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R+V-Resilienz-Studie: Zentrale Ergebnisse
Mittelständische Unternehmen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Wirtschaftliche Flaute, hohe Energiepreise, zunehmender Wettbewerb, Personalfragen und Cyberattacken – die Liste ließe sich noch deutlich weiter verlängern. Wie resilient sind die Betriebe angesichts der multiplen Krisen? Dieser zentralen Frage sind wir zum zweiten Mal nach 2024 auf den Grund gegangen.
Zentrale Ergebnisse auf einen Blick
Das Vertrauen in die Widerstandskraft des eigenen Betriebs sinkt...
...darum schaltet der Mittelstand verstärkt in den Krisenmodus und ergreift Maßnahmen...
...wobei die Offenheit für externe Hilfe ist im Vergleich zu 2024 deutlich gewachsen ist...
...allerdings besteht ein sehr ausgeprägtes Umsetzungsdefizit, besonders bei Mitarbeiterbindung und IT-Sicherheit.
Ergebnisse im Detail
1. Gefährdung der Wirtschaft und der eigenen Firma
2. Wichtige Handlungsfelder und Stand der Umsetzung
3. Offenheit für externe Hilfe auf den Handlungsfeldern
1. Gefährdung der Wirtschaft und der eigenen Firma
Deutsche Gesamtwirtschaft wird als krisengefährdet gesehen
Konflikte, Zölle, Wachstumsschwäche: Die große Mehrheit der befragten Führungskräfte und Beschäftigten hält die deutschen Unternehmen insgesamt für krisengefährdet. Allerdings sind sie bei ihrer gesamtwirtschaftlichen Einschätzung etwas optimistischer als bei der ersten R+V Resilienz-Studie Anfang 2024.
Wie stark sind die deutschen Unternehmen insgesamt durch diese Krisen gefährdet? („sehr stark; eher stark“), in Prozent
| 2026 | 2024 | Vergleich 2024-2026 | |
| Führungskräfte | 69 | 84 | -15 |
| Beschäftigte | 72 | 87 | -15 |
Vertrauen in die Resilienz des eigenen Betriebs sinkt
Krisenstimmung mit Blick auf die Gesamtwirtschaft – wie steht es um den eigenen Betrieb?
- Eine klare Mehrheit der befragten Führungskräfte hält das eigene Unternehmen für resilient.
- Allerdings ist der Anteil der Skeptiker im Vergleich zu 2024 deutlich gewachsen (2024: 17 Prozent, 2026: 29 Prozent).
Beschäftigte halten ihre Betriebe für unverändert krisenfest
Die Beschäftigten haben ein fast unverändert hohes Vertrauen in die Resilienz ihres Arbeitgebers. Damit sind sie mittlerweile deutlich optimistischer als die Führungskräfte – anders als noch 2024.
Wenn Sie an Ihr eigenes Unternehmen/an das Ihres Arbeitgebers denken: Wie widerstandsfähig ist es den vielfältigen Einflüssen und Krisen gegenüber? In Prozent
| 2026 | 2024 | Vergleich 2024-2026 | |
|
Führungskräfte: "gar nicht; weniger widerstandsfähig"
|
29 | 17 | 12 |
| "eher widerstandsfähig; sehr widerstandsfähig" | 71 | 83 | -12 |
|
Beschäftigte: "gar nicht; weniger widerstandsfähig"
|
22 | 20 | 2 |
| "eher widerstandfähig; sehr widerstandsfähig" | 78 | 80 | -2 |
Mehr als ein Drittel hält den eigenen Betrieb für stark gefährdet
In der Studie haben wir auch nach der direkten Gefährdung des eigenen Betriebs gefragt. Dabei sind die Einschätzungen von Führungskräften und Beschäftigten deckungsgleich: Jeweils gut ein Drittel sieht eine starke oder sogar sehr starke Gefährdung. Positiv ist, dass die akute Gefährdung 2024 noch deutlich größer empfunden wurde.
Wie stark ist Ihr eigenes Unternehmen / Ihr Arbeitgeber durch diese Herausforderungen und Krisen gefährdet? („sehr stark; eher stark“), in Prozent
| 2026 | 2024 | Vergleich 2024-2026 | |
| Führungskräfte | 36 | 52 | -16 |
| Beschäftigte | 36 | 46 | -10 |
2. Wichtige Handlungsfelder und Stand der Umsetzung
Die wichtigsten Handlungsfelder auf dem Weg zu mehr Resilienz
In der Studie wurde der Stellenwert von 12 Handlungsfeldern bewertet.
- Die Bereiche Personal, Wachstum / Wettbewerbsfähigkeit und IT-Sicherheit stehen oben im Ranking.
- Führungskräfte und Beschäftigten setzen ähnliche Akzente, allerdings halten letztere fast alle Themen für noch bedeutsamer, um die Widerstandsfähigkeit ihres Betriebs zu stärken.
- Interessante Ausnahme ist die künstliche Intelligenz.
