Serie: Alles Wichtige rund um die Reifen
Die Wahl des richtigen Reifens
Neue, gebrauchte oder runderneuerte Reifen?
Neue Reifen sind irgendwann bei jedem Auto fällig und dann kommt schnell eine recht hohe Anschaffungssumme zusammen. Neben Neureifen werden auch runderneuerte Reifen angeboten, die in der Regel um ein Drittel preiswerter und auch bei umweltbewussten Autofahrern beliebt sind, da es sich um wieder aufbereitete
Pneus handelt.Für die Runderneuerung werden Reifen verwendet, deren Laufflächen abgefahren sind. Es wird dann eine neue Profillauffläche aufgetragen. Die Gefahr bei einem solchen Reifen kann darin bestehen, dass diese aufgetragene Lauffläche nicht richtig haftet und sich bei höherer Geschwindigkeit ablösen kann.
Grundsätzlich sollten Fahrer schneller Autos auf runderneuerte Sommerreifen verzichten, zu groß ist die Gefahr eines zerfetzten Reifens bei schneller Fahrt. Runderneuerte Reifen, deren innere Bestandteile wie Stahl- und Nylongewebe, beschädigt sind, sind risikoträchtig und damit höchst gefährlich. Leider kann man nicht sehen, wie der Reifen innen beschaffen ist. Wer sich für runderneuerte Reifen entscheidet, sollte zumindest darauf achten, dass sie mit dem Prüfstempel des TÜV am Rand versehen sind. Dieser Stempel garantiert, dass die Aufarbeitung durch einen Betrieb durchgeführt wurde, der vom TÜV überwacht wird.
Günstiger als runderneuerte sind oft gebrauchte Reifen, von deren Anschaffung jedoch abzuraten ist: Auch hier weiß der Käufer nicht, ob die inneren Reifenbestandteile intakt sind. Außerdem gibt es bleibende Schäden (zum Beispiel durch Einwirkung von Öl) die nicht sichtbar sind, aber ein großes Sicherheitsrisiko darstellen. Neue Reifen sind die teuerste, aber auch sicherste Alternative. Hier lohnt sich ein Preisvergleich bei verschiedenen Reifenhändlern, auch über das Internet. Für einen bestimmten Reifen derselben Marke sind Preisunterschiede von 20-30% keine Seltenheit.
Fazit: Bei den Reifen kann man sparen, sollte es aber nicht um jeden Preis. Gerade von den Reifen hängt in hohem Maße unsere Sicherheit ab.
Sommer- Winter- oder Allwetterreifen?
Welche Reifen sinnvoll und notwendig sind, hängt in erster Linie von der Nutzung des Autos ab: Wohnen Sie in einer Gegend, in der es häufiger schneit, oder so abgelegen, dass nicht immer sofort geräumt wird oder wenn Sie in den Winterurlaub fahren wollen, ist die Anschaffung von Winterreifen ratsam. Sind Sie dagegen in einer schneearmen Gegend lediglich auf Autobahnen oder in der Stadt unterwegs, dann sind Winterreifen nicht zwingend notwendig. Allerdings ist auch erwiesen, dass Winterreifen bei niedrigen Temperaturen (laut Reifenhersteller unter +7 °C) bessere Fahreigenschaften vorweisen als Sommerreifen. Das gilt auch ohne Schnee und Eis auf der Fahrbahn. Winterreifen sollten nur von Herbst bis Frühjahr gefahren werden, da sie auf Grund ihrer Zusammensetzung im Sommer bei hohen Temperaturen einen wesentlich längeren Bremsweg haben als Sommerreifen. Zur besseren Sicherheit sollte auf allen vier Rädern dieselbe Reifenart aufgezogen sein.
Allwetterreifen sind eine Kompromisslösung, im Sommer nicht so gut wie Sommer- und im Winter nicht so gut wie Winterreifen. Wenn Sie jedoch vorwiegend in einer Stadt im Flachland fahren, und bei einem plötzlichen Wintereinbruch auch mal auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können, dann brauchen Sie nicht zwei Sätze Reifen und können sich den halbjährlichen Reifenwechsel sparen.
Wichtig ist, dass Sie nur die Reifengröße wählen, die in den Papieren vermerkt und zugelassen ist. Ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs und bei einem Unfall entfällt der Versicherungsschutz.
Lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie, was es über den richtigen
Reifendruck zu wissen gibt.
Eva Blumenfeld, aktualisiert Januar 2008