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R+V-Ratgeber Fahrzeug + Verkehr (Quelle: Thinkstock)

Fahrzeug + Verkehr

Sicher unterwegs

Ohne Stau durch den Verkehr

Abbildung: Stauwarnschild
Die hohe Verkehrsdichte ist maßgeblicher Grund für das Entstehen von Staus. Es ballen sich einfach zu viele Autos und Lkw auf zu wenig ausgebauten Straßen. Dennoch kann auch jeder einzelne Autofahrer etwas tun, um Staus zu vermeiden. Wir nennen Ihnen Verhaltensregeln, die dabei helfen können.

Regel Nummer Eins: Die gute Vorbereitung

Ursache für die meisten Staus ist das zu hohe Verkehrsaufkommen, weiß Stauexperte Elmar Brockfeld vom Institut für Verkehrssystemtechnik in Berlin. Deshalb rät er Autofahrern, sich vor Fahrtantritt gut zu informieren: "Am Besten ist es, gar nicht in einen Stau zu geraten. Gerade vor einer langen Reise sollte man deshalb seine Route gut planen und dabei die aktuelle Verkehrslage einbeziehen." Im Internet gibt es verschiedene Routenplaner. Dort kann man sich genau über die Fahrstrecke informieren und Alternativen prüfen. (Siehe Links)

Regel Nummer Zwei: Auf dem Laufenden bleiben

Verkehr ist sehr dynamisch. Um die richtige Entscheidung zu treffen, braucht der Autofahrer aktuelle Informationen über das Navigationsgerät oder den Verkehrsfunk im Radio. Alfred Fuhr, Verkehrssoziologe des Automobilcubs von Deutschland (AvD), empfiehlt bei längeren Fahrten das Radio mit Verkehrsfunk-Funktionen auf jeden Fall einzuschalten. Allerdings sollte man sich durch die Meldungen auch nicht verrückt machen lassen: Nach seiner Erfahrung liegt jede dritte Verkehrsmeldung daneben, weil sich zwischen dem Erfassen und Übermitteln der Meldung viele Verkehrsbehinderungen schon wieder aufgelöst haben. "Selbst wenn man im Stau steht, ist man entspannter, wenn man über die Lage Bescheid weiß", so Brockfeld.

Regel Nummer Drei: Ausharren statt abfahren

Dem AvD zufolge lohnt sich praktisch nur bei einer Vollsperrung das Umfahren des Staus. Häufig komme es auch auf der Ausweichroute schnell zu einem Stau, weil das Fassungsvermögen der Nebenstrecken zu gering ist. Wer von der Hauptroute abfahren will, sollte das Staugeschehen möglichst weiträumig umfahren.

Regel Nummer Vier: Vorausschauendes Fahren

Häufig entstehen Staus, ohne dass eine konkrete Ursache zu erkennen ist. Es gibt den so genannten Ziehharmonika-Effekt: Ein Autofahrer fährt zu dicht auf den Vordermann auf und bremst. Die Nachfolger steigen ebenfalls in die Eisen. Weil es eine gewisse Zeit dauert bis, die Fahrzeuge wieder die Fließgeschwindigkeit erreicht haben, kann es so gerade bei hohem Verkehrsaufkommen zu einem Spontanstau kommen. "Dies lässt sich durch vorausschauendes Fahren und das Vermeiden unnötiger Überholvorgänge gerade auf der Autobahn vermeiden", sagt Gerhard von Bressendorf, Chef des Deutschen Fahrlehrerverbands.

Regel Nummer Fünf: Reißverschlussverfahren richtig anwenden

Verjüngt sich die Fahrbahn von zwei Spuren auf eine, lernt jeder Fahrschüler das Reißverschlussverfahren: Dabei sollen sich die Fahrzeuge beider Spuren wechselseitig einreihen, so dass der Verkehr fließen kann. Dabei soll der Autofahrer bis ganz nach vorne, wo sich die Fahrbahn verjüngt, fahren und erst dann die Spur wechseln. Alle Experten betonen den Sinn dieser Regel.

Regel Nummer Sechs: Nicht gaffen

Zwar ist wissenschaftlich nicht belegt, dass Schaulustige wesentlich zum Stauaufkommen beitragen. Jeder hat allerdings in der Praxis schon zumindest den stockenden Verkehr erlebt, wenn der Vordermann auf einen Unfall auf die Gegenseite schaut und deshalb abbremst. "Außerdem steigt damit die Unfallgefahr, weil der Gaffer vom fließenden Verkehr auf seiner Seite abgelenkt ist", so von Bressendorf.

Regel Nummer Sieben: Auf Extremfälle vorbereitet sein

Wer im Winter in einen Stau gerät, muss vorbereitet sein. Kleine Snacks und alkoholfreie Getränke sowie eine warme Decke gehören in der kalten Jahreszeit auf längeren Reisen unbedingt ins Auto. Auch der Tank sollte gut gefüllt sein. Nicht selten kam es in den vergangenen Jahren vor, dass Autofahrer stundenlang in einem Winterstau standen. Wenn dann nicht genügend "Brennstoff" für Mensch und Maschine zur Verfügung steht, wird es schnell zu kalt.


Eva Blumenfeld, November 2009

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