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Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Qual der Wahl bei Zahnfüllungen

Muss ein kariöser Zahn behandelt und wieder geschlossen werden, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Füllungsoptionen. Nicht nur in der Farbe unterscheiden sich die unterschiedlichen Materialien, sondern auch in Haltbarkeit und Preis. Gold, Keramik oder doch Amalgam? Die Entscheidung ist nicht leicht.

Plastische Füllung oder Einlagefüllung

Grundsätzlich wird in der Zahnmedizin zwischen plastischen Füllungen und Einlagefüllungen (Inlays) unterschieden. Während bei plastischen Füllungen die Füllungsmaterialien direkt in der gleichen Sitzung formbar in den Zahn eingebracht werden und teilweise vollständig vor Ort aushärten, erfolgt die Anfertigung der Einlagefüllungen außerhalb des Mundes vom Zahntechniker. Erst in einer zweiten Sitzung wird sie in den Zahn eingesetzt und befestigt.

Sowohl bei den plastischen Füllungen als auch bei den Einlagefüllungen wird zwischen metallischen und nichtmetallischen Füllstoffen unterschieden.

Plastische Füllungen

Die älteste und wohl bekannteste plastische Füllung ist die Amalgam-Füllung. Amalgam ist eine Metallmischung aus Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber. Da der silberne Werkstoff weich und leicht formbar ist, lässt er sich gut direkt in den Zahn einpflegen und anpassen. Insbesondere für größere Defekte im Seitenzahnbereich wird Amalgam auch heute noch oft verwendet. In diesem Bereich der Zahnreihe entsteht eine besonders große Kaukraft, so dass die Festigkeit der Füllung von großer Bedeutung ist und eben jene Eigenschaft kann Amalgam aufweisen.

Allerdings sind Amalgamfüllungen teilweise optisch weniger ansprechend, da diese nicht zahnfarben und damit häufig sichtbar sind.

Aufgemerkt!

Amalgam-Füllungen wurden in den vergangenen Jahren durch den enthaltenden Quecksilber-Anteil immer wieder im Hinblick auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit diskutiert und untersucht. Die Aufnahme des Quecksilberanteils durch Amalgam-Zahnfüllungen liegt etwa in der gleichen Größenordnung wie die durch Nahrung.

Die Europäische Kommission stuft den Zahnwerkstoff zwar als unbedenklich ein, hat jedoch ein Gesetz verabschiedet, das besagt, dass Schwangere, stillende Frauen und Kinder ab 2018 nur noch in absoluten Ausnahmesituationen mit Amalgam versorgt werden dürfen.

Weitergehende Informationen zu Amalgam finden Sie bei der Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik (GZFA).

Legen Sie einen Zahn zu bei Ihrer Vorsorge

Eine Zahnzusatzversicherung hilft, den Eigenanteil, auch bei hochwertigen Füllungen, zu reduzieren. Bei R+V sind Leistungen für Kunststoff-Füllungen im Tarif ZahnVorsorge enthalten, Inlays können mit den Tarifen Zahn abgesichert werden.

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Vorläufiger Zahnersatz

Ebenfalls zu den plastischen Füllungen zählt Glasionomerzement. In erster Linie dient der eigens zur zahnärztlichen Verwendung hergestellte mineralische Zement zur Befestigung von Zahnersatz. Außerdem kann er bei kleineren Defekten am Zahnhals, bei Milchzähnen, als provisorische Füllung und als Übergangslösung verwendet werden. Als langfristiges Füllmaterial dagegen ist er nicht geeignet, da seine Haltbarkeit begrenzt ist. Der Glasionomerzement enthält Fluorid, das nach dem Einbringen in den Zahn nach und nach freigesetzt wird und den erneuten Kariesbefall einschränken soll.

Zahnfarbene Kunststoff-Füllungen

Auch das Kompomer zählt zu den plastischen Füllungen, die für den Übergang eingesetzt werden. Kompomere sind eine Kombination aus Glasionomerzement und Komposit.

Der Werkstoff Komposit wird ebenfalls als Füllungsmaterial verwendet und zählt zu den Kunststoff-Füllungen. Es kann als einfache Füllung bei kleineren Defekten, als geschichtete Kompositfüllung oder als aufwendige Mehrschichttechnik bei größeren Defekten bzw. im Frontzahnbereich zum Einsatz kommen. Insbesondere aufgrund seiner langen Haltbarkeit und der zahnfarbenen Optik wird Komposit auch für Füllungen im Front- und Seitenzahnbereich gewählt.

Goldene Aussichten

Als die langlebigste aber heute auch rückläufigste plastische Füllung gilt die Goldhämmerfüllung. Sie hat ihren Einsatz meist als Zahnhalsfüllung. Hierbei werden sehr dünne Goldblättchen Schicht für Schicht in den Zahn eingehämmert. Diese Art der Füllung ist sehr aufwändig und wird nicht besonders oft verwendet. Insbesondere auch deshalb, weil die metallische Goldfarbe stark sichtbar bleibt.

Einlagefüllungen

Die im Labor angefertigten Einlagefüllungen bestehen aus Gold oder Keramik, selten auch aus Kunststoff. Eine solche Füllung, die in den Zahn eingelegt beziehungsweise gesetzt wird, bezeichnen die Mediziner als Inlay.

