18Mai2022 100 Jahre

Harry Potter mit russischen Untertiteln

Schloss Freudenberg in Wiesbaden ist nicht die neue Kulisse für die Zauberschule Hogwarts von Harry Potter, sondern war Standort für das TinyHouse und die MissionMiteinander, bei der es um „Flucht und Integration“ ging. Menschen, die sich für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzten, erzählen von ihren Erfahrungen.

Von Caroline Dorn

Viele setzen sich für Menschen aus der Ukraine ein. Die Berichte davon gehen gerade täglich durch die Presse. Die Unterstützung in der Bevölkerung für die ankommenden Geflüchteten ist groß. So auch bei R+V-Mitarbeiterin Daniela Arndt. Für sie und ihre Familie war nach den ersten Bildern aus der Ukraine klar, dass sie helfen wollen: „Wir haben uns als Familie zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können.“ Ihre beiden Söhne zogen kurzerhand in ein Zimmer und machten so Platz für die Ukrainerin Ada und ihrer zwölfjährigen Tochter Diana. Da die beiden wenig Englisch sprechen, sind gemeinsame Kinoabende eine gute Beschäftigung. Damit alle etwas verstehen läuft Harry Potter mit russischen Untertiteln.

Bei strahlendem Sonnenschein auf Schloss Freudenberg redet Moderatorin Lea Luisa Strasburger mit ihren Gästen über Hilfe für Geflüchtete aus Ungarn.

Ariane Patzelt, Leiterin des Sozialleistungs- und Jobcenters Wiesbaden berichtet über Flexibilität, die ihre Mitarbeitenden an den Tag legen müssen: „Wir wussten nicht, wie viele Personen uns erreichen.“ Zwischen 150 und 350 Personen kommen derzeit täglich nach Wiesbaden und benötigen Wohnraum, Sozialhilfe und medizinische Versorgung. Für sie und ihr Team ein enormer Kraftakt.

„Für den Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der R+V war sofort klar: Wir müssen uns da einbringen“, sagt Dr. Ralph Glodek, Geschäftsführer der R+V STIFTUNG über die Hilfsbereitschaft im Unternehmen. Er erklärt, wo die Spenden der R+V hinfließen, was die Stiftung gerade vor Ort für Geflüchtete tut und wie Integration funktionieren kann.

Daniela Arndt erzählt von ihrem Leben zu sechst auf 100 Quadratmetern und ihr Engagement für die ukrainische Geflüchtete in der Nachbarschaft: Behördengänge, Organisation und seelischer Beistand gehören jetzt zu ihrem Alltag.

Der Gründer der Facebook-Gruppe „Lust auf Wiesbaden“ Andreas Rolle spricht über die große Hilfsbereitschaft der Wiesbadener: „Wenn man bei 30.000 Menschen nach Hilfe fragt, ist immer einer dabei, der helfen kann.“ Außerdem erklärt er wie seine Gruppe funktioniert, wie sie arbeiten und welche Herausforderungen und Chancen die Sozialen Medien bieten.

Die Wünsche der Gäste des Tiny Houses für die Zukunft.

Der Hintergrund: Die R+V fährt zu ihrem 100. Geburtstag neun Monate mit dem Tiny House durch Deutschland – immer auf der Suche nach Menschen, die unsere Zukunft zum Besseren verändern. Für die Förderung von Zukunftsprojekten stellt der Vorstand 1,6 Millionen Euro bereit. Die Mitarbeitenden bestimmen im Frühsommer, welche Projekte gefördert werden. Bis dato sind rund 200 Projekte eingegangen, nach und nach werden sie auf der Plattform www.mission-miteinander.de veröffentlicht – einfach reinschauen und staunen über den Ideenreichtum!

Aufzeichnung der Live-Übertragung am 06.04.2022
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