Grafiken: Die Ängste-Zahlen im Überblick

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Das „ewige“ Eis schmilzt, Gletscher sterben: Die Klimaerwärmung beunruhigt die Deutschen erheblich. 41 Prozent der Bundesbürger haben Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat.

Die zehn größten Ängste 2019

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Die drei Top-Ängste liegen in diesem Jahr nahezu auf gleichem Niveau. Die Mehrheit der Befragten sorgt sich darum, dass die große Zahl der Flüchtlinge den Staat überfordert und dass sich das Verhältnis zwischen den Deutschen und den bereits hier lebenden Ausländern verschlechtert, wenn weitere Ausländer ins Land kommen. Ebenso viele Menschen befürchten, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die Welt gefährlicher macht. Auch bei den weiteren Ängsten unter den Top zehn gibt es nur geringe Abweichungen. Zum ersten Mal hat das R+V-Infocenter das Thema steigende Immobilienpreise und Mieten aufgegriffen. Und das Ergebnis zeigt den Stellenwert des Problems. Nahezu jeder zweite Bürger hat große Angst davor, dass Wohnen in Deutschland unbezahlbar wird. Mit 45 Prozent springt diese Angst auf Anhieb auf Platz sechs im Ranking.

Top 10 – Veränderungen zum Vorjahr

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Der Rückgang bei den Sorgen zeigt, dass die Deutschen deutlich gelassener sind als im vergangenen Jahr. Am meisten haben Terroranschläge von ihrem Schrecken eingebüßt. Aber auch alle anderen Ängste unter den Top zehn sind geringer geworden – auch die Zuwanderungsthemen.

Ranking 2019 – Plätze 11 bis 21

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Umweltthemen sind ein Dauerbrenner bei den Sorgen. 42 Prozent der Deutschen befürchten, dass Nahrungsmittel immer stärker mit Schadstoffen belastet sind. Und fast ebenso viele Bürger haben Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Ebenso groß ist die Sorge, dass Naturkatastrophen zunehmen und Deutschland immer häufiger von Wetterextremen wie Dürre, Hitzewellen oder Starkregen betroffen wird. Wie im vergangenen Jahr spielen wirtschaftliche Sorgen in der Umfrage zurzeit eine untergeordnete Rolle. Lediglich jeder vierte Deutsche fürchtet sich davor, den eigenen Job zu verlieren – so wenige wie nie zuvor. Kaum höher ist die Angst vor steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Die derzeit leicht schwächelnde Wirtschaft spiegelt sich damit noch nicht in den Ängsten der Deutschen wider. Mit 35 Prozent erreicht die Angst vor einem Abwärtstrend der Wirtschaft sogar den niedrigsten Wert seit 1992 (Platz 14). Auf Rekordtief ist auch die Furcht vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung.

Plätze 11 bis 21 – Veränderungen zum Vorjahr

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Bei den Rängen elf bis 22 zeigt sich das gleiche Bild wie bei den Top zehn: Die Ängste sind geringer als im Vorjahr. Nur bei einer Sorge gibt es keine Veränderung. Nach wie vor fürchten sich 18 Prozent der Deutschen davor, dass ihre Partnerschaft zerbricht. Damit bleibt diese Sorge das Schlusslicht im Ranking – wie in jedem Jahr..

Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste

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Die Stimmungslage in Deutschland hat sich verbessert. Durch einen Rückgang bei fast allen Sorgen sinkt der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – von 47 auf 39 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit 25 Jahren.

Die Top-Ängste 2005 bis 2019

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Die Zyklen der größten Ängste: Anfang des Jahrtausends bedrückten die Deutschen vor allem wirtschaftliche Sorgen – die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten erreichte Spitzenwerte. Als 2011 die Rettungsschirme für überschuldete EU-Staaten in aller Munde waren, rückte die Angst in den Vordergrund, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für den deutschen Steuerzahler wird. Unter dem Eindruck der Attentate der IS-Terrormiliz verstärkte sich die Terrorangst enorm und stand zwei Jahre auf Platz eins der Ängste-Skala. 2019 rückt erstmals ein Zuwanderungsthema auf Platz eins – allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Angst vor Konflikten durch Zuwanderung

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Wie in den vergangenen Jahren macht sich die Bevölkerungsmehrheit große Sorgen um Konflikte und soziale Spannungen durch Zuwanderung. Allerdings sind die Ängste vor einer Überforderung des Staates durch die große Zahl der Geflüchteten und vor möglichen Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern in diesem Jahr bei weitem nicht so groß wie 2016, dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle.

Die Deutschen und ihre Politiker

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Traditionell trauen die Deutschen den Politikern wenig zu. So auch in diesem Jahr: 47 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind – Platz vier im Ranking der größten Ängste. Allerdings ist auch diese Sorge deutlich geringer als im vergangenen Jahr.

