Die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Dieser Trend dürfte sich jüngsten statistischen Erhebungen zufolge noch weiter verstärken. Zum einen nimmt die Zahl der Neugeborenen immer mehr ab, zum anderen werden die Menschen im Durchschnitt immer älter. Das bedeutet, immer weniger junge Menschen stehen künftig einer wachsenden Zahl an älteren Menschen gegenüber. Die Daten des Bundesamtes für Statistik bestätigen, wie in den Jahren zuvor, den nachhaltig steigenden Trend bei der Lebenserwartung. Diese prognostizieren vor allem auch im gesundheitlichen Bereich dramatische Veränderungen.
Steigende Lebenserwartung der Menschen in Deutschland
Die Lebenserwartung in Deutschland hat nach der jüngsten Untersuchung des Statistischen Bundesamtes erneut zugenommen. Laut den aktuellsten
Sterbetafeln 2008/2010 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für neugeborene Jungen 77,5 Jahre und für neugeborene Mädchen 82,6 Jahre. Die zuvor veröffentlichte Sterbetafel 2007/2009 zeigte noch eine leicht geringere Lebenserwartung für Jungen von 77,3 Jahren und für Mädchen von 82,5 Jahren. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Lebenserwartung der Statistik zufolge für neugeborene Mädchen um über zwei Jahre und für Jungen sogar um drei Jahre erhöht.
Wie bei den Neugeborenen stieg auch die Lebenserwartung der älteren Menschen weiter an. Demnach liegt die Lebenserwartung von 60-jährigen Männern bei weiteren 21,2 Lebensjahren im Vergleich zu 21,04 Lebensjahren in den Sterbetafeln zuvor.
60-jährige Frauen können statistisch gesehen mit weiteren 24,9 (zuvor 24,8) Lebensjahren rechnen.
Fast 50 % mehr Pflegebedürftige im Jahr 2030 erwartet
Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der demografische Wandel und die damit einhergehende Alterung der Gesellschaft zu etwa 50
% mehr Pflegebedürftigen und 8
% mehr Krankenhausbehandlungen im Jahr 2030 im Vergleich zu heute führen können. Die Zahl der Pflegebedürftigen dürfte den Angaben zufolge von 2,34 Millionen im Jahr 2009 auf 3,4 Millionen im Jahr 2030 steigen. Die jährlich in Krankenhäusern behandelten Fälle könnten sich von knapp über 18 Millionen im Jahr 2010 auf 19,3 Millionen im Jahr 2030 erhöhen. Grund für diese Entwicklung ist die in einer insgesamt sinkenden Gesamtbevölkerung steigende Zahl der Älteren.
Sinkende Kinderquote
Obwohl die Menschen immer älter werden, sinkt die Gesamtbevölkerungszahl in Deutschland. So standen nach amtlichen Statistiken im Jahr 2010 insgesamt 858.768 Sterbefällen lediglich 677.947 Neugeborene gegenüber. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug im Jahr 2010 1,39 Kinder und war damit etwas höher als 2009 (1,36). In diesen Werten zeigten sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings auch erhebliche Schwankungen. So lag die Geburtenrate 1990 noch bei 1,45 Kindern je Frau und fünf Jahre später gerade einmal bei 1,25 Kindern je Frau.
Anteil der Älteren steigt deutlich
Nach den Ergebnissen der derzeit aktuellen 12. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts (vom November 2009) werden bereits für das kommende Jahrzehnt spürbare Veränderungen in der Altersstruktur erwartet. So soll die Zahl der 50- bis
65-Jährigen um rund 24
% wachsen, von 15,5 Millionen auf 19,2 Millionen Einwohner. Die Zahl der über 80-Jährigen wird vermutlich sogar um 48
% wachsen, von 4,1 Millionen auf
ca. 6 Millionen Einwohner. Im Jahr 2060 soll der demografische Wandel sogar bereits soweit fortgeschritten sein, dass rund ein Drittel der Bevölkerung (34
%) mindestens 65 Jahre alt sein wird. Jeder Siebte, also rund 14
% der Bevölkerung, wird 80 Jahre oder älter sein, so die Schätzungen des statistischen Bundesamtes.
Auswirkungen auf die Alterssicherung
Die Bundesregierung weist angesichts des demografischen Wandels aber daraufhin, dass die allgemeine Entwicklung hin zu einer immer älteren Bevölkerung "auf lange Sicht unumkehrbar" ist. Personen im erwerbsfähigen Alter werden künftig immer mehr Senioren gegenüberstehen. So standen im Jahr 2009 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 20 und 65 Jahren) 34,1 Personen gegenüber, die diesen Lebensabschnitt bereits hinter sich haben. Dieses Verhältnis ist der so genannte Altenquotient.
Die Politik hat in der jüngeren Vergangenheit auf den drohenden hohen Altenquotienten (Prognose von 2009: Altenquotient von 67 im Jahr 2030) reagiert. Die Möglichkeiten der Frühverrentung wurden eingeschränkt und seit 2012 hat der
Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Aber auch bei einer Heraufsetzung des Renteneintrittsalters wird der Altenquotient für
67-Jährige und Ältere im Jahr 2060 etwa bei 59 liegen und somit deutlich höher sein, als der heutige Altenquotient für
65-Jährige und Ältere, so das statistische Bundesamt.
Da künftig immer weniger Jüngere die Renten der Älteren nicht mehr finanzieren können, ist eine private und betriebliche Vorsorge für alle auch aus Sicht der Politik unerlässlich. "Angesichts des demografischen Wandels kann die gesetzliche Rentenversicherung allein den Lebensstandard der zukünftigen Rentner nicht mehr sichern", so die Regierung und mahnt: "zusätzliche Altersvorsorge ist unerlässlich".
Weitere Informationen
Wie hoch wird Ihre gesetzliche Rente sein und wie groß die eigene Versorgungslücke? Mit Hilfe unseres Versorgungslückenrechners können Sie sich über Ihre Vorsorgesituation informieren.
In unserer Rubrik "Produkte für Privatkunden" können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge verschaffen.
Unsere
Ansprechpartner vor Ort stehen Ihnen gerne für Ihre persönliche Zukunftsvorsorge zur Verfügung.
S. Nies, aktualisiert Februar 2012
zum Seitenanfang