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    R+V-Resilienz-Studie: Zentrale Ergebnisse

    Mittelständische Unternehmen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Wirtschaftliche Flaute, hohe Energiepreise, zunehmender Wettbewerb, Personalfragen und Cyberattacken – die Liste ließe sich noch deutlich weiter verlängern. Wie resilient sind die Betriebe angesichts der multiplen Krisen? Dieser zentralen Frage sind wir zum zweiten Mal nach 2024 auf den Grund gegangen.

    Zentrale Ergebnisse auf einen Blick
    Das Vertrauen in die Widerstandskraft des eigenen Betriebs sinkt...
    Deutlich mehr Führungskräfte blicken mit Bangen in die Zukunft der eigenen Firma – ein deutlicher Anstieg von 17 Prozent im Jahr 2024 auf heute 29 Prozent. Bei den Beschäftigten ist das Vertrauen in die Resilienz des Betriebs noch stabil.
    ...darum schaltet der Mittelstand verstärkt in den Krisenmodus und ergreift Maßnahmen...
    2024 hatten nur wenige Firmen (22 Prozent) vorbeugende Maßnahmen ergriffen, heute sind es 33 Prozent. Für die wichtigsten Schlüssel zur Resilienz halten die Führungskräfte die Verstärkung des eigenen Teams und die Bindung der Beschäftigten. Auch IT-Sicherheit / Digitalisierung ist stark im Fokus.
    ...wobei die Offenheit für externe Hilfe ist im Vergleich zu 2024 deutlich gewachsen ist...
    Die gewachsene Unsicherheit zeigt sich auch beim Wunsch nach Hilfe von außen: Nur noch 29 Prozent der Führungskräfte möchten darauf verzichten (2024: 42 Prozent). Am größten ist der Bedarf bei KI, IT-Sicherheit/Cyberkriminalität und digitale Transformation.
    ...allerdings besteht ein sehr ausgeprägtes Umsetzungsdefizit, besonders bei Mitarbeiterbindung und IT-Sicherheit.
    Allerdings besteht ein ausgeprägtes Umsetzungsdefizit auf allen (!) Feldern – besonders bei der Mitarbeiterbindung: 87 Prozent der Führungskräfte (und noch mehr Beschäftigte) finden diese wichtig, doch nur 60 Prozent sind bereits aktiv geworden. Im Durchschnitt der Themen liegt die Differenz bei 12 Prozent.
    Ergebnisse im Detail

    1. Gefährdung der Wirtschaft und der eigenen Firma

    2. Wichtige Handlungsfelder und Stand der Umsetzung

    3. Offenheit für externe Hilfe auf den Handlungsfeldern

    1. Gefährdung der Wirtschaft und der eigenen Firma

    Deutsche Gesamtwirtschaft wird als krisengefährdet gesehen

    Konflikte, Zölle, Wachstumsschwäche: Die große Mehrheit der befragten Führungskräfte und Beschäftigten hält die deutschen Unternehmen insgesamt für krisengefährdet. Allerdings sind sie bei ihrer gesamtwirtschaftlichen Einschätzung etwas optimistischer als bei der ersten R+V Resilienz-Studie Anfang 2024.

    Wie stark sind die deutschen Unternehmen insgesamt durch diese Krisen gefährdet? („sehr stark; eher stark“), in Prozent

      2026 2024 Vergleich 2024-2026
    Führungskräfte 69 84 -15
    Beschäftigte 72 87 -15

     

    Diese Besorgnis sollte ernstgenommen werden, da sie sich auf die Investitions- und Wachstumspläne im Mittelstand auswirken kann.“
    Jens Hasselbächer
    Vorstand des Ressorts Kunden & Vertrieb der R+V Versicherung

    Vertrauen in die Resilienz des eigenen Betriebs sinkt

    Krisenstimmung mit Blick auf die Gesamtwirtschaft – wie steht es um den eigenen Betrieb?
     

