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Fahrzeug + Verkehr

Sicher unterwegs

Wenn die Elektrik spinnt

Abbildung:Warndreieck
Autopannen mit defekten Reifen, kaputtem Motor oder einer gebrochenen Achse sind heutzutage eher selten. Die meisten Reisen müssen viel eher wegen Defekten in der Elektronik abgebrochen werden. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten, um eine ungewollte Panne zu verhindern.
Autos sind heutzutage hochsensible, mit viel Elektronik ausgestattete Systeme. Doch je komplexer die Technik ist, desto störanfälliger ist sie. Nach der Pannenstatistik 2008 ist die Elektronik im Auto für 40 Prozent aller Pannen verantwortlich. Die Zündanlage macht zehn Prozent der Statistik aus. Motor und Einspritzanlage stehen mit jeweils acht Prozent der Schäden zu Buche.Lüftung und Klimaanlage kamen auf fünf Prozent, das Getriebe war Grund für vier Prozent der Pannen, die Auspuffanlage kam auf zwei Prozent. Für insgesamt sieben Prozent der Unfälle waren im Jahr 2008 die Räder verantwortlich. Doch wo man bei einer Panne früher auch am Straßenrand oft noch selbst Hand anlegen konnte, bleibt heutzutage der Gang zum Fachmann oder das Warten auf den Pannendienst oft unerlässlich wenn das Auto streikt.

Batterie ist häufigster Grund für eine Autopanne

Am häufigsten war im Jahr 2008 ein Ausfall der Starterbatterie Grund für die Panne eines Autofahrers. Das liegt nach Einschätzung von Experten unter anderem am erhöhten Strombedarf moderner Fahrzeuge und ihrer Aggregate wie Klimaanlage und Sitzheizung. Häufig sind die Batterien auch schon vor der Autopanne beschädigt gewesen. Sobald der Stromspeicher - zum Beispiel wegen zu langer Standzeit - einmal komplett entladen wurde, hat er irreparablen Schaden genommen. Mit einem Überbrückungskabel oder einem Power-Pack (Starter-Koffer) kann der Wagen dann zwar meist schnell wieder gestartet werden, doch wird die Batterie selten wieder die volle Leistung bringen. Das kann gerade im Winter, wenn Batterien stark beansprucht werden, dazu führen, dass das Auto gar nicht mehr anspringt. Auch bei Ausstellungsfahrzeugen ist Vorsicht geboten. Hier wird der Motor oft gestartet, aber einige Händler achten nicht darauf, die Batterie entsprechend nachzuladen.

Wie kann man die Batterie besser pflegen?

Autobatterien dürfen nicht gekippt werden. Sonst droht die ätzende Säure auszulaufen und umliegendes Blech zu beschädigen. Lässt sich die Batterie nicht mehr laden, sollten Sie sie auswechseln. Überprüfen Sie jedoch zuvor die Ladeeinrichtung des Autos (Generator, Regler, Leitungsverbindungen), damit die neue Batterie nicht auch gleich wieder beschädigt wird, falls der Fehler beispielsweise beim Generator lag. Ein Blick in die Bedienungsanleitung ist hier hilfreich, oft müssen bestimmte Geräte wie Radio oder Alarmanlage neu initialisiert werden. Behandeln Sie vor dem Einbau die Batterie an den Polen mit säurefreien Fett oder - nach dem Anklemmen - mit dafür vorgesehenem Schutzlack. Auch der Säurestand einer Batterie kann für ihre Lebensdauer ausschlaggebend sein. Dafür muss der Verschluss der Batterie abgeschraubt werden. Durch die Öffnung ist die Markierung am inneren Rand gut sichtbar. Ist der Säurestand unter dem Strich, füllen Sie mit destilliertem Wasser nach.

Starthilfe - aber richtig

Bleiben Sieunterwegs mit dem Auto liegen und ein freundlicher Verkehrsteilnehmer hält an, um zu helfen, so kann das Auto oft per Überbrückungskabel zum Laufen gebracht werden. Achten Sie hierbei auf die Reihenfolge, in der die Kabel angeschlossen werden. Zunächst müssen die beiden Pluspole mit dem roten Kabel verbunden werden. Anschließend ist mit dem schwarzen Kabel der Minuspol des Spenderfahrzeuges mit einem "Massepunkt", vorzugsweise einem Metallteil am Motorblock des Pannenfahrzeugs, zu verbinden. Würde man mit dem Minuspol der leeren Batterie verbinden, ist nicht auszuschließen, dass sich beim An- oder Abklemmen durch Funkenbildung Knallgase entzünden.

