Ein unbeschwerter Wohnmobilurlaub setzt die Auswahl des richtigen Vermieters und des passenden Fahrzeuges voraus. Was bei der Miete eines Wohnmobils zu beachten ist.
Worauf müssen Sie bei der Fahrzeugmiete achten?
Wenn Sie Ihren PKW-Führerschein (Klasse III) vor 1999 gemacht haben, dann dürfen Sie ein Wohnmobil bis 7,49 Tonnen Gesamtgewicht steuern. Ist Ihr Führerschein jedoch neueren Datums, müssen Sie darauf achten, dass das Mietmobil nicht schwerer als 3,5 Tonnen ist. Achten Sie dann aber auch auf das Leergewicht. Wenn Sie mit mehreren Personen und viel Gepäck reisen, kann das zulässige Gesamtgewicht schnell überschritten sein. Bei einer Kontrolle unterwegs kann dies richtig teuer werden. In unserem Artikel "
Unterwegs mit Caravan und Reisemobil - worauf Sie vor Urlaubsantritt achten sollten" finden Sie weitere Informationen.
Das Mietmobil sollte nicht älter als drei Jahre sein. Aber auch ein nagelneues Reisemobil kann ein Manko sein: Aufgrund ihrer Komplexität weisen sehr viele Neufahrzeuge bei Auslieferung Mängel auf. Diese werden auch im Rahmen der Gewährleistung in der Regel vom Hersteller behoben. Das nutzt Ihnen jedoch nicht, wenn Sie diese Mängel 1.000 km entfernt am Urlaubsort feststellen. Der Ärger ist vorprogrammiert.
Wo mieten?
Wollen Sie ein privates Fahrzeug mieten, dann achten Sie unbedingt darauf, dass das Reisemobil als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug (Eintrag im Kfz-Schein!) zugelassen ist! Sonst existiert kein Versicherungsschutz. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Zusagen oder Vereinbarungen!
Auch wenn es preiswerter ist, ein Reisemobil von einem privaten Besitzer zu mieten, ist die Anmietung bei einer Firma, die professionell Wohnmobile vermietet, vorzuziehen. Die Fahrzeuge sind meistens nicht älter als zwei bis drei Jahre und werden ständig gewartet, was bei privaten Vermietern nicht unbedingt der Fall ist. Außerdem gibt es klare vertragliche Regelungen und die Mietmobile sind in der Regel vollkaskoversichert.
Viele Caravan- und Reisemobilhändler vermieten auch Mobile aus der Palette der von ihnen vertretenen Fahrzeugmarken. Am sinnvollsten ist es, einen Vermieter in der Nähe des Wohnortes zu suchen. Sie können sich verschiedene Fahrzeuge ansehen und das Passende aussuchen. Auch die Übergabe ist einfacher und schneller. Ein weiteres Plus, falls Sie vom Reisemobilfieber infiziert sind: Unter Umständen kann bei einem späteren Kauf die Miete mit dem Kaufpreis verrechnet werden.
Wenn Sie noch keine Reisemobil-Erfahrungen haben, jedoch eine längere Reise planen, dann empfiehlt es sich, vorher ein Wohnmobil für ein Wochenende zu mieten. Sie können dann am besten testen, ob das Fahrzeug und die Ausstattung für Ihre Bedürfnisse geeignet ist und ob Ihnen diese Art des Reisens zusagt.
Wann mieten?
Wie bei Hotels und Ferienwohnungen sind auch die Mietpreise von Reisemobilen saisonabhängig. Oft orientiert sich die Saisonstaffelung an den Ferien des jeweiligen Bundeslandes. Die Preisdifferenzen zwischen Haupt- und Nebensaison können leicht bis zu 50% pro Tag betragen.
Aber auch wenn Sie auf die Ferien angewiesen sind, können Sie Geld sparen, indem Sie das Mobil in einem Bundesland mieten, in dem noch nicht oder nicht mehr Ferien sind.
Erkundigen Sie sich nach Preisnachlässen: Oft ist die Miete günstiger, je länger Sie unterwegs sind. Manche Vermieter geben auch Rabatte bei "Frühbuchern", "Last-Minute-Mietern" oder Stammkunden.
Kosten
Die Kosten beschränken sich nicht nur auf die reine Fahrzeugmiete. Oft fallen noch weitere Kosten an.
