Grafiken: Alle Ängste im Überblick

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„America First“-Versprechen, aggressive Handels- und Sicherheitspolitik, „Fake News“-Diskussionen: Mehr als alles andere verschreckt der amerikanische Präsident 2018 die Deutschen. 69 Prozent der Bundesbürger befürchten, dass die Politik von Donald Trump die Welt gefährlicher macht – allen voran die Frauen (72 Prozent).

Die zehn größten Ängste 2018

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Die Top-Angst gilt in diesem Jahr der unkalkulierbaren Politik von Donald Trump. Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben große Angst davor, dass die Politik des US-Präsidenten die Welt gefährlicher macht. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Ängste vor Konflikten durch Zuwanderung. 63 Prozent der Deutschen sorgen sich darum, dass die große Zahl der Flüchtlinge die Deutschen und ihre Behörden überfordert. Ebenso groß ist auch die Angst, dass sich das Verhältnis zwischen den Deutschen und den bereit hier lebenden Ausländern verschlechtert, wenn weitere Ausländer ins Land kommen. Den Politikern trauen die Deutschen noch weniger zu als im Vorjahr. Die Furcht vor der Überforderung der Politiker überspringt die 60-Prozent-Marke und steht damit auf Platz vier im Ranking. Groß ist auch die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden. Da aktuelle Themen diese Sorge überschatten, liegt sie mit 52 Prozent allerdings nur auf Platz zehn im Ranking.

Top 10 – Veränderungen zum Vorjahr

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Terroranschläge haben etwas von ihrem Schrecken eingebüßt. Nach den entsetzlichen Attentaten in Deutschland und Europa lag diese Angst in den vergangenen zwei Jahren mit extrem hohen Werten auf Platz eins. Jetzt ist sie um zwölf Prozentpunkten gesunken und rutscht auf Platz fünf. Deutlich größer als im Vorjahr sind die Ängste vor der Überforderung der Politiker und vor der Überforderung der Deutschen und der Behörden durch die Geflüchteten.

Ranking 2018 – Plätze 11 bis 21

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Zwei Ängste sind in diesem Jahr auf Rekordtief: Weniger Deutsche als je zuvor fürchten sich vor dem Verlust des eigenen Jobs. Und auch die Sorge, dass die eigenen Kinder drogen- oder alkoholabhängig werden könnten, ist auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der R+V-Umfrage. Schlusslicht im Ranking ist wie immer die Angst vor dem Zerbrechen der Partnerschaft. Auffällig: Obwohl die Lebensmittel- und Treibstoffpreise im vergangenen Jahr deutlich angezogen haben, fällt die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 49 Prozent erstmals aus dem Ranking der Top 10. Bis 2010 lag diese Sorge vielfach unangefochten auf Platz eins.

Plätze 11 bis 21 – Veränderungen zum Vorjahr

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Stark gesunken ist die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung – nach einem Rückgang von elf Prozentpunkten liegt sie jetzt bei 35 Prozent. Alle anderen Sorgen auf den Plätzen elf bis 21 haben sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert.

Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste

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Der Angstindex – der Durchschnitt der abgefragten Sorgen – im Vergleich zu 2017 leicht gestiegen und bleibt damit auf hohem Niveau.

Die Top-Ängste 2004 bis 2018

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Die Zyklen der größten Ängste: Anfang des Jahrtausends bedrücken die Deutschen vor allem wirtschaftliche Sorgen – die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten erreichte Spitzenwerte. 2011 rückte die Angst in den Vordergrund, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für den deutschen Steuerzahler wird. Unter dem Eindruck der Attentate der IS-Terrormiliz verstärkte sich die Terrorangst enorm und stand zwei Jahre auf Platz eins der Ängsteskala. 2018 rückt erstmals eine außenpolitische Sorge auf den Spitzenplatz.


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Wie in den vergangenen Jahren macht sich die Bevölkerungsmehrheit große Sorgen um mögliche Konflikte durch Zuwanderung. Allerdings sind die Ängste vor einer Überforderung der Behörden und Bürger durch die Zahl der Geflüchteten und vor möglichen Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern in diesem Jahr nicht so groß wie 2016, dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle.

Die Deutschen und ihre Politiker

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Die Deutschen trauen den Politikern noch weniger zu als im Vorjahr. Mit 61 Prozent zweifelt die überwiegende Mehrheit der Befragten daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind.

Schlechte Noten für Politiker

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Schlechtes Zeugnis für die Politiker in der Regierung und der Opposition: 48 Prozent der Befragten bewerten die Arbeit der Politiker mit ‚mangelhaft‘ oder ‚ungenügend‘ und erklären sie damit zu Sitzenbleibern. Mit einem Anteil von noch nicht einmal sechs Prozent fallen die Noten ‚sehr gut‘ oder ‚gut‘ äußerst spärlich aus.

Große Terrorangst seit Anschlag in New York

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Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 schnellte die Terrorangst nach oben und bleibt bis heute auf hohem Niveau. Nach den zahlreichen Attentaten in Europa erreichte sie in den vergangenen zwei Jahr ihren bisherigen Höchststand. Obwohl diese Angst 2018 am stärksten gesunken ist, bleibt sie weit oben im Ranking (Platz fünf).

