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Unterwegs mit Caravan und Reisemobil - worauf Sie vor Urlaubsantritt achten sollten

Abbildung: Reisemobil
Viele Wohnwagen und Reisemobile werden monatelang abgestellt und erst zur Urlaubszeit wieder genutzt. Umso wichtiger ist es, Belastbarkeit, Technik und Bordelektronik zu prüfen, bevor es wieder auf "große Fahrt" geht. Wir haben für Besitzer und Mieter von Caravans und Reisemobilen wichtige Informationen und Tipps gesammelt.

Gewicht der Zuladung

Im Fahrzeugschein gibt es zwei Angaben zum Gewicht jeweils in kg: Das Leergewicht und das zulässige Gesamtgewicht. Das zulässige Gesamtgewicht eines Caravans oder Reisemobils ist bei manchen Modellen knapp bemessen und dadurch sehr schnell erreicht. Kleidung, Bettwäsche, Geschirr, Campingmöbel, Vorräte, Markise, Vorzelt, Fahrräder, Luftmatratzen, Schlauchboot usw. erreichen addiert schnell ein hohes Gewicht. Oft ist genügend Stauraum vorhanden und dann neigt man dazu, mehr als nötig einzuladen.

Überlegen Sie vorher, was Sie alles mitnehmen und überschlagen Sie das Gewicht, auch das der Mitfahrer. Dieses Gewicht, zum Leergewicht hinzu addiert, ergibt das zulässige Gesamtgewicht. Wenn Sie Reisemobilfahrer sind, achten Sie auch auf die jeweils zulässige Achslast. Auch am Fahrzeug fest montierte Teile wie beispielsweise Dachreling, Leiter, Fahrradträger, Satelliten-Anlage und Markise gehören nicht zum Leergewicht des Fahrzeuges und müssen deshalb bei der Berechnung des Gesamtgewichtes mit einbezogen werden.

Lassen Sie Ihr Fahrzeug in beladenem Zustand wiegen, bevor Sie losfahren. Gerade in der Urlaubszeit werden Reisemobile und Caravangespanne verstärkt von der Polizei kontrolliert und wenn Sie zuviel mit sich herumschleppen, kann der Start in den Urlaub teuer werden. Es gibt mehrere Stellen, die Ihr Fahrzeug wiegen können, z.B. der TÜV oder Bauhöfe an Autobahnen, bei Ihrer Stadtverwaltung können Sie sich informieren.

Wenn Ihr Fahrzeug schon dicht an oder gar über dem zulässigen Gesamtgewicht sind, können Sie noch viel Gewicht sparen:
  • Wenn Sie mit leerem Frischwassertank unterwegs sind, sparen Sie rund 100 Kg
  • Durchforsten und entrümpeln Sie die Stauräume und Schränke, oft schleppt man viel Unnötiges vom letzten Urlaub mit sich rum
  • Die schweren Stahlgasflaschen können Sie durch sehr viel leichtere Alugasflaschen ersetzen
  • Geschirr und Gläser aus Kunststoff ist nicht nur leichter sondern auch viel robuster als Porzellan und Glas, auch mit Töpfen und Pfannen aus Aluminium kann man noch Gewicht sparen.
  • Nehmen Sie nur Lebensmittel und Konserven für 2-3 Tage mit. Es gibt fast nichts, was man nicht in Supermärkten unterwegs kaufen kann.

Die richtige Beladung des Fahrzeuges

Eine Grundregel ist die, schwere Gegenstände möglichst tief und nahe bei der Achse zu verstauen. Je höher der Schwerpunkt liegt, umso größer ist die Gefahr, in problematischen Situationen umzukippen.
Achten Sie darauf, dass Gegenstände nicht lose ins Fahrzeug (zum Beispiel einfach auf den Boden) gelegt werden. Bei einer plötzlichen Vollbremsung oder einem Auffahrunfall fliegen diese wie Katapulte durch das Gefährt.

Gasversorgung im Ausland

Die meisten Caravans und Reisemobile sind mit den deutschen grauen 5- oder 11 kg-Gasflaschen ausgerüstet. In Deutschland können leere Gasflaschen an vielen Campingplätzen und im Campinghandel gegen volle Flaschen umgetauscht werden. Im Ausland kann es unter Umständen Probleme mit dem Umtausch von Gasflaschen geben. Die deutschen Gasflaschen werden in einigen europäischen Ländern nicht umgetauscht und können auch nicht befüllt werden. Sie sollten deshalb genügend Gas für Ihren Urlaub mitnehmen. Den Verbrauch der einzelnen Gasquellen können Sie selbst vorher berechnen. In den Betriebsanleitungen der einzelnen Gas verbrauchenden Geräte finden Sie jeweils die Angabe über den Gasverbrauch dieses Gerätes pro Stunde. Wie lange eine 11-kg-Flasche reicht, hängt natürlich vom individuellen Verbrauch ab (beispielsweise ob der Kühlschrank ständig mit Gas läuft oder auf Campingplätzen vorwiegend mit Strom, wie oft und wie viel Sie kochen, ob Sie in einer kühlen Region sind und häufiger die Gasheizung laufen lassen und so weiter). Wenn Sie im Sommer reisen und die Heizung nicht brauchen, aber immer den Kühlschrank mit Gas betreiben und normal kochen, kommen Sie mit einer 11- und einer 5-kg-Flasche für drei bis vier Wochen aus.

