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So funktioniert der Mikrokredit für Existenzgründer

Die Unternehmensidee ist brillant, der Businessplan steht, "nur noch das Geld fehlt" - jetzt macht ein Mikrokredit für Existenzgründer den Sprung in die Selbstständigkeit möglich.

Wer nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet und keinen Existenzgründungszuschuss erhält, kann schnell und unbürokratisch eine solche Anschubfinanzierung vom Staat erhalten. Im Jahre 2011 wurden 4.850 Mikrokredite für Existenzgründer ausgezahlt, 33% davon gingen an Frauen. Insgesamt wurden 39 Millionen Euro ausgezahlt, das macht pro Kredit durchschnittlich 6.200 Euro. Doch bei der Beantragung eines Mikrokredites muss der Existenzgründer einiges beachten.

In 5 Schritten zum Mikrokredit für Existenzgründer

  1. Antrag bei eingetragenem Mikrofinanzinstitut stellen
  2. Prüfung der Unterlagen
  3. Positiver Bescheid
  4. Sicherheiten klären
  5. Weiterleitung an GLS Bank und Auszahlung

Mikrokredit: für Existenzgründer oft leichter zugänglich als Kleinkredite

Für Existenzgründer ist es oft nicht leicht, den passenden Kredit zu erhalten. Selbstständige und kleine Unternehmen brauchen für den Start in die Freiberuflichkeit oft keine großen Beträge. Ausgehend von der Praxis der Mikrokreditvergabe an Menschen in Entwicklungsländern werden Summen von 100 bis 25.000 Euro heute auch an Einzelpersonen vergeben. Der Mikrokredit für Existenzgründer kann flexibel und direkter vergeben werden als manch andere Option.

Seit 2009 existiert dafür in Deutschland der Mikrokreditfonds. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technik, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die KfW Bank haben ihn ins Leben gerufen. Der Fonds vergibt die Kredite durch die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS Bank).

Mikrokredite für Existenzgründer werden von den Mikrofinanzinstituten vergeben

Selbstständige müssen jedoch einen kleinen Umweg gehen: Sie beantragen den Mikrokredit für Existenzgründer zuerst bei einem eingetragenen Mikrofinanzinstitut, das selbst keine Bankzulassung hat. Das kann beispielsweise eine Unternehmensberatung sein. Dort werden die erforderlichen Unterlagen geprüft - zum Beispiel darauf, ob hinter dem Antrag auf einen Mikrokredit für Existenzgründer tatsächlich eine unternehmerische Absicht steckt. Fällt die Entscheidung positiv aus, erfährt dies der Antragsteller innerhalb von wenigen Tagen. Dann muss nur noch die Frage der Sicherheiten geklärt werden. Jedes Mikrofinanzinstitut stellt für diesen Punkt eigene Anforderungen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Bürgschaft, am besten von Personen aus dem direkten Bekanntenkreis.

Liegen die Sicherheiten vor, rückt der Mikrokredit für Existenzgründer in greifbare Nähe. Eine Empfehlung geht an die GLS Bank. Diese leitet die Zahlung meist innerhalb von zehn Tagen in die Wege. Das Mikrofinanzinstitut bleibt aber weiterhin der erste Ansprechpartner für den Selbstständigen: Während der Mikrokredit läuft, sind die Berater für die Sicherheitenverwaltung und die Rückzahlungskontrolle zuständig.

Mikrokredit für Existenzgründer meist in Raten

Die Zinsen halten sich durch die geringe Summe bei einem Mikrokredit für Existenzgründer in der Regel in Grenzen. Hinzu kommt, dass die Kredite meist nur in Raten vergeben werden. Zahlt der Gründer einen kleinen Kredit von 1.000 Euro fristgerecht und ohne Probleme zurück, wird dem Antragsteller beim nächsten Mal ein höherer Mikrokredit von 5.000 Euro genehmigt - und daraufhin bis zu 20.000 Euro. Die vollständige Rückzahlung muss spätestens nach drei Jahren erfolgen - eine komplette Tilgung ist jederzeit möglich. Kommt es jedoch zu einem Zahlungsverzug, erheben die Mikofinanzinstitute eine zusätzliche Gebühr.

Mikrokredit für Existenzgründer: Fokus auf Schwerpunkte

Aktuell gibt es 60 deutsche Mikrofinanzinstitute, die einen Mikrokredit für Existenzgründer vergeben. Es lohnt sich für jeden Interessierten, die verschiedenen Leistungsangebote und die Konditionen der Mikrokredite für Existenzgründer zu vergleichen. Manche Stellen haben sich auf bestimmte Branchen wie zum Beispiel Handwerk oder Kreativwirtschaft oder spezialisiert. Andere richten sich gezielt an Frauen, Gründer 50+ und Menschen mit Migrationshintergrund. Außerdem agieren nur wenige Institute bundesweit. Oft arbeiten sie nur in bestimmten Regionen.

In der Organisation kann es zu ebenso großen Unterschieden kommen. Manche Mikrofinanzinstitute bieten unabhängig von der Kreditvergabe zusätzliche Leistungen an: beispielsweise Coachings oder das Erstellen von Geschäftsplänen. Bei anderen handelt es sich um genossenschaftlich organisierte Institute, die eine Mitgliedschaft und eine Geldeinlage fordern. Der Mikrokredit für Existenzgründer sollte also bei der passenden Stelle beantragt werden. Dazu vereinbaren Selbstständige am besten Gesprächstermine mit mehreren Beratern. Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf den Portalen www.mein-mikrokredit.de und www.mikrokreditfonds.de.

Alternativen zum Mikrokredit für Existenzgründer

Jeder muss außerdem prüfen, ob der Mikrokredit für Existenzgründer individuell die richtige Finanzierungslösung ist. Gerade bei höheren Summen reichen die drei Jahre bis zur Rückzahlung nicht für jeden Selbstständigen. Es hilft, sich vorher mit einem unabhängigen Berater über die Finanzlage zu besprechen. Denn nicht immer bieten die Kreditvermittler wirklich das beste Angebot. Obwohl sich die Mikrofinanzinstitute offiziell akkreditieren müssen, werden nicht alle Ansprechpartner dort auf ihre Erfahrung hin geprüft.

Es gibt auch Alternativen zum Mikrokredit für Existenzgründer, beispielsweise die Angebote von Förderbanken. Es kann vorkommen, dass diese sogar zu günstigeren Konditionen Kredite vergeben als Mikrofinanzinstitute. Aber auch andere Banken haben sich angepasst und bieten spezielle Kredite für Selbstständige. Meist muss dafür nicht mal ein Businessplan vorgelegt werden. Ob das Geld dann für unternehmerische oder private Zwecke eingesetzt wird, spielt keine Rolle.

Autor/in

Eva Blumenfeld

Sep. 2012

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