Die Sonne, ist sie Freundin oder Feindin? Freundin, denn sie macht uns schön und glücklich. Doch die Sonne hat auch Schattenseiten, die man oft vergisst. Auch im Spätsommer sollten Sie der Sonne noch den nötigen Respekt entgegen bringen, sonst kann sie Ihrer Haut schaden und sie krank machen. Sonnenbrand entsteht. Doch was genau ist Sonnenbrand und was kann man dagegen tun?
Was ist Sonnenbrand?
Sonnenbrand wird durch die kurzwellige UV-Strahlung des Sonnenlichts verursacht. In geringen Mengen ist diese ultraviolette Strahlung gesund und wichtig für den menschlichen Körper. Schließlich regt sie in der Haut die Synthese von Vitamin D an, das ohne Sonnenlicht nicht gebildet werden kann und für gesunde Knochen sorgt.
Bekommt die Haut jedoch zu viel UV-Strahlung ab, kommt es zu entzündlichen Rötungen, zu Brandschäden in Form von Schwellungen oder Bläschen. Dr. Herbert Kirchesch, Hautarzt und Stellvertretender Landesvorsitzender des Berufsverbands der Dermatologen Nordrhein, erklärt: "Zu große Mengen an UV-Strahlung erhöhen das Krebsrisiko - auch ohne Sonnenbrand. Bei Sonnenbrand meldet sich die Haut nur mal und sagt, das war zu viel, aber auch ohne Sonnenbrand ist man gefährdet. Je mehr Sonne der Mensch in seinem Leben abbekommt, desto mehr Schaden richtet die UV-Strahlung am Erbgut an, desto mehr Reparaturarbeit muss der Körper leisten."
Welchen Hauttyp haben Sie?
Um sich in der Sonne richtig zu verhalten, ist zunächst die Bestimmung des eigenen Hauttyps wichtig. Hierzulande sind vor allem vier Hauttypen verbreitet. Rund zwei Prozent der Bevölkerung gehören dem "Typ I" an: Weiße Hautfarbe, oft rote Haare, helle Augen, viele Sommersprossen. Diese Menschen werden nie braun und bekommen nach maximal zehn Minuten ungeschützter Sonneneinstrahlung Sonnenbrand. Diese zehn Minuten werden als "Eigenschutzzeit" bezeichnet.
"Typ II" steht für rund zwölf Prozent der Bevölkerung - blond, helle Augen, Sommersprossen. Dieser Hauttyp bekommt oft einen Sonnenbrand und wird wenig braun. Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten.
Die meisten Menschen hierzulande (78 Prozent) sind "Typ III". Blond bis dunkelblond, helle bis dunkle Augen, bekommen selten einen Sonnenbrand und werden gut braun. Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten.
"Typ IV", etwa 8 Prozent der Bevölkerung, ist dunkelhaarig mit dunklen Augen, wird immer braun und bekommt sehr selten Sonnenbrand. Eigenschutzzeit: Rund 40 Minuten.
Welcher Schutz hält wie lange an?
Haben Sie Ihren Hauttyp bestimmt, sollten Sie berechnen wie lange Sonnencremes, -gels, -öle etc. mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren für Ihren Hauttyp Schutz bieten. Dazu gibt es eine
Faustformel: Multiplizieren Sie die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor und Sie erhalten die Zeit, die Sie sicher in der Sonne verbringen können.
Beispiel:
Hauttyp III verwendet Sonnenschutz mit LS-Faktor 12: 20 bis 30 Minuten x 12 = 240 bis 360 Minuten Sonnenschutz. Der Berechnung liegt ein UV-Wert von 8 zugrunde. Dieser kann jedoch deutlich höher oder niedriger liegen. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung können Sie sich über den aktuellen UV-Wert und die Vorhersage für die nächsten Tage informieren und Ihren Schutz entsprechend anpassen (
www.uv-index.de Link zu: Deutscher Wetterdienst, www.uv-index.de).
Expertentipps zum richtigen Verhalten
Dr. Kirchesch sagt: "Sonnenbadende müssen sich darüber bewusst sein, dass die Sonnenintensität um bis zu ein Drittel gesteigert wird, wenn das Sonnenlicht reflektiert wird, etwa durch Wasser oder Schnee." Auch ist die Kraft der UV-Strahlen in den Mittagsstunden am größten. "Je steiler das Sonnenlicht einfällt, desto weniger UV-Strahlen werden durch die Atmosphäre gefiltert", erklärt der Hautarzt. Dadurch wird auch die Sonnenbrandgefahr größer, je näher Sie am Äquator sind, wo die Sonne immer hoch am Himmel steht. Entsprechend öfter sollten Sie stärkeren Sonnenschutz auftragen. Und: Auch bei Wolken dringen rund 60 Prozent der UV-Strahlen bis zur Haut vor.
Am meisten gefährdet sind Körperpartien, die der Sonne am häufigsten ausgesetzt sind. "Das sind Gesicht, Hals, Unterarme, Handrücken und Genick", sagt Kirchesch. Diese Körperteile sollten Sie am meisten zu schützen. "Das gilt insbesondere für Menschen, die beruflich viel in der Sonne sind, etwa Dachdecker, aber auch für Golfer oder Tennisspieler."
Was tun bei Sonnenbrand?
Wenn Sie doch mal Sonnenbrand bekommen, rät der Experte: "Ist keine Medizin zur Hand, ist es am besten, die Sonne bis zur Heilung komplett zu meiden, viel Wasser zu trinken und zu kühlen, etwa mit feuchten Tüchern." Ansonsten rät Kirchesch zum Auftragen von Feuchtigkeitsmilch. "Bei einem schweren Sonnenbrand wirkt cortisonhaltige Milch am besten. Diese ist rezeptpflichtig und sollte zwei bis drei Tage aufgetragen werden." Auch für Menschen mit Sonnenallergie sind die Präparate geeignet.
Am besten aber, so Kirchesch, ist: Sonnenbrand durch vernünftiges Verhalten und richtige Kleidung vermeiden. "Wer alt werden will, sollte wissen, dass jedes Übermaß an UV-Strahlung der Haut schadet und das langfristige Hautkrebsrisiko erhöht."
D. Konrad, August 2011
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