Ergebnisse nach Bundesländern

Ob Nord oder Süd, Ost oder West: Die Angst vor einer Corona-Infektion gehört nicht zu den Top-Themen in den einzelnen Bundesländern. Aber die Pandemie befeuert vielerorts die wirtschaftlichen Sorgen. Zahlreiche Bürger fürchten sich vor einer Rezession oder steigenden Lebenshaltungskosten. Große Besorgnis löst auch die Politik von US-Präsident Donald Trump aus. Insgesamt sind die Deutschen in diesem Jahr jedoch erstaunlich gelassen. Bitte beachten: Im Vergleich der Bundesländer kann aufgrund der zum Teil abweichenden oder geringeren Fallzahlen eine gewisse Unschärfe auftreten. Wie in den Vorjahren wurden einige Bundesländer zusammengefasst, so dass sich insgesamt dreizehn Einzelbetrachtungen ergeben.

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Bitte beachten: Im Vergleich der Bundesländer kann aufgrund der zum Teil geringen Fallzahlen eine gewisse Unschärfe/Fehlertoleranz auftreten.

Rückgang der Ängste in den meisten Bundesländern

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In den meisten Bundesländern ist der R+V Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – gesunken. Dies zeigt sich besonders in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern: Hier leben 2020 die optimistischsten Deutschen. Die größten Sorgen machen sich wie bereits im Vorjahr die Menschen in Brandenburg und Thüringen.

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Baden-Württemberg (Platz 6)

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  • Die Menschen im Baden-Württemberg sind nicht mehr so zuversichtlich wie in den vergangenen Jahren. Sie nehmen jetzt gemeinsam mit Hessen Platz sechs ein. Nur in Berlin ist der Angstindex genauso stark gestiegen wie im Ländle (je plus acht Prozentpunkte).
  • Die Auswirkungen der Politik Donald Trumps führt hier wie im Vorjahr die Angstskala an. Allerdings hat sich diese Sorge noch verstärkt (68 Prozent, plus 21 Prozentpunkte). Sie liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (53 Prozent).
  • Auf Rang zwei rangiert die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten. Dieses Thema war 2019 gar nicht unter den Top Ten vertreten. Es ist in Baden-Württemberg so deutlich gestiegen wie in keinem anderen Bundesland (58 Prozent, plus 26 Prozentpunkte). Rang drei belegt die Furcht vor Naturkatastrophen und Wetterextremen (56 Prozent, plus 17 Prozentpunkte).
  • Neu unter den zehn größten Ängsten ist die Sorge um die steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Sie hat mit 29 Prozentpunkten deutlicher zugenommen als jede andere Angst in Baden-Württemberg.
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Bayern (Platz 11)

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  • In Bayern hat sich die Stimmung weiter verbessert (minus drei Prozentpunkte, Platz elf im Bundesländervergleich). Nur die Menschen in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern blicken noch positiver in die Zukunft.
  • Auf den Plätzen eins und zwei stehen politische Themen: die Angst vor hohen Kosten durch die EU-Schuldenkrise und die Sorge um die Folgen der Trump-Politik (je 46 Prozent).
  • Die Furcht vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln folgt auf Rang drei (44 Prozent).
  • Im Vergleich zum Vorjahr hat die Angst vor einer Überforderung des Staates durch Geflüchtete am deutlichsten an Bedeutung verloren (minus 19 Prozentpunkte): Dieses Thema belegte 2019 noch den Spitzenplatz, jetzt liegt es nur noch auf Rang neun.
  • Bemerkenswert: Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten ist in keinem anderen Bundesland so gering wie in Bayern (39 Prozent; Bundesdurchschnitt: 51 Prozent).
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Berlin (Platz 4)

