Ergebnisse nach Bundesländern

Lösen die gleichen Themen bei den Bayern große Ängste aus wie bei den Nordlichtern? Sind die Bürger in Nordrhein-Westfalen sorgenvoller als die Berliner?  Das Bundesländer-Ranking zeigt, wo die Bürger eher ängstlich (Platz 1) oder eher sorglos (Platz 11) sind. Bundesweit hat das R+V-Infocenter rund 2.400 Bundesbürger befragt. Da die Fallzahl insbesondere bei den kleineren Bundesländern dementsprechend gering ist, wurden bei der Auswertung einige Länder zusammengefasst: Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz/Saarland sowie Schleswig-Holstein/Hamburg.  Bei dieser Auswertung erhebt R+V keinen Anspruch auf Repräsentativität. Dennoch kann der Länder-Vergleich einen kleinen Einblick in das Stimmungsbild der verschiedenen Regionen geben.

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Bitte beachten: Im Vergleich der Bundesländer kann aufgrund der zum Teil geringen Fallzahlen eine gewisse Unschärfe/Fehlertoleranz auftreten.

Die Ängste der Deutschen 2018: Die Bundesländer im Vergleich

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Die Deutschen sind im Durchschnitt 2018 insgesamt nur geringfügig ängstlicher geworden. Trotzdem: In sieben Bundesländern ist die Angst gestiegen, darunter beim „Spitzenreiter“ Sachsen-Anhalt um deutliche zehn Prozentpunkte. Platz zwei und drei belegen Mecklenburg-Vorpommern sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland. Besonders entspannt schauen einmal mehr die Berliner in die Zukunft – obwohl das Angstniveau im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen ist. Ebenso niedrig ist das Angstniveau in Brandenburg sowie in Schleswig-Holstein und Hamburg. Am deutlichsten zurückgegangen sind die Ängste in Thüringen (minus vier Prozentpunkte) sowie in Niedersachsen und Bremen (minus drei Prozentpunkte).

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Baden-Württemberg (Platz 10)

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  • Bei den Menschen im Südwesten ist die Grundstimmung ähnlich positiv wie im vergangenen Jahr (Platz zehn, 42 Prozent). Der Unterschied zu den optimistischsten Bundesländern beträgt lediglich einen Prozentpunkt.
  • Besonders deutlich hat die Angst vor Terrorismus abgenommen (minus 14 Prozentpunkte). 2017 war dies in Baden-Württemberg noch die größte Angst, in diesem Jahr belegt sie nur noch Rang neun.
  • Die Angst vor der Politik von Donald Trump führt in Baden-Württemberg das Ranking an. Mit 80 Prozent liegt der Wert höher als in allen anderen Regionen.
  • Obwohl die Sorge um Spannungen durch den Zuzug von Ausländern um sechs Prozentpunkte gestiegen ist, erreicht diese Angst mit 55 Prozent den niedrigsten Wert im Vergleich der Bundesländer. Nur die Berliner sind bei diesem Thema ebenso gelassen.
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Bayern (Platz 4)

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  • Im größten Bundesland blicken die Menschen wieder etwas optimistischer in die Zukunft (minus zwei Prozentpunkte, Platz vier).
  • Das gibt es nur in Bayern: Unter den Top 3 finden sich die gleichen Ängste wie im Vorjahr – allerdings in veränderter Reihenfolge.
  • Drei Viertel der Bayern fürchten sich vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (Platz eins). Diese Angst ist nur in Sachsen-Anhalt noch ausgeprägter (77 Prozent). Platz zwei belegt die Furcht vor Überforderung von Bürgern und Behörden durch Flüchtlinge (73 Prozent).
  • Die Terrorangst – 2017 noch auf dem Spitzenplatz – fällt jetzt auf Platz drei zurück (72 Prozent). Trotzdem ist sie in Bayern so groß wie in keinem anderen Bundesland.
  • Die Angst vor der Politik Donald Trumps liegt nicht – wie in den anderen westdeutschen Bundesländern – unter den Top-3, sondern mit 68 Prozent auf Platz fünf.
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Berlin (Platz 11)

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  • Zum wiederholten Mal leben in der Hauptstadt mit die sorgenfreisten Menschen. Auch die Zunahme des Angstniveaus (plus fünf Prozentpunkte) konnte die Berliner nicht vom letzten Platz verdrängen.
  • Mit großem Abstand belegt die Angst vor der Politik von Donald Trump (71 Prozent) Platz eins. Danach folgt die Sorge um politischen Extremismus (58 Prozent). In keinem anderen Bundesland ist diese Befürchtung so weit oben im Ranking.
  • Auffällig: Die Angst vor Pflegebedürftigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten gestiegen (plus elf Prozentpunkte, 53 Prozent).
  • Die Angst vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern ist in Berlin leicht zurückgegangen (minus zwei Prozentpunkte). Im Ländervergleich liegt diese Angst nur bei den Menschen in Baden-Württemberg auf demselben niedrigen Niveau (je 55 Prozent).
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Brandenburg (Platz 11)