    • Eine klare Mehrheit der befragten Führungskräfte hält das eigene Unternehmen für resilient.
    • Allerdings ist der Anteil der Skeptiker im Vergleich zu 2024 deutlich gewachsen (2024: 17 Prozent, 2026: 29 Prozent).

    Beschäftigte halten ihre Betriebe für unverändert krisenfest

    Die Beschäftigten haben ein fast unverändert hohes Vertrauen in die Resilienz ihres Arbeitgebers. Damit sind sie mittlerweile deutlich optimistischer als die Führungskräfte – anders als noch 2024.

    Wenn Sie an Ihr eigenes Unternehmen/an das Ihres Arbeitgebers denken: Wie widerstandsfähig ist es den vielfältigen Einflüssen und Krisen gegenüber? In Prozent

      2026 2024 Vergleich 2024-2026

    Führungskräfte:

    "gar nicht; weniger widerstandsfähig"
    29 17 12
    "eher widerstandsfähig; sehr widerstandsfähig" 71 83 -12

    Beschäftigte:

    "gar nicht; weniger widerstandsfähig"
    22 20 2
    "eher widerstandfähig; sehr widerstandsfähig" 78 80 -2

     

    Mehr als ein Drittel hält den eigenen Betrieb für stark gefährdet

    In der Studie haben wir auch nach der direkten Gefährdung des eigenen Betriebs gefragt. Dabei sind die Einschätzungen von Führungskräften und Beschäftigten deckungsgleich: Jeweils gut ein Drittel sieht eine starke oder sogar sehr starke Gefährdung. Positiv ist, dass die akute Gefährdung 2024 noch deutlich größer empfunden wurde.

    Wie stark ist Ihr eigenes Unternehmen / Ihr Arbeitgeber durch diese Herausforderungen und Krisen gefährdet? („sehr stark; eher stark“), in Prozent

      2026 2024 Vergleich 2024-2026
    Führungskräfte 36 52 -16
    Beschäftigte 36 46 -10

     

    2. Wichtige Handlungsfelder und Stand der Umsetzung

    Die wichtigsten Handlungsfelder auf dem Weg zu mehr Resilienz

    In der Studie wurde der Stellenwert von 12 Handlungsfeldern bewertet.
     

    • Die Bereiche Personal, Wachstum / Wettbewerbsfähigkeit und IT-Sicherheit stehen oben im Ranking.
    • Führungskräfte und Beschäftigten setzen ähnliche Akzente, allerdings halten letztere fast alle Themen für noch bedeutsamer, um die Widerstandsfähigkeit ihres Betriebs zu stärken.
    • Interessante Ausnahme ist die künstliche Intelligenz.

    Der Mittelstand macht sich krisenfester: Deutlich mehr Firmen ergreifen gezielte Maßnahmen

    Ein Kernergebnis der R+V Studie 2024 war: Trotz Krisenangst hatte nur ein gutes Fünftel der Firmen Maßnahmen ergriffen, um sich krisenfester zu machen. Das hat sich geändert – der Anteil ist auf rund ein Drittel gestiegen. Es wird also offenbar gehandelt in den deutschen Chefetagen, und das kommt auch bei den Beschäftigten an.

    Haben Sie sich / Hat sich Ihr Arbeitgeber mit diesen Herausforderungen und Krisen (in der Geschäftsleitung) schon auseinandergesetzt? In Prozent

      Führungskräfte Beschäftigte
      2026 2024 2026 2024
    Haben bisher noch zu wenig oder gar nichts unternommen 20 33 24 -
    Überlegen derzeit, welche Maßnahmen wir ergreifen 47 45 39 -
    Haben schon gezielt gehandelt und Maßnahmen ergriffen 33 22 37 -

     

    Viele Firmen erkennen die eigene Gefährdung im Krisenfall, haben jedoch noch nicht in ausreichendem Maße gegengesteuert.“
    Jens Hasselbächer

