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R+V-Ratgeber Fahrzeug + Verkehr (Quelle: Thinkstock)

Fahrzeug + Verkehr

Sicher unterwegs

Reifen richtig wechseln

Abbildung: Reifenwechsel, Quelle: thinkstock
Ob saison- oder pannenbedingter Radwechsel: Es gilt einiges zu beachten. ADAC-Experte Ruprecht Müller empfiehlt zuerst einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen. "So wird man gleich auf die Besonderheiten des jeweiligen Fahrzeugs aufmerksam", sagt er.
  • Bolzen kreuzweise lösen: Wenn das Fahrzeug auf einer ebenen Fläche sicher steht, kann es losgehen: Handbremse anziehen, Gang einlegen und mit dem Radkreuz die Radschrauben oder -bolzen kreuzweise lockern. Sitzen die Bolzen zu fest, kann man sich auf das Radkreuz stellen und sie so lockern, sagt der Experte. Danach setzt man den Wagenheber an der richtigen Stelle am Auto an und hebt das Fahrzeug so an, dass das zu wechselnde Rad gerade in der Luft ist. "Dann sollte man die Radschrauben - immer kreuzweise - entfernen. Dabei macht es Sinn, das Rad so zu drehen, dass in der oberen Hälfte eine Schraube bleibt, die das Rad bis zum Schluss hält", empfiehlt Müller.
  • Auflagefläche reinigen: Wenn das Rad heruntergenommen ist, sollte man die Auflagefläche reinigen. "Das geht am besten mit einem Bremsenreiniger oder einer Drahtbürste", sagt Müller. Nun wird das neue Rad aufgesetzt und - wieder kreuzweise - montiert. Dabei sollte man auf die Laufrichtung des Reifens achten. Das demontierte Rad wird mit Kreide gekennzeichnet. So kann man sich die Position merken und beim nächsten Wechsel einen Radtausch von vorne nach hinten durchführen.
  • Beim Anziehen Drehmomentschlüssel verwenden: "Man sollte die Schrauben zunächst mit dem Radkreuz leicht anziehen und später unbedingt einen Drehmomentschlüssel verwenden", sagt Müller. Dieser sollte auf das vom Auto-Hersteller vorgeschriebene Anzugsdrehmoment eingestellt werden. "Wenn man die Schrauben zu fest anzieht, kann das Gewinde beschädigt werden, so dass sich im Extremfall die Schrauben lösen können", erklärt Müller. Danach wird das Auto so abgesenkt, dass der Reifen "gerade so auf dem Untergrund aufliegt." Nun können die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel fest gezogen werden.
    Danach geht es zur nächsten Tankstelle, um den Luftdruck in allen Rädern zu kontrollieren.

Vorsicht bei einer Reifenpanne

Bei einer Panne gilt es zunächst, das Fahrzeug abzusichern. "Die Devise heißt weg vom Verkehr, um eine Gefährdung auszuschließen", sagt der Experte. "Notfalls sollte man in Schrittgeschwindigkeit auf dem defekten Reifen in einen sicheren Bereich (Parkplatz, Nothaltebucht) fahren." Dann gilt es, das Fahrzeug auf einen festen sicheren Untergrund zu bringen und es - beispielsweise mit einem Stein - gegen das Wegrollen zu sichern. "Bevor man eine Schraube öffnet, empfiehlt es sich zu prüfen, ob sich das Ersatzrad überhaupt ausbauen lässt und ob es genügend Luftdruck hat, um verwendet werden zu können." Der eigentliche Radwechsel verläuft wie beim Rädertausch.

Was man immer dabei haben sollte:

  • Wagenheber
  • Drehmomentschlüssel
  • Warnweste
  • Arbeitshandschuhe
  • Gutes Radkreuz
  • Genug Luftdruck im Reserverad

Sicher Fahren - Pannen vorbeugen

  • Luftdruck häufig prüfen: "Statistisch gesehen wird jeder Autofahrer alle acht bis zehn Jahre von einer Reifenpanne betroffen", sagt Müller. In den meisten Fällen wird die Panne entdeckt, wenn man nach längerer Zeit zum Fahrzeug zurückkommt. Er empfiehlt, den Luftdruck häufig zu prüfen und vor allem auch das Reserverad mit zu prüfen.
  • Bessere Räder auf die Hinterachse: Die besseren Räder (Profiltiefe) gehören nach Angaben von Müller auf die Hinterachse. "Die Hinterachse ist kritischer, sie stabilisiert das Fahrzeug", erklärt der Experte. Ein Auswuchten der Räder ist beim klassischen Radwechsel Sommerreifen/Winterreifen dagegen "nicht unbedingt nötig, wenn es keine Auffälligkeiten gegeben hat."
  • Reifen auf Alter prüfen: Autoreifen altern auch im Stand. So greift die ultraviolette Strahlung der Sonne das Gummi ebenso an wie hohe Temperaturen. Nach acht, spätestens aber nach zehn Jahren sollten Reifen auf jeden Fall ersetzt werden, raten Experten. Spröde, rissige Reifen können platzen - nicht nur bei hohem Tempo sondern auch schon in schnell gefahrenen Kurven. Das Reifenalter kann man an der Seite ablesen. Die dreistellige Zahl am Ende der DOT-Nummer gibt Produktionswoche und -jahr an (409 heißt 40. Woche 1999). Heute sollten Reifen eine vierstellige DOT nach dem Muster 2409 (24. Woche des Jahres 2009) tragen.
  • Neue Reifen vorsichtig einfahren: Nicht jeder Reifen darf auf jedem Pkw montiert werden. Prüfen sie Angaben im Kfz-Schein. Neue Reifen sollten nach Angaben von Experten gut 200 Kilometer vorsichtig eingefahren werden. Der Grund: Ganz neue Pneus weisen an ihrer Oberfläche eine Schutzschicht aus Wachs und Alterungsschutzmitteln auf, die zunächst abgerieben sein muss. Erst dann können sie ihre volle Griffigkeit entwickeln. Außerdem sollte bei ganz neu montierten Reifen der Luftdruck in den ersten Wochen öfter und genau kontrolliert werden.
J. Ollenik, E. Blumenfeld aktualisiert April 2012

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