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  • In der Hauptstadt blicken die Menschen sorgenvoller in die Zukunft als noch 2019. Das Angstniveau ist um acht Prozentpunkte gestiegen – nur in Baden-Württemberg ist der Anstieg ebenso hoch. Damit liegt Berlin im Angstranking in diesem Jahr auf Platz vier (2019: Platz neun), gemeinsam mit Sachsen-Anhalt.
  • Die drei größten Ängste der Berliner liegen 2020 eng beieinander: 63 Prozent befürchten, dass die EU-Schuldenkrise für den Steuerzahler teuer wird. 62 Prozent sorgen sich darum, dass Geflüchtete die Deutschen und Behörden überfordern könnten. 61 Prozent ängstigt die Politik Donald Trumps.
  • Auffällig: Die Angst vor Terrorismus liegt in keinem anderen Bundesland so weit vorn auf der Angstskala wie in Berlin (Rang vier, 59 Prozent; Bundesdurchschnitt: 35 Prozent). Nur in Niedersachsen und Bremen sowie in Brandenburg gehört dieses Thema ebenfalls zu den zehn wichtigsten Ängsten.
  • Schadstoffe in Nahrungsmitteln sind ein wichtiges Thema in Berlin: 58 Prozent teilen diese Sorge – so viele wie in keinem anderen Bundesland (Bundesdurchschnitt: 42 Prozent).
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Brandenburg (Platz 1)

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  • Das Angstniveau ist in Brandenburg leicht zurückgegangen (minus drei Prozentpunkte). Trotzdem leben hier 2020 und in Thüringen die sorgenvollsten Deutschen. Diese beiden Bundesländer führten auch 2019 das Ranking an (Thüringen Platz eins, Brandenburg Platz zwei).
  • Die größte Sorge in Brandenburg ist, dass die EU-Schuldenkrise teuer für den Steuerzahler wird (83 Prozent) – 2019 lag dieses Thema noch auf Rang neun.
  • Wie im Vorjahr folgt auf Platz zwei die Befürchtung, der Staat könne durch die Geflüchteten überfordert sein. Auf Rang drei folgt die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten. Dieses Thema war 2019 gar nicht unter den Top Ten vertreten.
  • Obwohl die Angst vor den Auswirkungen der Politik Donald Trumps in Brandenburg am stärksten zurückgegangen ist (minus 20 Prozentpunkte), liegt sie mit 69 Prozent immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt (53 Prozent).
  • Einmalig im Ländervergleich: Bei sieben der bundesweiten Top-Ten-Ängste sind die Werte in Brandenburg am höchsten.
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Hessen (Platz 6)

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  • Die Menschen in Hessen sind wieder etwas gelassener: Das Angstniveau ist um fünf Prozentpunkte zurückgegangen. Das bedeutet Platz sechs im Angstranking (2019: Platz vier), gemeinsam mit Baden-Württemberg.
  • Deutlich mehr Angst als 2019 haben die Hessen vor einer schlechteren Wirtschaftslage. Dieses Thema ist auf Rang eins gesprungen (67 Prozent, plus 24 Prozentpunkte) – in keinem anderen Bundesland ist dieser Wert höher. Auf Rang zwei folgt die Sorge vor den Auswirkungen der Trump-Politik (62 Prozent).
  • 61 Prozent der Hessen befürchten einen Anstieg der Lebenshaltungskosten (Rang drei, plus vier Prozentpunkte). In Westdeutschland verzeichnen nur Schleswig-Holstein und Hamburg einen ebenso hohen Wert.
  • Die Angst vor einer Überforderung der Politiker hat hingegen spürbar abgenommen (minus 22 Prozentpunkte). 2019 belegte dieses Thema noch Rang zwei der Angstskala, jetzt ist es auf Rang sieben abgerutscht.
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Mecklenburg-Vorpommern (Platz 12)

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  • Die gelassensten Menschen im Osten leben in Mecklenburg-Vorpommern. Der Angstindex ist hier um sechs Prozentpunkte gesunken – Platz zwölf im Ranking (2019: Platz acht).
  • Die Angst vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern hat sich deutlich verringert (49 Prozent, minus sieben Prozentpunkte). Trotzdem belegt dieses Thema im Nordosten Platz eins. In keinem anderen Bundesland steht es so weit oben. Auf Platz zwei folgt die Sorge vor einer Überforderung der Politiker (48 Prozent) – ebenfalls höher als in anderen Bundesländern.
  • Auffällig: Die Angst vor weiteren Pandemien durch die Globalisierung ist so niedrig wie sonst nirgendwo in Deutschland (31 Prozent; Bundesdurchschnitt: 42 Prozent).
  • Auch beim Thema Naturkatastrophen und Wetterextreme sind die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise entspannt (38 Prozent; Bundesdurchschnitt: 44 Prozent).
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Niedersachsen und Bremen (Platz 3)