Bei größeren, den Zahnhöcker überlappenden Restaurationen, spricht der Zahnarzt von einem Overlay oder Onlay. Die spezielle Herstellung ist aufwendig, benötigt Zeit und ist in mehrere Schritte aufgeteilt. Dazu gehören nach der Präparation des Zahnes, die Abformungen des Ober- und Unterkiefers. Dies geschieht entweder als plastischer Abdruck oder in Form eines digitalen Scans mittels Messkamera. Gerade bei Angstpatienten sind digitale Scans eine gute Alternative. Mit Hilfe des Abdrucks wird im folgenden Schritt das Provisorium angefertigt. Abschließend setzt der Zahnarzt das Inlay ein.

Inlay – die unsichtbare Zahnfüllung

Das Inlay aus Keramik ist für den Menschen sehr gut verträglich. Dabei besticht es durch perfekte Ästhetik, weil es zumeist unsichtbar mit dem Zahn verschmilzt. Die Zahnkeramik ist farbbeständig. Die Farbe wird im Vorfeld genau ausgewählt und dementsprechend angefertigt. Befestigt wird das Inlay mit einem speziellen Mehrkomponentenkleber.

Aufgepasst!

Der Preis von Inlays variiert nach Größe und Material zwischen etwa 300 und 1.000 Euro. Inlays, gleich aus welchem Material, zählen nicht zu den gesetzlichen Kassenleistungen! Lediglich der Festkostenzuschuss (in Höhe einer Amalgam-Füllung) wird angerechnet.

Gute Alternativen: Kunststoff und Gold

Optisch ähnlich gut schneidet das Kunststoff-Inlay ab. Zumeist handelt es sich dabei um sogenannten Komposit-Kunststoff, der ja ebenfalls bei den plastischen Füllungen zum Einsatz kommt. Gut verklebt entspricht dieses Inlay in etwa dem Keramik-Inlay. Einzig die Tatsache, dass Keramik das Material ist, das vom menschlichen Organismus nahezu reaktionslos angenommen wird und somit die höhere Bio-Kompatibilität hat, macht den Unterschied zwischen den beiden Inlays aus. Außerdem ist Kunststoff nicht so abriebs- und farbbeständig wie Keramik.

Goldinlays gelten als besonders haltbar und solide. Die Metalleinlagefüllungen sind ebenfalls sehr gut verträglich und werden mithilfe eines speziellen Zements im Zahn befestigt. Goldinlays haben den Vorteil, dass sie auch bei größeren Löchern im Zahn verwendet werden können, da das Metall dem Zahn eine gute Stabilität verleiht. Zudem ist die Goldfüllung sehr langlebig. Eine Verweildauer von 20 Jahren und mehr ist keine Seltenheit.

3D-Software statt zahntechnisches Labor

Mittlerweile können Inlays aus Keramik auch computergestützt hergestellt werden, durch die so genannte Cerec-Technik (cerec = ceramic reconstruction). Dafür ist eine aufwendige und spezielle Technik notwendig, die den Zahn durch ein Kamerasystem abmisst und erfasst. Automatisch verarbeitet die 3D-Software dann die registrierten Daten und fräst das passgenaue Inlay aus einem Keramikblock.

Seit der Einführung der Cerec-Technik in den 80er Jahren hat sich die Genauigkeit durch eine enorme Zunahme der Scanpunkte der Kamera deutlich verbessert und liefert immer bessere Ergebnisse.

Für den Zahnarzt bedeutet dieses Verfahren sehr hohe Anschaffungskosten, doch er spart sich und dem Patienten eine Menge Zeit. Für derart hergestellte Inlays ist lediglich ein Termin notwendig, da Abdruck, Modellherstellung und Fertigung des Inlays durch den Zahntechniker und somit auch das Provisorium hinfällig sind.

Was zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für Amalgamfüllungen im Seitenzahnbereich und für einfache Einschicht-Kompositfüllungen bei Schneide- und Eckzähnen. Weisen Patienten eine Amalgamunverträglichkeit anhand eines entsprechenden Allergietestes vor, zahlt die Krankenkasse auch eine Kompositfüllung im Seitenzahnbereich.

Entscheiden Sie sich für eine andere Variante, müssen Sie mit einer Zuzahlung rechnen. Daher ist es hilfreich, sich mit dem behandelnden Zahnarzt zu beraten, welche Kosten als Eigenanteil auf Sie zu kommen und um die für Sie passende Lösung zu finden.

Sollten Sie sich als gesetzlich Versicherter für eine hochwertigere Alternative entscheiden, schließt der Zahnarzt mit Ihnen eine schriftliche Mehrkostenvereinbarung ab. Die private Gebührenordnung für Zahnärzte gibt dabei die Abrechnungsmodalitäten vor. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen den Pflichtteil der Kosten in Höhe der preisgünstigsten Zahnfüllung. Der Zahnarzt stellt im Anschluss eine Rechnung über die entstandene Differenz an den Patienten.

Zahnzusatz­versicherung bei Füllungen

Viele Zahnzusatzversicherungen übernehmen einen Großteil der Kosten für aufwendigere und hochwertigere Zahnfüllungen. Achten Sie beim Abschluss Ihrer Versicherung auf die unterschiedlichen Tarife diesbezüglich. Manche beinhalten eine Übernahme der Kosten zu 100 Prozent, während wiederum andere für weniger aufkommen.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und herauszufinden, welche Zahnzusatzversicherung zu Ihnen passt.

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  • Wie genau wird ein Keramik-Inlay am Zahn befestigt und worauf kommt es an? Ein Video zeigt die Vorgehensweise.
  • Weitere umfassende und informative Ratgeberartikel zum Thema Zahn finden Sie in unserem Ratgeber PLUS.

Autor/in

C. Hartmann

Sep. 2017

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