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Rodeln: Sicherheit durch klare Verhaltensregeln und die richtige Ausrüstung

Im Skigebiet oder auf dem Hügel in der Nachbarschaft – sobald Schnee liegt, geht’s auf zum Rodeln. Dabei sollte Sicherheit beim Schlittenfahren oberstes Gebot sein. Kopfverletzungen, Prellungen, Platzwunden oder Zerrungen sind mögliche Folgen von Unfällen beim Rodeln. Gefahr und Risiko müssen aber den Rodelspaß nicht verderben. Deshalb haben wir einige Tipps für sicheres Schlittenfahren zusammengestellt und zeigen, worauf beim Schlittenkauf zu achten ist.

Rodeln: Gefahr fährt mit

228 Einsätze wegen Rodelunfällen verzeichnete allein die Bergwacht Bayern für das Jahr 2015. Laut ihrer Statistik gab es immerhin seit Jahren keine Todesfälle mehr durch das Rodeln. Gefahr und Unfallrisiko lauern auch im Urlaub: In Österreich verletzen sich jährlich etwa 4.600 Personen beim Schlitten- und Bobfahren so stark, dass sie ins Krankenhaus müssen, teilt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) mit.

Gefährlicher Rodelspaß

Die Unfallstatistik der KFV verzeichnet außerdem, zu welchen Verletzungen es durch das Rodeln kommt:

  • Knochenbrüche (54 Prozent)
  • Sehnen- und Muskelverletzungen (21 Prozent)
  • Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen (17 Prozent)

Gefahr beim Schlittenfahren auf unsicheren Bahnen

Prüfen Sie am besten im Voraus, wo Sie Rodeln gehen. Bevorzugen Sie von Gemeinden oder privaten Betreibern ausgewiesene Rodelbahnen. Je weitläufiger und übersichtlicher das Gelände ist, desto geringer ist die Gefahr eines Zusammenstoßes. Bäume, Äste, Pfosten oder Bodenunebenheiten erhöhen das Unfallrisiko beim Rodeln. Gefahr geht ebenfalls von einer Straße aus, auf der die Rodelbahn endet. Für einen sicheren Bremsweg ist ein flach auslaufender Hang ideal. Eltern sollten vor der gemeinsamen Fahrt mit dem Kind zuerst allein rodeln, um mögliche Gefahren zu erkennen und mit dem Kind diese vermeiden zu können. Sicherheit gibt es bei diesem Wintersport zudem nur, wenn der Hang nicht vereist oder nicht zu steil ist.

Ausrüstung fürs Rodeln: Sicherheit durch Helme

Was für viele beim Fahrradfahren alltäglich ist, gilt auch fürs Rodeln: Sicherheit bringt ein Fahrrad- oder Skihelm. Damit der Kopf warm bleibt, sollten Sie am besten eine dünne Mütze darunter tragen. Um Stürze beim Schlittenfahren abzufedern und Kälte abzuweisen, sind wasserdichte, gepolsterte, atmungsaktive Skianzüge und Handschuhe die richtige Ausrüstung. Festes Schuhwerk mit ausgeprägtem Profil erleichtert das Bremsen.

Sicherheit bringt Fahrspaß

Damit Sie sicher unterwegs sind, gilt beim Rodeln: Gefahr minimieren durch richtige Selbsteinschätzung. Vor allem Anfänger sollten für sicheres Schlittenfahren auf übersichtlichen Hügeln zuerst das Bremsen, Anhalten und Ausweichen üben. Ansonsten kann der Rodelspaß für Sie und andere gefährlich werden.

Verhaltensregeln beim Rodeln: Sicherheit ist angesagt

  • Immer genügend Abstand zum Vordermann einhalten.
  • Nur im Sitzen rodeln – Sicherheit und schnelles Reaktionsvermögen sind bei Fahrten auf dem Bauch nicht gegeben.
  • Nach der Fahrt nur am Pistenrand wieder hinaufsteigen.
  • Bei zu viel Betrieb: Verzichten Sie auf das Rodeln – Gefahr geht von zu vielen Ski- und Snowboardfahrern aus.
  • Keine Fahrten unter Alkoholeinfluss.
  • Wenn Sie stürzen, so schnell wie möglich die Bahn räumen.

Mit dem Kleinkind rodeln

Das Kleinkind sitzt am sichersten zwischen den Beinen des Erwachsenen, der es im Arm festhält. Auch wenn Sie zwei Kinder haben, gilt: Nicht mehr als zwei Personen pro Schlitten. Der erwachsene Fahrer sollte gut geübt sein im Rodeln und Gefahr sowie Risiko richtig einschätzen können.

Unfall beim Rodeln: Gefahr und Haftung beim Wintersport

Wenn es gekracht hat, stellt sich die Frage: Wer haftet beim Rodeln? Sicherheit und gute Ausrüstung verhindern leider nicht jeden Unfall beim Schlittenfahren. Wie es weitergeht, hängt von der Sachlage ab. Oft entscheidet das Gericht.

VorfallHaftung
Passierte der Unfall auf einer kostenpflichtigen Rodelbahn, die Mängel aufweist? Eventuell haftet der Betreiber.
Gab es mehrere Beteiligte am Unfall, beispielsweise einen Zusammenstoß mit zwei Schlitten? Die Ursache des Wintersport-Unfalls und die Schuldfrage müssen geklärt werden.
Sind beide viel zu schnell gefahren, es hat sich aber nur einer verletzt? Bei falschem Verhalten kann auch der Geschädigte eine Teilschuld erhalten.

Sicherheit fängt beim Schlittenkauf an

Schlittenfahren mit Holz- oder Plastikschlitten – Sicherheit garantiert das TÜV- bzw. GS-Zeichen. Schlitten für Kinder müssen die CE-Kennzeichnung tragen. Wenn Sie mit Kindern fahren wollen, sollte der Schlitten ausreichend Platz für zwei Personen bieten. Ein kleiner Plastikbob ist dafür ebenso ungeeignet wie zweckentfremdete Unterlagen aus Reifen oder große Planen. Sie sind deshalb gefährlich, da sich solche Unterlagen nicht steuern lassen. Gerade bei Kinderschlitten und Kinderbobs ist eine Brems- und Lenkeinrichtung sinnvoll.

Fragen bei der Schlittenwahl

  • Wie hoch ist das maximal zugelassene Gewicht für den Schlitten?
  • Hat er eine Bremse oder lässt er sich gut mit den Füßen bremsen?
  • Sind alle Ecken und Kanten des Modells gerundet?
  • Sind die Oberflächen glatt und stehen keine Teile heraus?
  • Gibt es genügend Federung bei Plastikmodellen, damit die Fahrt nicht zu unsanft wird?
  • Ist die Bedienungsanleitung ausführlich und gut verständlich?

Schon gewusst?

Sie sollten einen Sicherheitscheck bei Ihrem alten Schlitten durchführen, bevor Sie rodeln. Gefahr birgt bereits eine gelockerte Schraube. Dauerhafte Qualität erreichen Sie bei trockener Lagerung. Prüfen Sie auch Kunststoffschlitten vor dem Rodeln. Sicherheit gibt es nur, wenn das Material nicht brüchig geworden ist.

Autor/in

I. Kaiser

Dez. 2016

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