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Gut gesicherte Fenster(türen) machen Einbrechern das Leben schwer

Man kommt nach Hause und steht vor durchwühlten Schubladen und verwüsteten Wohnräumen: Ein Einbruch im eigenen Zuhause ist für viele eine schlimme Vorstellung. Abwegig ist das nicht: 151.000 Einbrüche fanden 2016 in deutschen Haushalten statt. Dabei stellen gerade herkömmliche, ungesicherte Fenster und Fenstertüren eine große Schwachstelle dar.

Welche Einstiegsmöglichkeit sucht sich ein Einbrecher?

Die sogenannte „Kölner Studie“ der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Köln wird alle sechs Jahre erhoben und ergab zuletzt 2011, dass in fast 80 Prozent aller Fälle Fenster und Fenstertüren von Einfamilienhäusern angegriffen und in mehr als 77 Prozent der Fälle aufgehebelt wurden.

Auch das Obergeschoss ist betroffen

Es ist also wichtig auf Sicherheitsfenster und -türen zu setzen – und das nicht nur im Erdgeschoss. Nach Angaben der Kölner Polizei erfolgten sechs Prozent der Einbrüche im Jahr 2011 durch Fenster und Fenstertüren im Obergeschoss.

Die Fenster stellen also – neben der Haustür und anderen Zutrittsmöglichkeiten – die Schwachstellen eines Hauses dar.

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Bei weiteren Fragen zur Hausratversicherung stehen Ihnen unsere Ansprechpartner vor Ort gerne zur Verfügung.

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Erschweren Sie Einbrechern den Einstieg

Sind Fenster und Fenstertüren fachkundig gesichert, fällt es Einbrechern schwerer, sich Zugang zu verschaffen.

Natürlich lassen sich auch gute Sicherheitsfenster knacken. Aber das kostet wesentlich mehr Zeit und Aufwand.

Dauert ein Einbruchversuch länger als drei Minuten, lassen die Täter in den meisten Fällen von ihrem Vorhaben ab, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie entdeckt werden.

Unsere Experten im Video geben Tipps

Sehen Sie im Film, warum herkömmliche Fenster keinen Einbruchschutz bieten, wie diese nachgerüstet werden können und wie Sicherheitsfenster funktionieren:


Einbruchschutz für Fenster und Fenstertüren nachrüsten

Einfache Fensterbeschläge sind dazu da, die Fenster und Fenstertüren geschlossen zu halten. Sie dienen dem Schutz vor Wärmeverlust, Regenwasser, Lärm und Staub.

Einen Einbruch verhindern sie allerdings nicht – deshalb ist das Nachrüsten von Sicherheitsvorrichtungen unbedingt empfehlenswert.

Tipp: Förderung durch die KfW

Jeder, der in den Einbruchschutz einer bestehenden Wohnimmobilie investiert, hat die Möglichkeit, vor Beginn des Umbaus, eine Förderung über das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen zu beantragen.

Mehr dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber: Bauen, kaufen und sanieren: Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Bauherren

Pilzkopfzapfen bieten wirksamen Schutz

Eine Einbruchhemmung können Sie zum Beispiel mit dem Einbau sogenannter Pilzkopfzapfen erreichen: Sie werden innenliegend in Abhängigkeit von der Fenstergröße in ausreichender Anzahl rundherum im Verschlussgetriebe des Fensters oder der Fenstertüren angebracht und greifen beim Schließen des Fensters in mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche.

Die T-förmigen Zapfen verkrallen sich dabei mit dem Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters.

„Die meisten Fenster in Deutschland sind mit einer sogenannten Rollzapfenverriegelung ausgestattet. Diese kann ein Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufhebeln.“

Rolf Bremicker, Leiter Anwendungstechnik bei ABUS

Achten Sie auf das DIN- oder VdS-Prüfsiegel.

Geprüfte Produkte sind das A und O

Die Produkte sollten in jedem Fall nach DIN EN 1627 und Nachrüstprodukte nach DIN 18104-1 bzw. -2 geprüft sein, da nicht nach Norm geprüfte Pilzkopfverschlüsse meist nicht den gewünschten Anforderungen genügen. Entsprechende Schadensfälle beweisen dies.

Als Variante eignen sich auch geprüfte Zusatzschlösser nach DIN 18104-1 oder VdS 2536. Die jeweilige Anzahl muss an die Größe des Fensters oder der Terrassentür angepasst werden.

Die Nachrüstprodukte sollten immer mit abschließbaren Fenstergriffen kombiniert werden, da sie beim Aufhebeln die notwendige Getriebeverriegelung blockieren.

