Je sorgfältiger Sie einen Wohnmobilurlaub im Vorfeld planen, desto mehr Freude haben Sie an einem spontanen und individuellen Reiseverlauf. Das ist durchaus kein Widerspruch.
Individualität setzt eigene Planung voraus
Ein Urlaub mit dem Wohnmobil ist nur dann eine Freude, wenn Sie Spaß an der Planung und Organisation Ihrer Reise haben. Sinnvoll ist es deshalb, zunächst einen Urlaub mit einem gemieteten Reisemobil zu unternehmen, um auszutesten, ob das wirklich die geeignete Reiseform für Sie ist. Der Genuss der Unabhängigkeit setzt nämlich auch weniger angenehme Arbeiten voraus: Frischwasser muss regelmäßig gebunkert und Abwassertank sowie Toilettenkassette müssen alle zwei bis drei Tage geleert werden, was auch nur an den dafür vorgesehenen Stellen möglich ist.
Wie bei der Buchung eines Hotels oder einer Ferienwohnung setzt auch die Auswahl eines Wohnmobils sorgfältige Überlegungen voraus.
Wie viele Personen fahren mit
Je mehr Personen mitreisen, desto größer sollte das Platzangebot im Wohnmobil sein. Achten Sie darauf, wie viele feste Betten ein Reisemobil hat. Oft können zu dem fest eingebauten Doppelbett noch die Sitzbänke in Verbindung mit dem Tisch zu einem Doppelbett umgebaut werden. Dadurch ist das Wohnmobil zwar offiziell mit vier Schlafplätzen ausgestattet, aber es muss jeden Abend geräumt und umgebaut werden. Wenn Sie zu viert sind, dann ist es besser, ein Fahrzeug mit Doppelbett und zwei Stockbetten oder jeweils mit Doppelbett vorne und hinten zu mieten. Sie können dann immer noch am Tisch sitzen, auch wenn Ihre Kinder schon schlafen.
Guter Schlaf - die Voraussetzung für einen erholsamen Urlaub
Viele relativ kompakte Reisemobile, meistens teilintegrierte Wohnmobile oder ausgebaute Transporter haben entsprechend kurze oder schmale Betten - irgendwo muss der Platz ja eingespart werden. Probieren Sie durch "Probeliegen" die Betten aus. Wenn Sie im Urlaub schlecht schlafen, können Sie sich nicht genügend erholen. Wenn Sie getrennte Betten gewohnt sind, dann sollten Sie sich auch nach einem Wohnmobil umschauen, welches diese anbietet.
Alkovenmobile haben ein Doppelbett quer über dem Fahrersitz, meistens länger und breiter, als Längsdoppelbetten in integrierten Mobilen. Ein weiterer Vorteil eines Alkovenmobils ist die Raumausnutzung: Durch das Bett über dem Fahrerhaus ist es oft kürzer als ein Mobil mit festem Doppelbett im Heck. Allerdings muss man über eine Leiter hoch ins Bett steigen und derjenige, der vorne zum Bug liegt, muss
u.U. über den Nachbarn klettern. Wichtig ist, dass der Alkoven hoch genug ist, damit Sie sich nicht zu eingeengt fühlen.
Die Bedürfnisse bestimmen die Größe eines Wohnmobils
Die Auswahl eines Wohnmobils ist immer ein Abwägen von Kompromissen. Je größer der Komfort, desto größer und unhandlicher wird das Fahrzeug. Ein Urlaub in der Toskana oder in der Provence, in dem Sie pittoreske alte Dörfer ansteuern oder durchfahren möchten, kann mit einem Dickschiff von neun Metern Länge zum Stress ausarten. Zwar ist auch ein längeres Reisemobil meistens immer noch kürzer als ein Pkw mit angehängtem Wohnwagen, dafür aber oft höher. Ein Alkovenmobil ist um die drei Meter hoch, ein Umstand, den Fahrer von Mietmobilen bei Bäumen, Durchfahrten und Eisenbahnbrücken gelegentlich außer Acht lassen - mit schmerzlichen Folgen für den Aufbau und das Portemonnaie.