Check für Caravan und Reisemobil

Neben dem Check der Autotechnik gilt es, besonderes Augenmerk auf den Campingbereich zu richten:

Caravantechnik:
Prüfen Sie Anhängerkupplung und Deichsel.
  • Lässt sich der Wohnwagen mühelos und sicher, anhängen?
  • Hat die Deichsel-Öse auch nicht zu viel Spiel?
Überprüfen Sie auch die Beleuchtung Ihres Caravans, denn Ihre Sicherheit hängt davon ab.

Campingausstattung von Reisemobil und Caravan
  • Wasseranlage
    Füllen Sie Wasser in Tank und Boiler und testen Sie Leitungen, Armaturen und Wasserspülung der Toilette.
  • Gasanlage
    Die Gasanlage muss alle zwei Jahre geprüft werden. Vergewissern Sie sich, dass die Anlage in Ihrem Wohnmobil oder -wagen noch eine gültige Prüfplakette hat. Sind die Gasflaschen in rüttelsicheren Halterungen montiert? (Vorschrift laut Gerätesicherheitsgesetz)
    Probieren Sie Heizung, Kocher Kühlschrank und Boiler rechtzeitig vorher aus, damit Sie ein etwaiges Problem noch vor dem Urlaub beseitigen können.
  • Bordelektrik
    Funktioniert das Ladegerät für die Aufbaubatterie einwandfrei? In welchem Zustand ist die Aufbaubatterie? Testen Sie die Funktion von Lampen und die Wasserpumpe.
  • Sonstiges
    Überprüfen Sie Tür- und Fensterverschlüsse, sowie die Aufsteller der Fenster und die Dichtungen.

Endlich unterwegs

Während der Fahrt
Im Caravan darf sich niemand während der Fahrt aufhalten. Im Wohnbereich eines Resiemobils müssen Mitfahrer mit Dreipunktgurten (in der Bankmitte reicht ein Bauchgurt) angeschnallt sein. Ebenso wie im Pkw brauchen Kinder ein passendes Rückhaltesystem.

Übernachtung unterwegs
Wenn Sie ein Wohnwagengespann fahren, sind Sie auf Campingplätze angewiesen. Versichern Sie sich vorher, ob es genügend freie Plätze gibt, besonders in der Hauptsaison und am Meer. Noch leichter ist es mit dem Reisemobil: Es gibt nur wenige Länder in Europa, in denen Sie für die Nacht auf jeden Fall einen Campingplatz ansteuern müssen. In vielen Ländern inklusive Deutschland können Sie über Nacht frei stehen zum Beispiel auf einem Parkplatz oder in einer ruhigen Straße, vorausgesetzt, Sie stören niemanden. In der Regel gilt: Je unbekannter und kleiner der Ort ist, desto sicherer stehen Sie. Meiden Sie zum Übernachten, vor allem bei der Fahrt in den Süden, Autobahnraststätten oder Plätze, die viele Touristen anziehen. Die Gefahr, ausgeraubt zu werden, während man selig schlummert, ist dort am größten.

Zu guter Letzt

Die meisten Resiemobile auf unseren Straßen sind Alkovenfahrzeuge oder teilintegrierte Reisemobile. Der Aufbau eines solchen Fahrzeugs besteht oft, wie bei einem Wohnwagen, aus Sperrholz und Styropor mit einer Alu- oder GFK-Außenhaut und ist bei weitem nicht so stabil, wie der eines Kastenwagens. Oft reicht ein Crash oder ein Umkippen, um das Fahrzeug wie ein Kartenhaus zusammenklappen zu lassen.
Ein Reisemobil oder Wohnwagengespann ist sehr viel seitenwindempfindlicher als ein Pkw und kippt leichter um. Deswegen sollten diese Fahrzeuge besonders vorsichtig und defensiv gefahren werden.
Aber schließlich gilt doch gerade bei dieser immer beliebteren Form des Urlaubs: Der Weg ist das Ziel!
So kommen Sie entspannt und vor allem sicher in den wohlverdienten Urlaub!

Eva Blumenfeld, aktualisiert im Juni 2011

Weitere Informationen für den Urlaub mit dem Wohnmobil

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