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R+V-Ratgeber Bauen + Wohnen (Quelle: Thinkstock)

Bauen + Wohnen

Einbruchsschutz

Tresore und der Schutz vor Panzerknackern

Abbildung: Tresorschloss
Zunächst muss sich der Interessent entscheiden, was er an Wertsachen wegschließen will und wogegen die Sachen geschützt werden sollen. Soll nur der Zugriff durch Unbefugte verhindert werden, oder sollen - etwa Dokumente - auch gegen Wasser und Feuer geschützt sein. Vor allem Unternehmer sollten hier nicht an der falschen Stelle sparen, denn für einen Gewerbetreibenden sind Buchhaltungsbelege praktisch wie Bargeld. Gehen Belege verloren und ist dadurch die Buchhaltung entsprechend unvollständig, drohen zum Beispiel Nachzahlungen an das Finanzamt oder gewinnmindernde Ausgaben werden nicht anerkannt.

Platzbedarf und Standortwahl

Für das benötigte Volumen des Tresors sollten zunächst die in Frage kommenden Wertgegenstände von der Raumgröße her addiert werden. Experten empfehlen, zu diesem Volumen noch einmal mindestens ein Viertel als Reserve hinzu zu addieren ,weil es mit zunehmenden Alter eher wahrscheinlich ist, dass die Zahl der wichtigen Dokumente und der Wertgegenstände zunimmt. Bei der Wahl des Standorts für den Tresor gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. So gibt es neben den "klassischen" freistehenden Panzerschränken, auch Wand-, Boden- oder Möbeltresore. Generell empfehlen Experten, sich einen möglichst versteckten Platz für einen Tresor auszusuchen. Je weniger Menschen von dem Platz wissen, desto sicherer sind auch die eingeschlossenen Wertgegenstände.

Trockenheit und fester Stand

Der Standort für den Tresor sollte nicht feucht sein. Feuchtigkeit greift klassische Schließmechanismen aber vor allem auch Elektronikschlösser an. Auch für Dokumente ist hohe Feuchtigkeit schlecht. Nicht nur aus versicherungstechnischen Fragen empfiehlt es sich, den Tresor fest im Mauerwerk oder auf dem Boden zu verankern. Bei Tresoren mit einem Gesamtgewicht unter 1.000 Kilogramm ist eine feste Verankerung sogar vorgeschrieben, wenn man einen erweiterten Versicherungsschutz anstrebt. Entsprechend sollte mit Hilfe der statischen Unterlagen für das Gebäude auch die Tragfähigkeit von Decken und Böden geprüft werden, bevor ein Panzerschrank oder Tresor angeschafft wird. Das gilt auch für das Transportmittel zum geplanten Standort. Notfalls sollte ein Architekt hinzugezogen werden.

Sicherheitsstufen sind entscheidend für den Preis

Stehen Standort und Menge der Wertsachen fest, kommt die wichtige Auswahl der Sicherheitsstufe. Hier gilt als Faustregel: Je mehr Schutz benötigt wird, desto teurer ist der Tresor. Für Sachversicherer etwa haben die Sicherheitsstufen bei der Bewertung der Versicherungsrisiken aber eine zentrale Bedeutung. Experten empfehlen vor allem bei großen Werten, die in einem Tresor gelagert werden sollen, bereits im Vorfeld einer Tresoranschaffung gemeinsam mit der Versicherung eine für den Versicherungsnehmer ausreichende Sicherheitsstufe festzulegen. Auf der Innenseite der Tresortüren ist meist ein Zertifikat oder ein Prüflabel mit der entsprechenden Sicherheitsstufe angebracht.

Experten empfehlen Tresore, die nach den Standards VdS oder ECB-S zertifiziert sind. Mit Ihnen hat man einen definierten Einbruchsschutz, der auch von den Versicherungsunternehmen akzeptiert wird. Je höher die Sicherheitsstufe insbesondere bei Papier- und EDV-Dokumenten ist, desto eher sind Versicherungsunternehmen bereit, höhere Versicherungssummen zu akzeptieren. Tresore nach VdS oder ECB-S sind an einer entsprechenden Plakette an der Innenseite der Tresortür zu erkennen.