Der Mittelstand macht sich krisenfester: Deutlich mehr Firmen ergreifen gezielte Maßnahmen
Ein Kernergebnis der R+V Studie 2024 war: Trotz Krisenangst hatte nur ein gutes Fünftel der Firmen Maßnahmen ergriffen, um sich krisenfester zu machen. Das hat sich geändert – der Anteil ist auf rund ein Drittel gestiegen. Es wird also offenbar gehandelt in den deutschen Chefetagen, und das kommt auch bei den Beschäftigten an.
Haben Sie sich / Hat sich Ihr Arbeitgeber mit diesen Herausforderungen und Krisen (in der Geschäftsleitung) schon auseinandergesetzt? In Prozent
| Führungskräfte | Beschäftigte | |||
| 2026 | 2024 | 2026 | 2024 | |
| Haben bisher noch zu wenig oder gar nichts unternommen | 20 | 33 | 24 | - |
| Überlegen derzeit, welche Maßnahmen wir ergreifen | 47 | 45 | 39 | - |
| Haben schon gezielt gehandelt und Maßnahmen ergriffen | 33 | 22 | 37 | - |
Die Studie deckt ein deutliches Umsetzungsdefizit auf
Wie stark kümmern sich die Firmen bereits um die kritischen Punkte, die nach ihrer eigenen Einschätzung zur Resilienz beitragen? Hier zeigt sich auf allen 12 (!) Handlungsfeldern ein Umsetzungsdefizit:
- Die Differenz zwischen wahrgenommener Wichtigkeit und ergriffenen Maßnahmen liegt der Befragung der Führungskräfte zufolge im Durchschnitt bei 12 Prozent.
- Das größte Umsetzungsdefizit liegt mit 27 Prozent im Personalbereich "Beschöftigte binden".
Die Beschäftigten sehen noch größeres Umsetzungsdefizit.
- Sie sehen einen Nachholbedarf auf ähnlichen Feldern wie die Führungskräfte.
- Insgesamt sehen sie über alle Felder hinweg ein noch größeres Umsetzungsdefizit.
- Bei der Bindung von Beschäftigten sehen sie ein Umsetzungsdefizit von 39 Prozent.
3. Offenheit für externe Hilfe auf den Handlungsfeldern
Wunsch nach Hilfe von außen wächst spürbar
Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist es nicht überraschend, dass die Offenheit für externe Hilfe gewachsen ist.
„Wir kommen ohne fremde Hilfe aus“ glauben heute deutlich weniger Führungskräfte als noch 2024. Mittlerweile hält eine Mehrheit externe Hilfe für nützlich oder sogar für unbedingt notwendig.
Einmal alles in allem gesehen: Welche Rolle spielt die Hilfe und Unterstützung von außerhalb, damit Ihr Unternehmen die anstehenden Herausforderungen bewältigen kann? Führungskräfte, in Prozent
| 2026 | 2024 | |
| Kommen ohne fremde Hilfe aus | 29 | 42 |
| Hilfen wären nützlich | 63 | 49 |
| Hilfen sind unbedingt notwendig | 8 | 9 |
Auf welchen Handlungsfeldern ist die Offenheit am größten?
Der Wunsch nach Unterstützung ist auf den Handlungsfelder sehr unterschiedlich. Den Generationenwechsel und Nachfolgeregelungen etwa nehmen die meisten Unternehmen der Studie zufolge lieber selbst in die Hand. Besonders groß ist der Bedarf bei künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit / Cyberkriminalität und digitaler Transformation.
Wie nützlich ist es für Ihr Unternehmen, auf diesen Handlungsfeldern Hilfe und Unterstützung von außerhalb zu bekommen?: „Wir kommen ohne fremde Hilfe aus.“ Führungskräfte in Prozent
| Den Generationenwechsel einleiten und für eine Nachfolge / Betriebsübergabe sorgen | 59 |
| Das Unternehmen und die Angebote an einen verstärkten Preiswettbewerb anpassen | 56 |
| Unternehmen und Mitglieder der Geschäftsleitung gegen Haftungsrisiken und rechtliche Unsicherheiten absichern | 52 |
| Zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz beitragen, etwa durch Investitionen in erneuerbare Energien wie Photovoltaik | 48 |
| Beschäftigte binden durch Motivationsmaßnahmen und ein gesundes Arbeitsumfeld | 47 |
| Die Finanzkraft durch Kapitalanlagen, Rücklagen und Versicherungen gegen Unternehmensrisiken stärken | 46 |
| Den behördlichen Auflagen und bürokratischen Anforderungen gerecht werden | 45 |
| Das Unternehmenswachstum durch innovative Dienstleistungen und Produkte voranbringen | 45 |
| Geeignete Fachkräfte und/oder gering Qualifizierte finden | 40 |
| Durch Digitalisierung und Transformation die Wettbewerbsfähigkeit stärken | 39 |
| In IT-Sicherheit investieren, um Wirtschafts- und Cyberkriminalität vorzubeugen | 37 |
| Künstliche Intelligenz stärker nutzen und den rechtssicheren Umgang damit sicher stellen | 33 |