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Geschenke, die Kinder glücklich machen

Das Angebot an Spielsachen ist schier unendlich. In Schaufenstern und Werbespots bekommen Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel oder Freunde gezeigt, wie man kleine und große Kinder glücklich macht. Oft ist man von dieser Fülle an Möglichkeiten überfordert und weiß nicht, was ein sinnvolles und passendes Geschenk sein könnte. Es gibt jedoch ein paar Auswahlkriterien, die weiterhelfen können.

Spielzeug sollte auf jeden Fall dem Alter entsprechen

Die Geschenke sollten dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Ansonsten ist es schnell über- oder unterfordert und verliert den Spaß an dem Geschenk. Eine erste Hilfestellung bieten hier die Altersangaben der Hersteller, die in der Regel auf den Spielzeugverpackungen vermerkt sind.

Wussten Sie?

Säuglinge können schon im Mutterleib sehen. Nach der Geburt ist die Wahrnehmung allerdings noch sehr unscharf und am ehesten werden starke Kontraste und deutliche Muster wahrgenommen. Das Farbensehen entwickelt sich erst langsam, sodass zu Anfang strahlende Primärfarben (rot, gelb und blau) Babys Augen am meisten erfreuen. Erst im Alter von drei Jahren haben Kinder eine Sehfähigkeit, die in etwa der eines Erwachsenen entspricht.

Kleiner Geschenkeratgeber

Neben der Alterstauglichkeit ist die pädagogische Qualität eines Spielzeugs sehr wichtig. Generell gilt, dass alle Spielsachen, die auf immer wieder neue Arten zum Spielen anregen, die Entwicklung eines Kindes am besten fördern, weil sie die Fantasie anregen. Ganz simple und einfache Spielzeuge können dies am besten.

Erst wenn die Kinder älter werden, können auch die Spielzeuge komplexer sein. Sie sollten jedoch niemals die Kinder durch ihre Automation in eine Zuschauerrolle drängen. Denn spielen bedeutet immer: selber machen!

Für Säuglinge

Grundsätzlich gilt hier: Je kleiner das Baby, desto größer das Spielzeug. Denn Säuglinge nutzen ihren Mund, um die Welt zu entdecken.

Empfehlungen für Säuglinge:

Spielbögen, unter denen das Baby liegen und an dem man Spielzeuge austauschen kann, Mobiles, Kauspielzeuge, Spieluhren (vorher testen - manche sind sehr laut), Kauspielzeuge, Kuscheltier-Schmusetücher und Fühlbücher.

Für Kleinkinder

In den ersten Lebensjahren machen Kinder eine rasante Entwicklung durch - sie lernen sitzen, laufen, sprechen und vieles mehr. Das Spielzeug sollte sie jetzt dabei unterstützen, an diesen Herausforderungen zu wachsen.

Empfehlung für Kleinkinder:

Laufwagen, Rutschautos, Nachziehtiere, Schaukeltiere, Puppenwagen, Bauklötze, Wimmelbücher, dicke Wachsmalstifte, erste Musikinstrumente wie Trommeln oder Glockenspiele und Kugelbahnen.

Für Kindergartenkinder

Mit dem Kindergarten machen die Kinder einen weiteren Entwicklungssprung. Sie werden selbstständiger, bauen eigene Freundschaften auf und bekommen zusätzliche Bezugspersonen. Jetzt sind besonders Rollenspiele angesagt.

Empfehlungen für Kindergartenkinder:

Puppenhaus, Bauernhof, Kaufmannsladen, Arztkoffer, Bilderbücher, Hörspiele, Malzubehör, Knete, Holzeisenbahn, Puzzle und Fahrrad.

Gut zu wissen:

Kinder verarbeiten im Spiel das, was sie in ihrem Alltag erleben. Deshalb sollten Sie Spielzeuge aussuchen, mit denen neu gemachte Erfahrungen nachgespielt werden können.

Für Grundschulkinder

Die Schule bedeutet noch mehr Selbstständigkeit, aber auch mehr Konzentration und längeres Sitzen. Jetzt freuen sich Kinder über Spielzeuge, die auch ihrem Bewegungsdrang entgegenkommen.

Empfehlungen für Grundschulkinder:

Ballspiele und Hüpfbälle, Taucherflossen, Drachen, Stelzen, Malsachen, Gesellschafts- und Lernspiele, Kinderbücher, Webrahmen oder Werkzeugkästen und erste elektronische Spiele.

Für ältere Kinder

Langsam machen sich die ersten Anzeichen der Pubertät bemerkbar. Jetzt werden die Gleichaltrigen immer wichtiger, gleichzeitig lässt der Einfluss der Eltern nach. Manche Kinder ziehen sich gerne mit Büchern oder Computerspielen zurück. Andere spornt es an, ihre körperliche Leistungsfähigkeit auszuprobieren und sich in Sportvereinen eine eigene „Clique“ zu suchen.

Empfehlungen für ältere Kinder:

Lenkdrachen, Tischtennis-Set, Diabolo, Fahrrad, Inlineskates, Ferngesteuerte Fahrzeuge, Bücherserien, Strategie- und Rollenbrettspiele, Jump-‘n‘-Run-Spiele (Computer) und eine Uhr.

Für Jugendliche

Das richtige Geschenk für einen Teenager zu finden, scheint manchmal eine unlösbare Aufgabe zu sein. Die Wünsche ändern sich oft täglich. Manchmal sind die Ansprüche riesengroß, manchmal wissen sie gar nicht, was sie wollen.

