1. Schäden vorbeugen

Hagelschlag – als ob es Steine regnet.

Plötzlicher Hagelschlag ist eine Gefahr für Wohnhäuser, Autos und die Umwelt – und auch Menschen können zu Schaden kommen: zum Beispiel durch Autounfälle bei unvermittelt einsetzendem Hagel. Wir erklären, wie Hagelschlag entsteht und wie groß ein Hagelschaden sein kann.

Hagelschlag kommt aus den Wolken

Ihren Ursprung haben die Hagelkörner in Wolken, die aus viel Wasser bestehen: beispielsweise in Gewitterwolken. Innerhalb dieser Wolken herrschen gewaltige Abwinde. Diese treiben die Wassertropfen in höhere und kältere Ebenen. Dort gefrieren sie zu Eis und gelangen wieder in niedrigere Schichten.

Gibt es nur wenige dieser Eiskristalle, sammelt sich daran besonders viel Flüssigkeit und die Körner entstehen. Je öfter ein Hagelkorn in der Wolke dann auf- und abgeweht wird, umso mehr Schichten aus Eis bilden sich. Die Größe variiert zwischen einem Durchmesser von 0,5 und bis zu 10 cm – oder sogar noch mehr. Dementsprechend unterschiedlich sind auch das Gewicht und die Fallgeschwindigkeit.

Hagelschaden bei Gewittern

Groß wie ein Tennisball und mit einer Fallgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde: Vor allem die größeren Hagelkörner können eine enorme Wucht entwickeln. Die Folge ist nicht selten ein teurer Hagelschaden. Dazu kommt es vor allem, wenn der Hagelschlag Teil eines schweren Unwetters beziehungsweise eines Gewitters mit Sturm und Starkregen ist. Diese Art des Niederschlags entsteht aber nicht nur in den Sommermonaten. Hagelschlag hat vom Frühling bis in den Herbst hinein Saison.

Hagelschlag zerstört Fensterscheiben und Rollläden

Bei plötzlichem und dichtem Hagelschlag kann auch der Verkehr zum Erliegen kommen. Werden die Fahrzeuge dabei in Mitleidenschaft gezogen, ist die Teilkaskoversicherung für die Abdeckung zuständig. Ein häufiger Hagelschaden sind Dellen in Autos, die ausgebeult oder lackiert werden müssen. Große Hagelkörner zerschlagen sogar die Autoscheiben – für Autofahrer steigt dadurch die Unfallgefahr stark an. Zum Beispiel auch, weil vorausfahrende Autos bei plötzlichem Hagelschlag oft unvermittelt abbremsen oder weil sich die Sicht in Sekundenschnelle stark verschlechtert.

Auch Fensterscheiben von Gebäuden können zu Bruch gehen. Generell halten sie jedoch besser Stand als Plastikrollläden. Diese sollte man bei Hagelschlag besser nicht herunterlassen. Auch Markisen, die nicht eingezogen werden, weisen nachher einen Hagelschaden auf. Oft sind sie durchlöchert.

Selbst Dächer halten dem starken Niederschlag nicht immer Stand. Alu-Blechdächer weisen unschöne Dellen auf, Lichtkuppeln zerbrechen und kaputte Ziegel müssen ersetzt werden. Auch wer Solaranlagen auf seinem Dach installiert hat, muss damit rechnen, dass die Zellen durch Hagelschaden zerstört werden.

Auch Feld, Wald und Garten werden vom Hagel nicht verschont

Verwüstungen kann der Hagelschlag auch auf Feldern, in Wäldern und Gärten anrichten. In Kombination mit Sturm werden oft größere Äste abgeschlagen. Wer einen Gemüsegarten hat, muss außerdem damit rechnen, dass die Ernte Schaden nimmt. Zu leiden haben oft auch Gartenmöbel, Grills und andere Objekte, die im Garten stehen und vor dem Hagelschlag nicht in Sicherheit gebracht wurden. Dieser Hagelschaden wird allerdings nicht von der Hausratversicherung abgedeckt.

  • Die Hausratversicherung zahlt nur Schäden an Gegenständen, die sich in der Wohnung oder im Gebäude befinden.
  • Die Wohngebäudeversicherung ist zuständig für die Hagelschäden am Gebäude (z. B. zerbrochene Fensterscheiben) und fest mit dem Gebäude verbundenen Teilen wie Außenleuchten.
  • Wenn der Baum des Nachbarn, bedingt durch das Unwetter, Teile Ihres Hauses beschädigt, empfiehlt es sich, den Schaden zunächst der eigenen Gebäudeversicherung zu melden. Diese wird dann gegebenenfalls bei der Haftpflichtversicherung des Nachbarn einen Regress durchführen.

Autor/in

K. Kudric

Jan. 2013

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