Häufig können Studiumsinteressenten nicht den herkömmlichen Weg des
Präsenzstudiums, also der ständigen Anwesenheit des Studenten an der Uni, wählen. Gründe dafür können
z.B. ein Arbeitsplatz sein, den man nicht verlieren möchte oder, dass der gewünschte Studiengang in der näheren Umgebung nicht angeboten wird, der angehende Student aber nicht umziehen möchte. Ein Fernstudium ist eine Alternative. In der Regel richtet sich das Angebot zum
Fernstudium weniger an Vollzeitstudenten als an Berufstätige, die "nebenbei" einen akademischen Abschluss machen wollen. Die Präsenzveranstaltungen sind meist an Wochenenden und die Ansprechpartner für Studienfragen oft auch abends noch gut erreichbar.
Fernstudium - was ist das?
Grundsätzlich handelt es sich beim Fernstudium um ein örtlich unabhängiges und zeitlich flexibles Weiterbildungsangebot - ideal für die
Fortbildung parallel zum Beruf. Die Teilnehmer bekommen in regelmäßigen Abständen die Lehrmaterialien zugeschickt. In der Regel handelt es sich dabei um schriftliche Materialien, wie Lehrhefte und Studienbriefe. Diese können dann am heimischen Schreibtisch nach eigener Zeiteinteilung durchgearbeitet werden. Zum Teil werden auch CDs, Videos oder elektronische Medien wie
Webcasts und Webinars (Online-Übertragungen, aufgenommen oder live in Echtzeit) eingesetzt. Da der Versand der Unterlagen per Post oder E-Mail erfolgt, ist ein Fernstudium problemlos
über die Ländergrenzen hinaus möglich.
In Lehrheften findet der Student sogenannte
Einsendeaufgaben, die er dann beantwortet und zurück an die Hochschule sendet. Nach Korrektur und Bewertung folgt dann ein Feedback an den Kursteilnehmer. Die Kommunikation zwischen Student und Hochschule erfolgt in der Regel via Fax, Brief, Telefon oder E-Mail. Meist sind auch Präsenzveranstaltungen, Seminare oder Prüfungen Teil der Weiterbildung. Diese sind oft an Wochenenden, damit auch Berufstätige problemlos teilnehmen können.
Staatliche Anerkennung des Fernstudiums
Will man ein Fernstudium absolvieren, ist es wichtig, dies auch bei einer staatlich anerkannten Hochschule zu machen. Viele Fernunterrichtanbieter bieten lediglich Weiterbildungsmaßnahmen an - ein anerkanntes Studium kann man nur an einer Hochschule oder Universität mit entsprechender Einschreibung absolvieren. Am Ende steht hier ein Hochschulzertifikat oder akademischer Grad (Bachelor, Master etc.). Eine Ausnahme sind Fortbildungsanbieter, die mit einer Hochschule kooperieren. Doch auch hier stellt die Hochschule das Abschlusszertifikat oder die Graduierungsurkunde aus.
Voraussetzung fürs Fernstudium
Wer sich für ein Fernstudium interessiert, sollte sich vorher Gedanken machen, ob dies wirklich die richtige Weiterbildungsform ist. Die offensichtlichen Vorteile der zeitlichen und örtlichen Flexibilität beinhalten zugleich Nachteile: Für ein Fernstudium ist eine starke Eigenmotivation oberste Voraussetzung. Der Student muss sich seine Lern- und Arbeitszeiten völlig selbstständig einteilen und absolvieren. Die Gruppendynamik durch den Austausch mit Kommilitonen oder durch Arbeits- und Lerngruppen fällt in der Regel weg. Darüber hinaus wird das Fernstudium meist neben dem Beruf absolviert und kann demnach sehr zeitraubend sein. Nicht jeder ist also der richtige Typ für diese Weiterbildungsmethode.
Wie man seriöse Anbieter erkennt
Ein Fernstudium mit dem Ziel eines akademischen Abschlusses darf nur an einer
staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule absolviert werden. Für die staatliche Anerkennung ist das Ministerium des jeweiligen Bundeslandes zuständig und es gelten die jeweiligen gesetzlichen Regelungen, die auch für das Präsenzstudium gelten. Hier sollte man also darauf achten, dass der Anbieter staatlich anerkannt ist. Handelt es sich um Bachelor-/Masterstudiengänge, so ist die Akkreditierung durch ein anerkanntes Akkreditierungsinstitut, wie es
z.B. die FIBAA (Internationale Agentur zur Qualitätssicherung im Hochschulbereich) ist, notwendig.
Private Anbieter, die oft mit staatlichen Hochschulen zusammen arbeiten, sind in der Regel teurer als etwa die Fernuni-Hagen oder andere Universitäten, die Fernstudiengänge anbieten. Der Preis alleine sollte jedoch nicht einziges Kriterium sein, sondern auch die Dauer des Studiums, der erreichte Abschluss sowie die Qualität des Lernmaterials und der Betreuung während des Fernstudiums. Deshalbsollte man sich vorher gründlich mit
Informationsmaterial versorgen und im Idealfall mit früheren Absolventen sprechen oder in Internetforen Erfahrungsberichte dazu lesen.
Die Kosten eines Fernstudiums
Die Preise für ein Fernstudium variieren je nach Anbieter oder Hochschule sehr stark. In der Regel setzen sie sich aus Studiengebühr, einer monatlichen Grundgebühr und weiteren Gebühren für Seminare und Prüfungen zusammen. Klarheit schafft hier nur die individuelle Informationsbeschaffung. Grundsätzlich sollte man jedoch in die Kalkulation der Studienkosten unbedingt eventuelle Reise- und Übernachtungskosten für Präsenzveranstaltungen wie Seminare und etwaige Prüfungen einrechnen. Diese werden oft vergessen und können den Finanzierungsplan nachträglich in Gefahr bringen.
Weiterführende Links zum Thema Fernstudium:
D. Konrad, März 2011
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