Abschließbare Fenstergriffe allein bieten allerdings lediglich Schutz vor ungewolltem Öffnen von innen, beispielsweise als Sicherung für Kleinkinder. Fenster und Fenstertüren ohne entsprechende einbruchhemmende Merkmale stellen für Einbrecher kein Hindernis dar.

Fenster und Fenstertüren sichern – aber richtig!

Wichtig ist, dass nicht nur Rahmen und Schlösser, sondern auch die Scharnier-/Bandseiten gesichert werden. Mit Scharnier-/Bandseite wird die Seite des Fensters bezeichnet, an der der Öffnungsflügel mit dem Rahmen verbunden ist. Sind die Fenster nur mithilfe von Montageschaum eingebaut, können sie leicht herausgebrochen werden. Sie müssen daher nach geprüften Vorgaben befestigt werden.

Der Fachmann weiß, wie es richtig geht

Fenster nachträglich gegen Einbruch sichern – das sollten nur Fachbetriebe übernehmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Sicherheitsvorrichtungen nicht richtig angebracht werden.

„Lassen Sie die Montage auf jeden Fall von einem qualifizierten Fachmann durchführen.“

Daniel Müller, Risikoexperte bei der R+V Versicherung

Neue Sicherheitsfenster installieren

Wer einen Neubau plant oder ein Gebäude saniert, kann die Sicherheit gleich mit einbauen. Geprüfte einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren ab der Widerstandsklasse 2 sind in Deutschland mit der Kennzeichnung DIN EN 1627 markiert. Fenster dieser Art wurden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass alle verbauten Einzelteile (Rahmen, Beschlag, Verglasung) perfekt aufeinander abgestimmt sind und zuverlässig Schutz bieten.

Welche Widerstandsklasse ist die passende?

Sicherheitsfenster werden in Deutschland in insgesamt sechs Widerstandsklassen eingeteilt: RC 1, niedrigste, bis RC 6, höchste Widerstandsklasse.

(Die Bezeichnung erfolgt nach „alter“ DIN V ENV 1627 für „Widerstandsklasse“ mit „WK“ und nach „neuer“ DIN EN 1627 für „Resistance Class“ mit „RC“.)

  • Als uneingeschränkt empfehlenswert gelten die Fenster ab der Widerstandsklasse RC 2.
  • Qualitativ gleichwertig sind die Fenster ab Klasse WK 2 (diese wurden noch nach der bis September 2011 geltenden Norm DIN V ENV 1627 geprüft).
  • RC 2 (WK 2) und RC 3 (WK 3) sind für den privaten Bereich üblicherweise ausreichend.

Achtung: Fenster und Fenstertüren der Widerstandsklasse RC 2 N haben keine Sicherheitsverglasung. Diese Produkte sollten also nur nach Beratung durch die örtliche (kriminal-)polizeiliche Beratungsstelle eingebaut werden und wenn ein direkter Angriff auf die Verglasung ausgeschlossen werden kann.

Die Polizei gibt Auskunft

Die Polizei gibt gerne einen Überblick, worauf beim Kauf zu achten ist und welche Anbieter zertifizierte Nachrüstprodukte im Sortiment haben.

Auf der Website der Initiative Nicht bei mir! finden Sie außerdem Experten zum Thema Einbruchschutz in Ihrer Nähe.

Sicherheitsfolien schützen zusätzlich

Außer den Sicherheitsvorkehrungen an Fenster- und Fenstertürrahmen gibt es spezielle Sicherheitsfolien für Fensterscheiben, die dafür sorgen, dass Einbrecher sie nicht allzu leicht durchbrechen können. Die Sicherheitsfolien halten das zerbrochene Glas im Rahmen zusammen und erschweren den Einstieg.

Fachmännisch angebracht

Eine fachgerechte Montage ist hier zwingend geboten, da die Folie auch unter der Glasleiste auf die gesamte Scheibe geklebt werden muss.

Hausrat­versicherung überprüfen

Sollten Sie trotz aller Sicherheits­vorkehrungen Opfer eines Einbruchs geworden sein, dann sind Sie durch eine Hausratversicherung bestens abgesichert.

Bei der R+V-Hausratversicherung gilt bei korrekter Angabe der Wohnfläche:

  • Versicherungsschutz zum Neuwert des Hausrates ohne Begrenzung durch eine Versicherungssumme
  • kein Abzug wegen Unterversicherung

Wichtig: Sollte sich an Ihrer Wohnsituation etwas ändern, lassen Sie bitte die Angaben zu Ihrer Wohnfläche in Ihrem Versicherungsvertrag aktualisieren.

Wenn Sie Hilfe benötigen oder Fragen zur R+V-Hausratversicherung haben, stehen Ihnen unsere Ansprechpartner vor Ort gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner finden

Autor/in

K. Albrecht

Jan. 2018

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