Empfehlungen für Jugendliche:

Gutscheine für Schmuck oder Kleidung, Kosmetik, Technische Geräte, Konzerttickets, Kinogutscheine, Gutscheine für Musikplattformen im Internet und Abo für die Lieblingszeitschrift.

Nachhaltig Freude machen

Gerade in der Geschenkeflut zu Weihnachten sollten Sie darauf achten, das Geschenk nachhaltig auszuwählen. Das bedeutet in erster Linie, keine Billigprodukte zu kaufen. Gerade bei Kinderspielzeugen ist die Verarbeitung wichtig. Kaufen Sie lieber weniger, aber dafür in guter Qualität. Außerdem gibt es viele gute gebrauchte Spielsachen, die weiter verwendet werden können. Verzichten Sie am besten auf Spielzeug mit Batterien, da diese nicht abbaubar sind, und auf Geschenke, die einen starken chemischen Geruch verbreiten. Sprechen Sie sich mit den Eltern ab und schenken Sie lieber gemeinsam etwas Teureres - wie zum Beispiel Konzertkarten oder eine Kinokarte zum Wiederaufladen mit einem entsprechenden Betrag.

Wunschzettel sind keine Bestelllisten

Generell kann man Kinder ab dem Vorschulalter nach ihren Wünschen fragen, da man so erfährt, was für das Kind gerade wichtig ist. Trotzdem sollte man mit den Eltern Rücksprache halten, weil diese die Entwicklung des Kindes - und die bereits vorhandenen Spielzeuge - sehr viel besser einschätzen können. Auch bei Teenagern lohnt sich eine Absprache mit den Eltern, da es zum Beispiel bei einem Handy auch um den richtigen Tarif gehen kann. Und im Zweifelsfall ist gemeinsam verbrachte Zeit immer das beste Geschenk.

Smartphones - die Welt in der Hosentasche

Mit einem Handy bekommt man heutzutage nicht nur ein Telefon, sondern gleichzeitig den Zugang zu Internet, Apps und vieles andere mehr. Kinder müssen deshalb reif genug sein, um die Risiken zu verstehen und dafür Verantwortung übernehmen zu können. In der Regel sind Kinder frühestens ab einem Alter von elf Jahren so weit. Auch dann sollten Sie sich über die Möglichkeiten der Sicherheitseinstellungen und über Jugendschutz-Apps informieren. Kaufen Sie in Abstimmung mit den Eltern nicht unbedingt das neueste Gerät, sondern das, was am besten zur Entwicklungsstufe des Kindes passt - hierfür gibt es spezielle Kinderhandys. Die Kopfhörer sollten außerdem darauf ausgerichtet sein, das Gehör zu schützen und genügend Abstand zum Kopf erlauben.

Computer- und Konsolenspiele

Kinder und Jugendliche lieben Computerspiele aller Art - doch hier ist Vorsicht geboten. Verschenken Sie nie ein Spiel, das Sie zuvor nicht ausprobiert haben. Computerspiele für Kinder sollten keine Gewalt enthalten und nicht mit einem Übermaß an Effekten ausgestattet sein, außerdem sollte das Spiel jederzeit unterbrochen werden können. Erste Anhaltspunkte liefert die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) - sie legt die Altersbeschränkung für Computerspiele fest. Pädagogisch unbedenkliche Games findet man zum Beispiel in der Spieledatenbank, die unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betrieben wird.

Woran erkennt man gutes Spielzeug?

Es gibt verschiedene Gütesiegel, die Ihnen bei der Auswahl eines Geschenkes helfen:

  • Geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen): Der TÜV überprüft die mechanische, chemische, hygienische und elektromagnetische Sicherheit.
  • Spiel gut: Ein Arbeitsausschuss überprüft den pädagogischen Spielwert.
  • Öko-Tex 100: Die deutsche Zertifizierstelle bestätigt hiermit, dass die strengen Schadstoffvorgaben für Babys und Kleinkinder bei Textil und Plüsch eingehalten worden sind.
  • VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik): Das Prüfsiegel belegt elektronische Sicherheit.
  • Spiel des Jahres: Eine Jury aus Fachjournalisten zeichnet hiermit das Spielvergnügen aus.
  • Fair spielt: Das Zeichen steht für menschenwürdige Bedingungen bei der Spielzeugproduktion.
  • Spieleratgeber NRW: Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW bietet hier eine umfangreiche pädagogische Einschätzung von Computerspielen nach Genre geordnet.

Achtung!

Die CE-Kennzeichnung ist kein Prüfsiegel, sondern ein Verwaltungszeichen. Es erlaubt lediglich den Verkauf im europäischen Binnenmarkt, weil das jeweilige Produkt den EU-Rahmenbedingungen entspricht.

Wo kauft man Kindergeschenke am besten ein?

Gerade bei Geschenken für jüngere Kinder ist ein Besuch beim Fachhändler der beste Weg. Hier erhalten Sie eine professionelle Beratung, können die Spielzeuge anfassen und auf die richtige Größe, den Geruch oder Lautstärke testen.

Gebrauchte Spielzeuge werden immer öfter auch im Internet auf Verkaufsplattformen, in Secondhand-Läden oder auf Flohmärkten von Schulen und Kindertagesstätten angeboten.

Markenware kann man auch im Internet bestellen, da in der Regel hier die Qualitätsversprechen eingehalten werden.

Billigprodukte aus außereuropäischen Ländern sollte man hingegen meiden, da hier nicht sicher nachvollzogen werden kann, woraus die Produkte gefertigt wurden.

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Autor/in

I. Kaiser

Jan. 2017

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