Zahlenschlösser empfohlen

Wegen so genannter Schlüsselaufbewahrungsklauseln in den Verträgen, die bei einem Verstoß die Haftung des Inhabers erhöhen und des allgemeinen Risikos eines Tresorschlüssel-Diebstahls empfehlen Versicherungen den Einsatz von Zahlenschlössern. Dabei haben sowohl Schlüssel- als auch Zahlenschlösser jeweils sicherheitstechnische Vor- und Nachteile. Bei einem Schlüsselschloss ist im Nachhinein relativ einfach nachzuvollziehen, wer den Schrank geöffnet haben könnte. Die Schlüssel sind auf den Millimeter genau geschliffene Einzelstücke. Der Vorteil des Schlüsselschlosses ist, dass man sich keine Kombinationen aus Zahlen merken muss. Allerdings ist es bei einem Verlust oder Diebstahl auch entsprechend einfach mit dem Schlüssel den Tresor zu öffnen. Wichtig: Sicherheitsexperten weisen daraufhin, dass mit einem Schlüsseltresor der Vandalismus potenziell deutlich zunimmt. Entdeckt ein Einbrecher einen Tresor, wird er wahrscheinlich alles daran setzen, den passenden Schlüssel zu finden. Die Schäden durch Vandalismus bei der Suche können enorm sein.

Ein Zahlenschloss hat dagegen den Nachteil, dass die Kombination theoretisch unkontrollierbar oft weitergereicht werden kann. Bei einem mechanischen Zahlenschloss können die Nummern jederzeit mittels eines Umstellschlüssels umgestellt werden. Hier verweisen Experten allerdings darauf, dass ein mechanisches Schloss eine geübte und ruhige Hand zum Öffnen braucht. Leute mit zittrigen Händen werden entsprechend Probleme haben, ein mechanisches Schloss zu öffnen. Auch wenn teurer, ist ein Elektronikschloss hier komfortabler und einfacher in der Bedienung. Mit einem einfachen Code in der Regel mit sechs bis acht Ziffern öffnet sich die Tresortür. Wer dabei auf Nummer sicher gehen will, sollte sich ein Nummernschloss mit einem so genannten Notschlüssel anschaffen. Mit diesem kann der Tresor auch dann geöffnet werden, wenn das Tastenschloss durch Feuer, Brand oder Vandalismus demoliert ist. Wichtig dabei: Neben einiger technischer Einschränkungen bei der Auswahl der Schlösser ist auch hier die Zertifizierung entscheidend. So darf ein Schloss nur in einem Tresor verbaut werden, wenn es auch mit dem Tresor in Kombination zertifiziert worden ist. Generell kann der Käufer aber frei entscheiden, ob er sich für Schlüssel oder Zahlenschloss entscheidet. Nicht unbeliebt ist auch die Kombination aus beidem. Diese ermöglicht zum Beispiel das Einführen eines Vier-Augen-Prinzips, in dem immer zwei Leute notwendig sind, um den Tresor zu öffnen.

Tipp: "Kleiner Bruder" Möbeltresor

Als Alternative zu einem schweren Wandtresor oder Panzerschrank gibt es die so genannten Möbeltresore. Diese anders als ihre "großen Brüder" auch bereits für unter 1.000 EUR zu erwerbenden Sicherheitsschränke dürften den meisten aus dem Urlaub bekannt sein. Entweder im Kleider- oder Nachtschrank verbaut, bieten sie Platz für die wichtigsten Habseligkeiten. Hier empfiehlt es sich aber unbedingt, den Möbeltresor (in der Regel nicht viel größer als einen Aktenkoffer) entsprechend an Mauerwerk oder Boden zu befestigen. Andernfalls kann der Einbrecher diesen ohne Weiteres mitnehmen und später in aller Ruhe knacken.

Eva Blumenfeld, aktualisiert September 2010
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