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Handy-Smartphones: Teure kleine Begleiter

Was die heutigen Smartphones, aber auch viele herkömmliche Handys können, ist beeindruckend: Zugang zum Internet, mal schnell die E-Mails checken, Navigation, Apps, Soziale Netzwerke, Organizer, Fotos und Videos machen und natürlich Telefonieren.
Abbildung: Aufklappbares Handy mit Euro-Münze (Quelle: Thinkstock)
Um alle Funktionen richtig nutzen zu können, sind dann aber meist eine Internet-Flatrate und ein Vertrag nötig. Da kommt schnell eine Grundgebühr von mehr als 40 Euro im Monat zusammen - überschaubar, denken sich viele Nutzer. Doch bei diesem Betrag bleibt es häufig nicht. Zusatzkosten treiben die Rechnung in die Höhe. Christian Gollner, Telekommunikationsexperte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, zeigt die größten Kostenfallen auf und gibt wertvolle Tipps zum richtigen Umgang mit den Geräten.

Datenflatrate

"Alte Tarife rechnen oft teuer nach Minute oder Datenblock ab", erklärt Gollner. Solche "Volumentarife" bergen Probleme: "Verbraucher können schlecht abschätzen, wann und wie viel Daten übertragen werden." Moderne Smartphones hingegen setzen eine Datenflatrate voraus. Gollner: "Das ist sicherer, denn teilweise bauen Handys und Applikationen selbstständig Verbindungen auf." Zu beachten ist: Flatrates drosseln die Geschwindigkeit nach einem bestimmten Volumen, etwa 200 MB, 1 GB oder 5 GB. "Hier ist man gezwungen, das Kleingedruckte zu lesen und sich vorab über das Nutzungsverhalten Gedanken zu machen", rät der Experte.

Vertrag oder Prepaid?

Verträge kommen in der Regel mit 24 Monaten Vertragsbindung. Die monatlichen Entgelte finanzieren das Smartphone mit. "Oftmals sind die Geräte aber mit einer Einmalzahlung im freien Handel günstiger zu haben", gibt Gollner zu bedenken.

Prepaid ermöglicht genaue Kostenkontrolle, und auch im Prepaid-Bereich gibt es Datenflatrates. Der Fachmann warnt: "Achtung: bei manchen Prepaid-Anbietern kann man aufgrund von Datenverbindungen ins Minus geraten!"

Kostenfalle Gratis-App

In den verschiedenen App-Stores für Smartphones finden sich viele kostenlose Applikationen. Sie werden oft über Werbeeinblendungen finanziert. Gollner: "Dahinter verbergen sich nicht selten Kostenfallen für Handy-Abos. Es kann zu ungewollten Vertragsabschlüssen kommen, mit wöchentlichen Einzügen von der Handy-Rechnung."

Der richtige Funktionsumfang

Nicht alle Smartphones sind gleich. Die Betriebssysteme unterscheiden sich in Bedienung, Funktionsumfang und Softwareangebot. "Auch hier müssen sich Verbraucher vorab informieren", rät der Telekommunikationsexperte.

Kostenfallen im Internet

Auch beim alltäglichen Surfen mit dem PC lauern Gefahren, die sich auf die Handyrechnung auswirken können: "Manche Seiten verlangen die Eingabe der Handy-Nummer, zum Beispiel für die Übermittlung eines IQ-Test-Ergebnisses", sagt Gollner. Kaum lesbar am Rand stehe dann oft, dass sich dahinter ein Handy-Abo mit wöchentlichem Einzug von der Handyrechnung verbirgt.

Teure Sonderrufnummern

Noch immer deutlich teurer als vom Festnetz ist die Anwahl von Sonderrufnummern im Mobilfunk, zum Beispiel 0900-, 0180-, oder 0137-Nummern. Vorsicht: Nur bei 0900-Nummern muss derzeit eine Preisansage erfolgen. "Die besonderen Preise verstecken sich in den Preislisten der Mobilfunkunternehmen oder in einem kleingedruckten Preishinweis", warnt Gollner und rät, für Anrufe auf solche Nummern das Festnetz zu benutzen.

Smartphone im Ausland

"Wer viel im Ausland ist und dort die Datenverbindungen nutzen möchte, sollte einen speziellen Ausland-Datentarif wählen", rät der Experte. Datenverbindungen im Ausland sind deutlich teurer als im Inland. Der Tipp des Profis: "Möglicherweise lohnt die Anschaffung einer Prepaid-Karte im Reiseland. Dort muss man sich aber ebenfalls eingehend mit möglichen Fallen auseinandersetzen."

Datenschutzeinstellungen

Smartphones können Verhaltens-Daten sammeln (z. B. den GPS-Standort) und diese an den Geräte- oder Betriebssystemhersteller aber auch an den Hersteller bestimmter Applikationen weitersenden. Gollner: "Wer das nicht wünscht, muss sich intensiv mit den Datenschutzeinstellungen auseinandersetzen!"

Smartphones in Kinderhand

Kinder probieren gern alles aus. Gerät das Smartphone oder Handy in Kinderhand, können schnell hohe Kosten entstehen. "Wichtig ist vor allem, darauf zu achten, dass Einkäufe in den App-Stores nur gegen Code-Eingabe erfolgen können" sagt Gollner. Möglich ist es auch, bestimmte Funktionen gleich beim Netzbetreiber zur Sicherheit sperren zu lassen.

Was tun bei Diebstahl?

Sobald der Diebstahl bemerkt wurde, sollte die Telefonkarte gesperrt werden, um die Nutzung durch Fremde zu unterbinden. Mit dem Verlust des Gerätes können auch Daten verloren gehen, zumindest jene, die nicht auf dem eigenen Rechner oder im Internet gespiegelt vorliegen. "Regelmäßige Backups wichtiger Daten bieten sich auch bei Smartphones an", so Gollners Rat.
D. Konrad, November 2011
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