1. Gesund leben

Keine Macht dem Heuschnupfen!

Kaum haben die Temperaturen Plusgrade erreicht, sind die Pollen unterwegs. Die ersten Samen von Hasel und Erle läuten schon jetzt den Start der Heuschnupfen-Saison ein.

Auch wenn die Pollenmenge in den Wintermonaten noch eher gering ist, reagieren Allergiker empfindlich.

Zum Einen hatten sie mehrere Wochen keinen Kontakt zu Pollen und sind die Allergene nicht mehr gewohnt, zum Anderen sind einige Nasen aufgrund von Grippe oder Erkältung vorbelastet.

Doch damit nicht genug. Denn hält das Wetter weiter an, ist in diesem Jahr mit einem starken Pollenflug zu rechnen. Gräser- und Kräuterpollen quälen die Allergiker sogar bis in den Herbst hinein.

Für Menschen mit einem intakten Immunsystem ist dies kein Problem. Doch nach neuesten Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes reagieren rund 16% der Bevölkerung in Deutschland übermäßig sensibel auf Pollen. Kommen sie mit den fliegenden Samen in Kontakt, setzt ihr Immunsystem Substanzen wie Histamin frei. Histamin bewirkt verschiedene Abwehrreaktionen im Körper, die als Symptome des Heuschnupfens wahrgenommen werden.

So erkennen Sie Heuschnupfen

Die allergische Reaktion des Körpers auf die Blütenpollen kann verschieden intensiv ausfallen. Typische Symptome sind:

  • häufige Niesanfälle
  • Aus der Nase läuft ein wässriges Sekret.
  • Die Schleimhäute jucken.
  • Die Augen sind gerötet, tränen, jucken. Man spricht von einer Bindehautentzündung.
  • Auf der Haut bilden sich rote Quaddeln.
  • Die Körpertemperatur ist erhöht bis fiebrig.
  • lang anhaltende Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • In schweren Fällen kommt es zu Atemnot und Asthmaanfällen.

Selbst wenn eine oder mehrere dieser Beschwerden auftreten, müssen Sie noch nicht an Heuschnupfen leiden. Um eine mögliche Heuschnupfen-Allergie festzustellen, sollten Sie die folgenden Fragen beantworten:

  • Halten die Beschwerden länger als drei Wochen an?
  • Nehmen die Beschwerden zu, wenn Sie sich im Freien aufhalten?
  • Sind die Beschwerden nach schönem Wetter schlimmer als nach Regen?
  • Treten die Beschwerden jedes Jahr zur selben Zeit auf?

Lautet mindestens eine Ihrer Antworten "Ja", so ist der Besuch beim Arzt ratsam. Nur er kann durch Tests herausfinden, ob Sie tatsächlich Heuschnupfen haben. Je früher Ihr Heuschnupfen erkannt wird, desto besser ist er zu behandeln.

Bleibt der Heuschnupfen dagegen unbehandelt, können die Symptome immer deutlicher werden und die Beschwerden nehmen zu.

Leichte Heuschnupfen-Beschwerden durch Hausmittel lindern

Im Kampf gegen den Heuschnupfen muss trotzdem nicht gleich die chemische Keule geschwungen werden. Haben Sie Heuschnupfen-Beschwerden, die Sie nur geringfügig beeinträchtigen, können Sie diese mit einem der folgenden Hausmitteln lindern:

  • Fühlt sich Ihr Gesicht heiß an, kühlen Sie es am besten mit kaltem Wasser.
  • Legen Sie auf brennende Augen und Stirn einen feuchten Lappen. Je nachdem, wie es Ihnen angenehmer ist, kann der Lappen kalt oder warm sein.
  • Vielen Heuschnupfen-Allergikern hilft täglich eine Tasse Tee. Folgenden Kräutern, die es in Apotheken zu kaufen gibt, wird eine wohltuende Wirkung nachgesagt: Melisse, Gelbwurzel, Buchsbaumblätter, Johanniskraut und Kuhschelle. Meiden Sie jedoch Fenchel und Kamille, die selbst Allergien hervorrufen können.
  • Die eben genannten Tee-Kräuter sind auch für Inhalationen gut geeignet. Geben Sie dafür heißes Wasser in eine Schüssel, fügen Sie zwei Teelöffel Kräuter hinzu und atmen Sie die aufsteigenden Dämpfe ein.
  • Bei juckenden Nasenschleimhäuten helfen Kochsalzspülungen. Lösen Sie einen Teelöffel Kochsalz in 200 Milliliter warmem Wasser auf. Füllen Sie das Ganze in eine Kanne mit langer Tülle. Lassen Sie das Wasser in ein Nasenloch rein- und wieder herauslaufen.
  • Für die Nasenspülung eignen sich Nasenduschen, die in jeder Apotheke erhältlich sind.

