Ergebnisse nach Bundesländern

Lösen die gleichen Themen bei den Bayern große Ängste aus wie bei den Norddeutschen? Sind die Sachsen sorgenvoller als die Berliner? Das Bundesländer-Ranking zeigt, wo die Bürger eher ängstlich oder eher sorglos sind. Bundesweit hat das R+V-Infocenter rund 2.400 Bundesbürger befragt. Da die Fallzahl insbesondere bei den kleineren Bundesländern dementsprechend gering ist, wurden bei der Auswertung einige Länder zusammengefasst: Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz/Saarland sowie Schleswig-Holstein/Hamburg. Dennoch erhebt R+V bei der Auswertung der Bundesländer keinerlei Anspruch auf Repräsentativität. Der Länder-Vergleich kann jedoch einen kleinen Einblick in das Stimmungsbild der verschiedenen Regionen geben.

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Bitte beachten: Im Vergleich der Bundesländer kann aufgrund der zum Teil geringen Fallzahlen eine gewisse Unschärfe/Fehlertoleranz auftreten.

Die Ängste der Deutschen 2019: Die Bundesländer im Vergleich

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Die Deutschen blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Das Angstniveau ist in fast allen Bundesländern zurückgegangen. Nur in Thüringen (plus 18 Prozentpunkte) und Brandenburg (plus 14 Prozentpunkte) ist die Stimmung wesentlich schlechter als im Vorjahr. So nimmt Thüringen in diesem Jahr mit Abstand den Spitzenplatz ein, gefolgt von Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die sorgenfreisten Bundesländer sind wie im vergangenen Jahr Baden-Württemberg (Platz 10) sowie Schleswig-Holstein und Hamburg (Platz 11). In beiden norddeutschen Regionen hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich verbessert.

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Baden-Württemberg (Platz 10)

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  • Die Menschen im Südwesten gehören schon seit Jahren zu den optimistischsten Deutschen (wie 2018 Platz zehn). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Stimmung sogar noch weiter verbessert – und alle Werte liegen unter 50 Prozent. Das ist im Vergleich der Bundesländer einmalig.
  • Am meisten ängstigt die Bürger hier, wie im Vorjahr, die Politik Donald Trumps (47 Prozent).
  • Eine untergeordnete Rolle spielen die Ängste vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (45 Prozent, Platz vier), vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (43 Prozent, Platz fünf) und vor einer Überforderung der Politiker (35 Prozent, Platz zehn). In keiner anderen Region sind diese drei Werte niedriger.
  • Dafür steht in keinem anderen Bundesland die Angst vor Pflegebedürftigkeit so weit oben im Ranking (Platz zwei). Zudem ist dies die einzige Top-10-Angst, die im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist (plus fünf Prozentpunkte).
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Bayern (Platz 9)

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  • In Bayern hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert – Platz neun zusammen mit Berlin und Nordrhein-Westfalen.
  • Spitzenreiter ist – wie in vielen Regionen – die Angst vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (56 Prozent). Auf Rang zwei folgt die Angst vor der Politik Donald Trumps (54 Prozent). Dennoch sind beide Ängste im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken.
  • Bemerkenswert: In keinem anderen Bundesland machen sich die Menschen so wenig Sorgen um politischen Extremismus wie in Bayern (38 Prozent). 
  • Neu unter den Top-10-Ängsten im Süden ist die Furcht vor einer Drogensucht der eigenen Kinder (plus elf Prozentpunkte). Keine andere Sorge hat in diesem Ausmaß zugenommen.
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Berlin (Platz 9)

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  • Die Berliner haben ihre positive Grundhaltung beibehalten (Platz neun, zusammen mit Bayern und Nordrhein-Westfalen). Das Angstniveau ist um sechs Prozentpunkte zurückgegangen.
  • Zwei Themen stehen mit jeweils 55 Prozent ganz vorne auf der Berliner Ängste-Skala: Zum einen sorgen sich die Hauptstädter, dass die EU-Schuldenkrise für den Steuerzahler teuer wird. In keinem anderen Bundesland liegt diese Angst so weit vorn. Ebenso groß ist die Angst vor den Auswirkungen der Politik Donald Trumps.
  • Deutlich entspannt hat sich die Sorge vor politischem Extremismus (Rang acht).
  • Am deutlichsten zugenommen hat mit zehn Prozentpunkten die Angst vor Terrorismus (51 Prozent, Rang 4). 2018 war dieses Thema gar nicht unter den Top-10-Ängsten vertreten.
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Brandenburg (Platz 2)

