05Mai2026 Auto, Reise & Verkehr

    Wenn die Ferienwohnung gar nicht existiert

    Ob Ferienhaus am Meer oder Apartment in den Bergen: Viele Menschen buchen ihre Urlaubsunterkunft online. Das nutzen Betrüger aus – mit täuschend echt aussehenden Angeboten. Das Infocenter der R+V Versicherung rät deshalb, die Website bei der Buchung kritisch zu prüfen.

    Auf den ersten Blick wirkt alles professionell: Die Internetseite zeigt hochwertige Fotos, ausführliche Beschreibungen und sogar Bewertungen oder Siegel. Dennoch kann es sein, dass die Unterkunft gar nicht existiert. Manchmal werden dafür sogar Bilder und Daten echter Objekte kopiert und für gefälschte Angebote verwendet. „Urlauber sollten grundsätzlich vorsichtig sein, wenn sie online eine Ferienunterkunft buchen. Leider tummeln sich auf diesem Gebiet einige Betrüger, und ihre Maschen werden immer raffinierter“, sagt Michael Urban, Schadenexperte bei der R+V Versicherung.

     

    Auf Warnzeichen achten

    Ein Alarmsignal ist ein Preis, der deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Angebote liegt. Auch fehlende oder unvollständige Angaben zum Anbieter sollten misstrauisch machen – etwa wenn nur eine Handy-Nummer angegeben ist, aber keine Anschrift. „Wer auf der Website kein Impressum findet, sollte lieber die Finger von dem Angebot lassen“, warnt R+V-Experte Urban. Doch selbst ein vollständiges Impressum ist keine Garantie für einen seriösen Anbieter. Betrüger kopieren oft Daten anderer Websites.

    Wer einen Verdacht hat, sollte Namen und Adresse genau prüfen oder sich bei Verbänden und örtlichen Tourismusstellen erkundigen. Auch etablierte Buchungsplattformen bieten mehr Sicherheit. Einige prüfen die Anbieter vorab und zahlen das Geld erst nach der Ankunft der Gäste aus.

     

    Vorsicht bei der Bezahlung 

    Besonders kritisch wird es bei der Bezahlung. Misstrauisch sollten Urlauber werden, wenn Anbieter auf schnelle Zahlung drängen oder den gesamten Reisepreis im Voraus verlangen. Wer die Buchung außerhalb der Plattform abwickelt, verliert oft auch deren Schutzmechanismen. Sicherer sind Zahlungsarten wie Kreditkarte oder Lastschrift, da sich Buchungen im Betrugsfall unter Umständen zurückholen lassen. 

    Auch Barzahlung vor Ort kann Teil einer Betrugsmasche sein: In manchen Fällen treffen sich Betrüger mit ihren Opfern, kassieren die Miete bar und übergeben einen Schlüssel, der später nicht passt. „Durch den persönlichen Kontakt wiegen sie die Urlauber in Sicherheit“, sagt Michael Urban. Der Betrug fliegt dann erst vor der Ferienwohnung auf.

     

    Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
    • Angebote vergleichen und Bewertungen genau lesen: Auffällig ähnliche oder übertrieben positive Kommentare können auf Fälschungen hindeuten. Bei privaten Anbietern hilft manchmal der telefonische Kontakt bei der Beurteilung.
    • Bilder der Unterkunft per Rückwärtssuche prüfen – sie können Hinweise auf kopierte Inhalte geben. Branchenverbände veröffentlichen teilweise Listen mit betrügerischen Portalen.
    • Qualitätssiegel können einfach auf die Seite kopiert werden. Gut zu wissen: Echte Siegel sind in der Regel anklickbar und führen auf die Internetseite des jeweiligen Anbieters.
    • Vor der Buchung einen Screenshot oder Ausdruck des Angebots speichern. Nach der Buchung auch Bestätigung, Zahlungsbelege und Schriftwechsel aufbewahren.
    Kontakt für die Medien

    Gesa Fritz

    Pressesprecherin Kfz, Agrar- und Sachversicherungen, Rückversicherung, Verbraucherthemen, Studie „Die Ängste der Deutschen“

    0611 533-52284

    gesa.fritz@ruv.de

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