Dauerthema Euro-Schuldenkrise

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Die Furcht vor den Kosten der Euro-Schuldenkrise bleibt auf hohem Niveau. Mehr als jeder zweite Befragte befürchtet, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt. Allerdings ist diese Angst in den vergangenen zwei Jahren deutlich geringer geworden als in den ersten Jahren der Euro-Schuldenkrise.

Sorgenvoller Blick auf die Umwelt

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Stürme, Starkregen, Hagel, Überschwemmungen: 56 Prozent der Deutschen haben große Angst davor, dass sich Wetterextreme in Zukunft häufen. Ein Blick auf den Langzeitvergleich zeigt, dass diese Furcht fast durchgehend über der 50-Prozent-Marke liegt – ein deutlicher Hinweis auf die Brisanz des Themas. Seit diesem Jahr fragt R+V auch die Angst vor dem Klimawandel ab. Fast die Hälfte der Befragten äußert die Besorgnis, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat.

Durchschnittliche Angst von Frauen und Männern

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Der Langzeitvergleich zeigt: Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Während die Männer 2018 insgesamt etwas sorgloser geworden sind, steigen die Ängste bei den Frauen an.

Die zehn größten Ängste von Frauen und Männern

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Bei allen Top-Themen 2018 sind die Frauen sorgenvoller. Gewalt ängstigt Frauen deutlich mehr als Männer. Das zeigt sich unter anderem bei der Furcht vor Terroranschlägen und vor politischem Extremismus. Große Unterschiede in der Intensität der Sorgen gibt es auch bei Umweltängsten und bei der Befürchtung, im Alter pflegebedürftig zu werden.

Veränderungen bei den Ängsten von Frauen und Männern

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Stark gesunken sind die Ängste vor Terror und Krieg – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Mehr Sorgen machen sich hingegen beide Geschlechter um die Politiker und um die Überforderung der Bürger und der Behörden durch die große Zahl der Geflüchteten.

Durchschnittliche Angst in Ost und West

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Ost und West nähern sich seit etwa 10 Jahren beim Thema Angst an – die großen Unterschiede der 1990er Jahre gehören der Vergangenheit an.

Die Top-10-Ängste im Ost-West-Vergleich

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Ein Blick auf die Top-10-Ängste zeigt, dass die Bürger im Osten bei den großen Themen etwas sorgenvoller in die Zukunft blicken. Nur die Ängste vor Terror und Naturkatastrophen sind im Westen höher als im Osten.

Veränderungen bei den Ängsten in Ost und West

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In Ost und West sind die Ängste vor Terror und Krieg am stärksten gesunken. Hingegen befürchten in beiden Regionen mehr Bürger als im Vorjahr, dass die Politiker vor ihren Aufgaben überfordert sind. Und auch die Angst vor der Überforderung der Deutschen und der Behörden durch die Geflüchteten ist in Ost und West größer geworden.

Neu: Die Ängste im Nord-Süd-Vergleich

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Erstmals hat das R+V-Infocenter auch nach den Unterschieden in Nord und Süd geforscht – die Zahl der Befragten war jeweils nahezu identisch. Der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Sorgen – ist in beiden Regionen in etwa gleich hoch.

Die Top-10-Ängste im Nord-Süd-Vergleich

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Bei den Top 10-Ängsten zeigen sich die Bürger im Süden deutlich besorgter als die Norddeutschen. Lediglich die Angst davor, im Alter pflegebedürftig zu werden, ist im Norden größer. Einig sind sich die Befragten in Nord und Süd jedoch bei ihrer großen Furcht vor der Politik von Donald Trump.

Die größten Unterschiede zwischen Nord und Süd

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Die überwiegende Mehrheit der Deutschen befürchtet, dass die Zahl der Geflüchteten die Bürger und die Behörden überfordert. Im Süden (68 Prozent) ist diese Sorge jedoch deutlich größer als im Norden (59 Prozent). Auffällig: Im Norden ist die Angst, den eigenen Job zu verlieren, wesentlich höher als im Süden (Nord 30 Prozent / Süd 19 Prozent).

Die Ängste in den Altersgruppen

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Bei den jüngsten Befragten ist die Welt noch in Ordnung und die Angst relativ gering. Ab einem Alter von 20 Jahren steigen die Sorgen spürbar an. Bei den über 60-Jährigen hat nahezu jeder zweite Befragte große Ängste.

Die Top-3-Ängste der Altersgruppen

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Ob jung oder alt – die Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump macht den Deutschen in allen Altersgruppen am meisten Angst. Allerdings steigt diese Sorge mit den Lebensjahren noch einmal deutlich an. Auch Ängste vor Konflikten durch Zuwanderung gehören in fast allen Altersgruppen zu den Top-3-Sorgen. Lediglich bei den 40- bis 59-Jährigen stehen andere Themen noch stärker in Fokus – bei ihnen folgen Zuwanderungsthemen erst auf den Plätzen vier und fünf. Auffällig ist, dass zwei Sorgen nur bei jeweils einer Altersgruppe zu den Spitzenängsten gehören: Während bei den Jüngsten die Furcht vor Naturkatastrophen besonders ausgeprägt ist, sorgen sich die Befragten zwischen 40 bis 59 Jahren noch mehr um die Leistungsfähigkeit der Politiker als um andere Probleme.