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  • In Brandenburg hat sich das Blatt gewendet: Gehörten die Menschen dort 2018 noch zu den optimistischsten in Deutschland, ist das Angstniveau jetzt um 14 Prozentpunkte gestiegen – Platz zwei. Nur die Thüringer sind 2019 noch ängstlicher.
  • Bemerkenswert: Im Befragungszeitraum Mai bis Juli waren in Brandenburg alle Top-10-Ängste stärker ausgeprägt als in den anderen Regionen. Rang eins belegt mit 89 Prozent die Angst vor der Politik Donald Trumps, gefolgt von der Angst vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (88 Prozent). 
  • Naturkatastrophen, Wetterextreme und Klimawandel spielten im vergangenen Jahr nur eine untergeordnete Rolle in Brandenburg. Jetzt sind diese Sorgen stark gestiegen – und mit Werten über 70 Prozent deutlich ausgeprägter als in allen anderen Regionen.
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Hessen (Platz 4)

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  • Die Menschen in Hessen blicken sorgenvoller in die Zukunft als im vergangenen Jahr. Im Vergleich der Bundesländer belegt Hessen Platz vier (2018: Platz acht).
  • Auf den Spitzenplätzen stehen wie im Vorjahr die Angst vor der Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (76 Prozent) und vor der Überforderung der Politiker (74 Prozent). 71 Prozent der Hessen machen sich Sorgen um die Folgen der Trump-Politik. Auffällig: Nur die Menschen in Brandenburg fürchten sich noch mehr vor der Politik Donald Trumps und vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge als die Hessen.
  • Besonders deutlich verstärkt hat sich die Angst vor einem sinkenden Lebensstandard im Alter (plus 17 Prozentpunkte, 52 Prozent).
  • Gut jeder zweite Hesse (53 Prozent) befürchtet, dass Wohnen unbezahlbar wird – ein Spitzenwert im Vergleich der westdeutschen Bundesländer.
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Mecklenburg-Vorpommern (Platz 8)

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  • Entspannung im Nordosten: Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind so positiv gestimmt wie seit Jahren nicht mehr – Platz acht (2018: Platz zwei). Hier leben jetzt die mit Abstand sorgenfreisten Menschen in Ostdeutschland.
  • Bemerkenswert ist, dass alle Ängste zurückgegangen sind. Diese Entwicklung teilen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nur mit denen in Nordrhein-Westfalen.
  • Die größten drei Ängste sind dieselben wie im Vorjahr: Die ersten beiden Plätze belegen die Angst vor der Politik Donald Trumps und die Sorge vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (jeweils 59 Prozent). Auf Rang drei liegt die Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (56 Prozent).
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Niedersachsen und Bremen (Platz 7)

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  • In Niedersachsen und Bremen ist das Angstniveau im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (minus einen Prozentpunkt, Platz sieben).
  • Auffällig: Die Gewichtung der Ängste hat sich bei den Menschen im Nordwesten deutlich verlagert. War im vergangenen Jahr die Angst vor der Politik Donald Trumps und vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern auf den ersten beiden Rängen, fürchten sich die Bewohner jetzt am meisten vor Naturkatastrophen und Wetterextremen (58 Prozent) und vor dem Klimawandel (56 Prozent). Das ist einmalig im Vergleich der Bundesländer.
  • Mit der Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln auf Rang vier liegt noch ein Thema aus dem Umweltbereich so weit vorn wie in keinem anderen Bundesland.
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Nordrhein-Westfalen (Platz 9)

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  • Die Menschen im Westen sind deutlich zuversichtlicher als in den vergangenen Jahren. Das Angstniveau in Nordrhein-Westfalen ist um 14 Prozentpunkte gesunken – Platz neun gemeinsam mit Bayern und Berlin.
  • Die optimistischere Einstellung zeigt sich bei allen Themen, keine Angst ist größer geworden. Diese Entwicklung gibt es sonst nur noch in Mecklenburg-Vorpommern.
  • In keinem anderen Bundesland liegt die Angst vor Terrorismus so weit oben im Ranking (52 Prozent, Platz drei).
  • Die größte Sorge der Bewohner von Nordrhein-Westfalen ist die Politik Donald Trumps (60 Prozent). Auf Rang zwei folgt die Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (58 Prozent).
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Rheinland-Pfalz und Saarland (Platz 6)

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  • Das Angstniveau in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist wieder etwas gesunken (minus sieben Prozentpunkte, Platz sechs).
  • Am meisten ängstigen sich die Menschen vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (58 Prozent). 2018 belegte diese Sorge hier noch Platz sieben.
  • Einmalig: In keinem anderen Bundesland ist die Angst vor der eigenen Arbeitslosigkeit unter den Top-10-Ängsten (48 Prozent, Platz sechs; Bundesdurchschnitt: 24 Prozent).
  • Jeder zweite Rheinland-Pfälzer und Saarländer hat Angst vor einem sinkenden Lebensstandard im Alter (Platz vier). So weit oben im Ranking ist dieses Thema in keinem anderen Bundesland.
  • Am stärksten gestiegen ist die Sorge um eine Drogensucht der eigenen Kinder (47 Prozent). Nur in Thüringen ist diese Befürchtung noch etwas größer.
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Sachsen (Platz 5)

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  • Im Befragungszeitraum Mai bis Juli waren die Sachsen etwas positiver gestimmt als im Vorjahr (minus fünf Prozentpunkte, Platz fünf). Mit deutlichem Abstand auf Rang eins liegt die Sorge vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (61 Prozent), gefolgt von der Angst, dass Flüchtlinge den Staat überfordern (55 Prozent).
  • Nur die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg haben ebenso wenig Angst vor der Politik Donald Trumps wie die Sachsen (45 Prozent).
  • In keinem anderen Bundesland liegt die Angst vor unbezahlbarem Wohnraum in Deutschland so weit vorn wie in Sachsen (Rang drei, 51 Prozent).
  • Sprunghaft angestiegen ist die Angst vor einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland (plus 21 Prozentpunkte, Rang sieben). Nur in Sachsen-Anhalt ist dieses Thema ebenfalls unter den Top-10-Ängsten.
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Sachsen-Anhalt (Platz 3)

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  • Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind nach zwei Jahren in Folge nicht mehr die pessimistischsten Deutschen. Die Stimmung hat sich sogar so deutlich verbessert wie in keiner anderen Region (minus 16 Prozentpunkte, Platz 3). 
  • Deutlich entspannt hat sich die Befürchtung, dass Politiker überfordert sind (52 Prozent, Rang acht). 2018 war dies hier noch die größte Angst. Geringer als im Vorjahr ist auch die Angst, dass Flüchtlinge Bürger und Behörden überfordern (57 Prozent, Rang fünf) – und liegt im Ranking weiter unten als in allen anderen Regionen.
  • Einmalig im Vergleich der Bundesländer: Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten belegt Rang zwei (64 Prozent).
  • Die Befürchtung, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen, löst nur bei den Thüringern noch größere Angst aus als bei den Menschen in Sachsen-Anhalt (49 Prozent).
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Schleswig-Holstein und Hamburg (Platz 11)

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  • Ungebrochener Optimismus in Schleswig-Holstein und Hamburg: Wie schon 2018 leben hier auch in diesem Jahr die sorgenfreisten Deutschen. Das Angstniveau ist sogar um weitere zehn Prozentpunkte gesunken.
  • Auffällig ist die gestiegene Angst vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge (55 Prozent, Platz eins). 2018 lag dieses Thema noch auf Platz zehn.
  • Neu in den Top-10-Ängsten der Norddeutschen ist der Klimawandel (plus acht Prozentpunkte, Rang acht).
  • Nur die Menschen in Sachsen ängstigen sich ebenso wenig vor der Politik Donald Trumps (45 Prozent).
  • Die Sorge vor Pflegebedürftigkeit im Alter ist bei den Norddeutschen so gering wie in keiner anderen Region (31 Prozent).
  • Die Angst vor unbezahlbarem Wohnraum steht in keinem anderen westdeutschen Bundesland so weit oben auf der Ängste-Skala (46 Prozent, Rang vier).
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Thüringen (Platz 1)

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  • In Thüringen leben die ängstlichsten Deutschen. Die Stimmung hat sich so sehr verschlechtert wie in keinem anderen Bundesland (plus 18 Prozentpunkte). Alle Ängste haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen – besonders deutlich die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage.
  • Die größte Sorge der Thüringer ist, dass Bürger und Behörden durch Flüchtlinge überfordert sind (81 Prozent). Nur in Brandenburg ist diese Angst noch größer (88 Prozent).
  • Bei fünf ihrer Top-10-Ängste sorgen sich die Menschen mehr als die Bewohner in allen anderen Regionen. Bemerkenswert ist, dass dazu drei Ängste aus dem privaten Bereich gehören: steigende Lebenshaltungskosten (78 Prozent), Pflegefall im Alter (74 Prozent) und schwere Erkrankungen (70 Prozent).
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