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  • Die Brandenburger gehören mit zu den optimistischsten Deutschen und belegen Platz elf, zusammen mit Berlin sowie Schleswig-Holstein und Hamburg.
  • Bemerkenswert: Zu den Top-Themen in Brandenburg gehört die Angst vor Überforderung der Politiker. Sie belegt Rang zwei auf der Angstskala – 2017 tauchte sie noch gar nicht unter den Top-10-Ängsten auf. Und: Nur in Sachsen-Anhalt ist diese Angst ebenso deutlich gestiegen (je plus 25 Prozentpunkte).
  • Die Brandenburger fürchten sich im Bundesländervergleich am wenigsten vor politischem Extremismus. Nur in Hessen ist der Wert genauso niedrig (je 48 Prozent).
  • Eine untergeordnete Rolle spielt die Angst vor der Politik von Donald Trump (56 Prozent, Platz fünf). In keiner anderen Region ist dieser Wert niedriger.
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Hessen (Platz 8)

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  • Die Hessen sind erneut im Mittelfeld gelandet. Dennoch haben zwei Ängste deutlich zugenommen: Das Top-Thema ist, dass Flüchtlinge Bürger und Behörden überfordern könnten (plus 22 Prozentpunkte, 72 Prozent). Es folgt mit 70 Prozent die Angst vor einer Überforderung der Politiker (plus 24 Prozentpunkte), die 2017 gar nicht unter den Top-10-Ängsten vertreten war. Auf Platz drei liegt die Angst vor der Politik von Donald Trump (68 Prozent).
  • Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten ist deutlich größer als 2017 (plus elf Prozentpunkte, Rang vier). 59 Prozent der Hessen teilen diese Sorge – ein deutlicher Spitzenwert unter den westdeutschen Bundesländern.
  • Auffällig: Nur in Brandenburg fürchten sich ebenso wenige Menschen vor politischem Extremismus wie in Hessen (je 48 Prozent).
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Mecklenburg-Vorpommern (Platz 2)

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  • Im Nordosten ist das Angstniveau im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gestiegen (plus einen Prozentpunkt). Mecklenburg-Vorpommern liegt damit in diesem Jahr auf Platz zwei im Vergleich der Bundesländer. Nur die Menschen in Sachsen-Anhalt sind noch ängstlicher.
  • Eine mögliche Überforderung von Bürgern und Behörden durch Flüchtlinge ist mit deutlichem Abstand das Top-Thema in Mecklenburg-Vorpommern (79 Prozent, plus 13 Prozentpunkte). Es folgt die Angst vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (72 Prozent) und vor der Politik von Donald Trump (69 Prozent).
  • Am stärksten zurückgegangen ist die Furcht vor Terrorismus (minus zehn Prozentpunkte). Im vergangenen Jahr noch auf Rang drei, sackt diese Angst jetzt auf Rang neun ab.
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Niedersachsen und Bremen (Platz 9)

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  • Die Menschen in Niedersachsen und Bremen blicken etwas optimistischer in die Zukunft als im vergangenen Jahr (minus drei Prozentpunkte). Das macht sich auch im Ängsteranking bemerkbar (2018: Platz neun, 2017: Platz sieben).
  • Die Angst vor der Politik von Donald Trump führt mit 65 Prozent die Ängsteskala an.
  • Am deutlichsten gestiegen ist die Sorge um Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (plus zehn Prozentpunkte). Damit klettert sie von Platz acht im vergangenen Jahr jetzt auf Platz zwei.
  • In Niedersachsen und Bremen trauen die Bürger ihren Politikern mehr zu als in jeder anderen Region. Noch nicht einmal jeder zweite Befragte befürchtet, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind (49 Prozent, 61 Prozent im Bundesdurchschnitt).
  • Auffällig: Nur im Nordwesten liegt die Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln sehr weit oben im Ranking (plus fünf Prozentpunkte, Platz vier).
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Nordrhein-Westfalen (Platz 4)

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  • Das Angstniveau im Westen ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert (49 Prozent).
  • Spitzenreiter ist – wie in vielen anderen Regionen – die Angst vor der Politik Donald Trumps (72 Prozent).
  • Natur und Umwelt liegen den Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland besonders am Herzen. Nur hier belegt die Angst vor Naturkatastrophen Rang zwei der Ängsteskala (63 Prozent, Bundesdurchschnitt 56 Prozent). In keinem anderen Bundesland teilen so viele Menschen diese Sorge. Auch der Klimawandel ist ein Top-Thema (56 Prozent, Rang acht) – und liegt damit weiter oben als in anderen Bundesländern.
  • Deutlich entspannt haben sich die Sorgen vor politischem Extremismus (minus 17 Prozentpunkte) und vor Terrorismus (minus 16 Prozentpunkte).
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Rheinland-Pfalz und Saarland (Platz 3)