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  • Schlechte Stimmung im Nordwesten: Das Angstniveau in Niedersachsen und Bremen ist um sechs Prozentpunkte gestiegen. 2019 belegten Niedersachsen und Bremen noch Platz sieben im Ranking der Bundesländer, jetzt sind sie Platz drei.
  • Ebenso wie im Vorjahr sind gleich zwei Umweltthemen unter den Top drei. Die Angst vor Naturkatastrophen und Wetterextremen hat dabei sogar um elf Prozentpunkte zugenommen (69 Prozent, Rang eins). 62 Prozent der Niedersachsen und Bremer sorgen sich zudem um die Auswirkungen des Klimawandels (plus sechs Prozentpunkte, Rang drei). In keinem anderen Bundesland stehen die umweltbezogenen Ängste so weit oben.
  • Platz zwei belegt die Sorge um eine schlechtere Wirtschaftslage (66 Prozent, plus 23 Prozentpunkte).
  • Die Angst vor weiteren Pandemien durch die Globalisierung liegt in Niedersachsen und Bremen so weit vorn auf der Angstskala wie nur noch ein einem anderen Bundesland (Rang fünf). In Brandenburg ist diese Befürchtung ebenso ausgeprägt (beide 60 Prozent, Bundesdurchschnitt: 42 Prozent).
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Nordrhein-Westfalen (Platz 13)

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  • Bei den Menschen in Nordrhein-Westfalen hat sich Stimmung deutlich verbessert – von Platz neun 2019 auf Platz 13 in diesem Jahr. Das Angstniveau ist um acht Prozentpunkte gesunken.
  • Auch an der Angstskala zeigt sich, dass hier die entspanntesten Deutschen leben: In Nordrhein-Westfalen liegen alle Top-Ten-Ängste unter 50 Prozent – und gleichzeitig unter dem Bundesdurchschnitt.
  • Die größte Sorge bereitet den Menschen wie im Vorjahr die Politik von Donald Trump (49 Prozent). Allerdings ist diese Angst im Jahresvergleich um elf Prozentpunkte gesunken. Auf Rang zwei folgt die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten (46 Prozent).
  • Werden die Steuerzahler für die Kosten der EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten? Deutschlandweit löst diese Frage in keinem anderen Bundesland so wenig Besorgnis aus wie in Nordrhein-Westfalen (34 Prozent, Bundesdurchschnitt: 49 Prozent).
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Rheinland-Pfalz und Saarland (Platz 9)

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  • Die Menschen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind zuversichtlicher als im Vorjahr. Das Angstniveau ist um acht Prozentpunkte gesunken. Damit belegen sie Platz neun im Ranking der Bundesländer (2019: Platz sechs), gemeinsam mit Sachsen.
  • Am meisten ängstigt die Menschen hier die Politik von Donald Trump (50 Prozent; 2019: 52 Prozent).
  • Am stärksten gestiegen ist die Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage (plus neun Prozentpunkte, 46 Prozent). Sie liegt auf Rang zwei der Angstskala. 2019 war dieses Thema gar nicht unter den zehn größten Ängsten in Rheinland-Pfalz und dem Saarland vertreten.
  • Deutlich geringer als im vergangenen Jahr ist die Befürchtung, dass die Deutschen und die Behörden durch die große Zahl der Geflüchteten überfordert sind (minus 21 Prozentpunkte). Noch im vergangenen Jahr führte dieses Thema die Angstskala an, jetzt sackt es mit 37 Prozent auf Rang neun ab.
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Sachsen (Platz 9)

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  • In Sachsen haben die Menschen 2020 deutlich weniger Sorgen als im Vorjahr. Das Angstniveau ist um neun Prozentpunkte gesunken. Das bedeutet Platz neun im Bundesländerranking (2019: Platz fünf), gemeinsam mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
  • Am stärksten gestiegen ist die Sorge, dass die EU-Schuldenkrise teuer für den Steuerzahler wird (plus zwölf Prozentpunkte). Sie tauchte 2019 gar nicht unter den Top Ten auf. Jetzt liegt sie mit 51 Prozent auf Rang eins.
  • Die größte Sorge des vergangenen Jahres hat hingegen deutlich an Bedeutung verloren: die Angst vor Spannungen durch den weiteren Zuzug von Ausländern (minus 15 Prozentpunkte). Mit 46 Prozent rangiert sie aber auf Platz zwei und damit immer noch weit oben.
  • Umweltthemen sind in Sachsen stärker in den Fokus gerückt. Das zeigt sich bei den Ängsten vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln, vor den Auswirkungen des Klimawandels und vor Naturkatastrophen und Wetterextremen. Diese lagen 2019 noch im hinteren Bereich des Rankings. 2020 kletterten sie auf Rang fünf, sechs und sieben.
  • Auffällig: Nur in Sachsen ist die Angst vor einer Drogensucht der eigenen Kinder unter den Top Ten (40 Prozent, Platz neun).
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Sachsen-Anhalt (Platz 4)

