Der richtige Reifendruck
Vom richtigen Druck hängt sowohl die Sicherheit, als auch die Lebensdauer von Reifen ab.
Bei ca. 40 % aller Verkehrsunfälle wird ein zu geringer Reifendruck festgestellt. Ist der Reifendruck zu niedrig, kann das Folgen haben:
-
Der Reifen erhitzt sich und kann vorzeitig verschleißen, weil das Gummi brüchig und spröde wird. Schon 0,4 Bar weniger Reifendruck verringern die Lebensdauer um rund 30%, bei 0,6 Bar sind es sogar schon 45%.
-
Der Reifen kann, von außen nicht sichtbar, innen geschädigt werden was zu Unfällen (zum Beispiel verursacht durch Reifenplatzer) führen kann.
-
Der Rollwiderstand steigt an und damit der Kraftstoffverbrauch: Bei nur 0,2 Bar Minderdruck macht das einen Mehrverbrauch von 1% aus, bei 0,6 Bar bereits 4%.
Ausgelöst wird ein zu niedriger Reifendruck oft durch schleichenden Druckverlust, manchmal nur wenige Hundertstel Bar im Monat, aber diese addieren sich im Laufe der Zeit. Deshalb sollte bei jedem Tankstopp die Luft geprüft und gegebenenfalls aufgefüllt werden. Die Höhe des richtigen Reifendrucks können Sie der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs oder Hinweisschildern im PKW entnehmen, die oft am Tankdeckel oder am Rahmen der Tür angebracht sind.
Messen Sie den Luftdruck immer bei kalten Reifen, da sich die erwärmte Luft ausdehnt und einen höheren Druck anzeigt. Ist der Reifen erwärmt, dann sollte der Reifendruck 0,3 Bar über dem angegebenen Wert liegen.
Grundsätzlich kann der Reifendruck ruhig 0,2 Bar über dem angegebenen Wert liegen.
Auf jeden Fall sollte der Reifendruck um 0,2 Bar höher liegen als angegeben bei
- längeren Fahrten auf Autobahnen,
- bei beladenen Fahrzeugen, wie bei Urlaubsfahrten.
Auch Winterreifen sollten 0,2, Bar über dem angegebenen Wert aufgefüllt werden, da sie in der Regel in der wärmeren Werkstatt oder Garage aufgezogen werden und dann in der Kälte noch etwas Druck verlieren.
Gasfüllung bei Reifen
Es wird viel über das Für und Wider von Gas gefüllten Reifen diskutiert.
Der Reifen wird anstatt mit Luft mit Stickstoff aufgepumpt. Stickstoff ist ein nicht brennbares Gas, welches schon seit längerer Zeit für die Reifenfüllung von Flugzeugen und Formel-1-Wagen eingesetzt wird. Viele Reifenhändler raten zur Stickstofffüllung von Reifen mit der Begründung, dass sich Stickstoff bei höheren Geschwindigkeiten und längeren Fahrten nicht so stark erhitzt wie Luft. Dadurch verringere sich die Gefahr eines Reifenplatzers. Außerdem hat Stickstoff größere Moleküle als Luft und könne dadurch nicht so schnell durch den Reifen entweichen. Die Reifen müssten nicht mehr so häufig überprüft werden. Sollte es dennoch zu einem Druckverlust kommen, könne der Reifen jederzeit und in jedem Verhältnis mit Luft oder Stickstoff aufgefüllt werden.
Es gibt aber auch Autofahrer, die die Gasfüllung von Reifen für unsinnig halten. Sie argumentieren damit, dass unsere Luft sowieso zu 78% aus Stickstoff besteht, der Unterschied demnach gar nicht so groß sei. Auch bei einer Stickstofffüllung müsse der Reifendruck regelmäßig kontrolliert werden und nach füllen könne man den Reifen an der Tankstelle nur mit Luft, wodurch der Stickstoffanteil wieder geringer würde.
Eva Blumenfeld, aktualisiert März 2011
Weitere Artikel zum Thema Reifen finden Sie hier:
zum Seitenanfang