Schwere Heuschnupfen-Beschwerden mit Medikamenten bekämpfen

Bei schweren und andauernden Beschwerden kommen Heuschnupfengeplagte um Medikamente nicht herum. Für die Behandlung von Heuschnupfen bieten sich folgende Arzneien an:

  • Mastzellstabilisatoren sollen die Bildung des Histamins verhindern. Mit der Einnahme wird daher vorbeugend, also einige Wochen vor der Pollenflugzeit begonnen. Mastzellstabilisatoren werden rezeptfrei in der Apotheke als Nasenspray und Augentropfen verkauft.
  • Antihistaminika verringern die Wirkung des Histamins. Mittelschwere Beschwerden lindern Sie sehr gut und schnell. Sie werden als Tabletten, Augentropfen und Nasenspray verabreicht. Diese Medikamente sind teilweise ohne Rezept erhältlich. Einige müssen jedoch vom Arzt verschrieben werden.
  • Kortison wird eingesetzt, um schlimme Entzündungsreaktionen des Körpers zu bekämpfen. Den Wirkstoff gibt es in Form von Tabletten, Augentropfen und Nasenspray. Kortisonhaltige Präparate müssen vom Arzt verschrieben werden.

Mit dem Heuschnupfen leben

Nicht immer lässt sich der Heuschnupfen dauerhaft besiegen. In diesem Fall müssen Sie sich mit der Allergie arrangieren. Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen leiden Sie jedoch weniger unter Ihrem Heuschnupfen:

  • Halten Sie Ihre Wohnung pollenfrei, indem Sie in der Flugzeit die Fenster nur nachts (möglichst nach 24:00 Uhr) für stoßweises Lüften öffnen.
  • Schlafen Sie bei geschlossenem Fenster.
  • Wischen Sie täglich feucht, um Pollen zu entfernen. Teppiche sollten ebenfalls einmal pro Tag gesaugt werden, am besten von einer Person ohne Allergie.
  • Waschen Sie jeden Abend Ihre Haare, da dort die Pollen haften.
  • Pollen befinden sich auch an Ihrer Kleidung. Ziehen Sie sich nach einem Aufenthalt im Freien um. Gehen Sie dafür allerdings nicht ins Schlafzimmer!
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien.

Langfristige Therapien mit Chance auf Heilung des Heuschnupfens

Es gibt verschiedene Therapien der Schulmedizin und der alternativen Medizin, mit denen nicht nur die Symptome des Heuschnupfens bekämpft werden, sondern der Patient dauerhaft geheilt werden soll. Drei davon sind in der nachfolgenden Tabelle vorgestellt.

MethodeDas wird gemachtErfolgsaussichtenNachteile
Hypo­sensibilisierung Der Allergiker wird wiederholt und in steigenden Dosen mit dem allergieauslösenden Stoff geimpft. Das Immunsystem lernt so, den Allergieauslöser zu tolerieren. Die Behandlung dauert bis zu 3 Jahre. Etwa 90% der behandelten Personen zeigen eine Besserung oder Heilung. Besonders gut eignet sich die Methode bei Betroffenen, die nur gegen eine Pollenart allergisch sind. Durch Abwehrreaktionen des Körpers können sich die Symptome steigern, so dass es zu Atemnot und Herzstillstand kommt. Die Therapie muss daher unter Beobachtung eines erfahrenen Arztes stattfinden.
Akupunktur Bei dieser Methode der traditionellen chinesischen Medizin werden an bestimmten Punkten dünne Nadeln gesetzt. Sie sollen den Energiefluss verbessern. Meist dauert die Behandlung 6 Wochen. Es gibt keine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Heuschnupfen und Akupunktur, aber in einigen wissenschaftlichen Studien wurden Erfolge nachgewiesen. Nebenwirkungen sind bei dieser Methode nicht bekannt. Allerdings übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung nur selten.
Homöopathie Die Ähnlichkeitsregel der Homöopathie besagt, dass eine Arznei ein ähnliches Leiden erregen kann wie das, welches es heilen soll. Welches Mittel im Einzelfall hilft, muss ein erfahrener Homöopath herausfinden. Über den Erfolg gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Patienten berichten jedoch immer wieder von der heilenden Wirkung der alternativen Arzneien. Da meist verdünnte Substanzen verabreicht werden, sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Wenden Sie sich auf jeden Fall an einen erfahrenen Homöopathen. Klären Sie vor der Behandlung ab, ob Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt.


Link-Tipp Pollenflugkalender

Wenn Sie wissen möchten, welche Pollen gerade fliegen, hilft der Pollenflugkalender.

Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes
Pollenflugvorhersage auf WetterOnline

Autor/in

D. Konrad

Apr. 2015

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