1. Gesund leben

Elektrosmog - wie kann man sich schützen?

1997 wurde in Deutschland die Elektrosmogverordnung eingeführt. In ihr werden die für Emissionen geltenden Grenzen festgelegt. Nach Angaben von Experten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) ist bei Einhaltung der Grenzwerte der Schutz der Gesundheit gegeben.

Gesundheitliche Risiken

Doch auch für den Bereich unterhalb der Grenzwerte ist ein Restrisiko nicht ausgeschlossen. Den BfS-Experten zufolge "liegen Erkenntnisse vor, die zeigen, dass es unterhalb der festgelegten Grenzwerte wissenschaftlich noch nicht verstandene Risiken gibt." Das BfS rät den Bürgern angesichts der noch bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten daher zur Vorsorge.

Allgemeine Vorsorge

Wir sind ständig von Elektrosmog umgeben: Von draußen, beispielsweise durch Hochspannungsleitungen und Sendeanlagen, innerhalb der Wohnung, durch elektrische Geräte, Kabel und Steckdosen. Dennoch gibt es Mittel und Wege, den Elektrosmog in unserer unmittelbaren Umgebung so gering wie möglich zu halten:

Elektromagnetische Felder und Wellen nehmen mit zunehmendem Abstand zu den Verursachern überproportional stark ab. Für die Strahlung von draußen bedeutet dies, dass sie geringer wird, je weiter entfernt wir von der Quelle, beispielsweise einer Hochspannungsleitung oder einer Sendestation wohnen. Es ist aber auch möglich, diese Strahlung durch den Gebrauch von bestimmten Bau- und Dämmmaterialien zu minimieren.

Auch für die elektrischen Geräte im Haushalt gilt: Je weiter weg man von der Quelle ist, desto geringer ist die Strahlung. Besonders beim Schlafen sollte man darauf achten, nicht zu dicht an elektrischen Geräten zu liegen. Lampe, Radiowecker und Handy auf dem Nachttisch, sind meistens zu dicht am Kopf des Schlafenden .Der Abstand sollte mindestens 50 cm betragen. Durch den Ersatz des Radioweckers durch einen batteriebetriebenen Wecker, lässt sich schon eine Strahlenquelle ausschalten. Auch wenn das Handy weiter weg liegt, ist die Belastung schon deutlich geringer. Eine Heizdecke sollte nur im Ausnahmefall benutzt werden.

Ein Babyphon ist zwar sehr praktisch, die Strahlung ist jedoch für den zarten Organismus eines Kleinkindes noch belastender als für Erwachsene. Es sollte mindestens einen Meter vom Kinderbett entfernt angebracht sein.

Elektrische Geräte im Stand-by-Betrieb laufen zu lassen verbraucht nicht nur unnötig Strom, die Strahlung ist auch höher, als im ausgeschalteten Zustand. Nicht benötigte Geräte sollten also immer abgeschaltet werden.

Gesundheitsrisiko Handy?

Handys erzeugen beim Telefonieren elektromagnetische Felder. Diese sind deutlich stärker als die der stationären Mobilfunksendeanlagen der Netzbetreiber. Über Zusammenhänge zwischen den von Handys erzeugten Feldern und Krebserkrankungen ist viel spekuliert und diskutiert worden. Einen wissenschaftlichen Nachweis für einen Zusammenhang gibt es bislang aber nicht. Angesichts der noch bestehenden Unsicherheiten von wissenschaftlicher Seite raten die Experten des BfS dennoch, die Belastungen durch Handys so gering wie möglich zu halten. Handynutzer sollten sich daher möglichst an folgende BfS-Empfehlungen halten:

  • Wenn die Möglichkeit besteht, immer ein Festnetztelefon statt eines Handys benutzen.
  • Telefonate mit dem Handy kurz halten und zum Austausch von kurzen Informationen die Alternative SMS nutzen.
  • Guten Empfang abwarten. Je schlechter der Empfang eines Handys ist - auf dem Display meist durch "Balken" dargestellt - desto höher ist die Intensität, mit der das Handy sendet.
  • Nicht ohne Außenantenne aus einem Auto telefonieren. Die Autokarosserie verschlechtert die Verbindung zur Basisstation und die Sendeleistung steigt entsprechend.
  • "Head-Sets" helfen, die Antenne vom Kopf fernzuhalten und damit die Stärke der elektrischen Strahlung zu verringern.
  • Beim Telefonieren ohne "Head-Set" immer erst den Verbindungsaufbau (Freizeichen) abwarten. Während des Verbindungsaufbaus sendet das Mobiltelefon mit maximaler Leistung. Der Verbindungsaufbau wird bei nahezu allen Handys auch optisch auf dem Display dargestellt.
  • Handys von Herzschrittmachern fernhalten. Mobiltelefone können die Funktion von Herzschrittmachern beeinflussen. Daher sollte ein Mindestabstand von 20 Zentimetern zwischen Handy und Herzschrittmacher unbedingt eingehalten werden.

Auch wenn noch keine gesicherten Untersuchungsergebnisse über gesundheitsbelastende Symptome vorliegen, so nehmen Experten dennoch an, dass Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit auf eine übermäßige Strahlenbelastung hinweisen können. Es gibt inzwischen eine Liste von Sachverständigen, zum Beispiel Baubiologen, die die Belastung in Ihrer Wohnung messen und Sie entsprechend beraten können.

Informationen zum Thema Elektrosmog, Adressen von Baubiologen und Informationen mit welchen Bau- und Isolierstoffen man sich gegen Elektrosmog schützen kann finden Sie unter: http://www.ohne-elektrosmog-wohnen.de.

Ausführliche Weitere Informationen zu Elektrosmog und den Auswirkungen von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern gibt es auf der Homepage des Bundesamts für Strahlenschutz.

Autor/in

Heike Neufeldt, Eva Blumenfeld

Mai. 2007

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