- Mietpreis
Es gibt Tages-, aber auch Wochenpreise. Oft beinhalten die Mietpreise eine Tageskilometerpauschale (z. B. 250 km frei pro Tag, zusätzliche Kilometer werden mit 20 bis 40 Cent abgerechnet). In der Regel reicht das bei längeren Reisen: Bei drei Wochen können Sie damit insgesamt gut 5.000 km fahren. Viele Vermieter erlassen deshalb auch die km-Begrenzung bei längerer Mietdauer. Bei Abschluss des Mietvertrages wird eine Anzahlung fällig.
- Kraftstoffkosten
Durch die Aufbauhöhe eines Reisemobils ist der Luftwiderstand und damit der Verbrauch für Benzin- bzw. Dieselkraftstoff meistens höher als bei einem Pkw. Rechnen Sie bei einem Dieselfahrzeug mit einem Spritverbrauch von etwa elf bis14 Litern pro 100 km. Bei schneller Fahrt kann es noch teurer werden.
- Nebenkosten
Oft wird eine gesonderte Übergabe- bzw. Servicepauschale (für Wasser, Gas und Sanitär-Ausrüstung) verlangt. Bei der Fahrzeugrückgabe ist eine Gebühr für die Innenreinigung fällig, wenn Sie diese vorher nicht selbst vorgenommen haben.
- Versicherung
Die Mietmobile sind vollkasko- und haftpflichtversichert. Bei Reisen nach Osteuropa, in die GUS-Staaten oder in die Türkei sind diese Ziele dem Vermieter anzugeben, damit der Versicherungsschutz erweitert werden kann. Es empfiehlt sich eine Reiserücktrittskostenversicherung, vor allem, wenn Sie schon früh buchen. Auch ein Auslandsschutzbrief ist sinnvoll wenn er nicht bereits im Mietpreis enthalten ist.
- Kaution
In der Regel muss eine Kaution hinterlegt werden. Diese entspricht meistens der Höhe der Selbstbeteiligung bei der Vollkasko-Versicherung (z. B. 750 EUR). Bei einem vom Mieter verursachten Schaden wird dieser mit der Kaution verrechnet.
- Zubehör
Fragen Sie im Vorfeld, welches Zubehör im Mietpreis enthalten ist, bzw. welche Mietkosten noch auf Sie zu kommen. Oft kommt noch die Miete für Fahrrad- oder Dachträger, Vorzelt, Campingtisch und -Stühle hinzu. Oft ist Bettzeug und Geschirr im Mietpreis enthalten, aber nicht immer.
Vertrag
Studieren sie den Vertrag genau, auch das Kleingedruckte. Wichtig hier sind die Regelungen zum Reiserücktritt und zu den Zahlungsbedingungen. Achten Sie auf die Regelungen zur Haftung bei Schadens- und Unfällen. Wann und in welcher Weise wird der Mieter haftbar gemacht?
Es sollte auch geklärt sein, was passiert, wenn das von Ihnen gebuchte Fahrzeug nicht zur Verfügung steht, weil beispielsweise der Vormieter einen Unfall hatte. Wird dann ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt?
KFZ-Schein
Überprüfen Sie den KFZ-Schein! Es existiert nur dann ein Versicherungsschutz, wenn das Reisemobil als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug eingetragen ist! Bei gewerblichen Wohnmobil-Vermietern ist das in der Regel der Fall, nicht immer jedoch bei privaten Vermietern. Verlassen Sie sich auf keinen Fall auf mündliche Zusagen oder Vereinbarungen!
Fahrzeugübergabe
Ein guter Vermieter nimmt sich mindestens eine Stunde Zeit, um gerade Anfängern alles genau zu zeigen und zu erklären. Wenn es schnell geht, dann hat man unter Umständen unterwegs etwas vergessen. Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte oder lassen sie sich eine Gebrauchsanweisung mitgeben. Lassen Sie sich alle Geräte vorführen um zu prüfen, ob und wie sie funktionieren.
Hier haben wir für Sie eine
Checkliste (PDF 7,4 KB)
zusammengestellt.
Rechtzeitig vor dem endgültigen Reiseantritt die Ausstattung des Fahrzeuges durch die noch fehlenden kleinen, aber wichtigen Dinge des Alltags komplettieren und diese evtl. besorgen. Reiseführer, Campingführer und spezielle Reisemobil-Ratgeber nicht vergessen!
Jetzt steht einem gelungenem Reisemobilurlaub nichts mehr im Weg!
Weitere Informationen zu diesem Thema
Eva Blumenfeld, aktualisiert Juni 2011
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