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  • Das Angstniveau in Sachsen-Anhalt ist leicht gesunken (minus vier Prozentpunkte). Dennoch gehören die Menschen hier nach wie vor zu den ängstlichsten Deutschen (2020: Platz vier; 2019: Platz drei; 2018: Platz eins).
  • Auffällig: Nur in Sachsen-Anhalt steht die Sorge, im Alter pflegebedürftig zu werden, auf Rang eins (58 Prozent; Bundesdurchschnitt: 41 Prozent). Auf Rang zwei folgt mit 57 Prozent die Angst vor einer Überforderung der Deutschen und Behörden durch Geflüchtete.
  • Vor den Folgen der Politik von Donald Trump fürchten sich in Sachsen-Anhalt so wenige Menschen wie in keinem anderen Bundesland (28 Prozent; Bundesdurchschnitt: 53 Prozent). Nur in Thüringen und Sachsen taucht diese Sorge ebenfalls nicht in den Top Ten auf.
  • Dafür fürchten die Sachsen-Anhaltiner den Verlust des eigenen Jobs mehr als alle anderen Deutschen (49 Prozent). Und nur hier ist dieses Thema unter den zehn größten Ängsten.
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Schleswig-Holstein und Hamburg (Platz 8)

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  • In Schleswig-Holstein und Hamburg hat sich die Stimmung eingetrübt (plus fünf Prozentpunkte) – Platz acht im Vergleich der Bundesländer. In den vergangenen beiden Jahren lebten hier noch die sorgenfreisten Deutschen.
  • Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten ist im Norden von Rang sieben im Vorjahr auf Rang eins geklettert (61 Prozent, plus 24 Prozentpunkte). Nur hier steht das Thema auf dem Spitzenplatz.
  • Auf Rang zwei liegt die Sorge vor einer schlechteren Wirtschaftslage. Sie ist um 38 Prozentpunkte auf 60 Prozent gestiegen. Auch die Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln hat mit plus 25 Prozentpunkten deutlich zugenommen (54 Prozent). Genauso viele Schleswig-Holsteiner und Hamburger sorgen sich um die Folgen der Trump-Politik.
  • Spannungen durch den Zuzug von Ausländern? Dieses Thema sehen die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich gelassener als 2019. Im vergangenen Jahr stand diese Sorge noch auf Rang zwei im Angstranking, jetzt ist sie auf Rang 13 gerutscht. Nur die Bewohner von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind bei diesem Thema 2020 ebenso entspannt (je 35 Prozent).
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Thüringen (Platz 1)

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  • In Thüringen haben die Sorgen der Menschen deutlich abgenommen – mehr als in allen anderen Bundesländern (minus 14 Prozentpunkte). Dennoch leben hier, wie im Vorjahr, die pessimistischsten Deutschen. Die Thüringer teilen sich Platz eins mit den Menschen aus Brandenburg.
  • Die Sorge, dass die große Zahl der Geflüchteten die Deutschen und ihre Behörden überfordern, führte 2019 die Angstskala an. Obwohl sie jetzt um 16 Prozentpunkte zurückgegangen ist, steht die Angst mit 65 Prozent weiterhin auf dem Spitzenplatz – gemeinsam mit der Befürchtung, dass es durch die weitere Zuwanderung von Ausländern zu Spannungen kommen könnte.
  • Im Bundesländervergleich ganz vorne liegen die Thüringer auch bei der Angst, im Alter zum Pflegefall zu werden (60 Prozent, Platz acht).
  • Die einzige Top-Angst in Thüringen, die nicht abgenommen hat, ist die Angst vor einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland (plus einen Prozentpunkt). Sie liegt auf Rang sieben.
  • Auch wenn die Stimmung insgesamt etwas weniger angespannt ist als im Vorjahr: Die Menschen in Thüringen sorgen sich bei allen Top-Ten-Ängsten mehr als der Bundesdurchschnitt.
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