„Die Ängste der Deutschen“ im Langzeitvergleich

Bereits zum 26. Mal hat das R+V-Infocenter die Deutschen nach ihren größten Ängsten befragt. Der Langzeitvergleich bietet interessante und teilweise erstaunliche Befunde zu den Themen: Terrorismus, Euro-Schuldenkrise, Pflegebedürftigkeit, Naturkatastrophen, Schadstoffe in Nahrungsmitteln, Überforderung der Politiker, Arbeitslosigkeit und Straftaten.

Die sieben größten Ängste 1992 bis 2017

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Mit einem Klick: Übersicht über die Top-Sorgen der R+V-Studie seit Beginn der Befragung im Jahr 1992.

Der Angstindex: Durchschnitt aller Ängste

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Der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Sorgen – gibt Aufschluss über die Stimmungslage in Deutschland. Einige Erläuterungen zu den bisherigen Spitzenwerten der R+V-Studie:

  • 2003 beunruhigten immer mehr Insolvenzen, ein Reformstau in den Sozialsystemen und über vier Millionen Arbeitslose die Deutschen sehr. Da nach dem Anschlag in New York auch die Terrorangst in die Höhe schoss, stieg der Angstindex in diesem Jahr enorm an – und legte sich erst wieder nach den ersten Anzeichen eines Wirtschaftsaufschwungs im Jahr 2006.
  • 2010 verzeichnet die Studie einen erneuten Höchstwert. Auslöser für die wachsende Angst waren alarmierende Nachrichten über Finanzmarktkrisen, Währungskrisen und Rettungsschirme für überschuldete EU-Staaten.
  • 2016 erschütterten harte Auseinandersetzungen über die Flüchtlingskrise und die Einwanderungspolitik das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen stark.
  • 2017 sind die meisten Ängste gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dadurch ist auch der Angstindex im Vergleich zu 2016 gesunken. Allerdings wäre es falsch, daraus zu schließen, dass die Deutschen sorglos sind. Denn im Licht des mittel- und langfristigen Wandels betrachtet sind die Top-Ängste 2017 sehr hoch und liegen weit über dem üblichen Niveau (siehe auch Ranking Top 10).

Große Terrorangst seit Anschlag in New York

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Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 schnellte die Terrorangst nach oben und bleibt seither auf hohem Niveau. 2016 schürten die Attentate der Terror-Miliz IS in Europa die Angst vor Terrorismus massiv. Sie stieg um 21 Prozentpunkte und erreichte damit ihren bisherigen Höchstwert – und erstmals Platz 1 des Ängste-Rankings. 2017 ist die Angst vor terroristischen Attentaten mit 71 Prozent weiterhin extrem hoch und bleibt mit Abstand die größte Sorge der Deutschen.

Dauerthema Euro-Schuldenkrise

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Die Furcht vor den Kosten der Euro-Schuldenkrise bleibt auf hohem Niveau. Trotz leichtem Rückgang befürchtet mehr als jeder zweite Deutsche, dass die EU-Schuldenkrise den deutschen Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt. Mit Recht: Aufgrund seiner Wirtschaftskraft und Bonität kommen bei der Euro-Rettungspolitik hohe Zahlungsverpflichtungen auf Deutschland zu, die Bundesrepublik haftet überproportional. Viel weniger Sorgen machen sich die Bürger um den Euro als Währung.

Mehrheit fürchtet sich vor Pflegefall


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Fast 2,9 Millionen Pflegebedürftige gibt es derzeit in Deutschland. Dementsprechend groß ist auch die Angst davor, anderen im Alter als Pflegefall zur Last zu fallen – sie beunruhigt die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger. Bei Frauen, die in den meisten Fällen auch die Pflegenden in den Familien sind, ist diese Angst generell etwas größer als bei Männern.

Besorgnis über verheerende Unwetter

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Stürme, Starkregen, Hagel, Überschwemmungen: 56 Prozent aller Deutschen haben große Angst davor, dass sich Wetterextreme in Zukunft häufen. Ein Blick auf den Langzeitvergleich zeigt, dass diese Furcht fast durchgehend über der 50-Prozent-Marke liegt – ein deutlicher Hinweis auf die Brisanz des Themas.

Furcht vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln


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Was können Verbraucher noch gefahrlos essen? Noch bevor der jüngste Lebensmittelskandal mit den Fipronil-belasteten Eiern öffentlich wurde, befürchteten 58 Prozent der Deutschen, dass Nahrungsmittel immer stärker mit Schadstoffen belastet sein könnten. Ihren bisherigen Höchststand erreichte diese Angst 2011 nach der EHEC-Epidemie.

Die Deutschen und ihre Politiker

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Die Mehrheit der Deutschen zweifelt daran, dass die Politiker ihren Aufgaben gewachsen sind – allerdings mit einem Rückgang von 10 Prozentpunkten. Bemerkenswert: Zum zweiten Mal in Folge sinkt diese Angst vor einer Bundestagswahl. Das war in früheren Wahlkampfzeiten anders. Leicht verbessert haben sich auch die Schulnoten, mit denen die Befragten die Arbeit der Politiker bewerten konnten – von durchschnittlich 4,2 auf 3,9.

Auf Rekordtief: Die Angst vor Arbeitslosigkeit

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Die deutsche Wirtschaft boomt und sorgt dafür, dass die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Wert seit über 25 Jahren sinkt. Mit der Quote sinkt auch die Angst der Deutschen: Nie zuvor im Verlauf der Umfrage fürchteten sich so wenige Befragte vor einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Deutschland und vor dem Verlust ihres eigenen Jobs.

Angst vor Straftaten seit 1992


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Raubüberfall, Einbruch-Diebstahl oder Betrug: Mehr als jeder vierte Deutsche fürchtet sich davor, Opfer einer Straftat zu werden. Besonders hoch ist die Furcht bei Frauen (Frauen: 36 Prozent, Männer: 23 Prozent) und älteren Menschen. In Ost und West ist die Angst nur geringfügig unterschiedlich (Ost: 32 Prozent, West: 29 Prozent).