1. Pflege

Patientenverfügung: Handbuch für den Ernstfall

Ist es für Sie auch beängstigend, durch Unfall, Krankheit oder Alter nicht mehr eigenständig entscheiden und wichtige Fragen nicht mehr selbst beantworten zu können?

Eine Patientenverfügung ist für solche Situationen die beste Vorsorge.

Sie hält im Voraus fest, welchen medizinischen Maßnahmen Sie als Vollmachtgeber zustimmen und welche Sie ablehnen. Dies kann den unmittelbaren Sterbeprozess betreffen, das Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit (selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist), einer Gehirnschädigung oder Demenzerkrankung.

Die Vorteile:

  • Eine Patientenverfügung schafft Klarheit für den Ernstfall und verpflichtet Ärztinnen und Ärzte, Ihre Verfügungen zu beachten.
  • Sie können beruhigt sein, weil Sie wissen, dass Ihre Wünsche auch bei Verlust der Urteilsfähigkeit berücksichtigt werden.
  • Ihre Angehörigen müssen später keine schwierigen Entscheidungen für Sie treffen.
  • Die Verfügung kann jederzeit angepasst oder widerrufen werden.

Eine Patientenverfügung sollte vollständig sein und außer den persönlichen Angaben auch folgende Elemente enthalten:

  • Medizinische Anordnungen: Hiermit legen Sie fest, unter welchen Umständen Sie eine Reanimation zulassen würden, welchen medizinischen Maßnahmen Sie zustimmen oder welche Sie ablehnen. Wurde bereits eine Krankheit diagnostiziert, können Sie genau festhalten, welche Untersuchungen die Ärzte wählen und welche Wege sie beschreiten sollen.
  • Die persönliche Werthaltung: Beschränken Sie sich nicht auf eine Patientenverfügung, bei der Sie nur ein paar Kreuze an den entsprechenden Stellen machen müssen. Je detaillierter Sie Ihre Wertvorstellungen vom Leben formulieren und je genauer Ihre Wünsche in Hinblick auf das Weiterleben und Sterben sind, umso weniger haben Ärzte später die Möglichkeit, anders zu entscheiden und zu handeln.
  • Weitere Anordnungen: Hierzu gehören Ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen zu den Themenbereichen Organspende, Autopsie, Einsicht in die Krankengeschichte, Hausarzt, Pflege, Betreuung und Seelsorge.
  • Situationen, in denen die Patientenverfügung gelten soll: Möglich ist eine Verfügung, die für alle Situationen gilt, in welchen Sie urteilsunfähig sind. Alternativ können Sie die Anwendbarkeit der Verfügung auf bestimmte Fälle beschränken.
  • Bezeichnung einer Vertrauensperson: Bevollmächtigen Sie mindestens eine Vertrauensperson Ihre Interessen zu vertreten, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind.
  • Ärztliche Bestätigung der Urteilsfähigkeit: Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die Person, die eine Patientenverfügung verfasst, zu diesem Zeitpunkt auch urteilsfähig ist. Es gibt aber Situationen, in denen die Urteilsfähigkeit später in Frage gestellt werden könnte – etwa bei psychischen Erkrankungen oder bei Demenzerkrankungen zum Zeitpunkt des Erstellens. Es empfiehlt sich daher, die Urteilsfähigkeit zusätzlich von einer ärztlichen Fachperson bestätigen zu lassen.

Aufbewahren der Patientenverfügung

Übergeben Sie eine Kopie der Patientenverfügung Ihrem Hausarzt sowie Ihren Vertrauenspersonen. Tragen Sie in Ihrem Portemonnaie einen Hinweis auf die Patientenverfügung und deren Aufbewahrungsort sowie die Adressen der Vertrauenspersonen.

Gültigkeit der Patientenverfügung

Jede Patientenverfügung muss das Erstellungsdatum und die Unterschrift der verfügenden Person enthalten. Die Patientenverfügung ist grundsätzlich unbeschränkt gültig. Es empfiehlt sich jedoch, die Verfügung alle zwei Jahre frisch zu datieren und zu unterschreiben oder gegebenenfalls gänzlich neu zu verfassen.

Unser Tipp

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Sie schützen vor hohen finanziellen Belastungen im Pflegefall und bieten eine Einkommens- und Vermögenssicherung für den Betroffenen und seine Familienangehörigen. Auch eine staatliche Förderung kann in Anspruch genommen werden.

Produktinformationen R+V Pflegetagegelder

Unsere Ansprechpartner vor Ort informieren Sie gerne auch persönlich zu den Pflegeversicherungen der R+V.

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Autor/in

D. Konrad und C. Langolf

Mär. 2014

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