen Bevölkerung mehr Angst. Ganz deutlich sichtbar die Unterschiede beim Thema Konflikte durch Zuwanderung: Hier sind die Westdeutschen viel gelassener. Bemerkenswert: In der Vergangenheit haben sich die Bürger im Westen mehr Sorgen um die Umwelt gemacht als die Bürger im Osten. Das hat sich jetzt umgekehrt.

Ost-West-Vergleich der Plätze 11 – 22


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Nicht nur bei den Top-Themen sind die Ostdeutschen besorgter als die Westdeutschen – das zeigen die Ängste auf den Plätzen 11 bis 22.

Die zehn größten Ängste in Ost und West


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Welche Themen stehen in Ost und West im Fokus? Während im Osten die Ängste vor Konflikten durch Zuwanderung nach wie vor auf den Spitzenplätzen stehen, dominieren im Westen die Sorgen vor der Politik von Donald Trump und wirtschaftlichen Problemen.

Durchschnittliche Angst von Frauen und Männern


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Der Langzeitvergleich zeigt: Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts.

Die zehn größten Ängste von Frauen und Männern


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Die Trump-Politik ist bedrohlich – da sind sich die meisten Frauen und Männer 2020 einig. Unterschiede gibt es bei der Intensität der Sorgen und bei den wirtschaftlichen Themen. Interessant: Mehr Männer als Frauen befürchten, dass die EU-Schuldenkrise teuer für den Steuerzahler wird und dass die große Zahl der Geflüchteten den Staat überfordert.

Mit dem Alter steigt die Angst


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Bei den jüngsten Befragten ist die Welt noch in Ordnung und die Angst relativ gering. Ab einem Alter von 20 Jahren steigen die Sorgen spürbar an.

Die Top-Ängste in den Altersgruppen


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Ob alt oder jung: Alle Altersgruppen sind sich einig, dass die Politik von Donald Trump am bedrohlichsten ist. Für die Jüngsten stehen an zweiter und dritter Stelle die Umweltsorgen. Spätestens seit Fridays for Future ist der Schutz von Umwelt und Klima ein Top-Thema für die Jugend geworden. Bei den älteren Bürgern dominieren hingegen die Wirtschaftsängste. Kaum überraschend: Ab 60 Jahren steigt die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden.