Ergebnisse nach Bundesländern

Die Landkarte der Angst 2012 bis 2016

Die Bundesländer im Vergleich - 2012 bis 2016 zusammengefasst

Von B wie Baden-Württemberg bis T wie Thüringen - wie unterscheiden sich die Ängste im Vergleich der einzelnen Bundesländer? Um verlässlichere Daten zu bekommen, hat das R+V-Infocenter die Werte aus den Jahren 2012 bis 2016 zusammengefasst. Das Ergebnis: Durchschnittlich ist die Angst in den drei Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg am größten. Besonders entspannt hingegen sind die Bürger in Berlin, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

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Die Ängste der Deutschen 2016: Die Bundesländer im Vergleich

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Die ängstlichsten Deutschen leben 2016 in Hessen. Nirgendwo sonst hat sich die Stimmung so nachhaltig verschlechtert wie in der Mitte Deutschlands. Der letztjährige Spitzenreiter Sachsen-Anhalt steht in diesem Jahr auf Platz 2 im Vergleich der Bundesländer, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Besonders entspannt sind wieder einmal die Berliner. Nur 40 Prozent der Hauptstädter haben große Angst vor der Zukunft. Auffällig: In keinem einzigen Bundesland ist die Angst im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

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Baden-Württemberg

(Platz 8): Baden-Württemberg liegt im Vergleich der Bundesländer wieder im Mittelfeld: Platz 8 gemeinsam mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Dennoch hat sich die Stimmung im Land insgesamt verschlechtert. Das durchschnittliche Angstniveau ist um 9 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Ein Grund für diese Entwicklung ist die sprunghaft gestiegene Furcht vor Terrorismus und vor politischen Extremismus (jeweils plus 22 Prozentpunkte auf 71 Prozent).

  • Deutlich größer geworden ist auch Furcht vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern (plus 26 Prozentpunkte auf 70 Prozent).
  • Bemerkenswert: In den vergangenen sechs Jahren lag im Südwesten immer die Angst vor Naturkatastrophen auf Platz 1. Im Jahr 2016 belegt diese Sorge nur noch Rang 6 (minus 2 Prozentpunkte auf 63 Prozent). Dennoch ist es nach wie vor ein Spitzenwert im Bundesländervergleich.
  • Baden-Württemberg ist das einzige westdeutsche Bundesland, in dem die drei bundesweiten Top-Themen (Terrorismus, politischer Extremismus, Spannungen durch Zuzug von Ausländern) ebenfalls die ersten drei Ränge der Angstskala belegen.
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Bayern

(Platz 7): In Bayern ist das Angstniveau um 6 Prozentpunkte gestiegen (48 Prozent, Vorjahr: 42 Prozent). Dennoch konnte sich Bayern im Vergleich der Bundesländer von Platz 4 auf Platz 7 verbessern. Deutlich zugenommen hat die Furcht vor Terrorismus (plus 16 Prozentpunkte auf 76 Prozent) - der diesjährige Spitzenreiter im bayerischen Ranking. Auf Platz 2 steht die Angst vor politischem Extremismus (74 Prozent).

  • Sehr hoch im Vergleich mit den anderen Bundesländern ist die Sorge, dass die Politiker ihren Aufgaben nicht gewachsen sind (72 Prozent, plus 13 Prozentpunkte). Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen ist diese Angst noch größer.
  • Vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung (Rang 7) haben nur die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen noch mehr Angst als die Bayern (62 Prozent).
  • Überdurchschnittlich stark fürchten sich die Bayern vor politischem Extremismus (74 Prozent, plus 17 Prozentpunkte). Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Wert höher (77 Prozent).
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Berlin

(Platz 13): Die Berliner sind die optimistischsten Deutschen - obwohl das Angstniveau um 7 Prozentpunkte gestiegen ist. Den deutlichsten Anstieg gab es bei der Angst vor Terrorismus (plus 21 Prozentpunkte auf 65 Prozent). Damit belegt dieses Thema 2016 den Spitzenplatz in der Hauptstadt, ist aber immer noch niedriger als in allen anderen Bundesländern. Ebenfalls rund zwei Drittel der Bürger in der Bundeshauptstadt befürchten, dass die Deutschen und ihre Behörden durch die Flüchtlinge überfordert sind - diese Angst hat sehr stark zugenommen (plus 16 Prozentpunkte). Auf Platz 3 liegt die Furcht vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern (64 Prozent).

  • Im Vergleich zum Vorjahr gilt: Politischer Extremismus löst bei den Berlinern deutlich mehr Ängste aus (plus 16 Prozentpunkte auf 63 Prozent).
  • Ebenfalls deutlich mehr Berliner als noch vor einem Jahr befürchten, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind (59 Prozent, plus 20 Prozentpunkte),
  • Auf Platz 7 liegt die Sorge, im Alter pflegebedürftig zu werden. Mit 52 Prozent ist dieser Wert im Vergleich der Bundesländer sehr niedrig.
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Brandenburg

(Platz 5): Die Menschen in Brandenburg blicken wieder ängstlicher in die Zukunft (2015: Platz 7, 2016: Platz 5). In keinem anderen ostdeutschen Bundesland hat sich die Stimmung so deutlich verschlechtert (plus 10 Prozentpunkte auf 51 Prozent). Besonders bei zwei Themen sorgen sich die Brandenburger weit mehr als noch im Vorjahr: Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern (plus 35 Prozentpunkte auf 81 Prozent) und vor Terrorismus (plus 29 Prozentpunkte auf 80 Prozent).

  • Auffällig: In keinem anderen Bundesland ist die Angst vor politischem Extremismus so sehr nach oben geschnellt wie in Brandenburg (plus 31 Prozentpunkte auf 68 Prozent).
  • Auch die Angst, dass Flüchtlinge die Deutschen und ihre Behörden überfordern, erreicht mit 82 Prozent einen Spitzenwert im Vergleich zu allen anderen Bundesländern - Platz 1 in Brandenburg.
  • Eine weitere Besonderheit: Mehr als zwei Drittel der Brandenburger befürchten, dass die Schuldenkrise für den deutschen Steuerzahler teuer wird (77 Prozent) - nur die Hessen sorgen sich darum in gleicher Intensität.
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Hessen

(Platz 1): In Hessen leben 2016 die ängstlichsten Deutschen. In keinem anderen Bundesland haben sich die Sorgen der Menschen in einem so deutlichen Ausmaß verstärkt (plus 25 Prozentpunkte auf 59 Prozent). Insgesamt zeigt Hessen in diesem Jahr so viele einzigartige Ergebnisse wie kein anderes Bundesland. So steht nur in Hessen die Sorge, dass die Schuldenkrise für den deutschen Steuerzahler teuer wird, auf Rang 1. Es folgt Angst vor Überforderung der Politiker (plus 30 Prozentpunkte auf 73 Prozent). So weit vorn liegt diese Sorge in keinem anderen Bundesland. Rang 3 belegt die Furcht vor Terrorismus (plus 23 Prozentpunkte auf 72 Prozent).

  • Die Hessen blicken bei den meisten persönlichen Sorgen pessimistischer in die Zukunft als die Bewohner aller anderen Bundesländer, darunter Pflegebedürftigkeit und Drogensucht der eigenen Kinder (je 70 Prozent).
  • Die Angst vor einer Überforderung der Deutschen und ihrer Behörden durch Flüchtlinge stieg mehr als in jedem anderen Bundesland (plus 32 Prozentpunkte auf 69 Prozent).
  • Von den drei bundesweiten Top-Themen (Terrorismus, politischer Extremismus und Spannungen durch Zuzug von Ausländern) ist in Hessen nur Terrorismus unter den Top 7 zu finden - ebenfalls eine Besonderheit im Vergleich der Bundesländer.
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Mecklenburg-Vorpommern

(Platz 3): In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Stimmung insgesamt nur geringfügig verschlechtert (plus 3 Prozentpunkte). Trotzdem nimmt das Bundesland zusammen mit Nordrhein-Westfalen Platz 3 im Ranking ein. Auffällig: Gleich zwei Themen teilen sich Platz 1 mit jeweils satten 81 Prozent - die Überforderung von Deutschen und ihren Behörden durch Flüchtlinge und die Furcht vor Terrorismus. Damit ist die Terror-Angst im Nordosten größer als in allen anderen Regionen.

  • Die Angst vor einer Überforderung von Deutschen und ihren Behörden durch Flüchtlinge ist auch im Bundesländervergleich auffallend hoch. Nur bei den Menschen in Brandenburg ist sie mit 82 Prozent noch etwas größer.
  • Besonders die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung (71 Prozent) ist wesentlich ausgeprägter als in allen anderen Bundesländern.
  • Bemerkenswert: Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem die Angst vor den Kosten der EU-Schuldenkrise (63 Prozent) nicht zu den sieben größten Ängsten gehört.
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Niedersachsen und Bremen

(Platz 12): Der positive Trend bei der Stimmung im Nordwesten Deutschlands setzt sich weiter fort. Das Angstniveau stieg um vergleichsweise moderate 3 Prozentpunkte - Rang 12 im Bundesländer-Ranking. Nur in Berlin sind die Menschen 2016 noch optimistischer. Auffallend: Die Angst vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern stieg zwar um 19 Prozentpunkte, ist mit 56 Prozent jedoch so gering wie nirgendwo anders. Mit deutlichem Abstand auf Rang 1 liegt die Angst vor Terrorismus (71 Prozent). Auf Rang 2 folgt die Angst vor politischem Extremismus (65 Prozent).

  • Bemerkenswert: Bei allen Ängsten liegen die Menschen in Niedersachsen und Bremen im Bundesdurchschnitt oder sogar darunter.
  • Die Schuldenkrise könnte für den deutschen Steuerzahler teuer werden? Das sehen die Niedersachsen und Bremer so entspannt wie die Menschen in keinem anderen Bundesland (56 Prozent).
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Nordrhein-Westfalen

(Platz 3): Stimmungstief im Westen Deutschlands: Nordrhein-Westfalen liegt in diesem Jahr weit oben im Vergleich der Bundesländer - Platz 3 zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern. Das Angstniveau hat sich deutlich verschlechtert (plus 10 Prozentpunkte). Auffällig: Alle Top-7-Ängste liegen über dem Bundesdurchschnitt. In keinem anderen westdeutschen Bundesland ist die Angst vor Terrorismus (plus 23 Prozentpunkte auf 78 Prozent) so groß wie in Nordrhein-Westfalen. Dasselbe gilt für das Thema Spannungen durch Zuzug von Ausländern (plus 18 Prozentpunkte auf 73 Prozent). Diese beiden Themen stehen auf Rang 1 und 2 der Angstskala.

  • Fast drei Viertel der Bürger in Nordrhein-Westfalen haben Angst davor, dass Flüchtlinge die Deutschen und ihre Behörden überfordern (plus 18 Prozentpunkte auf 72 Prozent) - mehr als in jedem anderen westdeutschen Bundesland.
  • Vor Naturkatastrophen ängstigen sich nur die Menschen in Baden-Württemberg in gleich hohem Maße (63 Prozent).
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Rheinland-Pfalz und Saarland

(Platz 8): Die Stimmung bei den Menschen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatte sich in den vergangen Jahren verbessert. Jetzt hat sie einen spürbaren Dämpfer bekommen: Lebten in der Region 2015 noch die optimistischsten Menschen, sind sie jetzt auf einen Platz im Mittelfeld abgerutscht (plus 18 Prozentpunkte auf 46 Prozent). Nur in Hessen hat sich die Atmosphäre noch deutlicher verschlechtert.

  • In keinem anderen Bundesland hat die Angst vor Terrorismus (plus 34 Prozentpunkte auf 66 Prozent) und vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (plus 37 Prozentpunkte auf 60 Prozent) so sehr zugenommen. Doch trotz dieses deutlichen Anstiegs sind die Rheinland-Pfälzer und Saarländer bei diesen beiden Themen immer noch gelassener als der Bundesdurchschnitt.
  • Deutlich gestiegen ist die Angst vor politischem Extremismus (plus 30 Prozentpunkte auf 63 Prozent). Doch auch dieser Wert liegt noch unter dem Bundesdurchschnitt von 68 Prozent.
  • 62 Prozent fürchten sich im Südwesten vor schweren Erkrankungen - Rang 3. In keinem anderen Bundesland steht eine persönliche Sorge so weit oben.
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Sachsen

(Platz 10): In Sachsen hat die Zukunftsangst nur leicht zugenommen (plus 2 Prozentpunkte auf 44 Prozent). Da sich die Stimmung in den meisten anderen Bundesländern jedoch deutlich stärker verschlechtert hat, sind die Sachsen von Platz 4 auf Platz 10 gerückt. Sie setzen sich damit deutlich von den anderen ostdeutschen Bundesländern ab - nur die Berliner sind noch entspannter. Mit Abstand am deutlichsten gestiegen ist die Angst vor Terrorismus (plus 23 Prozentpunkte auf 69 Prozent). Sie steht 2016 auf Rang 1. Es folgt die Angst vor politischem Extremismus (plus 17 Prozentpunkte auf 68 Prozent).

  • Deutlich entspannt hat sich die Angst, dass die Schuldenkrise den Steuerzahlern teuer zu stehen kommt (minus 12 Prozentpunkte auf 59 Prozent) - Rang 7.
  • Auffällig: Nur in Sachsen gehört die Furcht vor der Überforderung der Politiker mit 55 Prozent nicht zu den sieben größten Ängsten.
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Sachsen-Anhalt

(Platz 2): In Sachsen-Anhalt ist die Grundstimmung stabil geblieben, während die Zukunftsängste in allen anderen Bundesländern zugenommen haben. Damit ist das Land im Angst-Ranking nicht mehr Spitzenreiter. Auffällig: Sachsen-Anhalt ist eines von nur vier Bundesländern, in denen die Furcht vor Terrorismus nicht allein das wichtigste Thema ist. Ebenso große Sorgen bereiten den Menschen steigende Lebenshaltungskosten (je 66 Prozent). Dicht dahinter folgt die Angst vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern (65 Prozent).

  • Bundesweit einmalig: Die Angst vor Terrorismus hat "nur" um 8 Prozentpunkte zugenommen, so wenig wie in keinem anderen Bundesland. Zudem liegt sie mit 66 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
  • Das gleiche Bild zeigt sich bei der Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern. Diese ist überall deutlicher gestiegen ist als in Sachsen-Anhalt (65 Prozent, plus 1 Prozentpunkt).
  • Nur bei den Menschen in Sachsen-Anhalt und Hessen gehört die Angst vor politischem Extremismus nicht zu den sieben wichtigsten Themen. Im Bundesdurchschnitt liegt diese Angst sogar auf Rang 2.
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Schleswig-Holstein und Hamburg

(Platz 10): In Schleswig-Holstein und Hamburg hat sich die Stimmung deutlich eingetrübt (um 12 Prozentpunkte). Das Land teilt sich 2016 Platz 10 mit Sachsen. Blickten die Norddeutschen im vergangenen Jahr noch bei allen Themen entspannter in die Zukunft, hat sich das Blatt jetzt komplett gewendet. Mit einer Ausnahme sind in Schleswig-Holstein und Hamburg alle Ängste gestiegen. Besonders deutlich hat die Angst vor Terrorismus zugenommen (plus 26 Prozentpunkte). Sie steht mit 71 Prozent auf Rang 1. Mit 62 Prozent folgt die Furcht vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern auf Platz 2.

  • Nur in Hessen ist die Angst vor einer Überforderung der Politiker noch stärker gestiegen als in Schleswig-Holstein und Hamburg (plus 23 Prozentpunkte auf 60 Prozent).
  • Vor politischem Extremismus fürchten sich die Bürger in Schleswig-Holstein und Hamburg weniger als die Bewohner aller anderen Bundesländer (55 Prozent).
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Thüringen

(Platz 6): Das Angstniveau in Thüringen hat sich im Vergleich zum Vorjahr weniger stark erhöht als in den meisten anderen Regionen (plus 5 Prozentpunkte). Deshalb liegt Thüringen diesmal auf Rang 6 im Bundesländervergleich - drei Plätze verbessert. Größte Angst ist in der Mitte Deutschlands der Terrorismus (plus 13 Prozentpunkte auf 73 Prozent). Sie ist damit genauso hoch ist wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt die Sorge um Spannungen durch Zuzug von Ausländern (67 Prozent).

  • Auffällig: Thüringen ist neben Baden-Württemberg und Thüringen eines von drei Bundesländern, in denen die drei bundesweiten Top-Themen (Terrorismus, politischer Extremismus, Spannungen durch Zuzug von Ausländern) ebenfalls die ersten drei Ränge der Angstskala belegen.
  • Hoch ist mit 61 Prozent (plus 13 Prozentpunkte) auch die Furcht vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung - außer in Thüringen gehört diese Sorge nur in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zu den sieben größten Ängsten.
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