Fokusthema: IT-Sicherheit und Cyberkriminalität

    Vor zwei Jahren lag das Themenfeld „Digitalisierung/IT-Sicherheit“ noch im hinteren Teil des Rankings der wichtigsten Resilienzfaktoren. Das hat sich spürbar geändert: In der zunehmenden Wirtschafts- und Cyberkriminalität sieht eine große Mehrheit ein wichtiges Handlungsfeld für die künftige Resilienz ihres Unternehmens.

    IT-Sicherheit wird als Risiko erkannt – aber noch nicht konsequent abgesichert

    IT-Sicherheit weit oben auf Resilienz-Agenda

    R+V Resilienz-Report 2026: Mittelstand im Krisenmodus – Zukunftssorgen wachsen: Themen-Ranking
    • 82 Prozent der Führungskräfte sagen, dass Investitionen in die IT-Sicherheit wichtig für die künftige Resilienz ihres Unternehmens sind. 

    • Damit hat das Thema einen höheren Stellenwert als die Anpassung an den verstärkten Preiswettbewerb – eine unternehmerische Kernaufgabe.
    • Die Beschäftigten messen der IT-Sicherheit noch höhere Bedeutung bei (86 Prozent). Die Sensibilisierung der Teams ist in den mittelständischen Betrieben offenbar gelungen.
    • Die künstliche Intelligenz spielt auf den Chefetagen dagegen eine kleinere Rolle (65 Prozent).
    Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass beim Thema KI noch ein deutlicher Handlungs- und Aufklärungsbedarf besteht.“
    Jens Hasselbächer
    Vorstand des Ressorts Kunden & Vertrieb der R+V Versicherung

    Viele Firmen setzen zentrale Maßnahmen nicht um

    Bei der praktischen Umsetzung im Bereich der IT-Sicherheit zeigt die R+V-Resilienz-Studie ein sehr gemischtes Bild. Offenbar hält sich nur eine Minderheit der Firmen durchgängig an die grundlegenden Standards. Das gilt beispielsweise beim Umgang mit Administratorrechten, dem Ausmustern veralteter Hardware und der Analyse möglicher Einfallstore.

    Erstaunlich:
     

    • 82 Prozent der Führungskräfe empfinden Investitionen in IT-Sicherheit als "eher oder sehr wichtig".
    • Mittelwert der bereits umgesetzten IT-Sicherheitsmaßnahmen: 50 Prozent.
    • Umsetzungsdefizit: 32 Prozent.
    Dabei sehen wir in unserem Beratungsalltag, dass die Bedrohung durch Cyberkriminelle täglich zunimmt.“
    Ingo Steinwedel
    Cyberexperte der R+V Versicherung
    IT-Sicherheit wird als Haftungsrisiko Nr. 1 gesehen

    Bei der Frage nach Haftungsrisiken für die Unternehmen belegen Verletzungen von IT-Sicherheitsvorschriften und Standards bei der Cybersicherheit den Spitzenplatz. Fast jede dritte der befragten Führungskräfte sieht dieses Risiko sogar als „sehr wichtig“ an (31 Prozent).
     

    Welche der folgenden Haftungsrisiken sind für Ihr Unternehmen derzeit besonders wichtig? („Eher wichtig“; „sehr wichtig“), Führungskräfte in Prozent

    Verletzungen von IT-Sicherheitsvorschriften oder Versäumnisse bei der Cybersicherheit 74
    Datenschutzverstöße und Compliance-Probleme im Umgang mit personenbezogenen Daten 72
    Produktmängel oder Sicherheitsrisiken bei gelieferten Waren oder Dienstleistungen 69
    Arbeitsrechtliche Themen (z.B. Homeoffice-Regelungen, Kündigungsschutz) 68
    Fragen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz 64
    Umweltauflagen und Nachhaltigkeitsvorschriften 55

     


    Aber: Nur wenige Firmen sind gegen die Folgen von Cyberattacken versichert

    IT-Sicherheit wird als wichtiges Haftungsrisiko für Firmen gesehen. Dennoch hat sich offenbar nur knapp ein Drittel gegen die finanziellen Folgen einer Cyberattacke versichert hat (32 Prozent).

    Dabei hat das Thema eine große Tragweite, auch im Hinblick auf die Obliegenheitspflichten. Bei Verstößen können die Folgen bis zur persönlichen Haftung reichen. Doch das ist offenbar vielen Führungskräften nicht bewusst: Die allermeisten empfindet persönliche Haftungsrisiken nicht als bedrohlich.
     

    Haftungsrisiken können ja auch Sie persönlich betreffen. Empfinden Sie dies als bedrohliches Risiko? Führungskräfte in Prozent

    sehr bedrohlich 2
    eher bedrohlich 27
    weniger bedrohlich 49
    gar nicht bedrohlich 22

     

    Beratungsbedarf ist bei digitalen Themen am größten

    Wenn es um den Beratungsbedarf im Mittelstand geht, sind digitale Themen ganz oben auf der Agenda: Sie landen auf den ersten drei Plätzen der 12 abgefragten Handlungsfelder.

    Bei KI, IT-Sicherheit und Cyberkriminalität sowie digitaler Transformation möchten jeweils nur eine Minderheit der Führungskräften darauf verzichten. Oft fehlen Know-how und Kapazitäten im eigenen Unternehmen, um die vielfältigen Aufgaben allein zu stemmen.

    Wie nützlich ist es für Ihr Unternehmen, auf diesen Handlungsfeldern Hilfe und Unterstützung von außerhalb zu bekommen?: „Wir kommen ohne fremde Hilfe aus.“ Führungskräfte in Prozent

    Durch Digitalisierung und Transformation die Wettbewerbsfähigkeit stärken 39
    In IT-Sicherheit investieren, um Wirtschafts- und Cyberkriminalität vorzubeugen 37
    Künstliche Intelligenz stärker nutzen und den rechtssicheren Umgang damit sicherstellen 33