Gefahrenquelle Motor

Eine weitere Pannenursache ist oft beim Motor, der Einspritz- oder Zündanlage zu suchen. Zusammen genommen lagen hier 26 Prozent aller Pannenursachen im Jahr 2008, ermittelte der ADAC in seiner Statistik. Leicht zugenommen haben dabei die Schäden durch Fehlbetankungen, besonders bei Diesel-Fahrzeugen. Wird hier versehentlich Benzin getankt, führt das schnell zu teuren Motorschäden. Nach Meinung des Autoclubs Europa (ACE) hat sich die Fehleranfälligkeit bei Zündanlagen 2008 deutlich erhöht. Das könnte auf eine Häufung von Defekten an Wegfahrsperren, Zündkerzen und Steuergeräten zurückzuführen sein. Für die Fachleute des Autoclubs kommen dafür aber auch noch andere Ursachen in Frage, etwa beschädigte Zündkabel durch Marderbisse. Bei Fehlern an der Lichtmaschine spielten mitunter auch gerissene Antriebsriemen oder lose Kabel eine Rolle. Auch das falsche oder zu wenig Öl können dem Motor schnell Schaden zufügen. Die Hauptaufgabe des Motoröls ist die Schmierung des Motors zur Reduzierung der mechanischen Reibung an den beweglichen Teilen. Bei der Fahrt entsteht große Hitze im Motorraum und der Motor wird heiß. Ist nicht genügend Kühlflüssigkeit vorhanden, überhitzt das Aggregat und es kann zu Schäden kommen.

Motorraum regelmäßig checken

Im Motorraum gibt es einiges, was der Autofahrer selbst erledigen kann. So kann er auch bei mordernsten Autos den Ölstand überprüfen, gegebenenfalls neues Öl kaufen und nachfüllen. Bei der Wahl des richtigen Motoröls ist Vorsicht geboten. Die richtige Sorte steht meist in der Bedienungsanleitung. An vielen Tankstellen gibt es Drehscheiben, auf denen das Modell eingestellt und dann der Öltyp angezeigt wird. Synthetisches Öl wird beim Kaltstart schneller geschmeidig und kann auch helfen, Sprit zu sparen. Auch die Kühlflüssigkeit sollten Sie regelmäßig überprüfen und nachfüllen. Der ACE sieht eine zentrale Pannenursache in der gesunkenen Bereitschaft der Autofahrer, ihr Fahrzeug zu pflegen. Festzustellen sei das beispielsweise an veralteten Betriebsstoffen wie Motoröl und Bremsflüssigkeit sowie an alten Batterien und abgefahrenen Reifen. Beim Tanken sollte unbedingt beachtet werden, welche Kraftstoffsorte zu betanken ist - besonders bei Diesel-Fahrzeugen. Wenn Sie, zum Beispiel bei einem Mietfahrzeug, nicht wissen, welche Sorte Sprit in den Tank muss, hilft ein Blick hinter die Tankklappe. Im Motorraum gibt es aber auch Vieles, was der Fachmann erledigen sollte. So ist es unerlässlich, mit dem Auto regelmäßig die Werkstatt zur Inspektion aufzusuchen.

Gefahrenquelle Räder und Reifen

Zu geringer Luftdruck kann schnell zu Beschädigung an Reifen und Felge führen. Der richtige Wert steht in der Betriebsanleitung. Ist das Auto voll beladen, sollte der Luftdruck nach Expertenmeinung leicht erhöht werden. Um immer den optimalen Bremsweg zu erreichen sollten der Jahreszeit entsprechende Reifen aufgezogen sein. Denken Sie auch während der Fahrt an die Reifen. Nach Aussage der Pannenhelfer entstehen viele Reifenpannen durch Fehlverhalten des Fahrers und sind nicht fahrzeugbedingt. Das Fahren über hohe Kantsteine oder die Missachtung der vorgeschriebenen Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter können schnell zu einer Panne oder gar einem Unfall führen. Das Alter von Reifen ist ebenfalls ein wichtiges Sicherheitskriterium. Hierzu hat jeder Reifen eine vierstellige DOT-Nummer. Diese gibt Produktionswoche und -jahr an. Steht auf einem Reifen etwa 2305, so ist dieser in der 23. Woche des Jahres 2005 gefertigt worden. Ist ein Reifen älter als zehn Jahre, sollte er ausgewechselt werden. Eine gesetzliche Vorschrift gibt es hier aber nicht. Bei Gespannen aus PKW mit Anhänger, die nach § 18 StVO eine 100 km/h-Zulassung besitzen, schreibt der Gesetzgeber das Höchstalter von sechs Jahren für die Reifen vor. Alles Wissenswerte zum Thema Reifen finden Sie in unserem Reifenspecial.

Generelle Hinweise:

Das Prüfen der Funktionen von Licht und Blinker vor Fahrtantritt versteht sich von selbst. Scheibenwischer sollten gewechselt werden, wenn sie Schlieren ziehen. Sonst lässt sich nachts bei Regen und Gegenverkehr kaum etwas erkennen. Ölstand, Kühlerflüssigkeit sowie Reifendruck und Profiltiefe sollten bei spätestens jedem zweitem Tankstellenbesuch kontrolliert werden, um eventuelle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist aber gerade vor dem Hintergrund der immer mehr an Bedeutung gewinnenden Elektronik im Fahrzeug der regelmäßige Gang zum Fachmann - sprich Service - unerlässlich. Laien sollen nicht im Übereifer alles selber machen wollen, um am Ende nicht noch mehr Schäden am Auto zu hinterlassen.

Eva Blumenfeld, Mai 2009
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