    Die Studie deckt ein deutliches Umsetzungsdefizit auf

    Wie stark kümmern sich die Firmen bereits um die kritischen Punkte, die nach ihrer eigenen Einschätzung zur Resilienz beitragen? Hier zeigt sich auf allen 12 (!) Handlungsfeldern ein Umsetzungsdefizit:
     

    • Die Differenz zwischen wahrgenommener Wichtigkeit und ergriffenen Maßnahmen liegt der Befragung der Führungskräfte zufolge im Durchschnitt bei 12 Prozent.
    • Das größte Umsetzungsdefizit liegt mit 27 Prozent im Personalbereich "Beschöftigte binden".

    Die Beschäftigten sehen noch größeres Umsetzungsdefizit.

    • Sie sehen einen Nachholbedarf auf ähnlichen Feldern wie die Führungskräfte.
    • Insgesamt sehen sie über alle Felder hinweg ein noch größeres Umsetzungsdefizit.
    • Bei der Bindung von Beschäftigten sehen sie ein Umsetzungsdefizit von 39 Prozent.

     

    3. Offenheit für externe Hilfe auf den Handlungsfeldern
    Wunsch nach Hilfe von außen wächst spürbar

    Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist es nicht überraschend, dass die Offenheit für externe Hilfe gewachsen ist.

    „Wir kommen ohne fremde Hilfe aus“ glauben heute deutlich weniger Führungskräfte als noch 2024. Mittlerweile hält eine Mehrheit externe Hilfe für nützlich oder sogar für unbedingt notwendig.

    Einmal alles in allem gesehen: Welche Rolle spielt die Hilfe und Unterstützung von außerhalb, damit Ihr Unternehmen die anstehenden Herausforderungen bewältigen kann? Führungskräfte, in Prozent

      2026 2024
    Kommen ohne fremde Hilfe aus 29 42
    Hilfen wären nützlich 63 49
    Hilfen sind unbedingt notwendig 8 9

     

    Auf welchen Handlungsfeldern ist die Offenheit am größten?

    Der Wunsch nach Unterstützung ist auf den Handlungsfelder sehr unterschiedlich. Den Generationenwechsel und Nachfolgeregelungen etwa nehmen die meisten Unternehmen der Studie zufolge lieber selbst in die Hand. Besonders groß ist der Bedarf bei künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit / Cyberkriminalität und digitaler Transformation.

    Wie nützlich ist es für Ihr Unternehmen, auf diesen Handlungsfeldern Hilfe und Unterstützung von außerhalb zu bekommen?: „Wir kommen ohne fremde Hilfe aus.“ Führungskräfte in Prozent

    Den Generationenwechsel einleiten und für eine Nachfolge / Betriebsübergabe sorgen 59
    Das Unternehmen und die Angebote an einen verstärkten Preiswettbewerb anpassen 56
    Unternehmen und Mitglieder der Geschäftsleitung gegen Haftungsrisiken und rechtliche Unsicherheiten absichern 52
    Zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz beitragen, etwa durch Investitionen in erneuerbare Energien wie Photovoltaik 48
    Beschäftigte binden durch Motivationsmaßnahmen und ein gesundes Arbeitsumfeld 47
    Die Finanzkraft durch Kapitalanlagen, Rücklagen und Versicherungen gegen Unternehmensrisiken stärken 46
    Den behördlichen Auflagen und bürokratischen Anforderungen gerecht werden 45
    Das Unternehmenswachstum durch innovative Dienstleistungen und Produkte voranbringen 45
    Geeignete Fachkräfte und/oder gering Qualifizierte finden 40
    Durch Digitalisierung und Transformation die Wettbewerbsfähigkeit stärken 39
    In IT-Sicherheit investieren, um Wirtschafts- und Cyberkriminalität vorzubeugen 37
    Künstliche Intelligenz stärker nutzen und den rechtssicheren Umgang damit sicher stellen 33