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R+V-Ratgeber Altersvorsorge (Quelle: Thinkstock)

Altersvorsorge

Rentensituation

Wie hoch ist die Inflation für künftige Rentner wirklich?

Abbildung: Leerer Geldbeutel
Wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in der Studie "Die Kaufkraft der Renten in der Zukunft" Link auf die DIA-Internetseite zu den Studienergebnissen (PDF)
www.dia-vorsorge.de
von 2010 herausgefunden hat, lassen die Rentenreformen in Deutschland das Einkommen der Rentner in der Zukunft deutlich sinken. Zudem wird die Kaufkraft der Renten durch überproportional steigende Kosten, wie etwa für Gesundheit und Pflege, weiter geschmälert. Die Folge: Wer später ein gutes Auskommen haben will, sollte jetzt stärker als bisher geplant in die private Altersvorsorge investieren.

Deutliche Einkommenslücken seien in der Zukunft absehbar, erklären die Autoren der Studie Reiner Braun und Ulrich Pfeiffer. Diese Lücken würden vor allem durch das auf unter 40% sinkende Rentenniveau, steigende Sozialabgaben für Rentner, die nachgelagerte Besteuerung sowie Abschläge durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters verursacht. So verfüge etwa heute ein zweiköpfiger Rentnerhaushalt mit Personen zwischen 60 und 64 Jahren nach Abzug aller Steuern und Abgaben über etwa 1.700 EUR netto. Um aber im Jahr 2030 den gleichen Lebensstandard halten zu können, müsse eine privat angesparte Rente in Höhe von 245 bis 329 EUR brutto hinzukommen.

Erstmals rentnerspezifischer Kaufkraftverlust berechnet

Bei den bisherigen Berechnungen sei nicht bedacht worden, dass es zusätzlich zu den durch politische Rahmenbedingungen verursachten Rückgängen auch einen rentnerspezifischen Kaufkraftverlust geben werde, so die Autoren. "Weil rentnerspezifische Güter und personalintensive Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Gesundheit und Pflege im Preis schneller steigen als die durchschnittliche Inflationsrate, wird dieser Kaufkraftverlust eine bedeutende neue Einkommenslücke in den Geldbeutel der künftigen Rentner reißen", schreiben sie. Für ein typisches Rentnerpaar erhöhe sich das Minus monatlich von 329 auf 508 EUR, also um bis zu 179 EUR. Wolle man diese Lücke schließen, müssten künftig zwischen 4,9% und 8,4% (statt bisher 4,1 bis 5,5%) des monatlichen Bruttoeinkommens zurückgelegt werden. Vor allem Mieter seien davon stark betroffen. Schuldenfreie Wohnungseigentümer müssten schließlich nur noch die Wohnnebenkosten zahlen.

DIA-Faustregeln für das Vorsorgesparen

Die DIA hat aus der Studie folgende Tipps für die künftige Rentengeneration hergeleitet, um genug für die Altersvorsorge anzusparen.

  • Wohneigentümer sollten 8% ihres Bruttoeinkommens ansparen.
  • Mieter sollten 9% ihres Bruttoeinkommens sparen.
  • Jeder sollte spätestens mit 20 Jahren, allerspätestens aber mit dem Berufseinstieg anfangen, für die Alterssicherung zu sparen.
  • Sobald finanzielle Belastungen wegfallen (Berufseintritt der Kinder, beendete Immobilienfinanzierung), sollte zusätzlich gespart werden.
  • So bald als möglich nach der Familiengründung wieder ins Erwerbsleben einsteigen und Karrierebrüche vermeiden.
  • Durch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit bieten sich weitere Jahre zum Sparen.
  • Wer jenseits der Altersgrenze arbeitet, sollte dies auch unter dem Aspekt der privaten Altersvorsorge nutzen.

Sparquoten für die Altersvorsorge

Die DIA hat aufgrund der neuen Berechnungsmethode Sparquoten ermittelt, mit denen der zusätzliche Kaufkraftverlust und die Einkommenslücke durch die Rentenreform ausgeglichen werden können. Die Angaben gelten ab dem 20. Lebensjahr:

Monatliches Bruttoeinkommen 2000 EUR 3000 EUR 4000 EUR über 4000 EUR
Einkommenslücke wegen Rentenreform
Nötige Sparquote 5 bis 6% 6 bis 7% 7% 8%
Abschlag Wohnungseigentümer -0,5 bis -1% -0,5 bis -1% -0,5 bis -1% -0,5 bis -1%
Einkommenslücke wegen Kaufkraftverlust Rentner
Zuschlag Wohneigentümer +1 bis +2% +1 bis +2% +2 bis +3% +2 bis +3%
Zuschlag Mieter +2 bis +3% +2 bis +3% +3 bis +4% +3 bis +4%
Gesamtsparquote
Wohneigentümer
5,5 bis 7% 6,5 bis 8% 8 bis 9,5% 9 bis 10,5%
Gesamtsparquote
Mieter
7 bis 9% 8 bis 10% 10 bis 11% 11 bis 12%
Quelle: DIA-Berechnungen zur Kaufkraftentwicklung im Rahmen der Studie "Kaufkraftverlust künftiger Rentnergenerationen" aus dem Jahr 2010

Kritik an der DIA-Studie

Die Deutsche Rentenversicherung "Deutsche Rentenversicherung Bund " hat die Studie des DIA zwar kurz nach Erscheinen kritisiert: So hätten die zu Grunde gelegten Annahmen über die künftige Inflationsentwicklung und speziell die Preisentwicklung von Gütern und Dienstleistungen einen weitgehend spekulativen Charakter. Doch auch die Rentenversicherungsträger weisen ihre Versicherten seit langem darauf hin, dass sich die Entwicklung der Kaufkraft auf die künftigen Renten auswirken kann. Erst wenn die Entwicklung der Kaufkraft bei den Produkten der zusätzlichen Altersvorsorge mitberücksichtigt werde, sei eine sachgerechte Planung der zusätzlichen Altersvorsorge möglich.

So berechnen Sie Ihre Vorsorgesituation

Mit den Tools der R+V planen Sie Ihre Zukunft schon jetzt: Mit dem Versorgungslückenrechner erfahren Sie, ob Ihnen im Ruhestand ausreichend Geld zur Verfügung steht, oder ob Sie Ihre private Altersvorsorge noch optimieren sollten. Zudem können Sie mit unserer Simulation "Preisentwicklung Ihres Konsums bis zur Rente" bestimmen, wie sich die Preissteigerung auf Ihre zukünftigen Konsumausgaben auswirkt.

R+V - Lösungen gegen die Rentenlücke

In unserer Rubrik "Produkte für Privatkunden" können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge verschaffen.
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S. Nies und C. Frei, aktualisiert Januar 2012
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