Ein weiteres Kriterium für die Größe eines Wohnmobils ist die Sitzgruppe. Wohnmobile, die den Fahrer- und Beifahrersitz durch Umdrehen zum Tisch integrieren, können kürzer konzipiert werden. Überlegen Sie auch, ob Sie viel selbst kochen, oder ob Sie öfter essen gehen. Entsprechend ist der Platzbedarf des Küchenblocks.
Eine Rolle bei der Entscheidung spielt auch die Wahl der Urlaubsregion: In einem warmen Urlaubsland im Sommer hält man sich überwiegend im Freien auf. Dann reicht ein kleineres Wohnmobil mit geringerem Platzangebot, es sollte jedoch genügend Stauraum für Campingtisch, Stühle und
ggf. Liegen besitzen. Fahren Sie jedoch in eine Gegend, in der das Wetter kühler und unbeständiger ist, halten Sie sich öfter im Wohnmobil auf und Sie sollten dann auch innen genügend Platz haben.
Wenn Sie Fahrräder mitnehmen möchten, sollten Sie darauf achten, dass am Heck ein Fahrradträger montiert ist. Die Räder lassen sich ganz leicht auf- und abladen. Wollen Sie zusätzlich noch viel mitnehmen, beispielsweise Kinderräder, Liegen, Schlauchboot usw., lohnt sich ein Reisemobil mit Heckgarage. Die Räder sind trocken und "unsichtbar" verstaut und es ist noch genügend Platz für zusätzliche Dinge.
Die einzelnen Fahrzeugtypen
Es gibt vier verschiedene Fahrzeugtypen mit jeweils vielen unterschiedlichen Grundrissen. Am besten ist immer, Sie schauen sich beim Vermieter oder bei einem Händler die Mobile "live" an. Nur so können Sie sehen, ob die Ausstattung Ihren Bedürfnissen entspricht.
- Vans oder Busse
Kompakte ausgebaute Kastenwagen, gut für bis zu zwei Personen geeignet. Relativ geringes Platzangebot, aber handlich und recht schnell. Manchmal ohne Dusche und WC.
- Alkovenmobile
Fahrgestell und Fahrerhaus sind Originaltransporter, (beispielsweise der Ducato von Fiat), auf die von Wohnmobilherstellern ein Sonderaufbau (meistens (meistens GFK) gesetzt wird. Typisch für die Alkovenmobile ist ein Doppelbett über dem Fahrerhaus. Dadurch können sie relativ kurz und trotzdem innen geräumig sein. Deshalb werden sie gerne von Familien genutzt. Es gibt auch Modelle mit zusätzlichen Stockbetten im Heck. Sie sind immer mit Dusche und WC ausgestattet. Allerdings sind diese Fahrzeuge durch den Alkoven um die drei Meter hoch und damit entsprechend seitenwindempfindlich.
- Teilintegrierte
Anders als beim Alkovenmobil hat dieser Transporter mit Sonderaufbau meistens ein Doppelbett im Heck, quer oder längs. Zunehmend werden Teilintegrierte oder Integrierte mit getrennten Einzelbetten angeboten. Teilintegrierte Mobile verfügen auch über Dusche und WC, bieten mehr Platz als ausgebaute Kastenwagen und werden häufig von Paaren genutzt.
- Integrierte
Hierbei handelt es sich um die luxuriösesten und teuersten Reisemobile, da Front und Fahrerhaus vom Wohnmobilhersteller integriert und dadurch mit aufgebaut sind. Oft kann über den Fahrer- und Beifahrersitzen ein Hubbett heruntergelassen werden, während im Heck vom Kingsize- bis zu Einzelbetten jeder Grundriss möglich ist. Integrierte Reisemobile sind in der Regel mit geräumigen Bädern (Dusche und WC) und großzügigen Sitzgruppen ausgestattet.
Weitere Informationen zu diesem Thema
Eva Blumenfeld, aktualisiert Juni 2011
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