Schlechte Noten für Politiker

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Schlechtes Zeugnis für die Politiker in der Regierung und der Opposition: Etwa jeder dritte Deutsche bewertet die Arbeit der Politiker mit ‚mangelhaft‘ oder ‚ungenügend‘ und erklärt sie damit zu Sitzenbleibern. Mit einem Anteil von gut sieben Prozent fallen die Noten ‚sehr gut‘ oder ‚gut‘ äußerst spärlich aus.

Angst vor politischem Extremismus

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Seit 2001 fragt das R+V-Infocenter nach der Angst vor Extremismus. Wie der Langzeitvergleich zeigt, ist diese Sorge durchgehend hoch und übersteigt immer die 40-Prozent-Marke. So auch in diesem Jahr: Fast jeder zweite Befragte (47 Prozent, Platz 5) befürchtet, dass sich der politische Extremismus ausbreitet. Doch welches politische Spektrum haben die Deutschen dabei im Hinterkopf? Auf Nachfrage des R+V-Infocenters zeigt sich eine bemerkenswerte Reihung: Am meisten ängstigt die Befragten der als extrem gewaltsam eingestufte islamistische Extremismus (38 Prozent). Als geringer gilt die Bedrohung durch den Rechtsextremismus (25 Prozent). Vor Linksextremisten fürchten sich lediglich vier Prozent der Befragten.

Große Terrorangst seit Anschlag in New York

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Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 schnellte die Terrorangst nach oben und bleibt bis heute auf hohem Niveau. Da spektakuläre Attentate in Deutschland und Europa 2019 bisher ausgeblieben sind, sinkt die Furcht vor terroristischen Anschlägen auf 44 Prozent – bleibt aber weiterhin unter den Top zehn.

Euro-Schuldenkrise bleibt im Fokus

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Die hohen Schulden einiger EU-Staaten, haben die Deutschen in den vergangenen Jahren stark beschäftigt. 2019 haben immer noch 44 Prozent der Befragten Angst davor, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Damit bleibt diese Angst weiterhin unter den Top zehn.

Sorgenvoller Blick auf die Umwelt

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Umwelt- und klimapolitische Themen bereiten den Deutschen traditionell große Sorgen – schon lange vor dem Aufstieg der Fridays for Future-Protestbewegung. Die Werte liegen durchgehend oberhalb der 40-Prozent-Schwelle. 2019 haben 41 Prozent der Befragten Angst davor, dass der Klimawandel dramatische Folgen für die Menschheit hat. Ebenso viele Deutsche befürchten, dass Naturkatastrophen zunehmen und Deutschland immer häufiger von Wetterextremen wie Dürre, Hitzewellen oder Starkregen betroffen sein wird.

Durchschnittliche Angst von Frauen und Männern

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Der Langzeitvergleich zeigt: Frauen sind grundsätzlich ängstlicher als Männer. Obwohl die Angst bei den Frauen 2019 etwas stärker als bei den Männern gesunken ist, ändert sich daran nichts.

Die zehn größten Ängste von Frauen und Männern

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Gewalt in Form von Terror und Extremismus, aber auch persönliche Probleme wie Pflege bereiten Frauen größere Sorgen als Männern. Interessant: Etwas gelassener als die Männer sind die Frauen bei der Angst vor der Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (Frauen: 54 Prozent, Männer: 58 Prozent). Während bei den Männern diese Angst auf Platz eins steht, ist es bei den Frauen die Furcht vor den Folgen der Trump-Politik.

Durchschnittliche Angst in Ost und West

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Seit etwa zehn Jahren hatten sich Ost und West beim Thema Angst angenähert – 2019 klafft die Schere wieder auseinander. Da die Ängste im Westen stärker gesunken sind als im Osten, zeigt sich beim Angstindex – dem Durchschnitt aller abgefragten Ängste – jetzt ein Unterschied von zehn Prozentpunkten.

Die Top-10-Ängste im Ost-West-Vergleich

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Ein Blick auf die zehn größten Ängste zeigt, dass die Bürger im Osten bei den Top-Themen deutlich sorgenvoller sind. Teilweise überschreiten die Werte dort sogar die 60-Prozent-Marke. Auch wirtschaftliche Themen flößen den Ostdeutschen mehr Angst ein. Den größten Unterschied gibt es bei der Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten: Im Osten hat die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) Angst davor, dass alles immer teurer wird. Diese Sorge teilen im Westen 41 Prozent der Befragten.

Veränderungen bei den Ängsten in Ost und West

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Während im Westen viele Ängste erheblich geringer geworden sind, sind im Osten einige Sorgen sogar größer geworden. Mehr Ostdeutsche als im Vorjahr befürchten beispielsweise, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen.

Die Ängste in den Altersgruppen

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Bei den jüngsten Befragten ist die Welt noch in Ordnung und die Angst relativ gering. Ab einem Alter von 20 Jahren steigen die Sorgen spürbar an.