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Gefahren im Internet

Abbildung: Vater und Sohn vor dem Computer (Quelle: Thinkstock)
Immer mehr Menschen nutzen das Internet und seine Möglichkeiten. Das World Wide Web bietet viele nützliche Anwendungen und Informationen, birgt aber auf der anderen Seite auch Gefahren - speziell für Kinder und Jugendliche. Im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag hat der Gesetzgeber festgelegt, vor welchen Inhalten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien Kinder und Jugendliche explizit geschützt werden müssen.

Welche Gefahren es im Netz gibt

Im Staatsvertrag zum Umgang mit Jugendlichen in den Medien werden verschiedene Angebote als unzulässig eingestuft. Zuerst werden dort alle Angebote im Zusammenhang mit verfassungswidrigen Organisationen, Fremdenhass, Nationalsozialismus, (Kinder-)Pornografie sowie "grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten" aufgeführt. Problematisch ist hier auch, dass Kinder und Jugendliche versehentlich auf Seiten mit solchen Inhalten gelangen können. Viele suspekte Seiten sind auf Linksammelseiten vertreten, die oft auf dem Bildschirm erscheinen, wenn man einen Tippfehler in einer populären Webadresse wie youtube.com oder google.com macht.

Darüber hinaus geht der Vertrag auch speziell auf Werbung ein. Diese darf in keiner Weise Jugendlichen und Kindern körperlich oder seelischen Schaden zufügen oder direkte Kaufappelle, die deren Unerfahrenheit ausnutzen, an sie richten. "Werbung, deren Inhalt geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen, muss getrennt von Angeboten erfolgen, die sich an Kinder oder Jugendliche richten", heißt es auch.

Diese Gefahren können natürlich auch in den herkömmlichen Medien lauern. Dort werden diese aber besser gefiltert als im World Wide Web. Hier kann jeder seine Meinung vertreten und frei Inhalte und Anwendungen anbieten. Eine Kontrolle wie im TV oder in Zeitungen ist im Netz schlicht nicht möglich.

Eine weitere Gefahr beim Surfen im Internet besteht darin, dass Selbstwählprogramme, so genannte Dialer automatisch ein Auswahlprogramm auf dem PC installiert. Der Zugang zum Netz läuft dann über eine 0190er-Nummer und kann gewaltige Kosten verursachen. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es jedes Programm, welches eine Zustimmung benötigt, weg klickt beziehungsweise verneint und wieder schließt. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie unter der Rufnummer 0800/330 1000 den Zugang zu 0190- Nummern von Ihrem Anschluss aus sperren lassen.

Schutzmöglichkeit Filter

Viele verschiedene Firmen bieten mittlerweile spezielle Filtersoftware an. Diese ist meist kostenlos. Mit diesen Softwareprodukten können Sie individuell einzelne Seiten sperren oder auf ein bestehendes Portfolio von gesperrten Seiten zurückgreifen und so Ihre Kinder vor Gewalt und Erotik im Internet schützen. Falls Sie mehrere Kinder in verschiedenen Altersstufen haben, die auf den selben Rechner zugreifen, brauchen diese auch verschiedene Zugangsberechtigungen. Bei vielen Programmen gibt der surfende Jugendliche sein Alter an und einer Liste zufolge wird ihm dann der Zugang zu bestimmten Webseiten erlaubt und zu anderen nicht. Die Programme funktionieren meist nach einer oder mehrerer der folgenden drei Kategorien:
  • Positivlisten bestehen aus einer Zusammenstellung von ausgewählten Angeboten.
  • Schwarze Listen filtern jugendgefährdende Inhalte.
  • Keyword-Listen sperren gefährdende Internetseiten anhand einer Zusammenstellung von verbotenen Wörtern.
Bei den Links unter diesem Text finden Sie eine Seite, auf der Sie Filtersoftware herunterladen können.

Verantwortungsbewussten Umgang vermitteln

Aus eigenen Kindheitserfahrungen wissen wir jedoch, dass gerade das Verbotene reizt. Wenn Kinder beispielsweise unbedingt ein Spiel herunterladen möchten, welches auf dem Index steht, dann kann sie ein Programm, bei dem sie ihr Alter angeben müssen, mit Sicherheit nicht davon abhalten. Vor einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet gehört die Sensibilisierung für Werte wie Respekt und Menschenwürde, damit erst gar kein Interesse etwa an gewaltverherrlichenden, oder sexistischen Spielen entsteht. Wichtig ist, dass Sie anfangs mit Ihrem Sprössling zusammen surfen, um ihm einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Medium zu vermitteln. Ein Kind muss früh für die Gefahren sensibilisiert werden und lernen, dass alle Informationen aus dem Netz wesentlich kritischer zu prüfen sind, als solche aus anderen Medien. Auch was bei Lexikonseiten wie etwa Wikipedia steht, stimmt nicht immer.

Falls Sie selbst nicht allzu versiert mit dem Internet umgehen, sollten Sie sich schulen lassen, bevor Sie ihr Kind ins World Wide Web einführen. Computerkurse gibt es zuhauf, beispielsweise an der VHS. Aber auch ein medial versierter Bekannter kann Ihnen die ersten Schritte für den Umgang mit dem Internet näher bringen. Wenn es darum geht, welche Inhalte für Ihr Kind unzugänglich gemacht werden sollten und wie Sie das bewerkstelligen können, sollten Sie Kontakt zu Jugendschutzorganisationen oder -beratungen aufnehmen. Auch der eingangs erwähnte Jugendmedienschutz-Staatsvertrag kann hier Hilfestellung leisten.

Eva Blumenfeld, Februar 2011

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