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Beruf + Karriere

Studium

Serie: Studieren - aber wo?
Die Privat-Unis

Nach Einschätzung von Klaus-Helmut Lind, Berater im Hochschulteam Frankfurt am Main, ist die Qualität der Ausbildung an einer privaten Universität grundsätzlich besser. Die Betreuungsrelation von Lehrenden zu Studierenden ist meist günstiger als an einer staatlichen Universität. Denn dort ist meist die Zahl der Studierenden hoch und die Zahl der Professoren gering. Aber auch die sachliche Ausstattung ist an einer Privat-Uni nach Angaben des Experten oft besser. Das gilt für die Bibliotheken genauso wie beispielsweise für Computerarbeitsplätze.

Verschulte Ausbildung

Das Studium an einer Privat-Uni dagegen ist laut Lind in einem höheren Maße als an einer staatlichen Hochschule verschult und reguliert. So wird bei den einzelnen Studenten stark darauf geachtet, welche Leistungsnachweise während des Studiums erbracht werden. "Auch auf Grund der geringeren Anzahl der Studierenden steht jeder Einzelne unter Beobachtung", sagt Lind. "Wer im zweiten Anlauf seine Prüfungen nicht besteht, kann Pech haben und von der Universität fliegen." Das habe aber wiederum den Vorteil, dass die angesetzten Studienzeiten in der Regel auch eingehalten werden. "Langzeitstudenten gibt es an privaten Hochschulen nicht", weiß Experte Lind aus Erfahrung.

Harte Einstellungstests

Private Hochschulen haben nach Einschätzung Linds meist hohe Hürden für die Bewerber. So muss der Interessent harte Tests absolvieren. Dabei werden nicht nur die fachlichen Kenntnisse überprüft, sondern auch in Interviews und Gesprächen auf Persönlichkeitsmerkmale geachtet.

Näher an der Praxis

Zudem sind private Universitäten stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten. Generell bestehen bei privaten Universitäten enge Verknüpfungen mit früheren Studenten und heutigen Managern, die beispielsweise im Beirat der Hochschule sitzen. Diese Nähe kommt den Absolventen zu Gute. Zudem lassen sich dadurch bereits während des Studiums Kontakte aufbauen und interessante Praktikastellen erlangen. Auch der Kontakt zu einem Mentor, der den Studenten während seiner Ausbildung begleitet, ist leichter zu bekommen. "Wer im Praktikum einen guten Eindruck hinterlassen hat, hat dann auch für seine spätere berufliche Tätigkeit einen guten Ausgangs- und Anknüpfungspunkt", sagt Lind.

Größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Generell gilt laut Lind: Absolventen von privaten Universitäten haben bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. So führen die Verknüpfungen zwischen Hochschule und Wirtschaft bei privaten Universitäten dazu, dass sich die Firmen die passenden Mitarbeiter bereits in der Hochschule aussuchen. Wer allerdings Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung legt und möglicherweise eine Karriere in der Forschung anstrebt, der ist Lind zufolge an einer staatlichen Hochschule besser aufgehoben. Zudem ist das Studium an einer privaten Hochschule nicht günstig: Mit 10.000 Euro oder mehr pro Jahr - also für zwei Semester - ist laut Lind durchaus zu rechnen.

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J. Ollenik, aktualisiert Mai 2006
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