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  • Die Stimmung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist gekippt: Diese Region hat den größten Sprung auf der Ängsteskala gemacht, von Platz neun im vergangenen Jahr auf Platz drei in diesem Jahr (plus sieben Prozentpunkte). Hier leben jetzt die ängstlichsten Menschen in Westdeutschland.
  • Die Angst, die Welt könne durch die Politik von Donald Trump gefährlicher werden, nimmt den Spitzenplatz ein (64 Prozent).
  • Auffällig: Die Furcht vor schweren Erkrankungen liegt auf Platz zwei (63 Prozent, plus zehn Prozentpunkte). In keinem anderen Bundesland ist dieses Thema den Menschen so wichtig.
  • Acht der zehn größten Ängste haben sich verstärkt. Besonders deutlich gestiegen ist die Sorge, dass die große Zahl der Flüchtlinge die Bürger und Behörden überfordern könnte (plus 19 Prozentpunkte). Im vergangenen Jahr tauchte sie noch gar nicht unter den Top-10-Themen auf, belegt jetzt mit 59 Prozent aber Rang sieben.
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Sachsen (Platz 4)

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  • In Sachsen ist das Angstniveau nahezu unverändert. Der Freistaat im Osten belegt in diesem Jahr punktgleich mit Bayern Platz vier.
  • Die größte Sorge ist, dass die Flüchtlinge die Bürger und Behörden überfordern könnten (74 Prozent). Es folgen die Ängste vor einer Überforderung der Politiker (68 Prozent) und vor der Politik von Donald Trump (66 Prozent).
  • Auffällig: In keinem anderen Bundesland ist die Angst vor Terrorismus so drastisch gesunken wie in Sachsen (minus 19 Prozentpunkte). Lag sie 2017 auf Rang eins, belegt sie jetzt nur noch Rang sechs. Auch die Angst vor politischem Extremismus ist mit minus elf Prozentpunkten deutlich zurückgegangen.
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Sachsen-Anhalt (Platz 1)

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  • Schlechte Stimmung in Sachsen-Anhalt: Wie im Vorjahr machen sich die Menschen hier die meisten Sorgen im Vergleich aller Bundesländer – und zwar mit großem Abstand zu allen anderen Regionen. Dabei ist das Angstniveau nochmals um deutliche zehn Prozentpunkte gestiegen, so sehr wie in keinem anderen Bundesland.
  • Überforderung der Politiker: Diese Angst nimmt in Sachsen-Anhalt gleich mehrere Spitzenpositionen ein. Sie ist um 25 Prozentpunkte gestiegen und liegt mit 83 Prozent auf Rang eins der Ängsteskala (61 Prozent im Bundesdurchschnitt). Einen so hohen Wert hat in ganz Deutschland keine andere Angst erreicht. Im vergangenen Jahr rangierte diese Furcht noch gar nicht unter den Top 10.
  • Einmalig im Ländervergleich: Bei acht der zehn wichtigsten Themen in Sachsen-Anhalt zeigen sich die Menschen furchtsamer als die Bewohner der anderen Bundesländer.
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Schleswig-Holstein und Hamburg (Platz 11)

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  • Obwohl das Angstniveau um zwei Prozentpunkte gestiegen ist, gehören die Norddeutschen mit zu den optimistischsten Bundesbürgern (Platz elf gemeinsam mit Berlin und Brandenburg).
  • Platz eins belegt die Sorge um die Politik Donald Trumps (63 Prozent).
  • Auffällig: Private Sorgen haben deutlich zugenommen. 58 Prozent der Norddeutschen befürchten, im Alter zum Pflegefall zu werden. Das ist ein Anstieg um neun Prozentpunkte und Rang zwei auf der Ängsteskala – in keinem anderen Bundesland ist dieses Thema unter den Top 4. Viel mehr Bürger als im Vorjahr befürchten obendrein, dass ihr Lebensstandard im Alter sinken könnte (plus 13 Prozentpunkte, Rang sieben).
  • Gleich bei zwei Themen sind die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg so gelassen wie in keinem anderen Bundesland: Überforderung der Bürger und Behörden durch Flüchtlinge und die hohen Kosten durch die EU-Schuldenkrise (je 47 Prozent).
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Thüringen (Platz 7)

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  • In Thüringen sind die Sorgen der Menschen deutlicher gesunken als in allen Regionen (minus vier Prozentpunkte). Das Land in der Mitte der Bundesrepublik hat sich damit im Ranking der Bundesländer von Platz zwei auf Platz sieben verbessert.
  • Die Angst vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern und die Sorge um Überforderung der Bürger und Behörden durch Flüchtlinge führen das Ranking an (beide 68 Prozent). Es sind auch die beiden einzigen Top-10-Themen, bei denen die Angst im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat.
  • Deutlich weniger Thüringer als 2017 fürchten sich vor Terrorismus (minus 15 Prozentpunkte) und politischem Extremismus (minus 14 Prozentpunkte).
  • Die Angst vor der Politik von Donald Trump belegt in Thüringen nur Platz fünf (64 Prozent).
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